Mathematik

Relative Häufigkeit berechnen und vergleichen

Relative Häufigkeit berechnen und vergleichen
Relative Häufigkeit berechnen und vergleichen
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Die relative Häufigkeit sagt dir, welchen Anteil ein Ereignis an allen Beobachtungen oder Versuchen hat. Du berechnest sie, indem du die Anzahl des Ereignisses durch die Gesamtzahl teilst.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was ist eine relative Häufigkeit?

Angenommen, du würfelst zehnmal und erhältst dreimal eine Fünf. Die Zahl 3 beantwortet die Frage: Wie oft trat die Fünf auf? Der Anteil $3/10$ beantwortet dagegen: Welchen Anteil hatte die Fünf an allen Würfen?

Definition

Absolute Häufigkeit

Die absolute Häufigkeit $H_n(A)$ ist die Anzahl, wie oft ein Ereignis $A$ bei insgesamt $n$ Beobachtungen oder Versuchen auftritt.

Definition

Relative Häufigkeit

Die relative Häufigkeit $h_n(A)$ ist der Anteil der absoluten Häufigkeit an der Gesamtzahl:

$$h_n(A)=\frac{H_n(A)}{n}$$

Dabei bezeichnet $A$ das betrachtete Ereignis und $n$ die Gesamtzahl der Versuche oder Beobachtungen.

Beispiel

Bei zehn Würfen erscheint dreimal eine Fünf.

  • Absolute Häufigkeit: $H_{10}(A)=3$
  • Gesamtzahl: $n=10$
  • Relative Häufigkeit: $h_{10}(A)=3/10=0{,}3=30\%$

Die Fünf trat also dreimal auf und hatte einen Anteil von 30 %.

Merke

Absolut bedeutet Anzahl: „Wie oft?“ Relativ bedeutet Anteil: „Wie viel von allen?“

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Angabe ist eine absolute Häufigkeit?
Lösung: 12 von 20 Aufgaben wurden richtig gelöst; die absolute Häufigkeit ist 12. — Eine absolute Häufigkeit ist eine gezählte Anzahl. Prozentwerte und Dezimalzahlen beschreiben hier den Anteil an allen Aufgaben.
Wie berechnest und schreibst du den Anteil?

Gehe immer in dieser Reihenfolge vor:

  1. Lege fest, welches Ereignis du untersuchst.
  2. Bestimme seine absolute Häufigkeit $H$.
  3. Bestimme die Gesamtzahl $n$.
  4. Berechne $h=H/n$.
  5. Wandle das Ergebnis bei Bedarf in eine Dezimalzahl oder einen Prozentwert um.
Beispiel

Eine Packung enthält 160 Gummibärchen, darunter 40 rote.

$$h(\text{rot})=\frac{40}{160}=\frac14=0{,}25=25\%$$

Rote Gummibärchen machen ein Viertel beziehungsweise 25 % der Packung aus.

Relative Häufigkeiten liegen immer zwischen 0 und 1 beziehungsweise zwischen 0 % und 100 %. Erfassen die Kategorien gemeinsam alle Beobachtungen und überschneiden sie sich nicht, ergeben ihre relativen Häufigkeiten zusammen 1 beziehungsweise 100 %.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei 20 Versuchen tritt das Ereignis $A$ zwölfmal ein. Die absolute Häufigkeit ist , die Gesamtzahl ist . Du rechnest . Die relative Häufigkeit beträgt beziehungsweise 60 %.

Lösungen: Lücke 1: 12; Lücke 2: 20; Lücke 3: 12 : 20; Lücke 4: 0,6. Teile die Anzahl des Ereignisses durch die Gesamtzahl: $12/20=0{,}6=60\%$.
Wie vergleichst du unterschiedlich große Gruppen fair?

Absolute Häufigkeiten allein können täuschen, wenn die Gesamtzahlen verschieden sind. Vergleiche dann die relativen Häufigkeiten.

Beispiel

Vitali erzielt 8 Treffer bei 12 Versuchen. Marco erzielt 6 Treffer bei 8 Versuchen.

Für Vitali gilt:

$$\frac{8}{12}=\frac23\approx 0{,}667\approx 66{,}7\%$$

Für Marco gilt:

$$\frac68=\frac34=0{,}75=75\%$$

Vitali hat mit 8 Treffern die größere absolute Häufigkeit. Marco hat mit 75 % jedoch die höhere relative Trefferhäufigkeit. Bezogen auf die Trefferquote war Marco erfolgreicher.

Merke

Sind die Gesamtzahlen verschieden, vergleiche die Anteile und nicht nur die Anzahlen.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelJenny trifft bei 15 Würfen sechsmal. Uwe trifft bei 20 Würfen neunmal. Wer hat die höhere Trefferquote?
Lösung: Uwe, denn $9/20=45\%$ und $6/15=40\%$. — Jennys relative Trefferhäufigkeit beträgt 40 %, Uwes 45 %. Deshalb ist Uwes Trefferquote höher.
Wie findest du eine fehlende Anzahl?

Kennst du die relative Häufigkeit $h$ und die Gesamtzahl $n$, kannst du die Formel umstellen:

$$H=h\cdot n$$

Das Ergebnis muss zur Situation passen. Eine absolute Häufigkeit ist eine Anzahl und daher eine ganze Zahl.

Beispiel

In einer Gruppe mit 50 Personen beträgt die relative Häufigkeit eines Merkmals $0{,}2$.

$$H=0{,}2\cdot 50=10$$

Das Merkmal tritt bei 10 Personen auf. Die Probe bestätigt das Ergebnis: $10/50=0{,}2=20\%$.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelIn einer Umfrage mit 80 Personen wählen 25 % eine bestimmte Antwort. Wie viele Personen sind das?
Lösung: $0{,}25\cdot 80=20$ Personen — Schreibe 25 % als 0,25 und rechne $H=h\cdot n$. Die Probe lautet $20/80=0{,}25$.
Was hat die relative Häufigkeit mit Wahrscheinlichkeit zu tun?

Eine relative Häufigkeit entsteht aus beobachteten Daten. Eine Wahrscheinlichkeit beschreibt dagegen, wie wahrscheinlich ein Ereignis in einem passenden Zufallsmodell ist.

Bei wenigen Wiederholungen kann die relative Häufigkeit stark schwanken. Wiederholst du dasselbe Zufallsexperiment sehr oft unter vergleichbaren Bedingungen, stabilisiert sie sich im Normalfall in der Nähe eines Werts. Dieser Wert kann als Schätzung für die Wahrscheinlichkeit dienen.

Gut zu wissen

Eine feste Versuchszahl, ab der eine relative Häufigkeit automatisch zuverlässig ist, gibt es nicht. Auch nach vielen Versuchen muss sie nicht exakt mit der theoretischen Wahrscheinlichkeit übereinstimmen.

Beispiel

Bei einem klassischen sechsseitigen Würfel beträgt die theoretische Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Augenzahl $1/6$. In 20 Würfen kann eine Drei beispielsweise fünfmal auftreten. Dann ist ihre relative Häufigkeit $5/20=25\%$ und damit nicht gleich $1/6$. Die beobachtete Abweichung ist bei einer endlichen Versuchsreihe möglich.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelNach 20 Würfen beträgt die relative Häufigkeit einer Drei 25 %. Welche Aussage ist richtig?
Lösung: 25 % beschreibt das beobachtete Ergebnis dieser Versuchsreihe. — Relative Häufigkeiten beschreiben Daten. Bei langen Versuchsreihen können sie sich einer Wahrscheinlichkeit annähern, müssen ihr aber nicht exakt entsprechen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Relative Häufigkeit
    • unterscheidet Anzahl und Anteil
    • wird mit $h=H/n$ berechnet
    • erscheint als Bruch, Dezimalzahl oder Prozentwert
    • ermöglicht faire Vergleiche
    • liefert mit $H=h\cdot n$ eine gesuchte Anzahl
    • kann bei langen Versuchsreihen eine Wahrscheinlichkeit schätzen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Formel berechnet die relative Häufigkeit?
Lösung: $h=H/n$ — Teile die absolute Häufigkeit $H$ durch die Gesamtzahl $n$.
Frage 2 von 3MittelMarina löst 12 von 20 Aufgaben richtig. Wie groß ist die relative Häufigkeit richtiger Lösungen?
Lösung: $12/20=0{,}6=60\%$ — Die absolute Häufigkeit 12 wird durch die Gesamtzahl 20 geteilt. Das Ergebnis ist 0,6 beziehungsweise 60 %.
Frage 3 von 3SchwerPerson A trifft 18 von 24 Versuchen, Person B 20 von 25. Welche Beurteilung ist richtig?
Lösung: Person B hat mit 80 % die höhere relative Trefferhäufigkeit; Person A erreicht 75 %. — Berechne beide Anteile: $18/24=75\%$ und $20/25=80\%$. Für den Vergleich unterschiedlich großer Versuchsreihen sind die relativen Häufigkeiten entscheidend.

Passend dazu