Musik

Noten lesen: Tonhöhen und Notenwerte verstehen

Noten lesen: Tonhöhen und Notenwerte verstehen
Noten lesen: Tonhöhen und Notenwerte verstehen
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Noten zeigen dir vor allem, welcher Ton erklingt und wie lange er dauert. Die Tonhöhe liest du an der Position im Liniensystem ab. Die Tondauer erkennst du an der Form der Note.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie zeigt eine Note die Tonhöhe?

Das Notensystem besteht aus fünf waagerechten Linien und vier Zwischenräumen. Der ovale Teil einer Note heißt Notenkopf. Er sitzt entweder auf einer Linie oder in einem Zwischenraum.

Je höher der Notenkopf im System steht, desto höher klingt der Ton. Reichen die fünf Linien nicht aus, werden kurze Hilfslinien nur an der betreffenden Note ergänzt.

Definition

Stammtöne

Die sieben Stammtöne heißen in der deutschen Benennung C, D, E, F, G, A und H. Danach beginnt die Folge erneut bei C.

Benachbarte Positionen wechseln sich ab: Linie, Zwischenraum, Linie, Zwischenraum. Bei jedem Schritt gehst du zum nächsten Stammton.

Beispiel

Folgt auf einer Linie der Ton E, dann liegt F im Zwischenraum darüber. G liegt auf der nächsten Linie und A im nächsten Zwischenraum.

Merke

Eine Position allein genügt noch nicht. Erst der Notenschlüssel legt fest, welcher Ton dort liegt.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWo kann ein Notenkopf im Notensystem stehen?
Lösung: Auf einer Linie oder in einem Zwischenraum — Linien und Zwischenräume bilden gemeinsam die Folge der Tonhöhen.
Frage 2 von 2MittelAuf einer Linie liegt E. Welcher Stammton steht im Zwischenraum direkt darüber?
Lösung: F — Die Stammtonfolge lautet C–D–E–F–G–A–H. Direkt nach E folgt F.
Wie liest du den Violinschlüssel?

Der Violinschlüssel heißt auch G-Schlüssel. Er umschließt die zweite Linie von unten. Auf dieser Linie liegt das eingestrichene G. Von diesem Referenzton kannst du die übrigen Positionen schrittweise ableiten.

Im Violinschlüssel ergeben sich von unten nach oben:

PositionStammtöne
fünf LinienE–G–H–D–F
vier ZwischenräumeF–A–C–E

Beim Lesen musst du nicht jedes Mal beim G beginnen. Präge dir zunächst die beiden Folgen ein. Mit etwas Übung erkennst du häufige Positionen direkt.

Beispiel

Gesucht ist der Ton im zweiten Zwischenraum von unten. Die Zwischenräume lauten F–A–C–E. Der zweite Ton der Folge ist A. Deshalb steht dort A.

Achte auf die deutsche Benennung: Nach A folgt H. In der internationalen Benennung heißt dieser Stammton B. Ein deutsches B bezeichnet dagegen das um einen Halbton erniedrigte H.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Die Linien im Violinschlüssel lauten von unten nach oben . Die Zwischenräume lauten . Auf der zweiten Linie von unten liegt .

Lösungen: Lücke 1: E–G–H–D–F; Lücke 2: F–A–C–E; Lücke 3: G. Der Violinschlüssel legt G auf der zweiten Linie von unten fest. Die Linien- und Zwischenraumfolgen helfen dir, weitere Töne direkt zu erkennen.
Wie erkennst du die Tondauer?

Eine Note besitzt immer einen Notenkopf. Ein Hals, Fähnchen oder Punkt verändert ihre erkennbare Dauer. Im 4/4-Takt kannst du die Grundwerte so zählen:

NotenwertErkennungsmerkmalDauer
ganze Noteleerer Kopf ohne Hals4 Zählzeiten
halbe Noteleerer Kopf mit Hals2 Zählzeiten
Viertelnoteausgefüllter Kopf mit Hals1 Zählzeit
AchtelnoteHals mit einem Fähnchen1/2 Zählzeit
SechzehntelnoteHals mit zwei Fähnchen1/4 Zählzeit

Jedes zusätzliche Fähnchen halbiert die vorherige Dauer. Mehrere kurze Noten werden häufig mit Balken verbunden. Dadurch ändert sich ihr Wert nicht.

Definition

Zählzeit

Eine Zählzeit ist ein gleichmäßiger rhythmischer Schlag. In einem 4/4-Takt zählst du gewöhnlich vier Schläge: eins, zwei, drei, vier.

Ein Punkt hinter einer Note verlängert sie um die Hälfte ihres ursprünglichen Wertes.

Beispiel

Eine ganze Note dauert 4 Zählzeiten. Ihre Hälfte beträgt 2 Zählzeiten. Eine punktierte ganze Note dauert deshalb:

4 + 2 = 6 Zählzeiten.

Eine punktierte halbe Note dauert entsprechend 2 + 1 = 3 Zählzeiten.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWie lange dauert eine halbe Note im beschriebenen 4/4-Takt?
Lösung: 2 Zählzeiten — Eine halbe Note dauert halb so lang wie eine ganze Note: 2 statt 4 Zählzeiten.
Frage 2 von 2MittelZwei Achtelnoten werden mit einem Balken verbunden. Wie lange dauern sie zusammen?
Lösung: 1 Zählzeit — Zwei mal 1/2 Zählzeit ergibt 1 Zählzeit. Der Balken macht die Noten nur übersichtlicher.
Warum verändern Schlüssel und Vorzeichen einen Ton?

Ein Notenschlüssel bestimmt einen Referenzton. Deshalb kann dieselbe Position bei einem anderen Schlüssel einen anderen Ton bedeuten.

  • Der Violinschlüssel legt G auf der zweiten Linie von unten fest.
  • Der Bassschlüssel legt F auf der vierten Linie von unten fest. Seine beiden Punkte stehen oberhalb und unterhalb dieser Linie.
  • Der C-Schlüssel legt das eingestrichene C auf der Linie fest, auf der seine Mitte steht.

Der Bassschlüssel eignet sich für tiefe Tonlagen. Seine Linien lauten von unten nach oben G–H–D–F–A, seine Zwischenräume A–C–E–G.

Beispiel

Die zweite Linie von unten bezeichnet im Violinschlüssel G. Im Bassschlüssel gehört dieselbe Position zu H. Du darfst den Ton daher nie allein aus der Höhe des Notenkopfs bestimmen: Prüfe zuerst den Schlüssel.

Vorzeichen verändern einen bereits bestimmten Ton:

  • Ein Kreuz (♯) erhöht ihn um einen Halbton: C wird zu Cis.
  • Ein Be (♭) erniedrigt ihn um einen Halbton: C wird zu Ces.
  • Ein Auflösungszeichen (♮) hebt ein vorheriges Vorzeichen auf.
Gut zu wissen

Beim Be wird gewöhnlich „-es“ angehängt. Zwei wichtige Benennungen lauten A → As und H → B.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelDieselbe Notenposition wird zuerst mit Violin-, dann mit Bassschlüssel gelesen. Warum kann sich der Tonname ändern?
Lösung: Weil jeder Schlüssel einen eigenen Referenzton festlegt — Der Schlüssel bestimmt die Tonhöhe, nicht die Dauer. Gleiche Positionen können deshalb in verschiedenen Schlüsseln verschiedene Töne bezeichnen.
Frage 2 von 2SchwerAus C soll ein um einen Halbton erhöhter Ton werden. Welche Bezeichnung ist richtig?
Lösung: Cis — Ein Kreuz erhöht C um einen Halbton. In der deutschen Benennung wird daraus Cis.
Wie übst du Notenlesen sinnvoll?

Verbinde das Sehen möglichst mit einer Handlung und einem Klang:

  1. Lesen: Bestimme Schlüssel, Position, Tonname und Notenwert.
  2. Schreiben: Zeichne die Note selbst in ein Fünfliniensystem.
  3. Spielen oder singen: Übertrage den gelesenen Ton auf deine Stimme oder dein Instrument.
  4. Prüfen: Vergleiche Tonhöhe und Dauer mit deiner vorherigen Entscheidung.

Beginne mit wenigen Positionen im Violinschlüssel. Ergänze erst danach weitere Töne, Hilfslinien oder den Bassschlüssel. Übe kurze Tonfolgen, bis du häufige Positionen direkt erkennst und nicht mehr jede Note einzeln abzählen musst.

Bei Instrumenten ist die Zuordnung unterschiedlich:

  • Auf dem Klavier entspricht jede notierte Tonhöhe einer bestimmten Taste.
  • Auf der Gitarre kann derselbe Ton an mehreren Stellen gespielt werden.
  • Beim Schlagzeug bezeichnet die Position häufig ein Teil des Instruments statt einer melodischen Tonhöhe. Deshalb ist dort die Legende der Notation wichtig.
Teste dich
Frage 1 von 1SchwerDu möchtest eine unbekannte Note lesen. Welche Reihenfolge ist sinnvoll?
Lösung: Zuerst Schlüssel, dann Position, Tonname und Notenwert prüfen — Der Schlüssel und die Position ergeben die Tonhöhe. Die Form der Note liefert anschließend die Tondauer.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Noten lesen
    • Tonhöhe: Schlüssel, Linien, Zwischenräume und Hilfslinien
    • Stammtöne: C–D–E–F–G–A–H
    • Tondauer: Notenkopf, Hals, Fähnchen und Punkt
    • Veränderung: Kreuz, Be und Auflösungszeichen
    • Anwendung: lesen, schreiben, spielen oder singen und prüfen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWelche Aussage beschreibt die Aufgabe eines Notenschlüssels?
Lösung: Er legt einen Referenzton im Liniensystem fest. — Erst durch den Referenzton des Schlüssels erhalten Linien und Zwischenräume eindeutige Tonnamen.
Frage 2 von 4MittelEine Note liegt im Violinschlüssel im dritten Zwischenraum von unten. Wie heißt sie?
Lösung: C — Die Zwischenräume im Violinschlüssel lauten von unten nach oben F–A–C–E. Der dritte Ton ist C.
Frage 3 von 4MittelEine punktierte halbe Note beginnt auf Zählzeit eins. Wie lange wird sie gehalten?
Lösung: 3 Zählzeiten — Die halbe Note dauert 2 Zählzeiten. Der Punkt ergänzt ihre Hälfte, also 1 weitere Zählzeit: 2 + 1 = 3.
Frage 4 von 4SchwerEine Note bleibt auf derselben Linie, aber der Violinschlüssel wird durch einen Bassschlüssel ersetzt. Was musst du neu bestimmen?
Lösung: Den Tonname anhand des Referenztons des Bassschlüssels — Dieselbe Position kann in unterschiedlichen Schlüsseln verschiedene Töne bezeichnen. Bestimme deshalb zuerst den neuen Referenzton und leite davon die Position ab.

Du kannst Noten sicher lesen, wenn du zwei Informationen getrennt prüfst: Schlüssel und Position ergeben die Tonhöhe; die Notenform ergibt die Tondauer.

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