Physik

Wärmekapazität einfach erklärt und berechnet

Wärmekapazität einfach erklärt und berechnet
Wärmekapazität einfach erklärt und berechnet
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Die Wärmekapazität beschreibt, wie viel Energie ein Körper für eine bestimmte Temperaturänderung aufnimmt oder abgibt. Dabei gilt: Je größer seine Wärmekapazität ist, desto mehr Energie benötigt er für eine Erwärmung um $1\,\mathrm K$.

Auf dieser Seite unterscheidest du die Wärmekapazität $C$ von der spezifischen Wärmekapazität $c$. Anschließend rechnest du mit $Q=c\cdot m\cdot\Delta T$.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was bedeuten Wärmekapazität und spezifische Wärmekapazität?

Temperatur und übertragene Wärme sind nicht dasselbe. Die Temperatur beschreibt den thermischen Zustand eines Körpers. Wärme bezeichnet Energie, die wegen eines Temperaturunterschieds übertragen wird. Nimmt ein Körper Wärme auf, wächst seine innere Energie und seine Temperatur kann steigen.

Definition

Wärmekapazität

Die Wärmekapazität $C$ gilt für einen bestimmten Körper. Sie gibt an, wie viel Wärme dieser Körper für eine Temperaturänderung um $1\,\mathrm K$ benötigt.

$$C=\frac{Q}{\Delta T}$$

Ihre Einheit ist $\mathrm{J/K}$.

Die Wärmekapazität hängt vom Material und von der Masse des Körpers ab. Ein großer Wassertank hat daher eine größere Wärmekapazität als ein Glas Wasser.

Definition

Spezifische Wärmekapazität

Die spezifische Wärmekapazität $c$ ist auf $1\,\mathrm{kg}$ eines Stoffes bezogen. Sie gibt an, wie viel Wärme nötig ist, um $1\,\mathrm{kg}$ dieses Stoffes um $1\,\mathrm K$ zu erwärmen.

$$c=\frac{C}{m}$$

Ihre Einheit ist $\mathrm{J/(kg\cdot K)}$ oder $\mathrm{kJ/(kg\cdot K)}$.

Für Wasser gilt ungefähr:

$$c_{\mathrm{Wasser}}=4{,}19\,\frac{\mathrm{kJ}}{\mathrm{kg}\cdot\mathrm K}$$

Ein Kilogramm Wasser benötigt also etwa $4{,}19\,\mathrm{kJ}$, um sich um $1\,\mathrm K$ zu erwärmen.

Merke

$C$ gehört zu einem ganzen Körper. $c$ gehört zu einem Stoff und ist auf ein Kilogramm bezogen. Für einen homogenen Körper gilt $C=c\cdot m$.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt die spezifische Wärmekapazität $c$?
Lösung: Sie nennt die Energie für die Erwärmung von $1\,\mathrm{kg}$ eines Stoffes um $1\,\mathrm K$. — Das Wort „spezifisch“ weist auf den Bezug zur Masse hin: $c$ gilt pro Kilogramm.
Wie hängen Energie, Masse und Temperaturänderung zusammen?

Für eine Erwärmung oder Abkühlung ohne Phasenwechsel gilt:

$$Q=c\cdot m\cdot\Delta T$$

Dabei bedeuten:

  • $Q$: aufgenommene oder abgegebene Wärme in Joule oder Kilojoule,
  • $c$: spezifische Wärmekapazität,
  • $m$: Masse,
  • $\Delta T$: Temperaturänderung.

Die Temperaturänderung berechnest du mit:

$$\Delta T=T_{\mathrm{Ende}}-T_{\mathrm{Anfang}}$$

Bei Temperaturdifferenzen haben $1\,^{\circ}\mathrm C$ und $1\,\mathrm K$ denselben Zahlenwert. Eine Änderung um $20\,^{\circ}\mathrm C$ entspricht daher einer Änderung um $20\,\mathrm K$. Das gilt nicht für die Zahlenwerte absoluter Temperaturen.

Aus der Grundgleichung folgen drei wichtige Zusammenhänge:

  • Doppelte Masse benötigt bei gleichem Stoff und gleicher Temperaturänderung die doppelte Energie.
  • Doppelte Temperaturänderung benötigt bei gleichem Stoff und gleicher Masse die doppelte Energie.
  • Ein Stoff mit größerem $c$ benötigt bei gleicher Masse und Temperaturänderung mehr Energie.

Je nach gesuchter Größe stellst du die Gleichung um:

$$Q=c\cdot m\cdot\Delta T$$

$$m=\frac{Q}{c\cdot\Delta T}$$

$$\Delta T=\frac{Q}{c\cdot m}$$

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Die Wärmemenge $Q$ wächst, wenn bei sonst gleichen Bedingungen die Masse wird. Bei festem $Q$ führt eine größere Masse zu einer Temperaturänderung. Die Einheit von $c$ lautet . Für Temperaturdifferenzen entspricht $1\,^{\circ}\mathrm C$ genau .

Lösungen: Lücke 1: größer; Lücke 2: kleineren; Lücke 3: J/(kg·K); Lücke 4: 1 K. Entscheidend sind die Proportionalitäten in $Q=c\cdot m\cdot\Delta T$ und die Einheit jeder Größe.
Wie löst du eine vollständige Rechnung?

Ein guter Rechenweg trennt Angaben, Formel, Einsetzen, Ergebnis und Prüfung.

Aufgabe: $2\,\mathrm{kg}$ Wasser werden um $80\,\mathrm K$ erwärmt. Wie viel Wärme ist nötig?

Beispiel

1. Gegeben und gesucht

$$m=2\,\mathrm{kg}$$

$$\Delta T=80\,\mathrm K$$

$$c=4{,}19\,\frac{\mathrm{kJ}}{\mathrm{kg}\cdot\mathrm K}$$

Gesucht ist $Q$.

2. Zusammenhang wählen

Da sich das Wasser ohne Phasenwechsel erwärmt, gilt:

$$Q=c\cdot m\cdot\Delta T$$

3. Werte mit Einheiten einsetzen

$$Q=4{,}19\,\frac{\mathrm{kJ}}{\mathrm{kg}\cdot\mathrm K}\cdot2\,\mathrm{kg}\cdot80\,\mathrm K$$

4. Rechnen und Einheiten kürzen

$$Q=670{,}4\,\mathrm{kJ}$$

Kilogramm und Kelvin kürzen sich. Übrig bleibt Kilojoule, also eine Energieeinheit.

5. Ergebnis prüfen

Für $1\,\mathrm{kg}$ und $1\,\mathrm K$ wären $4{,}19\,\mathrm{kJ}$ nötig. Wegen der größeren Masse und Temperaturänderung ist ein Ergebnis von mehreren Hundert Kilojoule plausibel.

Nun der umgekehrte Fall: $2\,\mathrm{kg}$ Wasser nehmen $83{,}8\,\mathrm{kJ}$ auf.

$$\Delta T=\frac{83{,}8\,\mathrm{kJ}}{4{,}19\,\mathrm{kJ/(kg\cdot K)}\cdot2\,\mathrm{kg}}=10\,\mathrm K$$

Teste dich
Frage 1 von 2Mittel$1\,\mathrm{kg}$ Wasser nimmt $41{,}9\,\mathrm{kJ}$ auf. Um wie viel steigt seine Temperatur?
Lösung: Um $10\,\mathrm K$ — Mit $\Delta T=Q/(c\cdot m)$ erhältst du $41{,}9/(4{,}19\cdot1)=10\,\mathrm K$.
Frage 2 von 2MittelEin Stoff nimmt $83{,}8\,\mathrm{kJ}$ auf. Es gilt $c=4{,}19\,\mathrm{kJ/(kg\cdot K)}$ und $\Delta T=20\,\mathrm K$. Welche Masse hat der Stoff?
Lösung: $1\,\mathrm{kg}$ — Mit $m=Q/(c\cdot\Delta T)$ erhältst du $83{,}8/(4{,}19\cdot20)\,\mathrm{kg}=1\,\mathrm{kg}$.
Warum erwärmen sich Stoffe unterschiedlich stark?

Vergleiche je $1\,\mathrm{kg}$ Wasser und Silber. Beide sollen sich um $20\,\mathrm K$ erwärmen.

Für Wasser gilt:

$$Q_{\mathrm W}=4{,}19\,\frac{\mathrm{kJ}}{\mathrm{kg}\cdot\mathrm K}\cdot1\,\mathrm{kg}\cdot20\,\mathrm K=83{,}8\,\mathrm{kJ}$$

Für Silber mit $c_{\mathrm S}=0{,}234\,\mathrm{kJ/(kg\cdot K)}$ gilt:

$$Q_{\mathrm S}=0{,}234\,\frac{\mathrm{kJ}}{\mathrm{kg}\cdot\mathrm K}\cdot1\,\mathrm{kg}\cdot20\,\mathrm K=4{,}68\,\mathrm{kJ}$$

Wasser benötigt für dieselbe Masse und Temperaturänderung viel mehr Energie. Werden beiden Stoffen pro Sekunde gleich große Energiemengen zugeführt und sind die Wärmeverluste vergleichbar, erwärmt sich Silber schneller.

Die hohe spezifische Wärmekapazität erklärt auch die ausgleichende Wirkung großer Wassermassen auf das Klima: Seen und Meere können viel Wärme aufnehmen, ohne sich stark zu erwärmen. In kühleren Jahreszeiten geben sie einen Teil davon wieder ab. Deshalb sind Sommer an Küsten häufig kühler und Winter milder als weit im Landesinneren.

Auch Heiz- und Kühlsysteme nutzen Wasser, weil es große Energiemengen aufnehmen und transportieren kann.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelZwei gleich schwere Körper erhalten dieselbe Wärmemenge. Körper A besitzt das größere $c$. Was folgt ohne Phasenwechsel?
Lösung: Körper A zeigt die kleinere Temperaturänderung. — Bei gleicher Energie und Masse ist die Temperaturänderung umgekehrt proportional zur spezifischen Wärmekapazität.
Frage 2 von 2SchwerEin See dämpft Temperaturunterschiede in seiner Umgebung. Welche Erklärung passt am besten?
Lösung: Wasser kann wegen seines hohen $c$ bei kleiner Temperaturänderung viel Wärme aufnehmen oder abgeben. — Die gesamte Wärmekapazität ist $C=c\cdot m$. Bei einer großen Wassermasse wirken daher hohes $c$ und große Masse zusammen.
Wo gilt die Formel – und welche Fehler solltest du vermeiden?

Die Gleichung $Q=c\cdot m\cdot\Delta T$ beschreibt Erwärmungen und Abkühlungen innerhalb eines Aggregatzustands. Beim Schmelzen oder Verdampfen kann Energie übertragen werden, obwohl die Temperatur während des Phasenübergangs nicht entsprechend steigt. Dann reicht die Formel allein nicht aus.

Stoffwerte gelten außerdem nur für die angegebenen Bedingungen. Bei Gasen kann es beispielsweise einen Unterschied machen, ob der Druck oder das Volumen konstant gehalten wird.

Typische Fehler sind:

  • $C$ und $c$ verwechseln: $C$ gilt für den Körper, $c$ pro Kilogramm.
  • Gramm statt Kilogramm einsetzen: $100\,\mathrm g=0{,}1\,\mathrm{kg}$.
  • Joule und Kilojoule mischen: $1\,\mathrm{kJ}=1000\,\mathrm J$.
  • Endtemperatur statt Temperaturänderung einsetzen: Benötigt wird $\Delta T=T_{\mathrm{Ende}}-T_{\mathrm{Anfang}}$.
  • Einen Phasenwechsel übersehen: Beim Schmelzen oder Verdampfen ist ein zusätzlicher Zusammenhang nötig.
Beispiel

Ein Körper nimmt $42\,\mathrm{kJ}$ auf und erwärmt sich um $10\,\mathrm K$.

$$C=\frac{Q}{\Delta T}=\frac{42\,\mathrm{kJ}}{10\,\mathrm K}=4{,}2\,\mathrm{kJ/K}$$

In Joule pro Kelvin lautet dasselbe Ergebnis:

$$C=4200\,\mathrm{J/K}$$

$4{,}2\,\mathrm{J/K}$ wäre um den Faktor $1000$ zu klein.

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Frage 1 von 1MittelFür eine Rechnung sind $Q=17\,\mathrm{kJ}$, $m=100\,\mathrm g$ und $\Delta T=100\,\mathrm K$ gegeben. Welche Umrechnung ist richtig?
Lösung: $Q=17000\,\mathrm J$ und $m=0{,}1\,\mathrm{kg}$ — Beide Größen müssen passend zur Einheit $\mathrm{J/(kg\cdot K)}$ umgerechnet werden.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Wärmekapazität
    • Körpergröße $C$: gilt für den gesamten Körper
    • Stoffgröße $c$: gilt pro Kilogramm
    • Grundgleichung: $Q=c\cdot m\cdot\Delta T$
    • Einflussgrößen: Stoff, Masse und Temperaturänderung
    • Wasser: hohes $c$ und große Speicherwirkung
    • Grenze: kein Phasenwechsel in der einfachen Rechnung
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Einheit gehört zur Wärmekapazität $C$ eines ganzen Körpers?
Lösung: $\mathrm{J/K}$ — $C$ bezieht sich bereits auf den ganzen Körper und enthält deshalb keinen Massebezug in der Einheit.
Frage 2 von 3MittelEin Stoff mit $c=1{,}7\,\mathrm{kJ/(kg\cdot K)}$, der Masse $m=0{,}1\,\mathrm{kg}$ und der Temperaturänderung $\Delta T=100\,\mathrm K$ wird erwärmt. Welche Energie ist nötig?
Lösung: $17\,\mathrm{kJ}$ — $Q=1{,}7\cdot0{,}1\cdot100\,\mathrm{kJ}=17\,\mathrm{kJ}$.
Frage 3 von 3SchwerZwei Wasserportionen erhalten dieselbe Wärmemenge. Portion A hat die doppelte Masse von Portion B. Welche Aussage gilt ohne Phasenwechsel?
Lösung: Die Temperaturänderung von A ist halb so groß wie die von B. — Der Stoffwert $c$ ist gleich. Die doppelte Masse führt bei gleicher Wärmemenge zur halben Temperaturänderung.

Du beherrschst den Kern, wenn du zuerst zwischen $C$ und $c$ entscheidest, passende Einheiten verwendest, die gesuchte Größe aus $Q=c\cdot m\cdot\Delta T$ bestimmst und vor dem Rechnen einen Phasenwechsel ausschließt.

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