Weihnachten: Bedeutung, Bibel und Bräuche
An Weihnachten feiern Christinnen und Christen die Geburt Jesu Christi. Die zentrale Glaubensaussage lautet: In Jesus wird Gott Mensch und kommt den Menschen nahe. Familienbräuche, Geschenke und Weihnachtswerbung gehören für viele Menschen ebenfalls zum Fest, sind aber nicht mit seiner religiösen Bedeutung gleichzusetzen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was feiern Christinnen und Christen?
Weihnachten ist das christliche Fest der Geburt Jesu. Christinnen und Christen glauben, dass Jesus der erwartete Messias, also der Retter, ist. Seine Geburt steht deshalb für Hoffnung, Heil und einen neuen Anfang.
Menschwerdung
Menschwerdung bedeutet im christlichen Glauben: Gott zeigt sich in Jesus als Mensch und teilt das menschliche Leben. Die Aussage beschreibt eine Glaubensdeutung und keine naturwissenschaftlich prüfbare Beobachtung.
Die einfachen Umstände der Geburt sind für diese Deutung wichtig. Jesus kommt nicht in einem Palast zur Welt, sondern wird in eine Krippe gelegt. Darin erkennen Christinnen und Christen ein Zeichen dafür, dass Gott den Menschen in Armut und Verletzlichkeit nahekommt.
Die christliche Weihnachtsbotschaft verbindet Geburt, Gottes Nähe, Hoffnung und Liebe miteinander.
Wie erzählen Lukas und Matthäus von Jesu Geburt?
Im Neuen Testament erzählen die Evangelien nach Lukas und Matthäus von Jesu Geburt. Ein Evangelium ist eine biblische Schrift über Jesus und seine Bedeutung. Die beiden Erzählungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte.
Die Erzählung bei Lukas
Maria und Josef gehen nach Bethlehem, um sich in eine Steuerliste eintragen zu lassen. Dort wird Jesus geboren. Weil sie keine Unterkunft finden, wird das gewickelte Kind in eine Krippe gelegt. Hirten erfahren durch einen Engel, dass der Retter geboren sei.
Die Erzählung bei Matthäus
Matthäus berichtet von Sterndeutern aus dem Osten. Ein Stern führt sie zu Jesus. Sie bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe. Außerdem erzählt Matthäus von König Herodes, der das Kind bedroht.
Die verbreitete Bezeichnung Heilige Drei Könige gehört zur späteren Tradition. Im zugrunde liegenden Bericht werden Sterndeuter aus dem Osten genannt.
Auf einer Weihnachtskrippe siehst du Maria, Josef, das Kind, Hirten und Sterndeuter. Diese Darstellung verbindet Motive aus beiden Evangelien:
- Die Hirten gehören zur Erzählung bei Lukas.
- Die Sterndeuter und ihre Gaben gehören zur Erzählung bei Matthäus.
Die Krippe ist daher keine genaue Abbildung nur eines biblischen Berichts, sondern eine zusammengeführte Darstellung.
Wie wird die Weihnachtsbotschaft gedeutet?
Die Geburtserzählungen berichten nicht nur von einem Kind. Im christlichen Glauben erhalten ihre Motive eine besondere Bedeutung.
| Motiv | Beobachtung in der Erzählung oder Praxis | Christliche Deutung |
|---|---|---|
| Krippe | Jesus wird unter einfachen Umständen geboren. | Gott kommt den Menschen nahe, auch den Armen und Verletzlichen. |
| Engel | Die Hirten hören eine Botschaft von der Geburt des Retters. | Die Geburt bringt Hoffnung und Freude. |
| Gaben | Die Sterndeuter bringen kostbare Geschenke. | Jesus wird als besonders bedeutsam anerkannt. |
| Licht | In der dunklen Jahreszeit spielen Sterne und Lichter eine große Rolle. | Jesus wird als Licht verstanden, das Hoffnung in die Dunkelheit bringt. |
Eine Deutung erklärt, welche Bedeutung ein Motiv für glaubende Menschen haben kann. Sie muss von der bloßen Beobachtung unterschieden werden. Die Beobachtung lautet beispielsweise: „In der Krippe liegt ein Kind.“ Eine christliche Deutung lautet: „Die bescheidene Geburt zeigt Gottes Nähe.“
Ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum ist zunächst ein Familienbrauch. Christlich gedeutet kann das Schenken an Jesus als Geschenk Gottes und an die Freude über seine Geburt erinnern. Ein Geschenk kann aber auch ohne religiöse Absicht überreicht oder in der Werbung zum Kaufanreiz werden.
Warum feiern viele Menschen am 24. und 25. Dezember?
Das tatsächliche Geburtsdatum Jesu ist unbekannt. Weder die Bibel noch die im Ausgangsmaterial genannten historischen Dokumente geben einen Geburtstag an. Der 25. Dezember wurde erst später als Festtag bestimmt; eine Feier an diesem Datum ist für das Jahr 336 in Rom belegt.
Eine mögliche Erklärung für die Wahl des Datums ist die Nähe zur antiken Wintersonnenwende. Wenn die Tage wieder länger werden, passt das zunehmende Licht zur christlichen Deutung Jesu als „Licht der Welt“. Diese Erklärung ist möglich, aber nicht sicher belegt.
Der Weihnachtsabend am 24. Dezember gehört bereits zum Festbeginn. Das lässt sich mit einer älteren Zeitrechnung erklären, nach der ein neuer Tag bei Sonnenuntergang begann. Der liturgische Hauptfesttag ist der 25. Dezember. In Deutschland sind der 25. und 26. Dezember gesetzliche Feiertage; der 24. Dezember ist grundsätzlich kein gesetzlicher Feiertag.
Einige orthodoxe Kirchen richten kirchliche Termine nach dem Julianischen Kalender. Deshalb feiern viele orthodoxe Christinnen und Christen Weihnachten am Abend des 6. und am 7. Januar.
Der Advent ist die Vorbereitungs- und Wartezeit vor Weihnachten. Mit dem ersten Advent beginnt zugleich ein neues Kirchenjahr. Adventskalender und Adventskranz gestalten diese Wartezeit und steigern für viele Menschen die Vorfreude.
Was gehört heute zu Weihnachten?
Menschen erleben Weihnachten sehr unterschiedlich. Für Christinnen und Christen kann ein Gottesdienst die Geburt Jesu und ihre Glaubensbedeutung in den Mittelpunkt stellen. Die Christmette ist ein Gottesdienst in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember.
Daneben gibt es Familienbräuche wie gemeinsames Essen, Bescherung, Weihnachtsbaum oder Krippe. Manche Menschen feiern Weihnachten vor allem als Familien- und Kulturfest. Andere feiern es gar nicht.
Auch Werbung und Konsum prägen die Weihnachtszeit. Sie nutzen Bilder wie Lichter, Geschenke und Gemeinschaft, verfolgen dabei aber häufig das Ziel, Waren zu verkaufen. Dasselbe Symbol kann daher verschiedene Bedeutungen haben.
| Perspektive | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| religiös | Welche Glaubensaussage wird ausgedrückt? | Die Krippe erinnert an Jesu Geburt und Gottes Nähe. |
| familiär oder kulturell | Wie gestalten Menschen ihr Zusammensein? | Eine Familie isst gemeinsam und tauscht Geschenke aus. |
| kommerziell | Wie wird das Fest zum Verkauf genutzt? | Eine Werbung verbindet ein Produkt mit Weihnachtsgefühlen. |
Weihnachten ist nicht für alle Menschen eine unbeschwerte Zeit. Erwartungen, Stress, Sorgen oder Einsamkeit können ebenfalls zum Erleben des Festes gehören. Ein sachlicher Vergleich sollte deshalb unterschiedliche Erfahrungen sichtbar lassen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die Geburt Jesu ist die des christlichen Festes. Eine gemeinsame Bescherung ist ein . Eine Anzeige, die mit Weihnachtsstimmung zum Kauf auffordert, gehört zur . Die Aussage „Die Krippe zeigt Gottes Nähe“ ist eine christliche .
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Weihnachten
- biblische Erzählungen
- Lukas: Krippe, Engel und Hirten
- Matthäus: Stern, Sterndeuter und Herodes
- christliche Bedeutung
- Menschwerdung und Gottes Nähe
- Hoffnung, Liebe und Heil
- Festzeit
- Advent als Vorbereitung
- Festbeginn am 24. Dezember, Hauptfesttag am 25. Dezember
- heutige Praxis
- Gottesdienst und religiöse Symbole
- Familienbräuche, Kultur und Konsum
- biblische Erzählungen
Abschluss-Check
Wenn du die Geburtserzählungen auseinanderhalten, ihre christliche Deutung erklären und heutige Formen des Festes unterscheiden kannst, hast du den Kern von Weihnachten verstanden.
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