Physik

Kernphysik: Atomkerne und Nuklide verstehen

Kernphysik: Atomkerne und Nuklide verstehen
Kernphysik: Atomkerne und Nuklide verstehen
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Die Kernphysik untersucht den Aufbau und die Eigenschaften von Atomkernen. Ein Atomkern besteht aus Protonen und Neutronen. Mit den Zahlen $Z$, $N$ und $A$ kannst du seine Zusammensetzung eindeutig beschreiben.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was steckt im Atomkern?

Atome besitzen einen Kern und eine Hülle. Fast ihre gesamte Masse befindet sich im sehr kleinen Kern.

Definition

Nukleonen

Nukleonen sind die Bausteine des Atomkerns: positiv geladene Protonen und elektrisch neutrale Neutronen.

Drei Zahlen beschreiben die Zusammensetzung eines Kerns:

  • $Z$ ist die Protonenzahl. Sie heißt auch Kernladungszahl oder Ordnungszahl und bestimmt das chemische Element.
  • $N$ ist die Neutronenzahl.
  • $A$ ist die Massenzahl oder Nukleonenzahl. Sie zählt alle Protonen und Neutronen.

Deshalb gilt:

$$A=Z+N$$

Suchst du die Neutronenzahl, stellst du die Beziehung um:

$$N=A-Z$$

Merke

Die Elementart hängt nur von $Z$ ab. Eine veränderte Neutronenzahl macht aus einem Kern nicht automatisch ein anderes Element.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Teilchen werden gemeinsam als Nukleonen bezeichnet?
Lösung: Protonen und Neutronen — Nukleonen sind genau die Protonen und Neutronen im Atomkern.
Frage 2 von 2MittelEin Kern enthält 2 Protonen und 2 Neutronen. Welche Massenzahl hat er?
Lösung: $A=4$ — Mit $A=Z+N$ erhältst du $A=2+2=4$.
Wie liest du die Nuklidschreibweise?

Ein Nuklid ist eine bestimmte Kernart mit festgelegter Protonen- und Neutronenzahl. Seine Kurzschreibweise lautet:

$${}^{A}_{Z}X$$

Dabei ist $X$ das Elementsymbol. Links oben steht die Massenzahl $A$, links unten die Protonenzahl $Z$.

Beispiel

Gegeben ist das Kohlenstoff-Nuklid

$${}^{14}_{6}\mathrm{C}$$

  1. Unten steht $Z=6$: Der Kern besitzt 6 Protonen.
  2. Oben steht $A=14$: Der Kern besitzt insgesamt 14 Nukleonen.
  3. Die Neutronenzahl ergibt sich aus $N=A-Z$.
  4. Also gilt $N=14-6=8$.

Der Kohlenstoffkern enthält somit 6 Protonen und 8 Neutronen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In ${}^{14}_{6}\mathrm{C}$ gibt die Zahl 6 die an. Die Zahl 14 ist die . Der Kern besitzt Neutronen.

Lösungen: Lücke 1: Protonenzahl; Lücke 2: Massenzahl; Lücke 3: 8. Lies zuerst $Z$ unten und $A$ oben ab. Berechne anschließend $N=A-Z=14-6=8$.
Woran erkennst du Isotope?
Definition

Isotope

Isotope sind Nuklide desselben Elements. Sie haben dieselbe Protonenzahl $Z$, aber unterschiedliche Neutronenzahlen $N$ und dadurch unterschiedliche Massenzahlen $A$.

Beispiele für Heliumisotope sind

$${}^{3}_{2}\mathrm{He},\quad {}^{4}_{2}\mathrm{He},\quad {}^{6}_{2}\mathrm{He},\quad {}^{8}_{2}\mathrm{He}$$

Alle besitzen $Z=2$ und gehören deshalb zum Element Helium. Ihre Massenzahlen unterscheiden sich.

Gut zu wissen

In einer $N$-$Z$-Nuklidkarte wird jeder Kern nach seiner Neutronenzahl $N$ und Protonenzahl $Z$ eingeordnet. Isotope liegen dabei bei demselben Wert von $Z$. Leichte stabile Kerne besitzen ungefähr gleich viele Protonen und Neutronen; bei schweren stabilen Kernen ist $N$ deutlich größer als $Z$.

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Frage 1 von 2LeichtWelches Merkmal müssen Isotope gemeinsam haben?
Lösung: dieselbe Protonenzahl $Z$ — Isotope gehören zum selben Element. Deshalb ist ihre Protonenzahl gleich.
Frage 2 von 2MittelWarum sind ${}^{3}_{2}\mathrm{He}$ und ${}^{4}_{2}\mathrm{He}$ Isotope?
Lösung: Beide haben $Z=2$, aber verschiedene Massenzahlen. — Das gemeinsame $Z=2$ ordnet beide Kerne Helium zu. Verschiedene Werte von $A$ zeigen unterschiedliche Neutronenzahlen an.
Wie schätzt du die Kernmasse ab?

Protonen und Neutronen haben ungefähr dieselbe Masse. Deshalb liefert die Massenzahl eine einfache Näherung:

$$m\approx A\cdot \mathrm{u}$$

Die atomare Masseneinheit ist

$$1\,\mathrm{u}=1{,}6605\times10^{-27}\,\mathrm{kg}$$

Ein Kohlenstoff-12-Atom hat definitionsgemäß die Masse $12\,\mathrm{u}$. Da Elektronen im Vergleich zum Kern sehr leicht sind, kann die Näherung auch für die Masse eines ganzen Atoms verwendet werden.

Beispiel

Für ${}^{4}_{2}\mathrm{He}$ ist $A=4$. Seine Masse wird daher grob mit

$$m\approx4\,\mathrm{u}$$

abgeschätzt. Die Zahl 4 beschreibt dabei die ungefähre Masse in atomaren Masseneinheiten, nicht die Anzahl der Protonen allein.

Gut zu wissen

Die Näherung ist nicht exakt. Durch die Kernbindungsenergie entspricht die tatsächliche Kernmasse im Allgemeinen nicht einfach der Summe der Massen freier Nukleonen. Verwende $m\approx A\cdot\mathrm{u}$ nur für eine grobe Abschätzung, wenn keine Genauigkeit von besser als etwa $1\,\%$ verlangt wird.

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Frage 1 von 1MittelWarum ist $m\approx A\cdot\mathrm{u}$ nur eine Näherung?
Lösung: Die Kernbindungsenergie beeinflusst die tatsächliche Kernmasse. — $A$ zählt die Nukleonen. Die tatsächliche Masse hängt zusätzlich mit ihrer Bindung im Kern zusammen.
Wie untersucht man einen winzigen Kern?

Ein Atomkern ist zu klein, um seine Struktur unmittelbar zu betrachten. In einem Streuexperiment beschießt man das Untersuchungsobjekt deshalb mit schnellen Teilchen.

Die Untersuchung folgt einer klaren Kette:

  1. Schnelle Teilchen treffen auf das Objekt.
  2. Das Objekt lenkt einen Teil der Teilchen ab.
  3. Forschende messen die räumliche Verteilung der gestreuten Teilchen.
  4. Aus dem Streumuster schließen sie auf die Struktur des Objekts.

Beim Rutherford-Versuch wurden Alphateilchen auf eine Goldfolie gerichtet. Die beobachtete Streuung führte zu dem Modell eines sehr kleinen, dichten Atomkerns in einem ansonsten größtenteils leeren Atom.

Merke

Ein Streuexperiment zeigt den Kern nicht wie ein Foto. Seine Struktur wird aus messbaren Ablenkungen erschlossen.

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Frage 1 von 2LeichtWas wird bei einem Streuexperiment unmittelbar gemessen?
Lösung: die Verteilung der gestreuten Teilchen — Gemessen werden Ablenkungen beziehungsweise die räumliche Verteilung der Teilchen. Daraus folgt der Rückschluss auf die Struktur.
Frage 2 von 2SchwerViele Geschosse passieren ein Objekt nahezu ohne Ablenkung, wenige werden stark abgelenkt. Welche Schlussweise passt zum Prinzip eines Streuexperiments?
Lösung: Die Verteilung der Ablenkungen liefert Hinweise auf die innere Struktur. — Nicht ein einzelner Treffer, sondern das gesamte Muster der gemessenen Ablenkungen wird ausgewertet.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Kernphysik
    • Kernaufbau: Protonen und Neutronen
    • Kennzahlen: $Z$, $N$ und $A=Z+N$
    • Nuklide: eindeutige Kernarten
    • Isotope: gleiches $Z$, verschiedenes $N$
    • Kernmasse: Näherung mit $A\cdot\mathrm{u}$
    • Untersuchung: Streumuster liefert Strukturhinweise
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Größe bestimmt, zu welchem Element ein Kern gehört?
Lösung: die Protonenzahl $Z$ — Das Element wird eindeutig durch seine Protonenzahl bestimmt.
Frage 2 von 4MittelWie viele Neutronen besitzt ${}^{14}_{6}\mathrm{C}$?
Lösung: 8 — Es gilt $N=A-Z=14-6=8$.
Frage 3 von 4SchwerZwei Kerne haben dieselbe Protonenzahl, aber verschiedene Massenzahlen. Welche Aussage folgt?
Lösung: Sie sind Isotope desselben Elements. — Gleiches $Z$ bedeutet dasselbe Element. Verschiedene Werte von $A$ bedeuten bei gleichem $Z$ verschiedene Neutronenzahlen.
Frage 4 von 4SchwerWarum können Streumuster etwas über einen Kern verraten?
Lösung: Die Ablenkungen hängen mit der Struktur des getroffenen Objekts zusammen. — Beim Streuexperiment wird die Struktur indirekt aus der gemessenen Verteilung der abgelenkten Teilchen erschlossen.

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