Viele Jugendliche erleben die Konfirmation als besonderen Tag mit Familie, Kirche und Feier. Davor gibt es eine gemeinsame Zeit, in der ihr über Glauben, Fragen und das Leben sprecht. Du musst dabei nicht schon alle Antworten kennen. Deine eigenen Gedanken sind wichtig.
Was bei der Konfirmation gefeiert wird
Die Konfirmation ist ein feierlicher Gottesdienst in vielen evangelischen Kirchen. Jugendliche bekräftigen dabei ihre Verbindung zum christlichen Glauben und zur Kirche. Wie genau dieses Bekenntnis geschieht, kann je nach Gemeinde unterschiedlich sein.
Evangelische Kirchen sind christliche Kirchen, die aus der Reformation im 16. Jahrhundert entstanden sind. Die Taufe ist eine christliche Feier, durch die ein Mensch nach üblichem evangelischem Verständnis in die Kirche aufgenommen wird. Viele Menschen werden als kleine Kinder getauft. Bei der Konfirmation können sie sich später selbst mit ihrem Glauben beschäftigen und dazu Stellung beziehen.
Mila wurde als Baby getauft. An die Feier erinnert sie sich nicht selbst. Im Konfi-Kurs spricht sie über Gott, Freundschaft und Zweifel. Bei ihrer Konfirmation zeigt sie: Glaube und Gemeinde gehen mich heute selbst etwas an.
Die Konfirmation ist keine zweite Taufe. Sie erinnert an die Taufe und knüpft an sie an.
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Die Konfi-Zeit vor dem Fest
Vor der Feier gibt es die Konfirmandenzeit, oft Konfi-Zeit genannt. Das ist eine Zeit zum Lernen, Fragen und gemeinsamen Erleben. Die teilnehmenden Jugendlichen heißen Konfirmandinnen und Konfirmanden, kurz Konfis.
Ihr beschäftigt euch zum Beispiel mit der Bibel, einer Sammlung heiliger Schriften des Christentums. Außerdem geht es um Jesus, eine zentrale Person des christlichen Glaubens, sowie um Gerechtigkeit, Zweifel und die Frage, was dir Halt geben kann. Oft gehören Gottesdienste, Aktionen, Ausflüge oder Freizeiten dazu. Wie lange die Konfi-Zeit dauert und wie sie abläuft, entscheidet jede Gemeinde selbst.
Eine Konfi-Gruppe fragt: „Warum gibt es Leid, wenn Gott Menschen liebt?“ Die Gruppe sammelt Gedanken und hört verschiedene Antworten. So merken die Jugendlichen: Über Glauben darf man auch zweifeln und diskutieren.
Viele Jugendliche beginnen die Konfi-Zeit etwa in der 7. Klasse und feiern die Konfirmation ungefähr mit 14 Jahren. Die Termine können je nach Gemeinde anders sein.
Interaktiver Lückentext wird geladen ...
So läuft der Gottesdienst ab
Die Konfirmation findet meist in einem Gottesdienst statt. Ein Gottesdienst ist eine gemeinsame Feier der Gemeinde mit Gebeten, Musik, Bibeltexten und einer Ansprache.
Ein wichtiger Moment ist der Segen. Ein Segen ist ein Zuspruch: Gott soll einen Menschen begleiten, stärken und schützen. Häufig legt die Pfarrerin oder der Pfarrer dabei die Hände auf Kopf oder Schultern. Diese Geste heißt Handauflegung.
Viele Konfis bekommen außerdem einen Konfirmationsspruch. Das ist ein ausgewählter Satz aus der Bibel, der sie auf ihrem weiteren Weg begleiten soll.
Im Gottesdienst tritt Amir nach vorn. Die Pfarrerin legt ihm die Hand auf und spricht einen Segenswunsch. Danach erhält er eine Karte mit seinem Bibelvers. Seine Familie und die Gemeinde erleben diesen Moment mit.
Der Segen ist keine Prüfung und keine Belohnung für fehlerfreies Wissen. Er soll Mut machen und begleiten.
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Was sich danach ändern kann
Mit 14 Jahren bist du in Deutschland religionsmündig. Religionsmündig bedeutet: Du darfst selbst über deine Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft entscheiden. Das liegt am Gesetz und nicht an der Konfirmation. Weil viele Konfirmationen ungefähr in diesem Alter stattfinden, fallen beide Dinge oft zusammen.
In vielen Gemeinden darfst du danach selbstständig am Abendmahl teilnehmen. Das Abendmahl ist eine christliche Feier, bei der Brot und oft auch Wein oder Traubensaft geteilt werden. Es erinnert an Jesus und an die Gemeinschaft der Christinnen und Christen.
Je nach Kirche oder Region können weitere Rechte dazukommen. Dazu kann gehören, Patin oder Pate zu werden oder bei bestimmten kirchlichen Wahlen mitzustimmen. Welche Regeln genau gelten, erfährst du in deiner Gemeinde.
Nach seiner Konfirmation möchte Ben später Pate für das Kind seiner Schwester werden. Seine Gemeinde erklärt ihm, welche Voraussetzungen gelten und was die Aufgabe eines Paten bedeutet.
Konfirmation bedeutet nicht, dass du plötzlich alle Glaubensfragen gelöst haben musst. Glaube kann sich weiterentwickeln, und Fragen dürfen bleiben.
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Konfirmation und Firmung vergleichen
Die Firmung ist eine Feier in der katholischen Kirche. Auch sie hat mit Taufe, Glauben und Stärkung zu tun. Trotzdem sind Firmung und Konfirmation nicht dasselbe.
Die Konfirmation gehört vor allem zu evangelischen Kirchen und ist dort gewöhnlich kein Sakrament. Ein Sakrament ist in der katholischen Kirche eine besonders wichtige kirchliche Feier, in der Gottes Nähe auf besondere Weise zugesagt wird. Die Firmung gilt in der katholischen Kirche als Sakrament.
Nora ist evangelisch und besucht den Konfi-Kurs. Ihr Freund Luis ist katholisch und bereitet sich auf die Firmung vor. Beide sprechen über Glauben und Taufe, feiern aber in unterschiedlichen kirchlichen Traditionen.
Interaktive Lernkarten wird geladen ...
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Zusammenfassung
Die Konfirmation ist eine feierliche Segensfeier in vielen evangelischen Kirchen. Sie erinnert an die Taufe und gibt Jugendlichen Raum, sich selbst mit Glauben, Kirche und wichtigen Lebensfragen auseinanderzusetzen.
In der Konfi-Zeit lernt ihr gemeinsam, diskutiert und erlebt Gemeinschaft. Im Gottesdienst stehen das persönliche Bekenntnis, der Segen und oft ein Bibelvers im Mittelpunkt. Mit etwa 14 Jahren bist du religionsmündig. Dein Weg mit Fragen und Glauben kann danach weitergehen.
Mit Google fortfahren