Musik

Tempo in der Musik: BPM verstehen und anwenden

Tempo in der Musik: BPM verstehen und anwenden
Tempo in der Musik: BPM verstehen und anwenden
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Das Tempo gibt an, wie schnell Musik gespielt wird. Du kannst es mit Wörtern wie Andante oder Allegro beschreiben oder als Schläge pro Minute genau messen. Tempo beeinflusst auch den Charakter eines Stücks.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du das Tempo?

Klatsche ein gleichmäßiges Muster zuerst langsam und dann schnell. Das Muster bleibt gleich, aber die Zeit zwischen den Schlägen verändert sich. Genau diesen Unterschied beschreibt das Tempo.

Definition

Tempo

Das Tempo ist die Geschwindigkeit, mit der Musik gespielt wird. Ein höheres Tempo bedeutet mehr Schläge in derselben Zeit; ein niedrigeres Tempo bedeutet weniger Schläge.

Tempo ist nur ein musikalischer Parameter. Spiele oder singe dieselbe Stelle schneller, ohne dabei absichtlich lauter zu werden. Dann änderst du das Tempo, aber nicht die Lautstärke. Auch Tonhöhe und Klangfarbe können gleich bleiben.

Merke

Schnell oder langsam beschreibt das Tempo. Laut oder leise beschreibt die Lautstärke.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Veränderung betrifft nur das Tempo?
Lösung: Ein Klatschmuster wird schneller, bleibt aber gleich laut. — Achte auf die Geschwindigkeit der Schläge. Ändert sich nur ihr zeitlicher Abstand, wurde das Tempo verändert.
Wie misst und berechnest du BPM?

BPM ist die Abkürzung für beats per minute, also Schläge pro Minute. Ein Metronom macht solche gleichmäßigen Schläge hörbar oder sichtbar.

Eine BPM-Angabe ist nur eindeutig, wenn feststeht, welcher musikalische Puls als Beat gezählt wird. In einer Notation kann deshalb zusätzlich ein bestimmter Notenwert angegeben sein.

BPM in 15 Sekunden bestimmen

  1. Höre genau 15 Sekunden lang zu.
  2. Zähle in dieser Zeit die Beats.
  3. Multipliziere die Anzahl mit 4, denn eine Minute enthält vier Abschnitte zu je 15 Sekunden.

$$\text{BPM} = \text{Beats in 15 Sekunden} \cdot 4$$

Beispiel

Du zählst in 15 Sekunden 30 Beats.

$$30 \cdot 4 = 120$$

Das Musikstück hat bei gleichbleibendem Puls 120 BPM.

Eine kurze Messung kann ungenau werden, wenn du einen Beat übersiehst oder doppelt zählst. Wiederhole die Messung deshalb bei Bedarf.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelDu zählst in 15 Sekunden 24 Beats. Welches Tempo ergibt sich?
Lösung: 96 BPM — Vier Zeitfenster von je 15 Sekunden ergeben eine Minute. Daher gilt: $24 \cdot 4 = 96$ BPM.
Was bedeuten Tempowörter?

Seit dem 17. Jahrhundert werden häufig italienische Wörter verwendet. Sie nennen nicht nur eine ungefähre Geschwindigkeit, sondern oft auch einen musikalischen Charakter.

TempowortGrundidee
Largobreit und langsam
Lentolangsam
Adagioruhig und langsam
Andantegehend, schrittmäßig
Moderatogemäßigt
Allegrorasch und lebhaft
Vivacelebhaft
Prestosehr schnell

Diese Reihenfolge bietet eine Orientierung, aber keine starre BPM-Skala. Bedeutung und Ausführung können sich je nach Epoche, Taktart, Gattung und musikalischem Zusammenhang unterscheiden.

Zusätze verfeinern eine Angabe. Allegro ma non troppo bedeutet beispielsweise „schnell, aber nicht zu sehr“. Con brio ergänzt den Charakter „mit Schwung“.

Gut zu wissen

Zwei Stücke mit demselben Tempowort müssen nicht exakt gleich schnell gespielt werden. Eine Metronomzahl ist genauer, doch auch sie ersetzt nicht die musikalische Interpretation.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage über Allegro ist am treffendsten?
Lösung: Es bezeichnet gewöhnlich ein rasches, lebhaftes Tempo, dessen genaue Ausführung vom Zusammenhang abhängt. — Tempowörter verbinden eine ungefähre Geschwindigkeit häufig mit einem Charakter. Lautstärke ist ein anderer Parameter.
Wie verändert sich das Tempo im Stück?

Das Tempo kann während eines Stücks wechseln. Dafür gibt es eigene Anweisungen:

  • Accelerando (accel.): allmählich schneller werden
  • Ritardando (rit.): allmählich langsamer werden
  • Rallentando (rall.): allmählich langsamer werden
  • Ritenuto (riten.): sofort langsamer werden
  • Tempo primo: zum Anfangstempo zurückkehren
Beispiel

Ein Stück beginnt ruhig. Danach steht accelerando: Du vergrößerst das Tempo schrittweise. Bei Tempo primo kehrst du zum Tempo des Anfangs zurück.

Verwechsle eine Tempoänderung nicht mit einer Lautstärkeänderung: Schneller zu werden heißt nicht automatisch, lauter zu werden.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin Stück soll nicht allmählich, sondern sofort langsamer werden. Welche Angabe passt?
Lösung: Ritenuto — Ritenuto bezeichnet hier die sofortige Verlangsamung. Tempo primo würde zum Anfangstempo zurückführen.
Wie begründest du eine Tempowahl?

Tempo beeinflusst, wie Musik wirkt. Ein langsames Tempo kann eine ruhige oder gewichtige Wirkung unterstützen; ein schnelles Tempo kann lebendig oder antreibend wirken. Solche Wirkungen sind jedoch keine festen Naturgesetze.

Der Tempoeindruck hängt außerdem davon ab,

  • welche Notenwerte vorkommen,
  • wie dicht das musikalische Geschehen ist,
  • welche Taktart und Gattung vorliegen,
  • wie die Musik aufgeführt wird.

Vertiefung: Tempo interpretieren

Bei einer Interpretation entscheidest du nicht nur, wie schnell du spielst, sondern auch, warum dieses Tempo zur musikalischen Gestaltung passt.

Beispiel

Du probst dieselbe kurze Melodie in zwei Tempi. Die schnellere Fassung wirkt für dich unruhig, die langsamere lässt die langen Töne deutlicher hervortreten. Du entscheidest dich für die langsamere Fassung und begründest sie mit dieser hörbaren Beobachtung.

Eine gute Begründung verbindet also die Entscheidung mit einem Merkmal der Musik. „Langsam gefällt mir besser“ allein erklärt die Gestaltung noch nicht.

Probiere es selbst:

  1. Wähle ein kurzes Klatsch-, Sing- oder Spielmuster.
  2. Führe es in zwei deutlich verschiedenen Tempi aus.
  3. Achte darauf, Lautstärke und Muster möglichst gleich zu halten.
  4. Beschreibe einen hörbaren Unterschied in der Wirkung.
  5. Entscheide dich für eine Fassung und begründe deine Wahl.
Teste dich
Frage 1 von 1SchwerWelche Begründung zeigt eine nachvollziehbare Gestaltungsabsicht?
Lösung: „Ich spiele langsamer, damit die langen Töne deutlicher hervortreten und die Melodie ruhiger wirkt.“ — Eine begründete Tempowahl nennt die Entscheidung, ein hörbares Merkmal und die beabsichtigte Wirkung.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Tempo
    • beschreiben
      • langsam oder schnell
      • Tempowörter und Zusätze
    • messen
      • Beats pro Minute
      • Metronom
    • verändern
      • Accelerando
      • Verlangsamung
      • Tempo primo
    • gestalten
      • Wirkung vergleichen
      • Entscheidung begründen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWas misst eine BPM-Angabe?
Lösung: Die Anzahl der Beats pro Minute — BPM bedeutet „beats per minute“, also Beats oder Schläge pro Minute.
Frage 2 von 4MittelDu zählst in 15 Sekunden 20 Beats. Welches Ergebnis ist richtig?
Lösung: 80 BPM — Es gilt: $20 \cdot 4 = 80$ BPM.
Frage 3 von 4SchwerEine Gruppe spielt ein Stück schneller und zugleich lauter. Was lässt sich sicher sagen?
Lösung: Sie hat mindestens zwei musikalische Parameter verändert. — Das schnellere Spiel verändert das Tempo. Die größere Lautstärke ist eine zweite, davon unterscheidbare Veränderung.
Frage 4 von 4SchwerWelche Aussage berücksichtigt den musikalischen Zusammenhang am besten?
Lösung: Ein Tempowort gibt eine Orientierung; die konkrete Ausführung hängt auch von Taktart, Gattung und musikalischer Gestaltung ab. — BPM ist wichtig, aber auch Notenwerte, musikalische Dichte, Taktart, Gattung und Aufführung beeinflussen den Tempoeindruck.

Du kannst Tempo nun erkennen, messen und bewusst gestalten. Prüfe bei jeder Aufgabe zuerst: Geht es um die Geschwindigkeit, um einen anderen musikalischen Parameter oder um mehrere Veränderungen zugleich?

Passend dazu