Manche Aussagen sollen für unendlich viele natürliche Zahlen gelten. Die vollständige Induktion beweist so etwas mit einem Start und einem sicheren Weitergehen.
:::lernziele
- Ich kann Induktionsanfang und Induktionsschritt unterscheiden.
Ich kann eine Induktionsvoraussetzung formulieren.
Ich kann Summenformeln beweisen.
Ich kann typische Lücken vermeiden. :::
## Grundidee Stell dir eine Reihe Dominosteine vor. Der erste Stein fällt. Außerdem weißt du: Jeder fallende Stein stößt den nächsten an. Dann fallen alle Steine. :::definition Vollständige Induktion Die **vollständige Induktion** ist ein Beweisverfahren für Aussagen über natürliche Zahlen. Man zeigt einen Anfang und dann: Wenn die Aussage für n gilt, gilt sie auch für n+1. ::: :::beispiel Für 1+2+...+n = n(n+1)/2 ist der Anfang n=1 richtig: links 1, rechts 1 mal 2 geteilt durch 2 = 1. ::: :::merke Ohne Anfang kein Start. Ohne Schritt keine Kette. ::: :::quiz ?1 Was zeigt der Induktionsanfang? + Dass die Aussage für den ersten Wert stimmt. - Dass alle Werte sofort geprüft sind. => Alle Werte folgen erst mit dem Schritt. ! Dass die Aussage für den ersten Wert stimmt. ist richtig. ?2 Was darfst du im Induktionsschritt annehmen? + Dass die Aussage für n gilt. - Dass die Aussage für n+1 schon bewiesen ist. => n+1 ist gerade das Ziel. ! Achte auf die genaue Regel und prüfe dein Ergebnis. ::: ## Methode Schritt für Schritt Im Induktionsschritt nimmst du die Aussage für n an. Dann zeigst du sie für n+1, indem du den nächsten Summanden addierst und umformst. :::beispiel Aus n(n+1)/2 plus (n+1) wird (n+1)(n/2+1) = (n+1)(n+2)/2. Das ist genau die Formel für n+1. ::: :::lueckentext Induktion braucht Anfang und {*Schritt|Diagramm}. Im Schritt nutzt du die {*Induktionsvoraussetzung|Wertemenge}. ! Wenn du die Schlüsselwörter richtig zuordnest, passt auch die Rechenidee. :::
Prüfungsmodus
In Klassenarbeiten erkennst du das Thema oft nicht am Namen, sondern an der Aufgabe. Frage dich zuerst: Was ist gegeben, was ist gesucht, und welche Bedingung muss am Ende stimmen?
Typische Prüfungsfalle: Rechne nicht nur mechanisch. Begründe kurz, warum die gewählte Methode passt, und prüfe das Ergebnis mit einer Rückrechnung oder einer passenden Deutung.
## Alles auf einen Blick
:::karten
Anfang => erster Fall stimmt
Voraussetzung => Aussage gilt für n Schritt => daraus folgt n plus 1 :::
:::mindmap
Induktion
Anfang Voraussetzung Schritt Ziel für n plus 1 :::
## Abschluss-Check
:::quiz
?1 Warum reicht es nicht, nur n=1,2,3 zu prüfen?
+ Weil damit nicht alle natürlichen Zahlen bewiesen sind.
- Weil diese Werte immer falsch sind. => Beispiele ersetzen keinen allgemeinen Beweis.
! Entscheide zuerst, welche Information wirklich gefragt ist.
?2 Was ist eine gute Probe?
+ Du setzt dein Ergebnis wieder in die Aufgabe oder die Bedeutung ein.
- Du vergleichst nur, ob die Zahl schön aussieht. => Eine Probe muss zur Aufgabe passen.
! Eine Probe schützt dich vor Vorzeichen-, Stellenwert- und Einheitenfehlern.
?3 Wie gehst du bei einer gemischten Aufgabe vor?
+ Erst Thema erkennen, dann passende Regel wählen, dann rechnen und prüfen.
- Sofort irgendeine Formel einsetzen. => Die Formel muss zur Situation passen.
! Diese Reihenfolge hilft besonders in Klassenarbeiten.
:::
## Zusammenfassung
Vollständige Induktion ist ein sauberer Kettenbeweis. Du beweist den Start und dann, dass jeder wahre Fall den nächsten wahr macht.
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