Tempo in der Musik: BPM verstehen und anwenden
Das Tempo gibt an, wie schnell Musik gespielt wird. Du kannst es mit Wörtern wie Andante oder Allegro beschreiben oder als Schläge pro Minute genau messen. Tempo beeinflusst auch den Charakter eines Stücks.
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Woran erkennst du das Tempo?
Klatsche ein gleichmäßiges Muster zuerst langsam und dann schnell. Das Muster bleibt gleich, aber die Zeit zwischen den Schlägen verändert sich. Genau diesen Unterschied beschreibt das Tempo.
Tempo
Das Tempo ist die Geschwindigkeit, mit der Musik gespielt wird. Ein höheres Tempo bedeutet mehr Schläge in derselben Zeit; ein niedrigeres Tempo bedeutet weniger Schläge.
Tempo ist nur ein musikalischer Parameter. Spiele oder singe dieselbe Stelle schneller, ohne dabei absichtlich lauter zu werden. Dann änderst du das Tempo, aber nicht die Lautstärke. Auch Tonhöhe und Klangfarbe können gleich bleiben.
Schnell oder langsam beschreibt das Tempo. Laut oder leise beschreibt die Lautstärke.
Wie misst und berechnest du BPM?
BPM ist die Abkürzung für beats per minute, also Schläge pro Minute. Ein Metronom macht solche gleichmäßigen Schläge hörbar oder sichtbar.
Eine BPM-Angabe ist nur eindeutig, wenn feststeht, welcher musikalische Puls als Beat gezählt wird. In einer Notation kann deshalb zusätzlich ein bestimmter Notenwert angegeben sein.
BPM in 15 Sekunden bestimmen
- Höre genau 15 Sekunden lang zu.
- Zähle in dieser Zeit die Beats.
- Multipliziere die Anzahl mit 4, denn eine Minute enthält vier Abschnitte zu je 15 Sekunden.
$$\text{BPM} = \text{Beats in 15 Sekunden} \cdot 4$$
Du zählst in 15 Sekunden 30 Beats.
$$30 \cdot 4 = 120$$
Das Musikstück hat bei gleichbleibendem Puls 120 BPM.
Eine kurze Messung kann ungenau werden, wenn du einen Beat übersiehst oder doppelt zählst. Wiederhole die Messung deshalb bei Bedarf.
Was bedeuten Tempowörter?
Seit dem 17. Jahrhundert werden häufig italienische Wörter verwendet. Sie nennen nicht nur eine ungefähre Geschwindigkeit, sondern oft auch einen musikalischen Charakter.
| Tempowort | Grundidee |
|---|---|
| Largo | breit und langsam |
| Lento | langsam |
| Adagio | ruhig und langsam |
| Andante | gehend, schrittmäßig |
| Moderato | gemäßigt |
| Allegro | rasch und lebhaft |
| Vivace | lebhaft |
| Presto | sehr schnell |
Diese Reihenfolge bietet eine Orientierung, aber keine starre BPM-Skala. Bedeutung und Ausführung können sich je nach Epoche, Taktart, Gattung und musikalischem Zusammenhang unterscheiden.
Zusätze verfeinern eine Angabe. Allegro ma non troppo bedeutet beispielsweise „schnell, aber nicht zu sehr“. Con brio ergänzt den Charakter „mit Schwung“.
Zwei Stücke mit demselben Tempowort müssen nicht exakt gleich schnell gespielt werden. Eine Metronomzahl ist genauer, doch auch sie ersetzt nicht die musikalische Interpretation.
Wie verändert sich das Tempo im Stück?
Das Tempo kann während eines Stücks wechseln. Dafür gibt es eigene Anweisungen:
- Accelerando (accel.): allmählich schneller werden
- Ritardando (rit.): allmählich langsamer werden
- Rallentando (rall.): allmählich langsamer werden
- Ritenuto (riten.): sofort langsamer werden
- Tempo primo: zum Anfangstempo zurückkehren
Ein Stück beginnt ruhig. Danach steht accelerando: Du vergrößerst das Tempo schrittweise. Bei Tempo primo kehrst du zum Tempo des Anfangs zurück.
Verwechsle eine Tempoänderung nicht mit einer Lautstärkeänderung: Schneller zu werden heißt nicht automatisch, lauter zu werden.
Wie begründest du eine Tempowahl?
Tempo beeinflusst, wie Musik wirkt. Ein langsames Tempo kann eine ruhige oder gewichtige Wirkung unterstützen; ein schnelles Tempo kann lebendig oder antreibend wirken. Solche Wirkungen sind jedoch keine festen Naturgesetze.
Der Tempoeindruck hängt außerdem davon ab,
- welche Notenwerte vorkommen,
- wie dicht das musikalische Geschehen ist,
- welche Taktart und Gattung vorliegen,
- wie die Musik aufgeführt wird.
Vertiefung: Tempo interpretieren
Bei einer Interpretation entscheidest du nicht nur, wie schnell du spielst, sondern auch, warum dieses Tempo zur musikalischen Gestaltung passt.
Du probst dieselbe kurze Melodie in zwei Tempi. Die schnellere Fassung wirkt für dich unruhig, die langsamere lässt die langen Töne deutlicher hervortreten. Du entscheidest dich für die langsamere Fassung und begründest sie mit dieser hörbaren Beobachtung.
Eine gute Begründung verbindet also die Entscheidung mit einem Merkmal der Musik. „Langsam gefällt mir besser“ allein erklärt die Gestaltung noch nicht.
Probiere es selbst:
- Wähle ein kurzes Klatsch-, Sing- oder Spielmuster.
- Führe es in zwei deutlich verschiedenen Tempi aus.
- Achte darauf, Lautstärke und Muster möglichst gleich zu halten.
- Beschreibe einen hörbaren Unterschied in der Wirkung.
- Entscheide dich für eine Fassung und begründe deine Wahl.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Tempo
- beschreiben
- langsam oder schnell
- Tempowörter und Zusätze
- messen
- Beats pro Minute
- Metronom
- verändern
- Accelerando
- Verlangsamung
- Tempo primo
- gestalten
- Wirkung vergleichen
- Entscheidung begründen
- beschreiben
Abschluss-Check
Du kannst Tempo nun erkennen, messen und bewusst gestalten. Prüfe bei jeder Aufgabe zuerst: Geht es um die Geschwindigkeit, um einen anderen musikalischen Parameter oder um mehrere Veränderungen zugleich?
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