Mathematik

Mengenlehre: Mengen verstehen und verknüpfen

Mengenlehre: Mengen verstehen und verknüpfen
Mengenlehre: Mengen verstehen und verknüpfen
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Eine Menge fasst eindeutig bestimmte Objekte zusammen. Diese Objekte heißen Elemente. Du kannst Mengen aufzählen, durch Eigenschaften beschreiben und mit Schnitt, Vereinigung oder Differenz verknüpfen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Mengen bilden und beschreiben

Stell dir vor, du sortierst Zahlen nach einer klaren Regel. Die Menge

$$A=\{2,3,4,5,6,7\}$$

enthält genau die aufgezählten Zahlen. Die Reihenfolge spielt keine Rolle, und ein Element wird nicht mehrfach gezählt. Deshalb beschreiben $\{2,3,4\}$ und $\{4,2,3,3\}$ dieselbe Menge.

Definition

Menge

Eine Menge ist eine Zusammenfassung eindeutig bestimmter, voneinander unterscheidbarer Objekte. Die Objekte heißen Elemente der Menge.

Eine Menge lässt sich auf zwei Arten notieren:

  • aufzählend: $A=\{2,3,4,5,6,7\}$
  • beschreibend: $A=\{x\mid x\text{ ist ganz, größer als 1 und kleiner als 8}\}$

Der senkrechte Strich $\mid$ bedeutet „für die gilt“. Bei einer beschreibenden Menge muss die Eigenschaft eindeutig entscheiden, ob ein Objekt dazugehört.

Beispiel

Gesucht ist die Menge $G$ der geraden Zahlen aus $A$.

  1. Prüfe die Zahlen $2$ bis $7$ auf die Eigenschaft „gerade“.
  2. Behalte $2$, $4$ und $6$.
  3. Notiere $G=\{2,4,6\}$.

Beschreibend lautet dieselbe Menge: $G=\{x\in A\mid x\text{ ist gerade}\}$.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Angabe beschreibt eindeutig die Menge der ungeraden Zahlen zwischen 1 und 8?
Lösung: $\{3,5,7\}$ — Prüfe zuerst die Grenzen und dann die Eigenschaft „ungerade“. Übrig bleiben 3, 5 und 7.
Elemente, leere Menge und Mächtigkeit

Mit $\in$ prüfst du, ob ein einzelnes Objekt Element einer Menge ist. Für $A=\{2,3,4,5,6,7\}$ gilt $3\in A$, aber $9\notin A$.

Definition

Leere Menge

Die leere Menge $\varnothing$ enthält kein Element. Sie ist nicht dasselbe wie die Zahl $0$ und auch nicht dasselbe wie die Menge $\{0\}$.

Die Mächtigkeit $|A|$ gibt bei einer endlichen Menge die Anzahl ihrer Elemente an. Für $A=\{2,3,4,5,6,7\}$ gilt $|A|=6$.

Merke

$\varnothing$ hat Mächtigkeit 0. Dagegen hat $\{0\}$ die Mächtigkeit 1, weil die Zahl 0 ein Element dieser Menge ist.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Für $M=\{0,2,4\}$ gilt: $0$ ist ein von $M$, also $0\in M$. Die Menge $M$ hat die Mächtigkeit . Sie ist daher nicht die .

Lösungen: Lücke 1: Element; Lücke 2: 3; Lücke 3: leere Menge. Unterscheide immer zwischen einem Element, einer Menge und der Anzahl ihrer Elemente.
Gleichheit und Teilmengen prüfen

Zwei Mengen sind gleich, wenn sie genau dieselben Elemente enthalten. Reihenfolge und Wiederholungen in einer Aufzählung ändern die Menge nicht.

Definition

Teilmenge

$B$ ist eine Teilmenge von $A$, geschrieben $B\subseteq A$, wenn jedes Element von $B$ auch Element von $A$ ist.

Für $A=\{2,3,4,5,6,7\}$ und $G=\{2,4,6\}$ gilt $G\subseteq A$. Außerdem ist jede Menge Teilmenge ihrer selbst, also $A\subseteq A$. Auch $\varnothing\subseteq A$ gilt.

Die Schreibweise für echte Teilmengen ist nicht überall einheitlich. Mit $B\subseteq A$ meinst du sicher „Teilmenge, möglicherweise gleich“. Soll $B$ echt kleiner sein, ergänze eindeutig $B\subseteq A$ und $B\ne A$.

Beispiel

Prüfe $B=\{2,4\}$ und $C=\{2,8\}$ im Vergleich zu $A$.

  • Bei $B$ liegen beide Elemente in $A$. Daher gilt $B\subseteq A$.
  • Bei $C$ liegt zwar $2$ in $A$, aber $8\notin A$. Daher ist $C$ keine Teilmenge von $A$.

Für eine Teilmengenprüfung reicht ein einziges Gegenbeispiel, um die Aussage zu widerlegen.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelGegeben ist $A=\{1,2,3\}$. Welche Aussage stimmt?
Lösung: $\{1,3\}\subseteq A$ — Eine Teilmengenbeziehung vergleicht zwei Mengen. Jedes Element der linken Menge muss rechts vorkommen.
Mengen verknüpfen

Mit Mengenoperationen beantwortest du drei verschiedene Fragen: Was liegt in beiden Mengen? Was liegt in mindestens einer? Was bleibt von der ersten Menge übrig?

Seien $A=\{2,3,4,5,6,7\}$ und $C=\{5,6,7,8,9\}$.

Definition

Schnittmenge

Die Schnittmenge $A\cap C$ enthält genau die Elemente, die in $A$ und in $C$ liegen.

Hier ist $A\cap C=\{5,6,7\}$.

Definition

Vereinigungsmenge

Die Vereinigung $A\cup C$ enthält alle Elemente, die in $A$ oder in $C$ oder in beiden Mengen liegen. Doppelte Elemente werden nur einmal notiert.

Hier ist $A\cup C=\{2,3,4,5,6,7,8,9\}$.

Definition

Differenzmenge

Die Differenz $A\setminus C$ enthält die Elemente, die in $A$, aber nicht in $C$ liegen. Die Reihenfolge der Mengen ist entscheidend.

Hier ist $A\setminus C=\{2,3,4\}$, aber $C\setminus A=\{8,9\}$.

Beispiel

Bestimme für $P=\{1,2,3,4\}$ und $Q=\{3,4,5\}$ alle drei Operationen.

  1. Gemeinsam sind 3 und 4: $P\cap Q=\{3,4\}$.
  2. In mindestens einer Menge liegen 1 bis 5: $P\cup Q=\{1,2,3,4,5\}$.
  3. Nur in $P$ liegen 1 und 2: $P\setminus Q=\{1,2\}$.

Die Ergebnisse passen zu den Leitwörtern und, oder und aber nicht.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelFür $P=\{1,2,3,4\}$ und $Q=\{3,4,5\}$: Welche Menge ist $Q\setminus P$?
Lösung: $\{5\}$ — Starte mit den Elementen von $Q$ und streiche alle, die auch in $P$ liegen. Nur 5 bleibt übrig.
Frage 2 von 2SchwerEine Zahl soll gerade und zugleich durch 3 teilbar sein. Welche Operation verbindet die Menge der geraden Zahlen mit der Menge der durch 3 teilbaren Zahlen?
Lösung: die Schnittmenge — Das Wort „zugleich“ verlangt beide Eigenschaften. Mengentheoretisch entspricht das dem Schnitt.
Potenzmenge und weitere Vertiefung

Manchmal interessieren nicht die Elemente einer Menge, sondern alle Möglichkeiten, daraus Teilmengen zu bilden.

Definition

Potenzmenge

Die Potenzmenge $\mathcal P(M)$ ist die Menge aller Teilmengen von $M$. Sie enthält immer $\varnothing$ und $M$ selbst.

Beispiel

Für $M=\{a,b\}$ gibt es vier Teilmengen:

$$\mathcal P(M)=\{\varnothing,\{a\},\{b\},\{a,b\}\}$$

Jedes der zwei Elemente kann bei einer Teilmenge entweder gewählt oder nicht gewählt werden. Das ergibt $2\cdot2=2^2=4$ Möglichkeiten.

Für eine endliche Menge mit $n$ Elementen gilt:

$$|\mathcal P(M)|=2^n$$

Hat $M$ drei Elemente, besitzt die Potenzmenge also $2^3=8$ Elemente.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWie viele Elemente hat $\mathcal P(\{r,s,t\})$?
Lösung: 8 — Drei Elemente liefern jeweils die Entscheidung „gewählt oder nicht gewählt“. Daher gibt es $2^3=8$ Teilmengen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Mengenlehre
    • Beschreiben: aufzählen oder Eigenschaft angeben
    • Vergleichen: Zugehörigkeit, Gleichheit und Teilmenge prüfen
    • Verknüpfen: Schnitt, Vereinigung und Differenz bilden
    • Zählen: Mächtigkeit und Potenzmenge bestimmen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtGegeben ist $A=\{0,2,4\}$. Welche Aussage ist richtig?
Lösung: $0\in A$ — Die Zahl 0 ist eines der drei Elemente von $A$. Daher gilt $0\in A$.
Frage 2 von 3MittelGegeben sind $A=\{1,2,3,4\}$ und $B=\{2,4,6\}$. Welche Kombination stimmt?
Lösung: $A\cap B=\{2,4\}$ und $A\setminus B=\{1,3\}$ — 2 und 4 liegen in beiden Mengen. Entfernst du diese aus $A$, bleiben 1 und 3.
Frage 3 von 3SchwerEine Menge $M$ hat vier Elemente. Welche Aussage über ihre Potenzmenge ist richtig?
Lösung: $\mathcal P(M)$ hat 16 Elemente, weil $2^4=16$ gilt. — Für jedes der vier Elemente gibt es zwei unabhängige Möglichkeiten: Es gehört zur Teilmenge oder nicht. Daher entstehen $2^4=16$ Teilmengen.

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