Mathematik

Transformation von Funktionen einfach erklärt

Transformation von Funktionen einfach erklärt
Transformation von Funktionen einfach erklärt
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Eine Funktionstransformation macht aus einer Funktion $f$ eine neue Funktion $g$. Änderungen außerhalb von $f(\,\cdot\,)$ wirken in $y$-Richtung; Änderungen im Argument wirken in $x$-Richtung. Besonders wichtig: Innen kehren sich Verschieberichtung und Skalierungsfaktor gegenüber dem ersten Blick um.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Innen oder außen: Wo greift die Veränderung an?

Eine Funktion ordnet einer Eingabe $x$ eine Ausgabe $f(x)$ zu. Deshalb gibt es zwei Angriffspunkte:

  • innen am Argument: $f(x+c)$ oder $f(bx)$ verändert die Eingabe und damit die $x$-Richtung;
  • außen am Funktionswert: $f(x)+d$ oder $a f(x)$ verändert die Ausgabe und damit die $y$-Richtung.
Definition

Argument und Funktionswert

Das Argument ist die Eingabe, die in $f$ eingesetzt wird. Der Funktionswert ist die zugehörige Ausgabe. In $f(2x)+3$ gehört $2x$ zum Argument; $+3$ wird erst danach zum Funktionswert addiert.

Merke

Innen wirkt horizontal, außen wirkt vertikal. Bei Veränderungen innen musst du besonders auf die umgekehrte Richtung beziehungsweise den Kehrwert achten.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWas beschreibt $g(x)=f(2x)+4$?
Lösung: Der Graph wird in $x$-Richtung mit Faktor $\frac12$ gestaucht und danach um $4$ nach oben verschoben. — $2x$ steht innen und bewirkt den horizontalen Faktor $\frac12$. Die $+4$ steht außen und verschiebt nach oben.
Verschieben: Warum ist das Vorzeichen innen umgekehrt?

Für eine Verschiebung um $c$ nach rechts und $d$ nach oben gilt:

$$g(x)=f(x-c)+d$$

  • $f(x-c)$ verschiebt um $c$ nach rechts.
  • $f(x+c)$ verschiebt um $c$ nach links.
  • $f(x)+d$ verschiebt für positives $d$ nach oben.
  • $f(x)-d$ verschiebt für positives $d$ nach unten.

Warum bedeutet $x-c$ eine Bewegung nach rechts? Der ursprüngliche Eingabewert $0$ wird in der neuen Funktion erst bei $x=c$ erreicht, denn $c-c=0$.

Beispiel

Gegeben ist $f(x)=x^2$. Der Graph soll um $2$ nach rechts und $3$ nach unten verschoben werden.

  1. Ersetze jedes $x$ durch $x-2$: $f(x-2)=(x-2)^2$.
  2. Ziehe vom gesamten Funktionswert $3$ ab.

Damit erhältst du

$$g(x)=(x-2)^2-3.$$

Der Scheitelpunkt wandert von $(0|0)$ nach $(2|-3)$. Das bestätigt beide Richtungen.

Bei einem längeren Term musst du wirklich jedes $x$ ersetzen. Aus $f(x)=x^3-3x$ wird bei einer Verschiebung um $5$ nach rechts:

$$f(x-5)=(x-5)^3-3(x-5).$$

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei $g(x)=f(x-4)+2$ wird der Graph um Einheiten nach rechts und um Einheiten nach oben verschoben. Für eine Verschiebung um $3$ nach links ersetzt du jedes $x$ durch .

Lösungen: Lücke 1: 4; Lücke 2: 2; Lücke 3: x+3. Innen ist die Richtung umgekehrt: $x-4$ bedeutet rechts, $x+3$ bedeutet links. Außen folgt die Richtung dem sichtbaren Vorzeichen.
Skalieren und spiegeln: Welcher Faktor wirkt?

Für positive Faktoren gelten diese Regeln:

TermWirkung auf den Graphen
$g(x)=a f(x)$in $y$-Richtung mit Faktor $a$
$g(x)=f(bx)$in $x$-Richtung mit Faktor $\frac1b$

Außen ist der Faktor direkt: Ein Faktor $a$ größer als $1$ streckt vertikal, ein Faktor zwischen $0$ und $1$ staucht vertikal. Innen gilt der Kehrwert: Ein Faktor $b$ größer als $1$ staucht horizontal, ein Faktor zwischen $0$ und $1$ streckt horizontal.

Beispiel

Für $f(x)=x^2$ soll der Graph in $x$-Richtung mit Faktor $2$ gestreckt werden. Im Argument brauchst du deshalb den Kehrwert $\frac12$:

$$g(x)=f\left(\frac12x\right)=\left(\frac12x\right)^2=\frac14x^2.$$

Die Rechnung zeigt auch eine Besonderheit der Parabel: Derselbe neue Term kann als vertikale Stauchung mit Faktor $\frac14$ beschrieben werden. Die gewählte Transformation und der vereinfachte Term sind beide korrekt.

Ein Minuszeichen erzeugt eine Spiegelung:

  • $-f(x)$ spiegelt an der $x$-Achse;
  • $f(-x)$ spiegelt an der $y$-Achse;
  • $-f(-x)$ spiegelt am Ursprung.
Teste dich
Frage 1 von 1MittelAus $f(x)=(x+2)^2$ entsteht $g(x)=f(-x)$. Welcher Term und welche Spiegelung sind richtig?
Lösung: $g(x)=(x-2)^2$; Spiegelung an der $y$-Achse — Setze $-x$ für jedes $x$ ein: $f(-x)=(-x+2)^2=(x-2)^2$. Das ist die Spiegelung an der $y$-Achse.
Transformationen kombinieren und die Reihenfolge prüfen

Viele Veränderungen lassen sich so bündeln:

$$g(x)=a\,f\bigl(b(x-c)\bigr)+d$$

Für $a\neq0$ und $b\neq0$ bedeutet das:

  • $c$: Verschiebung in $x$-Richtung;
  • $d$: Verschiebung in $y$-Richtung;
  • $\frac1{|b|}$: Skalierungsfaktor in $x$-Richtung;
  • $|a|$: Skalierungsfaktor in $y$-Richtung;
  • ein negatives $b$: zusätzlich Spiegelung an der $y$-Achse;
  • ein negatives $a$: zusätzlich Spiegelung an der $x$-Achse.
Beispiel

Gegeben ist $f(x)=x^2$ und

$$g(x)=2f(x-1)+3=2(x-1)^2+3.$$

Der Graph wird um $1$ nach rechts verschoben, in $y$-Richtung mit Faktor $2$ gestreckt und um $3$ nach oben verschoben.

Der Punkt $(0|0)$ von $f$ landet bei $(1|3)$ auf $g$. Einsetzen bestätigt die Kontrolle: $g(1)=3$.

Die Reihenfolge darfst du nicht gedankenlos vertauschen. Erst an der $x$-Achse spiegeln und dann um $2$ nach oben verschieben ergibt $-f(x)+2$. Erst um $2$ nach oben verschieben und dann spiegeln ergibt $-(f(x)+2)=-f(x)-2$. Das sind im Allgemeinen verschiedene Graphen.

Manche Schritte lassen sich trotzdem vertauschen. Eine horizontale Verschiebung und eine vertikale Skalierung greifen an unterschiedlichen Größen an: $2f(x-5)$ entsteht unabhängig davon, welchen dieser beiden Schritte du zuerst beschreibst.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Schrittfolge passt zu $g(x)=-3f\left(\frac12(x-4)\right)+1$?
Lösung: Horizontal mit Faktor $2$ strecken, um $4$ nach rechts verschieben, an der $x$-Achse spiegeln und vertikal mit Faktor $3$ strecken, dann um $1$ nach oben verschieben. — $\frac12$ innen gibt den horizontalen Faktor $2$ an, $x-4$ die anschließende Rechtsverschiebung. $-3$ außen beschreibt Spiegelung an der $x$-Achse und vertikale Streckung; $+1$ verschiebt nach oben.
Markante Punkte übertragen und Transformationen erkennen

Kennst du einen Punkt $P(x_0|y_0)$ auf dem Graphen von $f$, dann gilt $y_0=f(x_0)$. Bei

$$g(x)=a\,f\bigl(b(x-c)\bigr)+d$$

wird daraus der Punkt

$$P'\left(c+\frac{x_0}{b}\,\middle|\,a y_0+d\right).$$

Die $x$-Koordinate wird horizontal skaliert und verschoben; die $y$-Koordinate wird vertikal skaliert und verschoben.

Beispiel

Auf $f$ liegen die Punkte $N(-2|0)$ und $H(1|3)$. Für $g(x)=2f(x-3)$ gilt $a=2$, $b=1$, $c=3$ und $d=0$.

  • $N(-2|0)$ wird zu $N'(1|0)$.
  • $H(1|3)$ wird zu $H'(4|6)$.

Die Nullstelle wandert um $3$ nach rechts. Beim Hochpunkt wandert die $x$-Koordinate ebenfalls um $3$; seine Höhe wird zusätzlich verdoppelt.

So helfen markante Punkte beim Erkennen:

  • Eine reine horizontale Verschiebung addiert denselben Wert zu den $x$-Koordinaten von Nullstellen und Extrempunkten.
  • Eine reine vertikale Skalierung lässt Nullstellen unverändert, multipliziert aber die $y$-Koordinaten.
  • Eine Spiegelung an der $x$-Achse lässt Nullstellen unverändert und wechselt die Vorzeichen der $y$-Koordinaten; Hoch- und Tiefpunkte tauschen ihre Art.
  • Nach einer vertikalen Verschiebung lassen sich neue Nullstellen im Allgemeinen nicht allein aus den alten Nullstellen ablesen.
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Frage 1 von 1SchwerEine Funktion besitzt eine Nullstelle bei $x=6$. Wo liegt die entsprechende Nullstelle von $g(x)=f(2(x-1))$?
Lösung: Bei $x=4$ — Setze das neue Argument gleich der alten Nullstellenkoordinate: $2(x-1)=6$. Daraus folgen $x-1=3$ und $x=4$.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Transformation von Funktionen
    • innen am Argument: $x$-Richtung, umgekehrte Richtung oder Kehrwert
    • außen am Funktionswert: $y$-Richtung, sichtbares Vorzeichen oder direkter Faktor
    • Verschiebung: $f(x-c)+d$
    • Skalierung: $a f(bx)$
    • Spiegelung: Minus innen oder außen
    • Kombination: Reihenfolge prüfen
    • Kontrolle: markante Punkte und Einsetzen nutzen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage ist richtig?
Lösung: $f(x+3)$ verschiebt den Graphen um $3$ nach links. — Innen bedeutet $x+3$ eine Linksverschiebung. Außen bedeutet $+3$ eine Verschiebung nach oben.
Frage 2 von 3MittelAus $f(x)=x^3-3x$ soll durch eine Verschiebung um $2$ nach rechts und $1$ nach unten die Funktion $g$ entstehen. Welcher Term ist richtig?
Lösung: $g(x)=(x-2)^3-3(x-2)-1$ — Rechtsverschiebung bedeutet: jedes $x$ durch $x-2$ ersetzen. Danach wird $1$ vom gesamten Funktionswert abgezogen.
Frage 3 von 3SchwerDer Punkt $(2|-1)$ liegt auf $f$. Wohin gelangt er bei $g(x)=-2f(x-3)+4$?
Lösung: Zum Punkt $(5|6)$ — Horizontal gilt $2+3=5$. Vertikal gilt $-2\cdot(-1)+4=6$. Daher liegt $(5|6)$ auf $g$.

Wenn du einen neuen Term untersuchst, frage immer in dieser Reihenfolge: Was steht innen? Was steht außen? Welche Reihenfolge ist vorgegeben? Welcher Punkt oder Funktionswert eignet sich zur Kontrolle?

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