Religion

Weihnachten: Bedeutung, Bibel und Bräuche

Weihnachten: Bedeutung, Bibel und Bräuche
Weihnachten: Bedeutung, Bibel und Bräuche
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An Weihnachten feiern Christinnen und Christen die Geburt Jesu Christi. Die zentrale Glaubensaussage lautet: In Jesus wird Gott Mensch und kommt den Menschen nahe. Familienbräuche, Geschenke und Weihnachtswerbung gehören für viele Menschen ebenfalls zum Fest, sind aber nicht mit seiner religiösen Bedeutung gleichzusetzen.

Deine Lernziele

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Was feiern Christinnen und Christen?

Weihnachten ist das christliche Fest der Geburt Jesu. Christinnen und Christen glauben, dass Jesus der erwartete Messias, also der Retter, ist. Seine Geburt steht deshalb für Hoffnung, Heil und einen neuen Anfang.

Definition

Menschwerdung

Menschwerdung bedeutet im christlichen Glauben: Gott zeigt sich in Jesus als Mensch und teilt das menschliche Leben. Die Aussage beschreibt eine Glaubensdeutung und keine naturwissenschaftlich prüfbare Beobachtung.

Die einfachen Umstände der Geburt sind für diese Deutung wichtig. Jesus kommt nicht in einem Palast zur Welt, sondern wird in eine Krippe gelegt. Darin erkennen Christinnen und Christen ein Zeichen dafür, dass Gott den Menschen in Armut und Verletzlichkeit nahekommt.

Merke

Die christliche Weihnachtsbotschaft verbindet Geburt, Gottes Nähe, Hoffnung und Liebe miteinander.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage trifft die religiöse Kernbedeutung von Weihnachten?
Lösung: Christinnen und Christen feiern die Geburt Jesu und Gottes Nähe zu den Menschen. — Im Mittelpunkt des christlichen Festes steht die Geburt Jesu. Bräuche können diese Botschaft ausdrücken, sind aber nicht ihr Ursprung.
Wie erzählen Lukas und Matthäus von Jesu Geburt?

Im Neuen Testament erzählen die Evangelien nach Lukas und Matthäus von Jesu Geburt. Ein Evangelium ist eine biblische Schrift über Jesus und seine Bedeutung. Die beiden Erzählungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

Die Erzählung bei Lukas

Maria und Josef gehen nach Bethlehem, um sich in eine Steuerliste eintragen zu lassen. Dort wird Jesus geboren. Weil sie keine Unterkunft finden, wird das gewickelte Kind in eine Krippe gelegt. Hirten erfahren durch einen Engel, dass der Retter geboren sei.

Die Erzählung bei Matthäus

Matthäus berichtet von Sterndeutern aus dem Osten. Ein Stern führt sie zu Jesus. Sie bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe. Außerdem erzählt Matthäus von König Herodes, der das Kind bedroht.

Die verbreitete Bezeichnung Heilige Drei Könige gehört zur späteren Tradition. Im zugrunde liegenden Bericht werden Sterndeuter aus dem Osten genannt.

Beispiel

Auf einer Weihnachtskrippe siehst du Maria, Josef, das Kind, Hirten und Sterndeuter. Diese Darstellung verbindet Motive aus beiden Evangelien:

  • Die Hirten gehören zur Erzählung bei Lukas.
  • Die Sterndeuter und ihre Gaben gehören zur Erzählung bei Matthäus.

Die Krippe ist daher keine genaue Abbildung nur eines biblischen Berichts, sondern eine zusammengeführte Darstellung.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Zuordnung ist richtig?
Lösung: Hirten: Lukas; Sterndeuter: Matthäus — Lukas und Matthäus erzählen nicht dieselben Einzelheiten. Eine traditionelle Krippendarstellung verbindet häufig Motive aus beiden Texten.
Frage 2 von 2MittelDu entdeckst in einer Krippe einen Stern, Sterndeuter und Hirten. Was kannst du daraus schließen?
Lösung: Die Darstellung verbindet Motive aus den Erzählungen bei Matthäus und Lukas. — Der Stern und die Sterndeuter verweisen auf Matthäus, die Hirten auf Lukas. Zur Deutung musst du die Motive getrennt zuordnen.
Wie wird die Weihnachtsbotschaft gedeutet?

Die Geburtserzählungen berichten nicht nur von einem Kind. Im christlichen Glauben erhalten ihre Motive eine besondere Bedeutung.

MotivBeobachtung in der Erzählung oder PraxisChristliche Deutung
KrippeJesus wird unter einfachen Umständen geboren.Gott kommt den Menschen nahe, auch den Armen und Verletzlichen.
EngelDie Hirten hören eine Botschaft von der Geburt des Retters.Die Geburt bringt Hoffnung und Freude.
GabenDie Sterndeuter bringen kostbare Geschenke.Jesus wird als besonders bedeutsam anerkannt.
LichtIn der dunklen Jahreszeit spielen Sterne und Lichter eine große Rolle.Jesus wird als Licht verstanden, das Hoffnung in die Dunkelheit bringt.

Eine Deutung erklärt, welche Bedeutung ein Motiv für glaubende Menschen haben kann. Sie muss von der bloßen Beobachtung unterschieden werden. Die Beobachtung lautet beispielsweise: „In der Krippe liegt ein Kind.“ Eine christliche Deutung lautet: „Die bescheidene Geburt zeigt Gottes Nähe.“

Beispiel

Ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum ist zunächst ein Familienbrauch. Christlich gedeutet kann das Schenken an Jesus als Geschenk Gottes und an die Freude über seine Geburt erinnern. Ein Geschenk kann aber auch ohne religiöse Absicht überreicht oder in der Werbung zum Kaufanreiz werden.

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Frage 1 von 1MittelWelche Aussage trennt Beobachtung und Deutung korrekt?
Lösung: Beobachtung: Jesus wird in eine Krippe gelegt. Deutung: Seine bescheidene Geburt kann Gottes Nähe ausdrücken. — Eine Beobachtung beschreibt, was erzählt oder wahrgenommen wird. Eine Deutung erklärt die mögliche religiöse Bedeutung und nennt, aus welcher Perspektive sie gilt.
Warum feiern viele Menschen am 24. und 25. Dezember?

Das tatsächliche Geburtsdatum Jesu ist unbekannt. Weder die Bibel noch die im Ausgangsmaterial genannten historischen Dokumente geben einen Geburtstag an. Der 25. Dezember wurde erst später als Festtag bestimmt; eine Feier an diesem Datum ist für das Jahr 336 in Rom belegt.

Eine mögliche Erklärung für die Wahl des Datums ist die Nähe zur antiken Wintersonnenwende. Wenn die Tage wieder länger werden, passt das zunehmende Licht zur christlichen Deutung Jesu als „Licht der Welt“. Diese Erklärung ist möglich, aber nicht sicher belegt.

Der Weihnachtsabend am 24. Dezember gehört bereits zum Festbeginn. Das lässt sich mit einer älteren Zeitrechnung erklären, nach der ein neuer Tag bei Sonnenuntergang begann. Der liturgische Hauptfesttag ist der 25. Dezember. In Deutschland sind der 25. und 26. Dezember gesetzliche Feiertage; der 24. Dezember ist grundsätzlich kein gesetzlicher Feiertag.

Einige orthodoxe Kirchen richten kirchliche Termine nach dem Julianischen Kalender. Deshalb feiern viele orthodoxe Christinnen und Christen Weihnachten am Abend des 6. und am 7. Januar.

Gut zu wissen

Der Advent ist die Vorbereitungs- und Wartezeit vor Weihnachten. Mit dem ersten Advent beginnt zugleich ein neues Kirchenjahr. Adventskalender und Adventskranz gestalten diese Wartezeit und steigern für viele Menschen die Vorfreude.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage zum Weihnachtsdatum ist fachlich richtig?
Lösung: Das tatsächliche Geburtsdatum Jesu ist unbekannt; der 25. Dezember wurde später als Festtag festgelegt. — Eine Weihnachtsfeier am 25. Dezember ist für das Jahr 336 in Rom belegt. Die Lichtsymbolik ist eine mögliche Erklärung für die Datumswahl, keine gesicherte Tatsache.
Was gehört heute zu Weihnachten?

Menschen erleben Weihnachten sehr unterschiedlich. Für Christinnen und Christen kann ein Gottesdienst die Geburt Jesu und ihre Glaubensbedeutung in den Mittelpunkt stellen. Die Christmette ist ein Gottesdienst in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember.

Daneben gibt es Familienbräuche wie gemeinsames Essen, Bescherung, Weihnachtsbaum oder Krippe. Manche Menschen feiern Weihnachten vor allem als Familien- und Kulturfest. Andere feiern es gar nicht.

Auch Werbung und Konsum prägen die Weihnachtszeit. Sie nutzen Bilder wie Lichter, Geschenke und Gemeinschaft, verfolgen dabei aber häufig das Ziel, Waren zu verkaufen. Dasselbe Symbol kann daher verschiedene Bedeutungen haben.

PerspektiveLeitfrageBeispiel
religiösWelche Glaubensaussage wird ausgedrückt?Die Krippe erinnert an Jesu Geburt und Gottes Nähe.
familiär oder kulturellWie gestalten Menschen ihr Zusammensein?Eine Familie isst gemeinsam und tauscht Geschenke aus.
kommerziellWie wird das Fest zum Verkauf genutzt?Eine Werbung verbindet ein Produkt mit Weihnachtsgefühlen.

Weihnachten ist nicht für alle Menschen eine unbeschwerte Zeit. Erwartungen, Stress, Sorgen oder Einsamkeit können ebenfalls zum Erleben des Festes gehören. Ein sachlicher Vergleich sollte deshalb unterschiedliche Erfahrungen sichtbar lassen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Die Geburt Jesu ist die des christlichen Festes. Eine gemeinsame Bescherung ist ein . Eine Anzeige, die mit Weihnachtsstimmung zum Kauf auffordert, gehört zur . Die Aussage „Die Krippe zeigt Gottes Nähe“ ist eine christliche .

Lösungen: Lücke 1: religiöse Bedeutung; Lücke 2: Familienbrauch; Lücke 3: kommerziellen Gestaltung; Lücke 4: Deutung. Frage jeweils: Geht es um Glauben, um die Gestaltung des Zusammenlebens oder um den Verkauf? Ein Gegenstand kann je nach Zusammenhang mehr als eine Rolle haben.
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Frage 1 von 1SchwerEine Werbung zeigt eine Krippe und fordert zum Kauf eines teuren Produkts auf. Welche Beurteilung ist am genauesten?
Lösung: Die Krippe besitzt eine christliche Bedeutung, wird hier aber zugleich für ein kommerzielles Ziel eingesetzt. — Symbole können in mehreren Zusammenhängen verwendet werden. Eine gute Analyse benennt sowohl ihre religiöse Herkunft als auch ihre Funktion in der konkreten Darstellung.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Weihnachten
    • biblische Erzählungen
      • Lukas: Krippe, Engel und Hirten
      • Matthäus: Stern, Sterndeuter und Herodes
    • christliche Bedeutung
      • Menschwerdung und Gottes Nähe
      • Hoffnung, Liebe und Heil
    • Festzeit
      • Advent als Vorbereitung
      • Festbeginn am 24. Dezember, Hauptfesttag am 25. Dezember
    • heutige Praxis
      • Gottesdienst und religiöse Symbole
      • Familienbräuche, Kultur und Konsum
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas ist die zentrale christliche Aussage von Weihnachten?
Lösung: In Jesus wird Gott Mensch und kommt den Menschen nahe. — Die Weihnachtsbotschaft ist eine Glaubensaussage über Jesus. Festtermin und spätere Bräuche müssen davon unterschieden werden.
Frage 2 von 3MittelWelche Erklärung zum 25. Dezember ist angemessen formuliert?
Lösung: Die Lichtsymbolik rund um die Wintersonnenwende ist eine mögliche, aber nicht gesicherte Erklärung der Terminwahl. — Gute historische Aussagen unterscheiden zwischen einem belegten Festtermin, einer möglichen Erklärung und einem unbekannten Geburtsdatum.
Frage 3 von 3SchwerEine Familie besucht die Christmette, beschenkt sich und sieht anschließend Weihnachtswerbung. Wie lässt sich die Situation sinnvoll ordnen?
Lösung: Christmette: religiöse Praxis; Bescherung: Familienbrauch mit möglicher religiöser Deutung; Werbung: kommerzielle Gestaltung. — Unterscheide die religiöse Botschaft, die familiäre Gestaltung und die kommerzielle Nutzung. Dabei kann ein Brauch mehrere Bedeutungen verbinden.

Wenn du die Geburtserzählungen auseinanderhalten, ihre christliche Deutung erklären und heutige Formen des Festes unterscheiden kannst, hast du den Kern von Weihnachten verstanden.

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