Geschichte

Römischer Konsul: Amt, Macht und Aufgaben

Römischer Konsul: Amt, Macht und Aufgaben
Römischer Konsul: Amt, Macht und Aufgaben
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Ein Konsul gehörte zu den höchsten Amtsträgern der Römischen Republik. Zwei Konsuln leiteten gemeinsam den Staat und das Heer. Ihre Amtszeit dauerte in der Regel nur ein Jahr. So sollte verhindert werden, dass ein einzelner Mann dauerhaft die Macht übernahm.

Auf dieser Seite lernst du, welche Aufgaben Konsuln hatten, wie sie sich gegenseitig kontrollierten und warum das Amt später zwar Macht verlor, aber angesehen blieb.

Deine Lernziele

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Warum gab es zwei Konsuln?

In der Römischen Republik stand kein König dauerhaft an der Staatsspitze. Stattdessen wurden jedes Jahr zwei Konsuln gewählt. Sie waren gleichrangig und sollten gemeinsam handeln.

Definition

Konsul

Ein Konsul war ein hoher ziviler und militärischer Amtsträger Roms. Das Amt selbst und die Amtszeit heißen Konsulat.

Zwei Grundsätze prägten das Amt:

  • Annuität bedeutet, dass die Amtszeit auf ein Jahr begrenzt war.
  • Kollegialität bedeutet, dass zwei gleichberechtigte Personen dasselbe Amt ausübten.

Ein Konsul konnte einer Maßnahme seines Kollegen widersprechen. Dieses Eingreifen hieß Interzession oder Veto. Auch ein Volkstribun konnte Handlungen eines Konsuls blockieren.

Merke

Annuität begrenzte die Macht zeitlich. Kollegialität verteilte und kontrollierte sie.

Beispiel

Ein Konsul möchte eine politische Maßnahme durchsetzen. Sein Kollege hält sie für gefährlich und legt sein Veto ein. Die Maßnahme kann dann nicht einfach ausgeführt werden. Das Beispiel zeigt: Ein Konsul war mächtig, aber nicht alleiniger Herrscher.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt die Kollegialität?
Lösung: Zwei gleichrangige Konsuln übten das Amt gemeinsam aus. — Kollegialität verteilte das Amt auf zwei gleichberechtigte Konsuln, die einander kontrollieren konnten.
Frage 2 von 2MittelWelche Regel verhinderte vor allem eine lange ununterbrochene Amtsführung?
Lösung: Die Amtszeit war grundsätzlich auf ein Jahr begrenzt. — Die einjährige Amtszeit heißt Annuität. Sie sorgte für einen regelmäßigen Wechsel der Amtsträger.
Welche Aufgaben hatten die Konsuln?

Konsuln verbanden politische, militärische und religiöse Aufgaben. Sie konnten den Senat und Volksversammlungen einberufen, den Vorsitz im Senat führen und politische Anträge einbringen.

Als Inhaber des Imperiums besaßen sie außerdem eine besondere Befehlsgewalt. Dazu gehörte vor allem der militärische Oberbefehl. Führten beide Konsuln dasselbe Heer, wechselten sie sich nach einer überlieferten Regel täglich in der Führung ab.

Definition

Imperium

Das Imperium war die zivile und militärische Befehlsgewalt bestimmter römischer Amtsträger. Innerhalb Roms war diese Gewalt stärker begrenzt als außerhalb der Stadt im Krieg.

Weitere Aufgaben waren:

  • Tempel einzuweihen und Opfer zu vollziehen,
  • Volksversammlungen einzuberufen,
  • den Senat zu leiten,
  • Heere zu führen.

Innerhalb Roms konnte ein verurteilter römischer Bürger gegen die Strafgewalt eines Amtsträgers die Volksversammlung anrufen. Auch dadurch war das Imperium nicht überall uneingeschränkt.

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Frage 1 von 1MittelEin Konsul führt ein Heer, beruft aber auch den Senat ein. Was zeigt das?
Lösung: Das Konsulat verband militärische und politische Aufgaben. — Konsuln waren zugleich politische Leiter, militärische Befehlshaber und Träger religiöser Aufgaben.
Woran erkannte man einen Konsul?

Das Amt war öffentlich sichtbar. Ein Konsul durfte die purpurgesäumte toga praetexta tragen und auf einem kurulischen Stuhl sitzen, einem klappbaren Sitz für hohe Amtsträger.

Zwölf Liktoren begleiteten ihn. Sie trugen die Fasces, Rutenbündel als Zeichen der Amts- und Strafgewalt. Außerhalb der römischen Stadtgrenze konnten Äxte in den Fasces auf das Hinrichtungsrecht im Krieg hinweisen.

Diese Kennzeichen waren nicht bloß Schmuck. Sie machten Rang und Befehlsgewalt des Amtsträgers für andere Menschen sichtbar.

Lückentext

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Ein Konsul wurde von zwölf begleitet. Sie trugen die als Zeichen seiner Amtsgewalt. Auf dem durfte ein hoher Amtsträger sitzen.

Lösungen: Lücke 1: Liktoren; Lücke 2: Fasces; Lücke 3: kurulischen Stuhl. Liktoren, Fasces und kurulischer Stuhl waren sichtbare Kennzeichen des hohen Amtes.
Wer konnte Konsul werden?

In der Republik wählten die Zenturiatskomitien, eine nach Vermögen gegliederte Bürger- und Heeresversammlung, die Konsuln. Die Stimmen waren nicht gleich gewichtet: Wohlhabende Gruppen hatten einen besonders starken Einfluss.

Ein Bewerber hatte gewöhnlich bereits andere Ämter durchlaufen. Diese Ämterlaufbahn hieß cursus honorum.

Anfangs war das Konsulat nach der Überlieferung Patriziern vorbehalten. Im Verlauf der Auseinandersetzungen zwischen Patriziern und Plebejern erhielten auch Plebejer Zugang. Die genaue Abfolge und Datierung der frühen Reformen ist nicht in allen Darstellungen gleich.

Wer als erster Mann seiner Familie Konsul wurde, hieß homo novus, also „neuer Mann“. Das Konsulat erhöhte nicht nur seinen eigenen Rang: Seine Familie konnte dadurch in die nobilitas, den römischen Amtsadel, aufsteigen.

Frauen konnten in Rom kein politisches Amt wie das Konsulat bekleiden. Auch versklavte Menschen waren von politischer Beteiligung ausgeschlossen.

Gut zu wissen

Die Wahl machte Rom nicht zu einer modernen Demokratie. Politische Rechte waren begrenzt, und in den Zenturiatskomitien hatten wohlhabende Bürgergruppen ein größeres Stimmgewicht als ärmere.

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Frage 1 von 2LeichtWer wählte die Konsuln in der Republik?
Lösung: Die Zenturiatskomitien — Die Konsuln wurden von den Zenturiatskomitien gewählt. Das Stimmgewicht war dabei ungleich verteilt.
Frage 2 von 2MittelWarum konnte das Konsulat den Rang einer Familie verändern?
Lösung: Ein Konsul und seine Nachkommen konnten zur nobilitas gezählt werden. — Das höchste Amt verschaffte dem Amtsinhaber und seiner Familie dauerhaftes gesellschaftliches Ansehen.
Wie gab das Konsulpaar einem Jahr seinen Namen?

Die Römer bezeichneten Jahre häufig nach den beiden amtierenden Konsuln. Solche Beamten heißen eponym, also „namensgebend“.

Die Formel Cn. Domitio C. Sosio consulibus meint das Jahr, in dem Gnaeus Domitius und Gaius Sosius Konsuln waren. Nach heutiger Zeitrechnung handelt es sich um 32 v. Chr.

Listen der Konsulpaare heißen fasti consulares. Sie bilden ein wichtiges Gerüst für die römische Chronologie. Seit 153 v. Chr. traten die Konsuln am 1. Januar ihr Amt an. Davor begann das Amtsjahr zu einem anderen Zeitpunkt.

Starb ein Konsul oder schied er aus, konnte ein Suffektkonsul als Ersatz nachgewählt werden. Deshalb muss man bei einer Jahresdatierung zwischen den namensgebenden Konsuln zu Jahresbeginn und späteren Nachrückern unterscheiden.

Beispiel

In einem Text steht, ein Ereignis habe sich unter Domitius und Sosius als Konsuln ereignet. Mit einer passenden Konsulliste lässt sich diese Angabe dem Jahr 32 v. Chr. zuordnen. Die Namen erfüllen hier dieselbe Aufgabe wie eine Jahreszahl.

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Frage 1 von 1MittelWarum sind Konsullisten für die Geschichtsforschung wichtig?
Lösung: Sie helfen, römische Ereignisse zeitlich einzuordnen. — Da Jahre nach Konsulnpaaren benannt wurden, können Konsullisten Datierungsangaben entschlüsseln.
Wie wandelte sich das Konsulat?

In der Republik war das Konsulat mit bedeutender politischer und militärischer Macht verbunden. Nach dem Amtsjahr konnte ein ehemaliger Konsul als Prokonsul eine Provinz leiten und dort ein militärisches Kommando ausüben.

Mit dem Beginn der Kaiserzeit verlor das Konsulat einen großen Teil seiner selbstständigen Macht. Die Kaiser bestimmten zunehmend, wer das Amt erhielt. Zugleich blieb der Rang sehr angesehen und konnte den Zugang zu weiteren Spitzenämtern eröffnen.

Kaiserzeitliche Konsuln blieben häufig nur wenige Monate im Amt. So konnten in einem Jahr mehrere Männer das Konsulat erreichen. Besonders ehrenvoll war es, als consul ordinarius zu Jahresbeginn anzutreten und dem Jahr den Namen zu geben.

In der Spätantike war das ordentliche Konsulat vor allem ein kostspieliges Ehrenamt. Zum Amtsantritt gehörten feierliche Umzüge, Geldspenden sowie Spiele oder Wagenrennen. Seit 542 ernannte Kaiser Justinian keine neuen Konsuln mehr; damit endete die regelmäßige Vergabe im Osten faktisch. Konsularische Titel und Formen wirkten noch einige Zeit fort.

Was wissen wir über den Anfang sicher?

Nach der späteren römischen Tradition begann das Konsulat 509 v. Chr. nach der Vertreibung des letzten Königs. Lucius Iunius Brutus gilt in dieser Erzählung als einer der ersten Konsuln.

Historikerinnen und Historiker beurteilen die frühe Überlieferung jedoch unterschiedlich. Einige halten ein Zweierkonsulat bereits im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. für möglich. Andere vermuten, dass zunächst ein einzelner Oberbeamter, der praetor maximus, an der Staatsspitze stand und das Konsulat erst später entstand.

Auch die frühen Konsullisten sind umstritten. Aufzeichnungen können verloren gegangen oder später verändert worden sein. Deshalb muss man klar unterscheiden:

  • Überlieferte Tradition: Das Konsulat begann 509 v. Chr.
  • Historisch gesicherte Aussage: Der genaue Beginn und die frühe Form des Amtes lassen sich nicht zweifelsfrei bestimmen.
Merke

Eine alte Überlieferung ist ein historischer Hinweis, aber nicht automatisch ein sicherer Beweis.

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Frage 1 von 2MittelWelche Formulierung geht angemessen mit der unsicheren Entstehung um?
Lösung: Nach römischer Tradition begann das Konsulat 509 v. Chr.; der genaue Beginn ist umstritten. — Eine fachlich genaue Aussage nennt sowohl die Überlieferung als auch ihre begrenzte historische Sicherheit.
Frage 2 von 2SchwerWas veränderte sich beim Übergang zur Kaiserzeit am deutlichsten?
Lösung: Die politische Macht des Konsulats nahm ab, sein Ansehen blieb zunächst hoch. — Macht und Prestige entwickelten sich unterschiedlich: Die Befugnisse schwanden schneller als das gesellschaftliche Ansehen.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Römischer Konsul
    • Stellung: höchstes reguläres Amt der Republik
    • Machtbegrenzung: Annuität, Kollegialität und Veto
    • Aufgaben: Staatsleitung, Senatsvorsitz, Volksversammlung und Heerführung
    • Kennzeichen: toga praetexta, kurulischer Stuhl, Liktoren und Fasces
    • Wahl: Zenturiatskomitien und cursus honorum
    • Datierung: Jahresname durch das Konsulpaar
    • Gesellschaft: Aufstieg in die nobilitas möglich
    • Kaiserzeit: weniger Macht, weiterhin hohes Prestige
    • Frühzeit: Tradition und historische Sicherheit unterscheiden
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWas begrenzte die Macht eines Konsuls unmittelbar?
Lösung: Die einjährige Amtszeit und der gleichrangige Kollege — Annuität verhinderte eine lange Amtszeit; Kollegialität ermöglichte gegenseitige Kontrolle.
Frage 2 von 4MittelEin römischer Text nennt statt einer Jahreszahl zwei Konsuln. Wie gehst du vor?
Lösung: Ich ordne das Konsulpaar mithilfe der Konsulchronologie einem Jahr zu. — Das Konsulpaar war eponym: Seine Namen konnten eine Jahreszahl ersetzen.
Frage 3 von 4SchwerEin Amt besitzt kaum noch politische Macht, wird aber weiterhin von angesehenen Männern übernommen. Welche Entwicklung des Konsulats passt dazu?
Lösung: In der Kaiserzeit wurde das Konsulat zunehmend zum prestigereichen Ehrenamt. — Der Bedeutungswandel zeigt, dass politischer Einfluss und gesellschaftliches Prestige nicht dasselbe sind.
Frage 4 von 4SchwerJemand sagt: „Die ersten Konsuln traten sicher 509 v. Chr. ihr Amt an, weil spätere Listen das behaupten.“ Wie beurteilst du die Aussage?
Lösung: Sie ist zu sicher formuliert, weil Entstehungszeit und frühe Konsullisten umstritten sind. — Die Tradition nennt 509 v. Chr. Der tatsächliche Beginn des zweiköpfigen Konsulats lässt sich jedoch nicht zweifelsfrei bestimmen.

Du hast das Thema verstanden, wenn du das Konsulat zugleich als mächtiges republikanisches Amt, als begrenztes Kollegialamt und als späteres Ehrenamt erklären kannst.

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