Taufe und Abendmahl: Zeichen verstehen
Bei der Taufe macht Wasser die Zugehörigkeit zu Christus und zur christlichen Gemeinschaft sichtbar. Beim Abendmahl erinnern Brot und Kelch an Jesus und drücken Gemeinschaft, Vergebung und Hoffnung aus. Christliche Kirchen deuten und feiern beide Handlungen teilweise unterschiedlich.
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Zeichenhandlungen machen eine Botschaft sichtbar
Ein Händedruck, eine Umarmung oder ein Ring kann mehr ausdrücken als die Handlung allein. Eine Umarmung kann zum Beispiel sagen: „Ich freue mich, dass du da bist.“
Auch Taufe und Abendmahl sind Zeichenhandlungen. Dabei verbinden sich sichtbare Handlungen mit einer religiösen Bedeutung.
Zeichenhandlung
Eine Zeichenhandlung ist eine Handlung, die eine Botschaft sichtbar, hörbar oder spürbar macht. Bei Taufe und Abendmahl gehören Handlung und Bedeutung zusammen.
Taufe und Abendmahl werden in vielen Kirchen Sakramente genannt. Damit ist gemeint: Eine sichtbare Handlung weist auf Gottes unsichtbares Handeln hin. Viele Freikirchen sprechen stattdessen von einer heiligen Handlung oder einem Bundeszeichen. Die unterschiedlichen Wörter zeigen bereits, dass Kirchen die Wirkung dieser Handlungen nicht völlig gleich erklären.
Ein Ring bleibt ein Gegenstand aus Metall. Als Ehering drückt er jedoch Treue und Verbundenheit aus. Ähnlich ist das Wasser bei der Taufe nicht bloß Wasser: Innerhalb der Taufhandlung steht es für Reinigung, neues Leben und Zugehörigkeit.
Bei der Taufe steht Wasser für neues Leben
Bei einer Taufe wird ein Mensch mit Wasser übergossen, besprengt oder vollständig untergetaucht. Dabei wird in fast allen Kirchen der Name des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes genannt.
Taufe
Die Taufe ist eine einmalige christliche Handlung mit Wasser. Sie drückt die Verbindung mit Christus und der christlichen Gemeinschaft aus. Viele Kirchen verstehen sie zugleich als wirksames Handeln und Zusage Gottes.
Das Wasser kann mehrere zusammengehörige Bedeutungen ausdrücken:
- Reinigung: Belastendes und Schuld werden nicht als das Letzte angesehen.
- Neubeginn: Der getaufte Mensch beginnt ein Leben in der Verbindung mit Christus.
- Tod und neues Leben: Untertauchen und Auftauchen können an Tod und Auferstehung Jesu erinnern.
- Zugehörigkeit: Die Taufe nimmt einen Menschen sichtbar in die christliche Gemeinschaft auf.
Christliche Kirchen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. In katholischen, orthodoxen und evangelischen Kirchen gilt die Taufe vor allem als Handeln und Zusage Gottes. Deshalb können dort auch Säuglinge getauft werden. Eltern und Paten begleiten ihren weiteren Glaubensweg.
Baptistische und viele andere freikirchliche Gemeinden taufen Menschen erst nach einem persönlichen Glaubensbekenntnis. Dort kann auch ein Kind getauft werden, wenn es seinen eigenen Glauben und seinen Taufwunsch verständlich ausdrücken kann. Ein bestimmtes Alter gilt dabei nicht überall als feste Grenze.
Kirchen, die die Taufe praktizieren, taufen auch Erwachsene. Der Streitpunkt ist vor allem, ob auch ein Säugling getauft werden soll oder ob zuerst ein eigenes Glaubensbekenntnis nötig ist.
Trotz der Unterschiede gilt eine christliche Taufe grundsätzlich als einmalig. Viele Kirchen erkennen eine Taufe gegenseitig an, wenn sie mit Wasser, im Namen des dreieinigen Gottes und mit der Absicht vollzogen wurde, christlich zu taufen.
Beim Abendmahl werden Brot und Kelch geteilt
Das Abendmahl wird auch Eucharistie, Kommunion, Herrenmahl oder Brotbrechen genannt. Die Feier erinnert an Jesu letztes Mahl mit seinen Jüngern.
Abendmahl
Beim Abendmahl teilt eine christliche Gemeinde Brot und Wein oder Traubensaft. Sie erinnert an Jesus und feiert ihre Verbindung mit Christus und untereinander.
Die Zeichen haben mehrere Bedeutungen:
- Brot: Jesus gibt sich für die Menschen hin und stärkt sie wie Brot auf einem Weg.
- Kelch: Wein oder Traubensaft erinnert an Jesu Hingabe und an den neuen Bund, also Gottes verlässliche Zusage.
- Teilen: Viele Menschen empfangen gemeinsam und werden dadurch als Gemeinschaft sichtbar.
- Erinnern und hoffen: Die Feier blickt auf Jesu letztes Mahl zurück und zugleich auf Gottes zukünftiges Fest voraus.
Viele einzelne Körner werden zu einem Brot. Dieses Bild hilft zu verstehen: Die Teilnehmenden bleiben verschiedene Menschen und gehören dennoch zu einer Gemeinschaft.
Kirchen erklären die Gegenwart Christi beim Abendmahl unterschiedlich. In katholischer Lehre werden Brot und Wein ihrem Wesen nach Leib und Blut Christi. Lutherische Kirchen betonen, dass Brot und Wein bleiben und Christus dennoch wirklich gegenwärtig ist. Reformierte und viele freikirchliche Gemeinden heben stärker Erinnerung, Glauben und die Zeichenbedeutung hervor.
Diese Unterschiede bedeuten nicht, dass eine Seite das Mahl ernst nimmt und die andere nicht. Sie beantworten vielmehr die Frage verschieden, wie Christus in der Feier gegenwärtig ist.
Auch die Teilnahme wird unterschiedlich geregelt. In vielen evangelischen Gemeinden sind getaufte Kinder nach altersgemäßer Vorbereitung eingeladen. In orthodoxen Kirchen können bereits getaufte Kleinkinder die Eucharistie empfangen. Viele katholische Kinder nehmen nach einer Vorbereitung erstmals an der Eucharistie teil. Diese Feier heißt Erstkommunion. In manchen Freikirchen steht das persönliche Glaubensbekenntnis stärker im Mittelpunkt; dort können auch glaubende, noch nicht getaufte Kinder eingeladen sein.
Taufe und Abendmahl gehören zusammen, sind aber verschieden
Beide Handlungen machen christliche Verbundenheit sinnlich erfahrbar:
| Frage | Taufe | Abendmahl |
|---|---|---|
| Was ist sichtbar? | Wasser | Brot und Kelch |
| Was wird besonders ausgedrückt? | Neubeginn und Zugehörigkeit | Erinnerung, Stärkung und Gemeinschaft |
| Wie oft geschieht es? | grundsätzlich einmal | wiederholt |
| Wer handelt gemeinsam? | Täufling, taufende Person und Gemeinde | die versammelte Mahlgemeinschaft |
| Wo unterscheiden sich Kirchen? | Wirkung, Taufalter und Form | Gegenwart Christi und Teilnahme |
Die Taufe bezeichnet den einmaligen Beginn der sichtbaren Zugehörigkeit. Das Abendmahl stärkt und feiert diese Gemeinschaft immer wieder. Wie genau beides zusammengehört, erklären die Kirchen unterschiedlich.
Taufe und Abendmahl dürfen nicht mit anderen Feiern verwechselt werden:
- Erstkommunion bezeichnet die erste Teilnahme eines katholischen Kindes an der Eucharistie nach einer Vorbereitung.
- Konfirmation ist eine evangelische Feier. Sie erinnert an die Taufe und verbindet öffentliches Glaubensbekenntnis, Fürbitte und Segen. Sie ist nicht die Taufe und wird zunehmend nicht mehr als notwendige erste Erlaubnis zum Abendmahl verstanden.
- Firmung ist ein katholisches Sakrament, das Getaufte im Glauben bestärkt. Sie ist weder Taufe noch Erstkommunion.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die Taufe wird grundsätzlich gefeiert. Das Abendmahl wird gefeiert. Die erste Teilnahme eines katholischen Kindes an der Eucharistie heißt .
So verhältst du dich bei einer Feier respektvoll
Religiöse Feiern können Menschen sehr wichtig sein. Respekt bedeutet aber nicht, dass du selbst glauben oder an jeder Handlung teilnehmen musst.
- Informiere dich vorher. Frage, welche Bedeutung die Feier hat und wer teilnehmen darf.
- Beobachte aufmerksam. Bleibe ruhig und störe andere nicht absichtlich.
- Entscheide freiwillig. Niemand sollte durch Spott, Gruppendruck oder Überredung zu einem Bekenntnis oder zur Teilnahme gedrängt werden.
- Beachte die Regeln vor Ort. Gemeinden regeln die Teilnahme am Abendmahl unterschiedlich.
- Frage respektvoll nach. Formuliere zum Beispiel: „Was bedeutet diese Handlung für euch?“
- Verwechsle Teilnahme und Mitgliedschaft nicht. Wer eine Feier beobachtet oder daran teilnimmt, wird dadurch nicht in jeder Kirche automatisch Mitglied.
Wenn du bei der Austeilung nicht teilnehmen möchtest oder nicht weißt, was gilt, kannst du vorher eine verantwortliche Person fragen. In manchen Gemeinden ist statt des Empfangs von Brot und Kelch eine Segnung möglich.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Taufe und Abendmahl
- sichtbare Zeichen
- Wasser bei der Taufe
- Brot und Kelch beim Abendmahl
- gemeinsame Botschaft
- Verbindung mit Christus
- Zugehörigkeit zur Gemeinschaft
- Gottes Zusage
- wichtige Unterschiede
- Taufe einmalig
- Abendmahl wiederholt
- konfessionelle Deutungen
- weitere Feiern
- Erstkommunion katholisch
- Konfirmation evangelisch
- Firmung katholisch
- respektvolles Verhalten
- informieren
- freiwillig entscheiden
- Regeln beachten
- sichtbare Zeichen
Abschluss-Check
Du kannst Taufe und Abendmahl nun an ihren Zeichen erkennen, ihre Grundbedeutung erklären und konfessionelle Unterschiede benennen. Entscheidend ist: Unterschiede werden sachlich beschrieben, und die Teilnahme an einer religiösen Handlung bleibt freiwillig.
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