Weihnachtsgeschichte: Ablauf, Quellen und Bedeutung
Die Weihnachtsgeschichte erzählt von der Geburt Jesu in Betlehem. Für Christinnen und Christen ist sie eine Glaubensgeschichte: Sie drückt aus, wer Jesus für sie ist und welche Hoffnung mit seiner Geburt verbunden ist. In der Bibel stehen zwei unterschiedliche Geburtserzählungen, eine bei Lukas und eine bei Matthäus. Das bekannte Krippenbild verbindet beide Erzählungen mit späteren Traditionen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was erzählt Lukas über Jesu Geburt?
Stell dir vor, du möchtest die Weihnachtsgeschichte erzählen: Was geschieht zuerst, und wer kommt zum Kind? Die Erzählung des Lukas gibt eine klare Folge vor.
Maria und Josef leben in Nazaret. Wegen einer angeordneten Zählung reisen sie nach Betlehem. Dort wird Jesus geboren. Maria wickelt ihn in Windeln und legt ihn in eine Krippe, also in einen Futtertrog, weil sie keinen anderen Platz in der Unterkunft haben.
In derselben Gegend hüten Hirten nachts ihre Schafe. Ein Engel verkündet ihnen große Freude: Jesus ist geboren. Weitere Engel sprechen von Gottes Ehre und Frieden. Die Hirten gehen nach Betlehem, finden Maria, Josef und das Kind und erzählen weiter, was sie gehört haben.
- 1. ReiseMaria und Josef reisen wegen einer Zählung von Nazaret nach Betlehem.
- 2. GeburtJesus wird geboren und in eine Krippe gelegt.
- 3. BotschaftEin Engel verkündet den Hirten die Geburt.
- 4. BesuchDie Hirten finden das Kind und erzählen die Botschaft weiter.
Bei Lukas gehören Krippe, Engel und Hirten zusammen. Ein Stern führt die Hirten dort nicht zum Kind.
Was erzählt Matthäus anders?
Matthäus setzt andere Schwerpunkte. Ein Engel erscheint Josef im Traum. Er erklärt, dass Marias Kind von Gott kommt, und fordert Josef auf, Maria zu sich zu nehmen. Josef gibt dem Kind den Namen Jesus.
Nach Jesu Geburt in Betlehem kommen Weise aus dem Osten. Sie beobachten Sterne und suchen den neugeborenen König der Juden. Ein besonderer Stern führt sie weiter. Sie finden Jesus mit Maria in einem Haus, verehren das Kind und schenken Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Matthäus nennt weder die Zahl noch die Namen der Weisen. Weil drei Geschenke genannt werden, entstand später die Vorstellung von drei Besuchern. Die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar und die Bezeichnung „Heilige Drei Könige“ gehören zur späteren Tradition.
Tradition
Eine Tradition ist etwas, das Menschen über längere Zeit weitergeben und gestalten. Eine Tradition kann eine biblische Erzählung anschaulich machen. Sie steht aber nicht automatisch selbst im Bibeltext.
Wie entstand das bekannte Krippenbild?
Auf vielen Weihnachtskrippen stehen Maria, Josef und Jesus neben Hirten, Königen, Stern, Ochs und Esel. Keine der beiden biblischen Erzählungen nennt diese ganze Gruppe gemeinsam. Das Krippenbild verbindet Motive aus Lukas und Matthäus und ergänzt spätere Traditionen.
| Motiv | Lukas | Matthäus | Spätere Tradition |
|---|---|---|---|
| Reise wegen einer Zählung | ja | nein | oft nacherzählt |
| Krippe, Engel und Hirten | ja | nein | Teil vieler Krippenspiele |
| Stern und Weise aus dem Osten | nein | ja | oft als drei Könige dargestellt |
| Gold, Weihrauch und Myrrhe | nein | ja | Zahl der Geschenke wird mit drei Besuchern verbunden |
| Ochs und Esel am Geburtsort | nein | nein | häufige Krippenfiguren |
| Namen Kaspar, Melchior und Balthasar | nein | nein | später überliefert |
Das bedeutet nicht, dass eine Weihnachtskrippe „falsch“ ist. Sie ist eine gestaltete Gesamtdarstellung. Wer genau arbeitet, sagt dazu, was im Bibeltext steht und was später ergänzt wurde.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Bei Lukas liegt Jesus in einer . Die Botschaft hören zuerst die . Bei Matthäus folgen Weise einem . Ochs und Esel gehören zum bekannten Krippenbild, werden aber in den beiden biblischen Geburtserzählungen .
Welche Botschaft steckt in der Geschichte?
Eine Glaubensgeschichte erzählt nicht nur, was geschieht. Sie deutet auch, was das Geschehen für Glaubende bedeutet.
Bei Lukas verkündet der Engel „große Freude“ und spricht von Frieden. Ausgerechnet Hirten erhalten die Botschaft und finden das Kind in einer einfachen Krippe. Die Erzählung verbindet Jesus deshalb mit Freude, Frieden und einer Botschaft, die gewöhnliche Menschen erreicht.
Bei Matthäus erhält Jesus den Namen Immanuel, erklärt als „Gott mit uns“. Die Weisen verehren ihn als besonderen König. Für Christinnen und Christen drückt die Erzählung damit aus: Gott kommt den Menschen in Jesus nahe. Jesu Bedeutung hängt nicht von Reichtum oder einem prächtigen Geburtsort ab.
Glaubensdeutung
Eine Glaubensdeutung erklärt, welche religiöse Bedeutung eine Erzählung für Glaubende hat. Sie ist nicht dasselbe wie ein Beweis dafür, dass jedes Detail historisch genau so geschehen ist.
Beobachtung: Lukas erzählt, dass Jesus in einer Krippe liegt und Hirten die Botschaft hören.
Deutung: Christinnen und Christen können darin die Hoffnung erkennen, dass Gottes Nähe nicht nur mächtigen oder reichen Menschen gilt.
Die Deutung wird begründet, weil sie an konkrete Motive der Erzählung anknüpft.
Wie erzählst und deutest du selbst?
Eine gute Nacherzählung ist geordnet, bleibt bei den gewählten Motiven und nennt die Bedeutung nicht als unbegründete Behauptung.
- Wähle deine Grundlage: Erzählst du nach Lukas, nach Matthäus oder ausdrücklich als verbundene Krippentradition?
- Ordne die Ereignisse: Frage bei jedem Schritt: Was geschieht davor, was danach?
- Nenne handelnde Personen genau: Bei Lukas hören Hirten den Engel; bei Matthäus folgen Weise dem Stern.
- Kennzeichne Ergänzungen: Sage zum Beispiel: „In vielen Krippen werden außerdem Ochs und Esel dargestellt.“
- Begründe die Bedeutung: Verbinde eine Beobachtung mit einer Deutung, etwa Krippe und Hirten mit der Hoffnung auf Gottes Nähe für einfache Menschen.
Deine Schreibaufgabe
Wähle genau eine biblische Fassung: Lukas oder Matthäus.
- Schreibe in vier bis sechs eigenen Sätzen eine geordnete Nacherzählung dieser Fassung.
- Verwende nur Motive, die zu deiner gewählten Fassung gehören.
- Wähle ein konkretes Motiv aus deiner Nacherzählung. Formuliere dazu in ein bis zwei Sätzen, welche Hoffnung Christinnen und Christen darin erkennen können.
Schreibe zuerst selbst. Vergleiche deinen Text erst danach mit dem Beispiel und den Prüfkriterien.
Kurze Nacherzählung nach Lukas: Maria und Josef reisen nach Betlehem. Dort wird Jesus geboren und in eine Krippe gelegt. Ein Engel verkündet Hirten die Geburt. Sie gehen zum Kind und erzählen die frohe Botschaft weiter.
Begründete Deutung: Dass zuerst Hirten die Botschaft hören, kann zeigen: Die Freude über Jesu Geburt gilt nicht nur wichtigen und mächtigen Menschen.
Prüfe deine Antwort
Dein Text erfüllt die Aufgabe, wenn du alle vier Fragen mit Ja beantworten kannst:
- Reihenfolge: Folgen die Ereignisse in deiner gewählten Fassung sinnvoll aufeinander?
- Herkunft: Hast du nur Lukas-Motive oder nur Matthäus-Motive verwendet? Wenn etwa Hirten und Weise zusammen auftreten, hast du die Fassungen vermischt; für diese Aufgabe streichst du das Motiv der anderen Fassung.
- Beobachtung: Nennst du für deine Deutung ein konkretes Motiv, zum Beispiel Krippe, Hirten, Immanuel oder die Verehrung durch die Weisen?
- Deutung: Erklärst du mit Wörtern wie „kann zeigen“ oder „drückt für Christen aus“, welche Hoffnung dieses Motiv trägt? Wenn du nur behauptest, etwas sei bewiesen, fehlt der Schritt von der Beobachtung zur Glaubensdeutung.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Weihnachtsgeschichte
- Lukas: Reise, Krippe, Engel und Hirten
- Matthäus: Josefs Traum, Stern, Weise und Geschenke
- Krippentradition: Motive verbunden und ergänzt
- Glaubensdeutung: Gottes Nähe, Freude, Frieden und Hoffnung
- Genaues Arbeiten: Beobachtung, Herkunft und Bedeutung unterscheiden
Abschluss-Check
Produktionsaufgabe
Du gestaltest einen kurzen Audiotext für eine Weihnachtsausstellung.
- Schreibe nach Matthäus eine neue Nacherzählung in vier bis sechs Sätzen: Beginne mit Josefs Traum und erzähle dann vom Besuch der Weisen.
- Halte die Ereignisfolge ein und mische keine Motive aus Lukas oder späterer Tradition hinein.
- Wähle ein Motiv deines Textes und erkläre in ein bis zwei Sätzen, welche christliche Hoffnung es ausdrücken kann.
Kontrolliere anschließend mit drei Fragen: Folgen Josefs Traum, Jesu Geburt und der Besuch der Weisen in schlüssiger Reihenfolge? Gehört jedes Motiv zu Matthäus? Verbindet die Deutung eine konkrete Beobachtung nachvollziehbar mit Gottes Nähe oder Jesu besonderer Bedeutung? Ein „Nein“ zeigt dir den nächsten Schritt: ordnen, ein fremdes Motiv entfernen oder die Deutung am Motiv begründen.
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