Absolute Häufigkeit einfach erklärt

Absolute Häufigkeit einfach erklärt
Absolute Häufigkeit einfach erklärt
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Die absolute Häufigkeit sagt dir, wie oft ein Ereignis oder Merkmal tatsächlich vorkommt. Wenn bei zehn Würfen dreimal eine 5 fällt, beträgt die absolute Häufigkeit der 5 genau 3.

Auf dieser Seite lernst du, absolute Häufigkeiten abzulesen und zu berechnen. Außerdem wandelst du sie in relative Häufigkeiten um und vergleichst unterschiedlich große Gruppen fair.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was zählt die absolute Häufigkeit?

Stell dir vor, du würfelst zehnmal. Die Augenzahl 5 erscheint dreimal. Die Frage „Wie oft ist die 5 erschienen?“ beantwortest du mit einer Anzahl: dreimal.

Definition

Absolute Häufigkeit

Die absolute Häufigkeit eines Ereignisses ist die beobachtete Anzahl seines Auftretens. Häufig schreibt man dafür $H$ oder $H_n(A)$. Dabei bezeichnet $A$ das Ereignis und $n$ die Gesamtzahl der Beobachtungen.

Im Würfelbeispiel gilt:

$$H_{10}(5)=3$$

Eine absolute Häufigkeit ist ein Zählwert. Sie kann daher nur $0, 1, 2, 3, \ldots$ betragen. Ein Wert wie $2{,}5$ ist als absolute Häufigkeit nicht möglich.

Beispiel

In einer Packung mit 20 Gummibärchen befinden sich 7 rote Gummibärchen.

  • Ereignis: „Das Gummibärchen ist rot.“
  • Absolute Häufigkeit: $H(\text{rot})=7$
  • Gesamtzahl: $n=20$

Die 7 beantwortet nur die Frage, wie viele rote Gummibärchen vorhanden sind.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtBei 30 Würfen erscheint die 6 achtmal. Wie groß ist die absolute Häufigkeit der 6?
Lösung: 8 — Für die absolute Häufigkeit zählst du, wie oft das betrachtete Ereignis eingetreten ist. Die 6 erschien achtmal.
Wie wird aus einer Anzahl ein Anteil?

Die absolute Häufigkeit allein sagt nicht, welchen Anteil ein Ereignis an allen Beobachtungen hat. Dafür brauchst du die relative Häufigkeit.

Definition

Relative Häufigkeit

Die relative Häufigkeit $h$ ist der Anteil der absoluten Häufigkeit $H$ an der Gesamtzahl $n$.

$$h=\frac{H}{n}$$

Du kannst sie als Bruch, Dezimalzahl oder Prozentwert angeben.

Beispiel

Marina löst 12 von 20 Aufgaben richtig.

  1. Die absolute Häufigkeit richtiger Lösungen ist $H=12$.
  2. Die Gesamtzahl ist $n=20$.
  3. Für den Anteil teilst du die Anzahl durch die Gesamtzahl:

$$h=\frac{12}{20}=\frac{3}{5}=0{,}6=60\,\%$$

Marina hat also 12 Aufgaben richtig gelöst. Das sind 60 % aller Aufgaben.

Merke

Absolut beantwortet „Wie oft?“. Relativ beantwortet „Welcher Anteil an allen?“.

Kennst du den Anteil und die Gesamtzahl, kannst du die absolute Häufigkeit zurückrechnen:

$$H=h\cdot n$$

Beispiel

In einer Gruppe mit 50 Personen beträgt die relative Häufigkeit eines Merkmals $0{,}2$.

$$H=0{,}2\cdot 50=10$$

Das Merkmal tritt bei 10 Personen auf. Die Probe bestätigt das Ergebnis:

$$\frac{10}{50}=0{,}2$$

Bei einer exakten relativen Häufigkeit muss das Ergebnis ein ganzer Zählwert sein. Ein gerundeter Prozentwert kann dagegen mehrere mögliche Anzahlen zulassen.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelIn einer Gruppe von 40 Personen tragen 10 eine Brille. Welche relative Häufigkeit gehört dazu?
Lösung: $\frac{10}{40}=0{,}25=25\,\%$ — Setze $H=10$ und $n=40$ in $h=\frac{H}{n}$ ein. So erhältst du $0{,}25$ beziehungsweise 25 %.
Warum reichen absolute Zahlen beim Vergleichen nicht immer?

Absolute Häufigkeiten lassen sich direkt vergleichen, wenn die Gesamtzahlen gleich sind. Bei unterschiedlichen Gesamtzahlen kann die größere Anzahl jedoch zum kleineren Anteil gehören.

Beispiel

Vitali verwandelt 8 von 12 Elfmetern. Marco verwandelt 6 von 8 Elfmetern.

Vitali hat die größere absolute Trefferhäufigkeit:

$$8>6$$

Für einen fairen Vergleich berechnest du aber die Trefferanteile:

$$\frac{8}{12}=\frac{2}{3}\approx 0{,}67=67\,\%$$

$$\frac{6}{8}=\frac{3}{4}=0{,}75=75\,\%$$

Marco hat weniger Treffer gezählt, aber den größeren Trefferanteil. Im relativen Vergleich liegt er daher vorn.

Merke

Sind die Gesamtzahlen verschieden, vergleiche die relativen Häufigkeiten $\frac{H}{n}$ und nicht nur die absoluten Anzahlen.

Auch gleich große absolute Häufigkeiten können unterschiedliche Anteile ergeben. Sechs Treffer bei 15 Würfen entsprechen 40 %. Sechs Treffer bei 12 Würfen entsprechen dagegen 50 %.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelAnnette würfelt bei 50 Würfen zehn Sechsen. Felicitas würfelt bei 40 Würfen acht Sechsen. Wer hat die größere relative Häufigkeit?
Lösung: Beide haben mit 20 % dieselbe relative Häufigkeit. — Es gilt $\frac{10}{50}=0{,}2$ und $\frac{8}{40}=0{,}2$. Die absoluten Häufigkeiten sind verschieden, die relativen Häufigkeiten aber gleich.
Wie prüfst du deine Rechnung?

Bei einer vollständigen Aufteilung müssen alle absoluten Häufigkeiten zusammen die Gesamtzahl ergeben.

Beispiel

Eine Packung enthält 5 grüne, 6 gelbe, 7 rote und 2 weiße Gummibärchen.

$$5+6+7+2=20$$

Die Summe passt zur Gesamtzahl $n=20$. Für die gelben Gummibärchen gilt:

$$h(\text{gelb})=\frac{6}{20}=0{,}3=30\,\%$$

Für eine vollständige Verteilung gilt:

$$\sum_i H_i=n$$

Die relativen Häufigkeiten ergeben zusammen 1 beziehungsweise 100 %:

$$\sum_i h_i=1$$

Bei gerundeten Prozentwerten kann die Summe geringfügig von 100 % abweichen.

Achte außerdem auf diese typischen Fehler:

  • Verwechsle $H$ nicht mit $n$: $H$ zählt das betrachtete Ereignis, $n$ alle Beobachtungen.
  • Schreibe 25 % als $0{,}25$, wenn du damit rechnest.
  • Notiere keine Kommazahl als absolute Häufigkeit.
  • Verwechsle eine beobachtete Häufigkeit nicht mit einer theoretischen Wahrscheinlichkeit. Bei einem fairen Würfel beträgt die Wahrscheinlichkeit einer 6 zwar $\frac{1}{6}$, doch in einer kurzen Würfelserie kann die beobachtete relative Häufigkeit davon abweichen.
Teste dich
Frage 1 von 1SchwerEine Tabelle enthält die absoluten Häufigkeiten 7, 10, 5 und 3. Welche Aussage prüft die Gesamtzahl korrekt?
Lösung: Die Summe ist $7+10+5+3=25$, also muss die Gesamtzahl 25 sein. — Bei einer vollständigen Aufteilung addierst du alle absoluten Häufigkeiten. Ihre Summe muss $n$ ergeben.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Absolute Häufigkeit
    • zählt das beobachtete Auftreten eines Ereignisses
    • wird mit $H$ bezeichnet
    • ergibt mit der Gesamtzahl den Anteil $h=\frac{H}{n}$
    • lässt sich aus $H=h\cdot n$ zurückrechnen
    • reicht bei verschiedenen Gesamtzahlen nicht für faire Vergleiche
    • ergibt über alle Kategorien zusammen die Gesamtzahl $n$
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Frage beantwortet die absolute Häufigkeit?
Lösung: Wie oft ist das Ereignis eingetreten? — Die absolute Häufigkeit ist eine beobachtete Anzahl und beantwortet „Wie oft?“.
Frage 2 von 3MittelBei 25 Losen sind 16 Nieten. Welche Angaben stimmen?
Lösung: $H=16$ und $h=\frac{16}{25}=0{,}64=64\,\%$ — Die Anzahl der Nieten ist 16. Ihr Anteil an allen 25 Losen beträgt $\frac{16}{25}=0{,}64=64\,\%$.
Frage 3 von 3SchwerLea trifft 14 von 20 Würfen, Noah 18 von 30. Wer hat relativ besser getroffen?
Lösung: Lea, denn $\frac{14}{20}=70\,\%$ und $\frac{18}{30}=60\,\%$. — Die absoluten Trefferzahlen allein führen hier in die Irre. Nach dem Teilen durch die jeweilige Gesamtzahl hat Lea mit 70 % die größere relative Häufigkeit.

Wenn du bei einer Aufgabe zuerst Ereignis, absolute Häufigkeit $H$ und Gesamtzahl $n$ kennzeichnest, kannst du anschließend sicher entscheiden: Zählen genügt für „Wie oft?“, Teilen durch $n$ beantwortet „Welcher Anteil?“.

Passend dazu