Physik

Temperatur verstehen, messen und umrechnen

Temperatur verstehen, messen und umrechnen
Temperatur verstehen, messen und umrechnen
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Die Temperatur gibt objektiv an, wie warm oder kalt ein Körper ist. Dein Wärmeempfinden kann davon abweichen, deshalb misst du die Temperatur mit einem Thermometer.

Auf dieser Seite lernst du außerdem, wie Temperatur mit der Teilchenbewegung zusammenhängt, warum Wärme von warm nach kalt übertragen wird und wie du Celsius in Kelvin umrechnest.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum fühlt sich dieselbe Temperatur verschieden an?

Pappe und ein Metalllöffel liegen über Nacht im selben Kühlschrank. Beide haben danach etwa dieselbe Temperatur. Trotzdem fühlt sich der Löffel kälter an.

Der Grund: Metall leitet Energie schneller von deiner wärmeren Hand weg. Deine Haut nimmt vor allem diesen Energieaustausch wahr, nicht unmittelbar die Temperatur des Gegenstands.

Auch dein vorheriger Zustand beeinflusst die Wahrnehmung. Hältst du eine Hand zuerst in kaltes und die andere in warmes Wasser, fühlt sich dasselbe lauwarme Wasser für beide Hände unterschiedlich an.

Definition

Gefühlte Temperatur

Die gefühlte Temperatur beschreibt dein subjektives Wärme- oder Kälteempfinden. Sie hängt unter anderem vom Wärmefluss, vom vorherigen Zustand deiner Haut, vom Wind und vom berührten Material ab.

Merke

Fühlen vergleicht und reagiert auf Energieübertragung. Ein Thermometer misst die Temperatur.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtEin Metall- und ein Holzstück haben dieselbe Temperatur und sind kälter als deine Hand. Warum fühlt sich das Metall kälter an?
Lösung: Es leitet Energie schneller aus deiner Hand ab. — Beide Stücke können dieselbe Temperatur besitzen. Entscheidend für das Gefühl ist hier, wie schnell Energie aus deiner Hand übertragen wird.
Was bedeutet Temperatur im Teilchenmodell?

Alle Stoffe bestehen aus Teilchen. In Gasen und Flüssigkeiten bewegen sie sich, in Festkörpern schwingen sie um feste Plätze. Bei einer höheren Temperatur ist ihre ungeordnete Bewegung im Mittel stärker.

Definition

Temperatur

Temperatur ist eine intensive physikalische Zustandsgröße. Sie kennzeichnet den thermischen Zustand eines Körpers und hängt im einfachen Teilchenmodell mit der mittleren Bewegungsenergie seiner Teilchen zusammen.

Intensiv bedeutet: Teilst du einen Liter Wasser mit 20 °C in zwei gleiche Portionen, haben beide weiterhin 20 °C. Die Temperatur wird durch das Teilen nicht halbiert.

Die innere Energie ist dagegen die gesamte Energie der ungeordneten Teilchenbewegungen und ihrer Wechselwirkungen. Sie hängt deshalb nicht nur von der Temperatur, sondern auch von Stoffart, Stoffmenge und Zustand ab.

Gut zu wissen

Die Aussage „Temperatur ist die innere Energie“ ist zu ungenau. Zwei unterschiedlich große Wassermengen können dieselbe Temperatur, aber verschieden große innere Energien besitzen.

Wärmeübertragung und thermisches Gleichgewicht

Können zwei Körper Energie austauschen, wird aufgrund des Temperaturunterschieds Energie vom wärmeren zum kälteren Körper übertragen. Diese übertragene Energie wird hier Wärme genannt.

Der Austausch dauert an, bis beide Körper dieselbe Temperatur haben. Dieser Zustand heißt thermisches Gleichgewicht.

Beispiel

Ein warmer Teelöffel liegt in kühlerem Wasser.

  1. Der Löffel hat zunächst die höhere Temperatur.
  2. Energie wird vom Löffel auf das Wasser übertragen.
  3. Die Temperatur des Löffels sinkt, die des Wassers steigt.
  4. Bei gleicher Temperatur besteht thermisches Gleichgewicht.

Die genaue Endtemperatur lässt sich ohne Angaben zu Massen, Stoffen und Wärmekapazitäten nicht bestimmen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtIn welche Richtung wird Wärme ohne weitere Einwirkung übertragen?
Lösung: Vom Körper höherer Temperatur zum Körper niedrigerer Temperatur — Die Richtung hängt vom Temperaturunterschied ab, nicht allein von Größe oder Masse.
Frage 2 von 2MittelZwei gleichartige Wasserportionen mit jeweils 20 °C werden zusammengeschüttet. Welche Temperatur hat das Wasser danach?
Lösung: 20 °C — Temperatur ist intensiv. Zwei gleich warme Portionen ergeben zusammen eine größere Wassermenge, aber keine höhere Temperatur.
Wie misst ein Thermometer die Temperatur?

Ein Thermometer nutzt eine Eigenschaft, die sich mit der Temperatur zuverlässig verändert. Beim Flüssigkeitsthermometer ist das die Ausdehnung einer Messflüssigkeit.

Beispiel

Ein Flüssigkeitsthermometer arbeitet so:

  1. Ein Reservoir enthält die Messflüssigkeit.
  2. Beim Erwärmen dehnt sich die Flüssigkeit aus.
  3. Sie steigt im engen Röhrchen nach oben.
  4. Beim Abkühlen sinkt der Flüssigkeitsstand.
  5. An der Skala liest du den Messwert mit seiner Einheit ab.

Vor dem Ablesen müssen Thermometer und untersuchter Körper ihre Temperaturen ausreichend angeglichen haben. Sonst zeigt das Thermometer noch einen Wert während des Ausgleichs.

Andere Messgeräte nutzen temperaturabhängige elektrische Eigenschaften. Kontaktlose Geräte können die vom Körper ausgesandte Wärmestrahlung auswerten.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Ein Thermometer liefert eine Messung. Beim Flüssigkeitsthermometer steigt die Messflüssigkeit beim . Einen Celsiuswert schreibst du mit der Einheit auf.

Lösungen: Lücke 1: objektive; Lücke 2: Erwärmen; Lücke 3: °C. Objektiv bedeutet: Der Wert wird mit einem Messgerät bestimmt. Beim Erwärmen dehnt sich die Messflüssigkeit aus; Celsiuswerte erhalten die Einheit °C.
Wie hängen Celsius und Kelvin zusammen?

Im Alltag wird meist die Celsiusskala verwendet. In der Physik ist Kelvin die SI-Einheit der absoluten Temperatur.

  • Wasser schmilzt unter den in der schulischen Einordnung verwendeten Normalbedingungen bei 0 °C beziehungsweise 273,15 K.
  • 0 K entsprechen −273,15 °C.
  • Ein Temperaturunterschied von 1 K ist genauso groß wie ein Unterschied von 1 °C.

Die Skalen haben also gleich große Schritte, aber verschiedene Nullpunkte.

Merke

Celsius in Kelvin: $T = ϑ + 273{,}15$

Kelvin in Celsius: $ϑ = T - 273{,}15$

Dabei wird $T$ in Kelvin und $ϑ$ in Grad Celsius angegeben.

Beispiel

Gesucht ist die absolute Temperatur zu 20 °C.

$$T = 20 + 273{,}15 = 293{,}15\,\mathrm{K}$$

Plausibilitätsprüfung: Der Kelvinwert muss größer als der Celsiuswert sein, weil der Nullpunkt der Kelvinskala bei −273,15 °C liegt.

Der absolute Nullpunkt ist nach dem dritten Hauptsatz der Thermodynamik nicht erreichbar. Die häufige Schulformulierung, bei 0 K stünden alle Teilchen vollständig still, ist daher nur eine starke Vereinfachung des Teilchenmodells.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche absolute Temperatur gehört zu 20 °C?
Lösung: 293,15 K — Rechne $20 + 273{,}15 = 293{,}15$. Die Einheit der absoluten Temperatur ist K, nicht °C.
Vertiefung: Wie viel Energie wird zum Erwärmen benötigt?

Dieselbe übertragene Energie kann bei verschiedenen Stoffen oder Massen unterschiedliche Temperaturänderungen hervorrufen. Dafür ist die spezifische Wärmekapazität $c$ wichtig. Sie gibt an, wie viel Energie nötig ist, um ein Kilogramm eines Stoffes um ein Kelvin beziehungsweise ein Grad Celsius zu erwärmen.

Für eine Erwärmung ohne Phasenwechsel gilt:

$$Q = c · m · Δϑ$$

Dabei sind $Q$ die übertragene Energie, $m$ die Masse und $Δϑ$ die Temperaturänderung.

Beispiel

80 kg Wasser werden von 16 °C auf 40 °C erwärmt. Für Wasser wird $c = 4186\,\mathrm{J/(kg·°C)}$ verwendet.

Zuerst bestimmst du die Temperaturänderung:

$$Δϑ = 40\,°C - 16\,°C = 24\,°C$$

Dann setzt du ein:

$$Q = 4186\,\mathrm{J/(kg·°C)} · 80\,\mathrm{kg} · 24\,°C$$

$$Q = 8\,037\,120\,\mathrm{J}$$

Die Einheiten Kilogramm und Grad Celsius kürzen sich. Übrig bleibt Joule als Einheit der übertragenen Energie.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelZwei verschieden große Mengen desselben Wassers sollen um gleich viele Grad erwärmt werden. Welche benötigt mehr Energie?
Lösung: Die größere Wassermenge — Bei gleichem Stoff und gleicher Temperaturänderung ist $Q$ proportional zur Masse $m$.
Frage 2 von 2SchwerWarum genügt die Temperatur allein nicht, um die innere Energie zweier Körper zu vergleichen?
Lösung: Auch Stoffmenge, Stoffart und Zustand spielen eine Rolle. — Gleiche Temperatur bedeutet nicht automatisch gleiche innere Energie. Eine größere Stoffmenge kann bei gleicher Temperatur mehr innere Energie besitzen.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Temperatur
    • objektive Messgröße: Thermometer und Einheit
    • Teilchenmodell: stärkere mittlere Bewegung bei höherer Temperatur
    • Wahrnehmung: abhängig von Wärmefluss und Ausgangszustand
    • Wärmeübertragung: von warm nach kalt bis zum Gleichgewicht
    • Skalen: Celsius und Kelvin mit gleich großen Schritten
    • Energiebedarf: abhängig von Masse, Stoff und Temperaturänderung
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage unterscheidet Temperatur und Wärme richtig?
Lösung: Temperatur beschreibt einen Zustand; Wärme ist übertragene Energie. — Temperatur kennzeichnet den thermischen Zustand. Wärme bezeichnet Energieübertragung aufgrund eines Temperaturunterschieds.
Frage 2 von 3MittelEin Gegenstand hat 300 K. Welche Celsius-Temperatur besitzt er?
Lösung: 26,85 °C — Rechne $300 - 273{,}15 = 26{,}85$. Das Ergebnis lautet 26,85 °C.
Frage 3 von 3SchwerZwei Körper fühlen sich verschieden kalt an. Was darfst du daraus sicher schließen?
Lösung: Nur eine Messung kann klären, ob ihre Temperaturen verschieden sind. — Das Wärmeempfinden hängt vom Energiefluss und vom Ausgangszustand deiner Haut ab. Für einen objektiven Vergleich brauchst du ein Thermometer.

Du hast das Ziel erreicht, wenn du Temperatur nicht mit Wärme oder innerer Energie verwechselst, einen Thermometerwert mit Einheit angibst und Celsius- sowie Kelvinwerte sicher ineinander umrechnest.

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