Physik

Schwimmen und Sinken: Auftrieb einfach erklärt

Schwimmen und Sinken: Auftrieb einfach erklärt
Schwimmen und Sinken: Auftrieb einfach erklärt
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Ob ein Körper sinkt, schwebt, steigt oder an der Oberfläche schwimmt, entscheidet das Zusammenspiel zweier Kräfte: Die Gewichtskraft zieht nach unten, die Auftriebskraft des Wassers wirkt nach oben. Form, Material und eingeschlossene Luft sind wichtig, weil sie Masse und eingetauchtes Volumen beeinflussen – nicht weil Luft einen Körper „hochzieht“.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was entscheidet über Schwimmen und Sinken?

Vielleicht denkst du: „Schwere Dinge sinken, leichte schwimmen.“ Das reicht nicht. Ein schweres Schiff kann schwimmen, während eine kleine Metallkugel sinkt. Auch Größe, Löcher oder die Form allein entscheiden nicht.

Auf jeden Körper im Wasser wirken zwei Kräfte:

  • Die Gewichtskraft zieht den Körper nach unten.
  • Die Auftriebskraft drückt ihn nach oben. Sie wirkt auch dann, wenn der Körper trotzdem sinkt.
Definition

Auftriebskraft

Die Auftriebskraft ist die nach oben gerichtete Gesamtkraft, die eine Flüssigkeit oder ein Gas auf einen eingetauchten Körper ausübt.

Merke

Entscheidend ist nicht eine einzelne Eigenschaft, sondern der Vergleich von Gewichtskraft und Auftriebskraft.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage ist immer richtig, sobald ein Körper ins Wasser eintaucht?
Lösung: Auf den Körper wirken Gewichtskraft und Auftriebskraft. — Wasser übt auf jeden eingetauchten Körper eine Auftriebskraft aus. Der Bewegungszustand hängt vom Kräftevergleich ab.
Wie entsteht die Auftriebskraft?

Wasser drückt einen eingetauchten Körper von allen Seiten. Dieser Wasserdruck wird mit zunehmender Tiefe größer.

Die Unterseite eines Körpers liegt tiefer als seine Oberseite. Deshalb drückt das Wasser unten stärker nach oben als oben nach unten. Die seitlichen Druckkräfte gleichen sich bei einer einfachen Betrachtung gegenseitig aus. Übrig bleibt eine Kraft nach oben: die Auftriebskraft.

Beispiel

Stell dir eine geschlossene Dose unter Wasser vor. Auf ihre obere Fläche drückt Wasser nach unten. Auf die tiefer liegende untere Fläche drückt es stärker nach oben. Der Unterschied zwischen diesen Druckwirkungen ergibt die Auftriebskraft.

Gut zu wissen

Die Wasserverdrängung beschreibt, wie groß die Auftriebskraft ist. Ihre Ursache erklärt der Druckunterschied: In größerer Tiefe ist der Wasserdruck größer.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Je eine Stelle im Wasser liegt, desto größer ist dort der Wasserdruck. Deshalb ist die Druckwirkung an der eines eingetauchten Körpers stärker als an seiner Oberseite. Die resultierende Kraft zeigt nach .

Lösungen: Lücke 1: tiefer; Lücke 2: Unterseite; Lücke 3: oben. Größere Tiefe bedeutet größeren Wasserdruck. Der stärkere Druck an der Unterseite erzeugt zusammen mit den übrigen Druckkräften eine resultierende Auftriebskraft nach oben.
Woran erkennst du die vier Zustände?

Ohne Reibung entscheidet der Vergleich der Beträge von Auftriebskraft $F_A$ und Gewichtskraft $F_G$.

ZustandKräftevergleichFolge
Sinken$F_A$ ist kleiner als $F_G$Die resultierende Kraft zeigt nach unten.
Schweben$F_A = F_G$Der vollständig eingetauchte Körper bleibt in seiner Tiefe.
Steigen$F_A$ ist größer als $F_G$Die resultierende Kraft zeigt nach oben.
Schwimmen$F_A = F_G$ an der OberflächeDer Körper bleibt teilweise eingetaucht.

Beim Steigen bewegt sich ein vollständig eingetauchter Körper nach oben. Erreicht er die Oberfläche, taucht ein Teil aus dem Wasser. Dadurch wird das eingetauchte Volumen kleiner und die Auftriebskraft nimmt ab. Beim ruhigen Schwimmen sind Auftriebskraft und Gewichtskraft schließlich gleich groß.

Beispiel

Ein unter Wasser gedrückter Ball steigt nach dem Loslassen, wenn seine Auftriebskraft größer als seine Gewichtskraft ist. An der Oberfläche taucht er teilweise aus. Dort schwimmt er im Kräftegleichgewicht.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEin Körper ist vollständig unter Wasser. Es gilt $F_A = F_G$. Welcher Zustand passt?
Lösung: Er schwebt. — Gleich große entgegengesetzte Kräfte ergeben keine resultierende Kraft. Vollständig eingetaucht bleibt der Körper in seiner Tiefe und schwebt.
Frage 2 von 2MittelEin Körper steigt zur Oberfläche und taucht dort teilweise aus. Warum hört das Steigen auf?
Lösung: Das eingetauchte Volumen und damit die Auftriebskraft werden kleiner, bis Kräftegleichgewicht herrscht. — Beim teilweisen Auftauchen verdrängt der Körper weniger Wasser. Seine Auftriebskraft sinkt, bis sie der Gewichtskraft entspricht.
Warum schwimmt ein Kneteboot?

Eine massive Knetkugel hat ein kleines äußeres Volumen. Taucht sie vollständig ein, kann sie nur dieses Volumen an Wasser verdrängen. Ihre Gewichtskraft überwiegt: Sie sinkt.

Formst du dieselbe Knete zu einer breiten, dichten Schale, hält die Hohlform Wasser draußen. Das Boot kann schon bei teilweisem Eintauchen ein viel größeres Wasservolumen verdrängen. Seine Masse bleibt gleich, aber die mögliche Auftriebskraft wächst. Es schwimmt, sobald die Gewichtskraft des verdrängten Wassers so groß ist wie die Gewichtskraft von Boot und Ladung.

Merke

Eingeschlossene Luft zieht nicht nach oben. Die Hohlform vergrößert das Gesamtvolumen, ohne die Masse entsprechend zu erhöhen. Dadurch sinkt die mittlere Dichte des gesamten Körpers.

Dasselbe Prinzip gilt für ein Stahlschiff. Der Stahl ist dicht, doch der hohle Rumpf umfasst viel Raum. Ein ruhig schwimmendes Schiff verdrängt Wasser mit derselben Gewichtskraft wie Schiff und Ladung. Wird es zu schwer beladen, muss es tiefer eintauchen. Reicht das nutzbare Rumpfvolumen nicht mehr aus oder läuft Wasser hinein, kann es sinken.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerEine Knetkugel sinkt. Aus derselben Knete wird ein dichtes, breites Boot geformt, das schwimmt. Was ist die beste Erklärung?
Lösung: Die Hohlform ermöglicht bei gleicher Masse ein größeres verdrängtes Wasservolumen. — Die Masse der Knete bleibt gleich. Die Hohlform erlaubt mehr Verdrängung, bis Auftriebskraft und Gewichtskraft im Gleichgewicht sind.
Wie untersuchst du die Einflüsse fair?

Ein guter Versuch verändert möglichst nur eine Bedingung. Sonst weißt du nicht, wodurch das Ergebnis entstanden ist.

Für einen Formvergleich kannst du so vorgehen:

  1. Teile Knete in zwei gleich schwere Portionen.
  2. Forme aus einer Portion eine kompakte Kugel und aus der anderen eine dichte Schale.
  3. Sage für beide Formen voraus, ob sie schwimmen oder sinken.
  4. Setze beide vorsichtig in ein Wasserbecken.
  5. Beobachte, ob Wasser in die Schale gelangt und wie tief sie eintaucht.
  6. Notiere Ergebnis und Erklärung.
KörperMasse gleich?FormBeobachtungErklärung
Knetkugeljakompaktselbst eintragenKräfte und verdrängtes Volumen vergleichen
Knetebootjahohl und dichtselbst eintragenKräfte und verdrängtes Volumen vergleichen

Wiederhole den Versuch, wenn das Boot ein Loch hat oder beim Einsetzen mit Wasser vollläuft. Dann wurde nicht nur die Form, sondern auch die eingeschlossene Wassermenge verändert.

Beispiel

Eine faire Untersuchung zur Beladung verwendet immer dasselbe Boot und legt gleiche Ladungsstücke nacheinander hinein. Nach jedem Stück notierst du, wie tief das Boot liegt. So prüfst du gezielt den Einfluss der Beladung.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelDu möchtest nur den Einfluss der Form prüfen. Welcher Vergleich ist geeignet?
Lösung: Zwei gleich schwere Portionen derselben Knete werden als Kugel und als dichte Schale getestet. — Bei einem fairen Formvergleich bleiben Material und Masse gleich. Nur die Form wird gezielt verändert.
Vertiefung: Dichte und archimedisches Prinzip

Die Dichte beschreibt, wie viel Masse in einem bestimmten Volumen steckt:

$$\rho = \frac{m}{V}$$

Dabei ist $\rho$ die Dichte, $m$ die Masse und $V$ das Volumen. Bei zusammengesetzten oder hohlen Körpern zählt die mittlere Dichte des ganzen Körpers einschließlich seiner Hohlräume.

Für vollständig eingetauchte Körper gilt als Dichtevergleich:

  • mittlere Körperdichte kleiner als Flüssigkeitsdichte: Der Körper steigt;
  • beide Dichten gleich: Der Körper schwebt;
  • mittlere Körperdichte größer als Flüssigkeitsdichte: Der Körper sinkt.

Das archimedische Prinzip gibt die Größe der Auftriebskraft an:

$$F_A = \rho_{\mathrm{Fl}} \cdot V_{\mathrm{verdrängt}} \cdot g$$

$\rho_{\mathrm{Fl}}$ ist die Dichte der Flüssigkeit, $V_{\mathrm{verdrängt}}$ das verdrängte Volumen und $g$ die Fallbeschleunigung. Gleichbedeutend gilt: Die Auftriebskraft ist so groß wie die Gewichtskraft der verdrängten Flüssigkeit.

Gut zu wissen

Der Dichtevergleich beschreibt die Bedingungen für Steigen, Schweben oder Sinken. Das archimedische Prinzip bestimmt die Größe des Auftriebs. Warum Auftrieb entsteht, erklärt der größere Wasserdruck an der tiefer liegenden Unterseite.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerZwei vollständig eingetauchte Körper haben dasselbe Volumen, aber unterschiedliche Massen. Was ist bei beiden im selben Wasser gleich?
Lösung: Das verdrängte Volumen und damit die Auftriebskraft. — Bei vollständigem Eintauchen verdrängen gleich große Körper gleich viel Wasser. Im selben Wasser ist deshalb ihre Auftriebskraft gleich, ihre Gewichtskraft aber nicht unbedingt.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Schwimmen und Sinken
    • Kräfte
      • Gewichtskraft nach unten
      • Auftriebskraft nach oben
    • Ursache des Auftriebs
      • Wasserdruck nimmt mit Tiefe zu
      • Druck unten ist stärker als oben
    • Zustände
      • Sinken bei größerer Gewichtskraft
      • Schweben bei Kräftegleichgewicht unter Wasser
      • Steigen bei größerer Auftriebskraft
      • Schwimmen bei Kräftegleichgewicht an der Oberfläche
    • Hohlkörper
      • größeres Gesamtvolumen bei ähnlicher Masse
      • mehr mögliche Wasserverdrängung
    • Untersuchen
      • nur eine Bedingung verändern
      • vorhersagen, beobachten und erklären
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Kräfte sind beim ruhigen Schwimmen an der Oberfläche gleich groß?
Lösung: Auftriebskraft und Gewichtskraft. — Ein ruhend schwimmender Körper ist im Kräftegleichgewicht: Auftriebskraft und Gewichtskraft sind gleich groß.
Frage 2 von 3MittelEin vollständig eingetauchter Körper beginnt zu sinken. Welche Aussage passt?
Lösung: Seine Gewichtskraft ist größer als seine Auftriebskraft. — Auch beim Sinken wirkt Auftrieb. Die größere Gewichtskraft bestimmt jedoch die resultierende Kraft nach unten.
Frage 3 von 3SchwerEin breites Kneteboot trägt mehrere gleiche Ladungsstücke. Nach jedem Stück taucht es tiefer ein. Wie erklärst du das?
Lösung: Die größere Gewichtskraft erfordert mehr verdrängtes Wasser und damit ein größeres eingetauchtes Volumen. — Mehr Ladung bedeutet größere Gewichtskraft. Das Boot taucht tiefer ein, verdrängt mehr Wasser und erreicht so erneut Kräftegleichgewicht.

Prüfe dich zum Schluss: Kannst du eine neue Schwimm-Situation erst mit den beiden Kräften erklären und dann begründen, wie Form, Masse und verdrängtes Wasser diese Kräfte beeinflussen?

Passend dazu

Ausprobieren