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ARP erklärt: IP- und MAC-Adressen verbinden

ARP erklärt: IP- und MAC-Adressen verbinden
ARP erklärt: IP- und MAC-Adressen verbinden
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ARP verbindet im lokalen IPv4-Netz eine bekannte IP-Adresse mit der MAC-Adresse, die für den nächsten Ethernet-Frame benötigt wird. Fehlt die Zuordnung im ARP-Cache, fragt der Sender alle Geräte im lokalen Netz. Liegt das IP-Ziel außerhalb des eigenen Subnetzes, ermittelt ARP stattdessen die MAC-Adresse des lokalen Gateways.

Deine Lernziele

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Warum ARP benötigt wird

Stell dir vor, ein Rechner kennt die IPv4-Adresse eines Zielgeräts. Für die Übertragung im lokalen Ethernet reicht das noch nicht: Das IP-Paket wird in einen Ethernet-Frame verpackt, und dieser braucht eine Ziel-MAC-Adresse.

Definition

ARP

Das Address Resolution Protocol (ARP) ermittelt im lokalen IPv4-Netz die MAC-Adresse zu einer IP-Adresse. IPv4-Adressen sind 32 Bit, MAC-Adressen 48 Bit lang. Zwischen beiden besteht keine feste Zuordnung, die sich einfach berechnen ließe.

ARP verbindet damit zwei Aufgabenbereiche:

  • Die IP-Adresse kennzeichnet das Ziel auf der Netzwerkebene und wird für die Weiterleitung über Netze verwendet.
  • Die MAC-Adresse kennzeichnet den Empfänger des nächsten Frames im lokalen Netzsegment.
Merke

ARP beantwortet die Frage: „Welche lokale MAC-Adresse brauche ich für den nächsten Ethernet-Frame?“

ARP ist nicht mit DNS oder DHCP zu verwechseln. DNS ordnet Namen wie einen Domainnamen einer IP-Adresse zu. DHCP vergibt Netzwerkkonfigurationen wie IP-Adressen. ARP sucht dagegen zu einer bereits bekannten IPv4-Adresse die passende lokale MAC-Adresse.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aufgabe übernimmt ARP normalerweise?
Lösung: Es ermittelt zu einer IPv4-Adresse die benötigte lokale MAC-Adresse. — ARP stellt die für den lokalen Frame benötigte Verbindung zwischen IPv4- und MAC-Adresse her.
Wie Request und Reply zusammenarbeiten

Angenommen, Rechner A möchte im selben Ethernet-Netz ein IP-Paket an Rechner B senden. Die IP-Adresse von B ist bekannt, seine MAC-Adresse aber noch nicht.

  1. Rechner A prüft seinen ARP-Cache, also den temporären Speicher bekannter IP-/MAC-Zuordnungen.
  2. Fehlt der Eintrag, erstellt A einen ARP Request. Er enthält die eigene IP- und MAC-Adresse sowie die gesuchte Ziel-IP.
  3. A sendet den Ethernet-Frame an die Broadcast-MAC ff:ff:ff:ff:ff:ff. Dadurch erhalten alle Geräte im lokalen Netzsegment die Anfrage.
  4. Jedes Gerät vergleicht die gesuchte IP mit seiner eigenen IP.
  5. Nur der passende Host antwortet mit einem ARP Reply, der seine IP- und MAC-Adresse enthält.
  6. A speichert die Zuordnung im ARP-Cache und kann nun den Ethernet-Frame an B adressieren.

Im ARP-Nutzteil des Requests ist die gesuchte Ziel-MAC gewöhnlich noch mit 00:00:00:00:00:00 belegt. Davon zu unterscheiden ist die Broadcast-MAC im Ethernet-Header: Sie sorgt dafür, dass alle Geräte den Request empfangen.

Beispiel

Rechner A kennt die Ziel-IP 192.168.1.20, aber nicht die zugehörige MAC-Adresse.

A sendet sinngemäß: „Wer hat 192.168.1.20? Antworte mir.“ Alle Geräte empfangen die Broadcast-Anfrage. Nur das Gerät mit dieser IP antwortet mit seiner MAC-Adresse. A übernimmt das IP-/MAC-Paar in den Cache und sendet anschließend den eigentlichen Frame gezielt an diese MAC-Adresse.

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Frage 1 von 1MittelWarum wird der ARP Request als Broadcast gesendet?
Lösung: Weil der Sender noch nicht weiß, welche MAC-Adresse das gesuchte Gerät besitzt. — Die unbekannte MAC-Adresse verhindert zunächst eine gezielte Zustellung. Der Broadcast erreicht deshalb alle Geräte des lokalen Segments.
Welche MAC-Adresse bei entfernten Zielen zählt

Vor der Übertragung prüft der Rechner mithilfe seiner Netzkonfiguration, ob die Ziel-IP zum lokalen Subnetz gehört.

  • Ziel im lokalen Subnetz: ARP ermittelt die MAC-Adresse des Zielhosts.
  • Ziel außerhalb des lokalen Subnetzes: ARP ermittelt die lokale MAC-Adresse des Standard-Gateways, meist eines Routers.

ARP sucht also niemals über mehrere Router hinweg nach der MAC-Adresse eines entfernten Zielhosts. MAC-Adressen gelten nur für den jeweils nächsten Übertragungsschritt im lokalen Segment. Das IP-Paket behält sein entferntes IP-Ziel, während der lokale Ethernet-Frame an den Router adressiert wird.

Beispiel

Ein Notebook möchte ein Paket an einen Server außerhalb seines Subnetzes senden. Das Notebook benötigt nicht die MAC-Adresse des Servers. Es ermittelt per ARP die MAC-Adresse seines Standard-Gateways und sendet den Frame an den Router. Dieser liest das IP-Ziel und übernimmt die weitere Weiterleitung.

Merke

Lokal: MAC des Zielhosts. Entfernt: MAC des nächsten Gateways.

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Frage 1 von 1MittelEin Zielserver liegt außerhalb des lokalen Subnetzes. Welche Adresse ermittelt ARP beim Absender?
Lösung: Die lokale MAC-Adresse des Standard-Gateways — Die Gateway-IP muss bereits aus der Netzkonfiguration bekannt sein. ARP liefert dazu die lokale MAC-Adresse für den nächsten Frame.
Was Cache und Nachrichtenfelder leisten

Der ARP-Cache verhindert, dass vor jedem Frame eine neue Broadcast-Anfrage nötig ist. Dynamisch gelernte Einträge sind nur vorübergehend gültig und werden nach einer implementierungsabhängigen Zeit entfernt. Statische Zuordnungen können manuell eingerichtet werden.

Ein Ethernet-/IPv4-ARP-Paket ist 28 Byte lang. Request und Reply verwenden dasselbe Grundformat:

FeldGrößeAufgabe
Hardwaretyp2 Bytekennzeichnet bei Ethernet den Wert 1
Protokolltyp2 Bytekennzeichnet IPv4 mit 0x0800
Hardwareadresslänge1 Bytebeträgt bei MAC-Adressen 6
Protokolladresslänge1 Bytebeträgt bei IPv4-Adressen 4
Operation2 Byte1 für Request, 2 für Reply
Absender-MAC und -IP10 Bytenennen den Absender
Ziel-MAC und -IP10 Bytenennen beziehungsweise suchen das Ziel

Der EtherType 0x0806 im Ethernet-Frame kennzeichnet den Inhalt als ARP. Das ARP-Format enthält Typ- und Längenfelder, wird praktisch aber vor allem für IPv4 über Ethernet verwendet. IPv6 nutzt statt ARP das Neighbor Discovery Protocol (NDP).

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage über den ARP-Cache stimmt?
Lösung: Er speichert gelernte IP-/MAC-Zuordnungen und reduziert neue Broadcast-Anfragen. — Cache und Routing-Tabelle erfüllen verschiedene Aufgaben: Der Cache liefert lokale IP-/MAC-Zuordnungen, die Routing-Tabelle bestimmt den nächsten Weg für IP-Pakete.
Welche besonderen ARP-Formen es gibt

Neben dem normalen Request-Reply-Ablauf gibt es besondere Formen.

Gratuitous ARP

Bei Gratuitous ARP veröffentlicht ein Host seine eigene IP-/MAC-Zuordnung ohne vorherige Anfrage. Dabei steht seine eigene IP sowohl als Absender- als auch als Ziel-IP im Request.

Das kann dazu dienen,

  • eine doppelt vergebene IP-Adresse zu erkennen,
  • fremde Caches nach einem Wechsel der MAC-Adresse zu aktualisieren oder
  • bei einem Server-Failover die MAC-Adresse des nun aktiven Systems bekannt zu machen.

Proxy ARP

Bei Proxy ARP antwortet ein Router stellvertretend auf eine ARP-Anfrage und nennt seine eigene MAC-Adresse. Der Absender schickt seine Frames daraufhin an den Router, der sie weiterleitet.

RARP

Das historische Reverse Address Resolution Protocol (RARP) arbeitet in der Gegenrichtung: Es sucht zu einer MAC-Adresse eine IP-Adresse. ARP und RARP haben ähnliche Paketstrukturen, aber unterschiedliche Aufgaben.

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Frage 1 von 1MittelNach einem Failover übernimmt ein Ersatzserver eine gemeinsam genutzte IP-Adresse. Wozu kann er Gratuitous ARP senden?
Lösung: Damit andere Geräte die IP nun der MAC-Adresse des Ersatzservers zuordnen können — Durch die unaufgeforderte Bekanntgabe können veraltete Cache-Einträge im lokalen Netz aktualisiert werden.
Wie ARP-Spoofing wirkt und Fehler erkannt werden

ARP-Nachrichten besitzen im normalen Ablauf keine eingebaute zuverlässige Echtheitsprüfung. Bei ARP-Spoofing verbreitet ein Angreifer deshalb gezielt eine falsche IP-/MAC-Zuordnung.

Wird etwa die IP-Adresse des Gateways mit der MAC-Adresse des Angreifers verbunden, können andere Geräte ihre Frames an den falschen Rechner senden. Der Angreifer kann den Verkehr weiterleiten, mitlesen oder verändern. Eine solche Position zwischen zwei Kommunikationspartnern heißt Man-in-the-Middle.

Gut zu wissen

Mehrere IP-Adressen mit derselben MAC-Adresse sind ein Warnsignal, aber kein sicherer Beweis für einen Angriff. Auch Proxy ARP kann dieses Muster absichtlich erzeugen. Für eine Diagnose musst du daher Netzaufbau und erwartete Routerfunktion berücksichtigen.

Bei einer Störung hilft eine schichtweise Diagnose:

  1. Prüfe, ob Ziel-IP und Subnetzentscheidung plausibel sind.
  2. Prüfe, ob für ein lokales Ziel oder das Gateway ein passender ARP-Eintrag existiert.
  3. Achte auf unerwartete Änderungen oder doppelte Zuordnungen im Cache.
  4. Erst danach untersuchst du höhere Protokolle, wenn die lokale Zustellung funktioniert.

Als Schutzmaßnahme können geeignete Netzwerkkomponenten ARP-Nachrichten mit bekannten Zuordnungen prüfen. Ein Beispiel ist Dynamic ARP Inspection. Seine Wirksamkeit hängt jedoch von korrekten Vergleichsdaten und der Netzkonfiguration ab.

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Frage 1 von 1SchwerIm Cache zeigt die Gateway-IP plötzlich auf eine unbekannte MAC-Adresse. Gleichzeitig läuft der Datenverkehr über ein fremdes Gerät. Welche Erklärung passt am besten?
Lösung: Eine gefälschte ARP-Zuordnung könnte den Verkehr zum fremden Gerät umlenken. — Das Symptom betrifft die lokale IP-/MAC-Zuordnung des Gateways und passt damit zu ARP-Spoofing. Vor einer endgültigen Bewertung müssen legitime Ursachen wie Proxy ARP ausgeschlossen werden.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • ARP im lokalen IPv4-Netz
    • verbindet IP-Adresse und MAC-Adresse
    • prüft zuerst den ARP-Cache
    • sendet bei fehlendem Eintrag einen Broadcast-Request
    • erhält die Zuordnung durch einen ARP Reply
    • nutzt beim lokalen Ziel dessen MAC-Adresse
    • nutzt beim entfernten Ziel die MAC-Adresse des Gateways
    • kennt besondere Formen wie Gratuitous ARP und Proxy ARP
    • kann durch ARP-Spoofing manipuliert werden
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelches Protokoll übernimmt die entsprechende Nachbarschaftsermittlung bei IPv6?
Lösung: Neighbor Discovery Protocol — IPv6 verwendet NDP anstelle von ARP.
Frage 2 von 3MittelEin Rechner findet für eine lokale Ziel-IP keinen Cache-Eintrag. Was geschieht als Nächstes?
Lösung: Er sendet einen ARP Request als Broadcast im lokalen Segment. — Der Broadcast erreicht alle Geräte im Segment. Der Host mit der passenden IP antwortet mit seiner MAC-Adresse.
Frage 3 von 3SchwerEin Paket soll ein entferntes Netz erreichen. Welche Beschreibung ist vollständig richtig?
Lösung: Die Routingentscheidung wählt das Gateway; ARP ermittelt dessen lokale MAC-Adresse; der Frame geht an das Gateway. — Routing bestimmt den nächsten IP-Weg. ARP ergänzt für den ersten lokalen Übertragungsschritt die MAC-Adresse des Gateways.

Wenn du diese drei Entscheidungen sicher triffst, hast du den Kern verstanden: Cache oder Request, lokales Ziel oder Gateway und erwartete oder verdächtige Zuordnung.

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