Wechselwinkel erkennen und berechnen
Wechselwinkel liegen an zwei verschiedenen Schnittpunkten auf entgegengesetzten Seiten einer Schnittgeraden. Sind die beiden geschnittenen Geraden parallel, sind die Wechselwinkel gleich groß.
Auf dieser Seite lernst du, Wechselwinkel zu erkennen, ihre Größe zu berechnen und mit ihrer Umkehrung Parallelität zu begründen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
So erkennst du Wechselwinkel
Stell dir zwei Geraden vor, die von einer dritten Geraden geschnitten werden. Die dritte Gerade heißt Schnittgerade. Es entstehen zwei Schnittpunkte mit insgesamt acht Winkeln.
Wechselwinkel
Zwei Winkel heißen Wechselwinkel, wenn sie an verschiedenen Schnittpunkten liegen und sich sowohl bezüglich der Schnittgeraden als auch bezüglich der beiden geschnittenen Geraden auf unterschiedlichen Seiten befinden.
Als Merkhilfe kannst du in der Figur nach einem normalen oder gespiegelten Z suchen. Die Winkel an den entgegengesetzten Enden des Z sind Wechselwinkel. Deshalb nennt man sie auch Z-Winkel.
Die Z-Form hilft beim Finden. Sie beweist aber noch nicht, dass die Winkel gleich groß sind: Dafür müssen die geschnittenen Geraden parallel sein.
Wann sind Wechselwinkel gleich groß?
Wechselwinkelsatz: Schneidet eine Gerade zwei parallele Geraden, dann sind zusammengehörige Wechselwinkel gleich groß.
Für parallele Geraden $g_1 \parallel g_2$ und ein Wechselwinkelpaar $\alpha$ und $\beta$ gilt daher:
$$\alpha=\beta$$
Ohne Parallelität bleibt die Lagebezeichnung „Wechselwinkel“ bestehen, aber die beiden Winkel müssen nicht gleich groß sein.
Auch die Umkehrung gilt: Sind zwei Wechselwinkel gleich groß, dann sind die beiden geschnittenen Geraden parallel.
So berechnest du fehlende Winkel
Gehe in drei Schritten vor:
- Prüfe, ob parallele Geraden angegeben oder markiert sind.
- Suche zur bekannten Winkelgröße den Wechselwinkel in der Z-Form.
- Nutze bei Bedarf weitere Beziehungen: Scheitelwinkel sind gleich groß; Nebenwinkel ergänzen sich zu $180°$.
Die parallelen Geraden $g_1$ und $g_2$ werden von $h$ geschnitten. Der Winkel $\alpha$ am oberen Schnittpunkt ist $47°$ groß. Am unteren Schnittpunkt ist $\beta$ sein Wechselwinkel. Der Winkel $\delta$ liegt neben $\beta$ an einer Geraden.
1. Wechselwinkel bestimmen: Weil $g_1 \parallel g_2$ gilt, sind $\alpha$ und $\beta$ gleich groß.
$$\beta=\alpha=47°$$
2. Nebenwinkel bestimmen: $\beta$ und $\delta$ bilden zusammen einen gestreckten Winkel.
$$\delta=180°-47°=133°$$
Ergebnis: Der Wechselwinkel $\beta$ ist $47°$ groß; sein Nebenwinkel $\delta$ ist $133°$ groß. Die Kontrolle ergibt $47°+133°=180°$.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Zwei Geraden werden von einer dritten Geraden geschnitten. Zu einem Winkel von $68°$ ist der Wechselwinkel groß. Sein Nebenwinkel misst .
Häufige Fehler vermeiden
- Nur nach gleichem Aussehen urteilen: Eine ungenaue Zeichnung ist kein Beweis. Nutze Angaben und Parallelmarkierungen.
- Scheitel- und Wechselwinkel verwechseln: Scheitelwinkel liegen am selben Schnittpunkt; Wechselwinkel an verschiedenen Schnittpunkten.
- Die Parallelität vergessen: Wechselwinkel sind nur an Parallelen sicher gleich groß.
- Messen statt begründen: Das Geodreieck kann eine Vermutung prüfen. Eine genaue Rechnung stützt sich auf den passenden Winkelsatz.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Wechselwinkel
- Lage: verschiedene Schnittpunkte und entgegengesetzte Seiten
- Merkhilfe: normales oder gespiegeltes Z
- Parallelen: zusammengehörige Wechselwinkel sind gleich groß
- Umkehrung: gleiche Wechselwinkel zeigen Parallelität
- Berechnung: Wechselwinkel übertragen, Nebenwinkel auf $180°$ ergänzen
- Abgrenzung: Scheitelwinkel liegen am selben Schnittpunkt
Abschluss-Check
Du bist sicher, wenn du bei jeder Aufgabe zuerst die Lage, dann die Parallelität und erst danach die passende Winkelregel prüfst.
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