Musiktheorie: Grundlagen verstehen und verbinden
Musiktheorie beschreibt, wie Töne, Rhythmen, Tonleitern und Akkorde geordnet werden. Sie hilft dir, Musik zu lesen, zu hören, aufzuschreiben und ihre Zusammenhänge zu erklären.
Auf dieser Seite baust du eine Übersicht auf: von der Notation über Tonabstände und Tonleitern bis zu Dreiklängen und ihren Funktionen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Dein Weg durch die Musiktheorie
Musiktheorie besteht nicht aus einzelnen Regeln ohne Zusammenhang. Viele Themen bauen aufeinander auf:
- Die Notation hält Töne und musikalische Anweisungen schriftlich fest.
- Rhythmus, Tempo und Dynamik bestimmen zeitliche Abläufe und die Gestaltung.
- Intervalle beschreiben Abstände zwischen Tönen.
- Tonleitern ordnen Töne um einen Grundton.
- Aus Tönen und Intervallen entstehen Akkorde.
- Tonleitern und Akkorde bilden die Grundlage für Tonarten und harmonische Zusammenhänge.
Zur Musiktheorie gehört auch die Gehörbildung. Dabei erkennst du zum Beispiel Rhythmen, Intervalle oder Akkorde durch Hören. Theorie, Notation, Hören und Spielen ergänzen einander.
Notation macht Musik sichtbar
Stammtöne sind Töne ohne Vorzeichen. Auf einer Klaviatur entsprechen sie den weißen Tasten.
Ein Notenschlüssel legt fest, welche Tonhöhe eine bestimmte Linie des Notensystems bezeichnet. Erst durch den Schlüssel lässt sich eine notierte Position eindeutig einem Ton zuordnen.
Violinschlüssel
Der Violinschlüssel heißt auch G-Schlüssel. Er legt auf der zweiten Notenlinie das g′ fest.
Bassschlüssel
Der Bassschlüssel heißt auch F-Schlüssel. Er legt auf der vierten Notenlinie das f fest.
Du siehst eine Note immer an derselben Stelle des Liniensystems, wechselst aber den Notenschlüssel. Die sichtbare Position bleibt gleich, ihre Bedeutung kann sich jedoch ändern. Der Grund: Violinschlüssel und Bassschlüssel legen unterschiedliche Bezugstöne fest.
Eine Notenposition allein genügt nicht. Lies zuerst den Schlüssel und bestimme dann den Ton.
Rhythmus, Tempo und Dynamik gestalten den Verlauf
Der Rhythmus ordnet Tondauern und Pausen zu Mustern. Beim Üben kannst du Rhythmen erkennen, notieren, hören und ausführen.
Das Tempo beschreibt, wie schnell oder langsam Musik abläuft. Häufig stehen dafür italienische Bezeichnungen im Notentext.
| Tempobezeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| largo | sehr ruhig |
| lento | langsam |
| adagio | ruhig |
| andante | gehend |
| moderato | mäßig bewegt |
| vivace | lebhaft |
| allegro | schnell |
| presto | sehr schnell |
| prestissimo | äußerst schnell |
Die Dynamik beschreibt die Lautstärke und ihre Abstufungen.
| Dynamikbezeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| pianissimo possibile | so leise wie möglich |
| pianissimo | sehr leise |
| piano | leise |
| mezzopiano | mittelleise |
| mezzoforte | mittellaut |
| forte | laut |
| fortissimo | sehr laut |
| fortissimo possibile | so laut wie möglich |
Steht bei einem Abschnitt andante und piano, soll er in gehendem Tempo und leise ausgeführt werden. Die erste Angabe betrifft die Geschwindigkeit, die zweite die Lautstärke.
Vorzeichen und Intervalle verändern und vergleichen Töne
Ein Vorzeichen verändert einen Ton um einen Halbtonschritt:
- Ein Kreuzvorzeichen erhöht ihn um einen Halbtonschritt. An den Notennamen tritt meist
-is. - Ein b-Vorzeichen erniedrigt ihn um einen Halbtonschritt. An den Notennamen tritt meist
-es. - Bei der b-Benennung gelten unter anderem die Formen
as,bundes. - Ein Auflösungszeichen hebt ein zuvor geltendes Vorzeichen auf.
Wird ein Ton durch ein Kreuz erhöht, liegt das Ergebnis einen Halbtonschritt höher. Ein Auflösungszeichen stellt anschließend wieder den nicht erhöhten Ton her.
Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen. Zur genauen Benennung gehört neben der Intervallzahl eine Qualität.
- Sekunden, Terzen, Sexten und Septimen können groß oder klein sein.
- Primen, Quarten, Quinten und Oktaven werden in ihrer Grundform rein genannt.
- Ein großes oder reines Intervall wird durch Vergrößerung um einen Halbton übermäßig.
- Ein kleines oder reines Intervall wird durch Verkleinerung um einen Halbton vermindert.
Prüfe bei einem Intervall zwei Dinge: seine Intervallgruppe und seine genaue Größe. Erst zusammen ergeben sie die vollständige Bezeichnung.
Tonleitern und Tonarten ordnen Töne
Eine Tonleiter ordnet Töne stufenweise. Ihre Halbtonpositionen helfen dir, Dur und Moll zu unterscheiden.
Dur-Tonleiter
Bei einer Dur-Tonleiter liegen die Halbtonschritte zwischen der dritten und vierten sowie zwischen der siebten und achten Stufe.
Natürliches Moll
Die natürliche Molltonleiter heißt auch äolische Molltonleiter. Ihre Halbtonschritte liegen zwischen der zweiten und dritten sowie zwischen der fünften und sechsten Stufe.
Moll tritt außerdem in zwei veränderten Formen auf:
- Bei harmonisch Moll wird gegenüber natürlichem Moll die siebte Stufe erhöht. So entsteht ein Leitton.
- Bei melodisch Moll wird aufwärts zusätzlich die sechste Stufe erhöht. Dadurch wird der Eineinhalbtonschritt zwischen sechster und siebter Stufe des harmonischen Moll ausgeglichen. Abwärts entspricht melodisch Moll der natürlichen Molltonleiter.
Du untersuchst eine aufsteigende Molltonleiter. Ist nur die siebte Stufe gegenüber natürlichem Moll erhöht, handelt es sich um harmonisch Moll. Sind die sechste und die siebte Stufe erhöht, handelt es sich aufwärts um melodisch Moll.
Eine Tonart ordnet musikalisches Material einem Grundton und einem Tongeschlecht wie Dur oder Moll zu.
- Paralleltonarten bestehen aus einer Dur- und einer Molltonart mit denselben Vorzeichen. Die parallele Molltonart liegt eine kleine Terz unter der zugehörigen Durtonart.
- Gleichnamige Tonarten haben denselben Grundton, aber unterschiedliche Tongeschlechter.
Der Quintenzirkel stellt Beziehungen zwischen Tonarten und ihren Vorzeichen dar. Außen stehen die Durtonarten, innen ihre parallelen Molltonarten.
Dreiklänge führen von Intervallen zur Harmonik
Ein Akkord verbindet mindestens drei Töne. Ein Dreiklang lässt sich als Folge zweier Terzen betrachten.
Dur-Dreiklang
Ein Dur-Dreiklang besteht von unten nach oben aus einer großen Terz und einer kleinen Terz.
Moll-Dreiklang
Ein Moll-Dreiklang besteht von unten nach oben aus einer kleinen Terz und einer großen Terz.
Ein Dreiklang liegt von unten nach oben vor dir. Zwischen dem unteren und mittleren Ton erkennst du eine kleine Terz, zwischen dem mittleren und oberen Ton eine große Terz. Daher handelt es sich um einen Moll-Dreiklang.
Dur und Moll enthalten jeweils eine große und eine kleine Terz. Ihre Reihenfolge entscheidet über das Tongeschlecht des Dreiklangs.
Auf jeder Stufe einer Tonleiter lässt sich ein leitereigener Dreiklang bilden. Dadurch entstehen die Stufen einer Tonart. Drei davon heißen Hauptdreiklänge:
| Stufe | Funktion |
|---|---|
| I | Tonika |
| IV | Subdominante |
| V | Dominante |
Die Tonika gehört zur ersten, die Subdominante zur vierten und die Dominante zur fünften Stufe.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Musiktheorie
- Notation
- Stammtöne und Notenschlüssel
- Vorzeichen
- Zeit und Gestaltung
- Rhythmus und Tempo
- Dynamik
- Tonbeziehungen
- Intervalle
- Tonleitern und Tonarten
- Harmonik
- Dur- und Molldreiklänge
- Tonika, Subdominante und Dominante
- Notation
Abschluss-Check
Wenn du alle vier Fragen begründen kannst, hast du die wichtigsten Verbindungen dieser Übersicht verstanden: Notation beschreibt Töne, Intervalle vergleichen sie, Tonleitern ordnen sie und Dreiklänge verbinden sie harmonisch.
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