Physik

Wärmekraftmaschine: Energiefluss und Wirkungsgrad

Wärmekraftmaschine: Energiefluss und Wirkungsgrad
Wärmekraftmaschine: Energiefluss und Wirkungsgrad
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Eine Wärmekraftmaschine nutzt einen Temperaturunterschied, um einen Teil zugeführter Wärme in mechanische Arbeit umzuwandeln. Die übrige Energie wird als Abwärme an eine kältere Umgebung übertragen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie fließt die Energie durch die Maschine?

Stell dir einen Motor vor: Im Motor ist es heiß, die Umgebung ist kühler. Wegen dieses Temperaturunterschieds fließt Wärme vom heißen zum kalten Bereich. Die Maschine nutzt einen Teil dieses Energieflusses, um mechanische Arbeit zu verrichten.

Definition

Wärmequelle

Die Wärmequelle ist das Reservoir mit der höheren Temperatur. Von ihr nimmt die Maschine die Wärme $Q_1$ auf. Ein Dampfkessel kann beispielsweise als Wärmequelle dienen.

Definition

Wärmesenke

Die Wärmesenke ist das Reservoir mit der niedrigeren Temperatur. An sie gibt die Maschine die Abwärme $Q_2$ ab. Häufig ist die Umgebung die Wärmesenke.

Das Arbeitsmedium ist der Stoff innerhalb der Maschine, der während des Ablaufs Wärme aufnimmt, mechanische Arbeit verrichtet und Wärme abgibt.

Der Energiefluss lässt sich in drei Schritten lesen:

  • Wärmequelle → Wärme $Q_1$ → Maschine
  • Maschine → mechanische Arbeit $W$ → angetriebenes System
  • Maschine → Abwärme $Q_2$ → Wärmesenke
Merke

Eine Wärmekraftmaschine braucht eine Wärmequelle und eine kältere Wärmesenke. Ohne Temperaturunterschied kann sie nach diesem Prinzip keine Arbeit gewinnen.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Beschreibung passt zu einer Wärmekraftmaschine?
Lösung: Wärme fließt vom heißen zum kalten Reservoir; ein Teil wird als Arbeit genutzt. — Die Maschine nutzt den Wärmefluss vom heißen zum kalten Reservoir. Dabei entstehen Nutzarbeit und Abwärme.
Was sagt die Energiebilanz aus?

Energie verschwindet nicht und entsteht nicht aus dem Nichts. Dieser Gedanke der Energieerhaltung wird in der Wärmelehre durch den ersten Hauptsatz der Thermodynamik beschrieben.

Für die Wärmekraftmaschine gilt:

$$Q_1 = W + Q_2$$

  • $Q_1$: von der Wärmequelle zugeführte Wärme
  • $W$: abgegebene mechanische Arbeit
  • $Q_2$: an die Wärmesenke abgegebene Wärme

Du kannst die Gleichung auch nach der Abwärme umstellen:

$$Q_2 = Q_1 - W$$

Gut zu wissen

Die Abwärme ist nicht „verschwunden“. Sie wurde an die Wärmesenke übertragen und gehört deshalb vollständig zur Energiebilanz.

Beispiel

Ein Motor nimmt $2000\,J$ Wärme auf und verrichtet $600\,J$ mechanische Arbeit.

1. Zusammenhang bestimmen:

Die zugeführte Wärme teilt sich in Arbeit und Abwärme auf.

$$Q_1 = W + Q_2$$

2. Nach $Q_2$ umstellen:

$$Q_2 = Q_1 - W$$

3. Werte mit Einheit einsetzen:

$$Q_2 = 2000\,J - 600\,J = 1400\,J$$

Der Motor gibt also $1400\,J$ als Wärme an die kältere Umgebung ab. Die Bilanz stimmt: $600\,J + 1400\,J = 2000\,J$.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine Maschine nimmt $1200\,J$ Wärme auf und verrichtet $300\,J$ Arbeit. Wie groß ist die Abwärme?
Lösung: $900\,J$ — Mit $Q_2 = Q_1 - W$ erhältst du $1200\,J - 300\,J = 900\,J$. Die Einheit bleibt Joule.
Wie berechnest du den Wirkungsgrad?

Der Wirkungsgrad $η$ gibt an, welcher Anteil der zugeführten Wärme als mechanische Arbeit nutzbar wird:

$$η = W/Q_1$$

Der Wirkungsgrad hat keine Einheit. Du kannst ihn als Dezimalzahl oder Prozentwert angeben. Für die Prozentangabe multiplizierst du die Dezimalzahl mit $100\,%$.

Beispiel

Beim Motor aus dem vorigen Beispiel sind $Q_1 = 2000\,J$ und $W = 600\,J$.

$$η = 600\,J/2000\,J = 0{,}30 = 30\,%$$

Das bedeutet: $30\,%$ der zugeführten Wärme werden als mechanische Arbeit genutzt. Die übrigen $70\,%$ werden als Abwärme übertragen.

Plausibilitätsprüfung: Der Wirkungsgrad liegt zwischen $0$ und $1$. Außerdem passen $30\,%$ Nutzarbeit und $70\,%$ Abwärme zusammen zu $100\,%$.

Merke

Beim Wirkungsgrad steht die Nutzenergie oben und die zugeführte Energie unten: $η = W/Q_1$.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelMaschine A gewinnt aus $1000\,J$ Wärme $400\,J$ Arbeit. Maschine B gewinnt aus $1500\,J$ Wärme $450\,J$ Arbeit. Welche arbeitet effizienter?
Lösung: Maschine A mit $40\,%$ — Für A gilt $400/1000 = 0{,}40$. Für B gilt $450/1500 = 0{,}30$. Maschine A nutzt den größeren Anteil der zugeführten Wärme.
Warum bleibt immer Abwärme zurück?

Eine periodisch arbeitende Wärmekraftmaschine kann die aufgenommene Wärme nicht vollständig in mechanische Arbeit umwandeln. Sie muss stets Wärme an ein kälteres Reservoir abgeben. Deshalb gilt:

$$η < 1$$

Ein Wirkungsgrad von $1$ entspräche $100\,%$. Dann wäre $Q_2 = 0$. Das ist für eine periodisch arbeitende Wärmekraftmaschine nicht möglich.

Reale Maschinen bleiben zusätzlich unter ihrer theoretischen Grenze. Gründe dafür sind unter anderem:

  • Reibung in beweglichen Teilen,
  • unerwünschter Wärmetransport an die Umgebung,
  • Wärmeübertragung über endliche Temperaturunterschiede.
Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin Motor gibt neben Nutzarbeit Wärme an die Umgebung ab. Welche Aussage ist richtig?
Lösung: Die Energie bleibt erhalten; ein Teil wird als Arbeit, der andere als Abwärme übertragen. — Nutzbarkeit und Energieerhaltung sind verschiedene Fragen. Auch technisch nicht genutzte Abwärme muss in der Bilanz erscheinen.
Wie unterscheiden sich verwandte Maschinen?

Wärmekraftmaschine, Kältemaschine und Wärmepumpe verbinden Arbeit und Wärmetransport auf unterschiedliche Weise.

MaschineGewünschte WirkungRichtung und Rolle der Arbeit
Wärmekraftmaschinemechanische Arbeit gewinnenWärme fließt vom heißen zum kalten Reservoir; die Maschine gibt Arbeit ab
Kältemaschineeinen kalten Bereich kühlenzugeführte Arbeit transportiert Wärme vom kalten zum warmen Reservoir
Wärmepumpeeinen warmen Bereich heizenzugeführte Arbeit und Umweltwärme versorgen das warme Reservoir

Beim Kühlschrank ist die entzogene Wärme aus dem Innenraum die gewünschte Wirkung. Bei der Wärmepumpe ist dagegen die dem warmen Raum zugeführte Wärme der Nutzen.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelches Gerät nutzt zugeführte Arbeit, um einem kalten Innenraum Wärme zu entziehen?
Lösung: ein Kühlschrank — Ein Kühlschrank ist eine Kältemaschine. Er benötigt Arbeit, um Wärme vom kalten Innenraum zum wärmeren Außenraum zu transportieren.
Vertiefung: Welche theoretische Grenze setzt Carnot?

Für eine idealisierte Wärmekraftmaschine zwischen einer höchsten Temperatur $T_{max}$ und einer niedrigsten Temperatur $T_{min}$ lautet der Carnot-Wirkungsgrad:

$$η_C = 1 - T_{min}/T_{max}$$

Die Temperaturen müssen dabei in Kelvin eingesetzt werden. Die Formel beschreibt eine theoretische Obergrenze unter idealisierten, verlustfreien Bedingungen. Eine reale Maschine erreicht sie nicht.

Für $T_{max} = 2773\,K$ und $T_{min} = 1273\,K$ ergibt sich:

$$η_C = 1 - 1273/2773 ≈ 0{,}54 = 54\,%$$

Das ist kein vorhergesagter realer Wirkungsgrad. Reibung und weitere nicht umkehrbare Vorgänge verringern den praktisch erreichbaren Wert.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerZwei idealisierte Maschinen haben dieselbe höchste Temperatur. Bei welcher ist die Carnot-Grenze größer?
Lösung: Bei der Maschine mit der niedrigeren Temperatur der Wärmesenke. — Bei festem $T_{max}$ wird $η_C = 1 - T_{min}/T_{max}$ größer, wenn $T_{min}$ kleiner wird. Eine größere Temperaturspanne ermöglicht also eine höhere theoretische Grenze.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Wärmekraftmaschine
    • Energiezufuhr: Wärme $Q_1$ aus der heißen Quelle
    • Nutzwirkung: mechanische Arbeit $W$
    • Energieabgabe: Abwärme $Q_2$ an die kalte Senke
    • Energiebilanz: $Q_1 = W + Q_2$
    • Wirkungsgrad: $η = W/Q_1$ und stets kleiner als $1$
    • theoretische Grenze: abhängig von $T_{max}$ und $T_{min}$
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Größe steht beim Wirkungsgrad einer Wärmekraftmaschine im Zähler?
Lösung: die mechanische Nutzarbeit $W$ — Der Wirkungsgrad ist Nutzenergie geteilt durch zugeführte Energie: $η = W/Q_1$.
Frage 2 von 3MittelEine Maschine nimmt $2500\,J$ Wärme auf und gibt $1000\,J$ Arbeit ab. Welche Kombination ist richtig?
Lösung: $Q_2 = 1500\,J$ und $η = 40\,%$ — Aus $Q_2 = Q_1 - W$ folgen $1500\,J$ Abwärme. Der Wirkungsgrad beträgt $1000/2500 = 0{,}40 = 40\,%$.
Frage 3 von 3SchwerEine Maschine erhält weiterhin $2000\,J$ Wärme, liefert nach einer Verbesserung aber $800\,J$ statt $600\,J$ Arbeit. Was folgt aus der Energiebilanz?
Lösung: Der Wirkungsgrad steigt auf $40\,%$ und die Abwärme sinkt auf $1200\,J$. — Es gilt weiterhin $Q_1 = W + Q_2$. Daher sind $η = 800/2000 = 40\,%$ und $Q_2 = 2000\,J - 800\,J = 1200\,J$.

Passend dazu