Musik

Musiktheorie: Grundlagen verstehen und verbinden

Musiktheorie: Grundlagen verstehen und verbinden
Musiktheorie: Grundlagen verstehen und verbinden
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Musiktheorie beschreibt, wie Töne, Rhythmen, Tonleitern und Akkorde geordnet werden. Sie hilft dir, Musik zu lesen, zu hören, aufzuschreiben und ihre Zusammenhänge zu erklären.

Auf dieser Seite baust du eine Übersicht auf: von der Notation über Tonabstände und Tonleitern bis zu Dreiklängen und ihren Funktionen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Dein Weg durch die Musiktheorie

Musiktheorie besteht nicht aus einzelnen Regeln ohne Zusammenhang. Viele Themen bauen aufeinander auf:

  1. Die Notation hält Töne und musikalische Anweisungen schriftlich fest.
  2. Rhythmus, Tempo und Dynamik bestimmen zeitliche Abläufe und die Gestaltung.
  3. Intervalle beschreiben Abstände zwischen Tönen.
  4. Tonleitern ordnen Töne um einen Grundton.
  5. Aus Tönen und Intervallen entstehen Akkorde.
  6. Tonleitern und Akkorde bilden die Grundlage für Tonarten und harmonische Zusammenhänge.
Gut zu wissen

Zur Musiktheorie gehört auch die Gehörbildung. Dabei erkennst du zum Beispiel Rhythmen, Intervalle oder Akkorde durch Hören. Theorie, Notation, Hören und Spielen ergänzen einander.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage verbindet zwei Bereiche der Musiktheorie richtig?
Lösung: Intervalle beschreiben Tonabstände, aus denen sich Dreiklänge aufbauen lassen. — Musiktheoretische Bereiche greifen ineinander: Intervalle beschreiben Beziehungen zwischen Tönen und bilden damit eine Grundlage für Tonleitern und Akkorde.
Notation macht Musik sichtbar

Stammtöne sind Töne ohne Vorzeichen. Auf einer Klaviatur entsprechen sie den weißen Tasten.

Ein Notenschlüssel legt fest, welche Tonhöhe eine bestimmte Linie des Notensystems bezeichnet. Erst durch den Schlüssel lässt sich eine notierte Position eindeutig einem Ton zuordnen.

Definition

Violinschlüssel

Der Violinschlüssel heißt auch G-Schlüssel. Er legt auf der zweiten Notenlinie das g′ fest.

Definition

Bassschlüssel

Der Bassschlüssel heißt auch F-Schlüssel. Er legt auf der vierten Notenlinie das f fest.

Beispiel

Du siehst eine Note immer an derselben Stelle des Liniensystems, wechselst aber den Notenschlüssel. Die sichtbare Position bleibt gleich, ihre Bedeutung kann sich jedoch ändern. Der Grund: Violinschlüssel und Bassschlüssel legen unterschiedliche Bezugstöne fest.

Merke

Eine Notenposition allein genügt nicht. Lies zuerst den Schlüssel und bestimme dann den Ton.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum kann dieselbe Position im Notensystem je nach Schlüssel einen anderen Ton bedeuten?
Lösung: Weil jeder Schlüssel eine bestimmte Linie und damit die Tonlagen festlegt. — Der Schlüssel ist ein Bezugssystem für Tonhöhen. Der Violinschlüssel legt auf der zweiten Linie g′, der Bassschlüssel auf der vierten Linie f fest.
Rhythmus, Tempo und Dynamik gestalten den Verlauf

Der Rhythmus ordnet Tondauern und Pausen zu Mustern. Beim Üben kannst du Rhythmen erkennen, notieren, hören und ausführen.

Das Tempo beschreibt, wie schnell oder langsam Musik abläuft. Häufig stehen dafür italienische Bezeichnungen im Notentext.

TempobezeichnungBedeutung
largosehr ruhig
lentolangsam
adagioruhig
andantegehend
moderatomäßig bewegt
vivacelebhaft
allegroschnell
prestosehr schnell
prestissimoäußerst schnell

Die Dynamik beschreibt die Lautstärke und ihre Abstufungen.

DynamikbezeichnungBedeutung
pianissimo possibileso leise wie möglich
pianissimosehr leise
pianoleise
mezzopianomittelleise
mezzofortemittellaut
fortelaut
fortissimosehr laut
fortissimo possibileso laut wie möglich
Beispiel

Steht bei einem Abschnitt andante und piano, soll er in gehendem Tempo und leise ausgeführt werden. Die erste Angabe betrifft die Geschwindigkeit, die zweite die Lautstärke.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine Passage ist mit presto und piano bezeichnet. Welche Beschreibung passt?
Lösung: Sie wird sehr schnell und leise ausgeführt. — Tempo und Dynamik beantworten verschiedene Fragen: presto bestimmt die Geschwindigkeit, piano die Lautstärke.
Vorzeichen und Intervalle verändern und vergleichen Töne

Ein Vorzeichen verändert einen Ton um einen Halbtonschritt:

  • Ein Kreuzvorzeichen erhöht ihn um einen Halbtonschritt. An den Notennamen tritt meist -is.
  • Ein b-Vorzeichen erniedrigt ihn um einen Halbtonschritt. An den Notennamen tritt meist -es.
  • Bei der b-Benennung gelten unter anderem die Formen as, b und es.
  • Ein Auflösungszeichen hebt ein zuvor geltendes Vorzeichen auf.
Beispiel

Wird ein Ton durch ein Kreuz erhöht, liegt das Ergebnis einen Halbtonschritt höher. Ein Auflösungszeichen stellt anschließend wieder den nicht erhöhten Ton her.

Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen. Zur genauen Benennung gehört neben der Intervallzahl eine Qualität.

  • Sekunden, Terzen, Sexten und Septimen können groß oder klein sein.
  • Primen, Quarten, Quinten und Oktaven werden in ihrer Grundform rein genannt.
  • Ein großes oder reines Intervall wird durch Vergrößerung um einen Halbton übermäßig.
  • Ein kleines oder reines Intervall wird durch Verkleinerung um einen Halbton vermindert.
Merke

Prüfe bei einem Intervall zwei Dinge: seine Intervallgruppe und seine genaue Größe. Erst zusammen ergeben sie die vollständige Bezeichnung.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin reines Intervall wird um einen Halbtonschritt vergrößert. Wie heißt es danach?
Lösung: übermäßig — Ein großes oder reines Intervall wird durch Vergrößerung um einen Halbton übermäßig. Durch Verkleinerung eines kleinen oder reinen Intervalls entsteht dagegen ein vermindertes Intervall.
Tonleitern und Tonarten ordnen Töne

Eine Tonleiter ordnet Töne stufenweise. Ihre Halbtonpositionen helfen dir, Dur und Moll zu unterscheiden.

Definition

Dur-Tonleiter

Bei einer Dur-Tonleiter liegen die Halbtonschritte zwischen der dritten und vierten sowie zwischen der siebten und achten Stufe.

Definition

Natürliches Moll

Die natürliche Molltonleiter heißt auch äolische Molltonleiter. Ihre Halbtonschritte liegen zwischen der zweiten und dritten sowie zwischen der fünften und sechsten Stufe.

Moll tritt außerdem in zwei veränderten Formen auf:

  • Bei harmonisch Moll wird gegenüber natürlichem Moll die siebte Stufe erhöht. So entsteht ein Leitton.
  • Bei melodisch Moll wird aufwärts zusätzlich die sechste Stufe erhöht. Dadurch wird der Eineinhalbtonschritt zwischen sechster und siebter Stufe des harmonischen Moll ausgeglichen. Abwärts entspricht melodisch Moll der natürlichen Molltonleiter.
Beispiel

Du untersuchst eine aufsteigende Molltonleiter. Ist nur die siebte Stufe gegenüber natürlichem Moll erhöht, handelt es sich um harmonisch Moll. Sind die sechste und die siebte Stufe erhöht, handelt es sich aufwärts um melodisch Moll.

Eine Tonart ordnet musikalisches Material einem Grundton und einem Tongeschlecht wie Dur oder Moll zu.

  • Paralleltonarten bestehen aus einer Dur- und einer Molltonart mit denselben Vorzeichen. Die parallele Molltonart liegt eine kleine Terz unter der zugehörigen Durtonart.
  • Gleichnamige Tonarten haben denselben Grundton, aber unterschiedliche Tongeschlechter.

Der Quintenzirkel stellt Beziehungen zwischen Tonarten und ihren Vorzeichen dar. Außen stehen die Durtonarten, innen ihre parallelen Molltonarten.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelIn einer aufsteigenden Molltonleiter sind gegenüber natürlichem Moll die sechste und siebte Stufe erhöht. Welche Form liegt vor?
Lösung: melodisch Moll aufwärts — Melodisch Moll erhöht aufwärts die sechste und siebte Stufe. Abwärts entspricht es der natürlichen Molltonleiter.
Frage 2 von 2SchwerZwei Tonarten haben denselben Grundton, aber eine steht in Dur und die andere in Moll. Wie sind sie verwandt?
Lösung: Sie sind gleichnamige Tonarten. — Gleichnamige Tonarten besitzen denselben Grundton, unterscheiden sich aber im Tongeschlecht.
Dreiklänge führen von Intervallen zur Harmonik

Ein Akkord verbindet mindestens drei Töne. Ein Dreiklang lässt sich als Folge zweier Terzen betrachten.

Definition

Dur-Dreiklang

Ein Dur-Dreiklang besteht von unten nach oben aus einer großen Terz und einer kleinen Terz.

Definition

Moll-Dreiklang

Ein Moll-Dreiklang besteht von unten nach oben aus einer kleinen Terz und einer großen Terz.

Beispiel

Ein Dreiklang liegt von unten nach oben vor dir. Zwischen dem unteren und mittleren Ton erkennst du eine kleine Terz, zwischen dem mittleren und oberen Ton eine große Terz. Daher handelt es sich um einen Moll-Dreiklang.

Merke

Dur und Moll enthalten jeweils eine große und eine kleine Terz. Ihre Reihenfolge entscheidet über das Tongeschlecht des Dreiklangs.

Auf jeder Stufe einer Tonleiter lässt sich ein leitereigener Dreiklang bilden. Dadurch entstehen die Stufen einer Tonart. Drei davon heißen Hauptdreiklänge:

StufeFunktion
ITonika
IVSubdominante
VDominante

Die Tonika gehört zur ersten, die Subdominante zur vierten und die Dominante zur fünften Stufe.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEin Dreiklang besteht von unten nach oben aus einer kleinen und einer großen Terz. Welches Tongeschlecht hat er?
Lösung: Moll — Die Reihenfolge der Terzen ist entscheidend: Moll besteht von unten nach oben aus kleiner plus großer Terz.
Frage 2 von 2SchwerWelche Zuordnung der Hauptdreiklänge ist richtig?
Lösung: I = Tonika, IV = Subdominante, V = Dominante — Die Hauptdreiklänge liegen auf den Stufen I, IV und V. Ihre Funktionen heißen Tonika, Subdominante und Dominante.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Musiktheorie
    • Notation
      • Stammtöne und Notenschlüssel
      • Vorzeichen
    • Zeit und Gestaltung
      • Rhythmus und Tempo
      • Dynamik
    • Tonbeziehungen
      • Intervalle
      • Tonleitern und Tonarten
    • Harmonik
      • Dur- und Molldreiklänge
      • Tonika, Subdominante und Dominante
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWelche Aussage über den Violinschlüssel stimmt?
Lösung: Er legt auf der zweiten Notenlinie das g′ fest. — Der Violinschlüssel ist der G-Schlüssel, weil er auf der zweiten Linie das g′ festlegt.
Frage 2 von 4MittelEin großes Intervall wird um einen Halbtonschritt vergrößert. Welche Qualität erhält es?
Lösung: übermäßig — Ein großes oder reines Intervall wird durch die Vergrößerung um einen Halbton übermäßig.
Frage 3 von 4MittelWo liegen die Halbtonschritte einer Dur-Tonleiter?
Lösung: Zwischen der dritten und vierten sowie der siebten und achten Stufe. — Das Dur-Muster besitzt seine Halbtonschritte zwischen 3–4 und 7–8.
Frage 4 von 4SchwerDu erkennst zuerst eine Tonleiter, bildest auf ihren Stufen Dreiklänge und untersuchst anschließend I, IV und V. Was bestimmst du zuletzt?
Lösung: die Hauptdreiklänge Tonika, Subdominante und Dominante — Aus den leitereigenen Dreiklängen einer Tonart treten I, IV und V als Hauptdreiklänge hervor: Tonika, Subdominante und Dominante.

Wenn du alle vier Fragen begründen kannst, hast du die wichtigsten Verbindungen dieser Übersicht verstanden: Notation beschreibt Töne, Intervalle vergleichen sie, Tonleitern ordnen sie und Dreiklänge verbinden sie harmonisch.

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