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Betriebsabrechnungsbogen: BAB einfach erklärt

Betriebsabrechnungsbogen: BAB einfach erklärt
Betriebsabrechnungsbogen: BAB einfach erklärt
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Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) verteilt Gemeinkosten möglichst verursachungsgerecht auf Kostenstellen. Danach kannst du Gemeinkostenzuschlagssätze berechnen und die Kosten auf Produkte weiterverrechnen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Welche Kosten gehören in den BAB?

Ein Unternehmen stellt mehrere Produkte her. Das Holz für einen bestimmten Tisch lässt sich diesem Tisch direkt zurechnen. Die Miete der gemeinsam genutzten Halle dagegen nicht. Für solche gemeinsam verursachten Kosten wird der BAB benötigt.

Definition

Einzelkosten

Einzelkosten lassen sich einem bestimmten Produkt oder Auftrag direkt zurechnen. Beispiele sind direkt verbrauchtes Fertigungsmaterial und produktbezogene Fertigungslöhne. Sie werden nicht als Gemeinkosten im BAB verteilt.

Definition

Gemeinkosten

Gemeinkosten fallen für mehrere Produkte oder Bereiche gemeinsam an. Beispiele sind Miete, Strom, Versicherungen oder allgemeine Gehälter. Sie werden direkt per Beleg oder mithilfe eines Verteilungsschlüssels Kostenstellen zugeordnet.

Eine Kostenstelle ist ein Bereich, in dem Kosten entstehen und gesammelt werden. Ein einfacher BAB arbeitet häufig mit diesen vier Hauptkostenstellen:

  • Material: zum Beispiel Einkauf und Lager
  • Fertigung: zum Beispiel Produktion und Arbeitsvorbereitung
  • Verwaltung: zum Beispiel Personal und Rechnungswesen
  • Vertrieb: zum Beispiel Verkauf, Werbung und Versand
Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Kosten gehören typischerweise als Gemeinkosten in den BAB?
Lösung: Die Miete einer von mehreren Bereichen genutzten Halle — Der BAB verteilt Kosten, die sich einem einzelnen Produkt nicht unmittelbar zurechnen lassen.
Wie ist ein BAB aufgebaut?

Der BAB ist eine Tabelle:

  • In den Zeilen stehen die Gemeinkostenarten, etwa Miete oder Energie.
  • In den Spalten stehen die Kostenstellen.
  • Am Ende jeder Kostenstellenspalte werden die zugeordneten Gemeinkosten addiert.
  • Unter den Summen stehen die Bezugsgrößen und die daraus berechneten Zuschlagssätze.

Ein einstufiger BAB enthält nur Hauptkostenstellen. Die Gemeinkosten werden unmittelbar auf Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb verteilt.

Ein mehrstufiger BAB enthält zusätzlich Hilfskostenstellen, auch Vorkostenstellen genannt. Beispiele sind Fuhrpark, Energie, Kantine oder Instandhaltung. Diese Stellen erbringen Leistungen für andere Kostenstellen; ihre Kosten müssen deshalb weitergegeben werden.

Merke

Einzelkosten gehen direkt zum Produkt. Gemeinkosten gehen zunächst zur Kostenstelle und anschließend über Zuschläge zum Produkt.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Im BAB stehen Kostenarten in den und Kostenstellen in den . Ein einstufiger BAB enthält nur . Nicht direkt produktbezogene Kosten heißen .

Lösungen: Lücke 1: Zeilen; Lücke 2: Spalten; Lücke 3: Hauptkostenstellen; Lücke 4: Gemeinkosten. Prüfe den Weg der Kosten: Gemeinkosten werden zeilenweise erfasst und auf die Kostenstellenspalten verteilt.
Wie verteilst du Gemeinkosten?

Ein Verteilungsschlüssel soll die Inanspruchnahme einer Leistung möglichst gut abbilden. Geeignete Grundlagen können sein:

Gemeinkostenartmögliche Verteilungsgrundlage
Mietegenutzte Fläche in Quadratmetern
Energiegemessener Verbrauch
Fuhrparkgefahrene Kilometer
GehälterLohn- oder Gehaltslisten
HilfsstoffeMaterialentnahmescheine
AbschreibungenWerte der genutzten Anlagen

Für Gesamtkosten $K$ und den Schlüsselwert $s_i$ einer Kostenstelle gilt:

$$K_i = K * s_i / sum(s)$$

Dabei ist $K_i$ der Kostenanteil der betrachteten Kostenstelle.

Beispiel

90.000 € Hilfsstoffaufwand werden im Verhältnis 4 : 9 : 3 : 2 verteilt.

  1. Schlüsselsumme: $4 + 9 + 3 + 2 = 18$
  2. Material: $90.000 € * 4 / 18 = 20.000 €$
  3. Fertigung: $90.000 € * 9 / 18 = 45.000 €$
  4. Verwaltung: $90.000 € * 3 / 18 = 15.000 €$
  5. Vertrieb: $90.000 € * 2 / 18 = 10.000 €$

Kontrolle: $20.000 € + 45.000 € + 15.000 € + 10.000 € = 90.000 €$. Damit wurde der vollständige Ausgangsbetrag verteilt.

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Frage 1 von 1MittelEine Miete von 24.000 € wird nach dem Flächenschlüssel 2 : 3 : 1 verteilt. Wie viel erhält die Kostenstelle mit dem Schlüsselwert 3?
Lösung: 12.000 € — Die Schlüsselsumme ist 6. Für die Kostenstelle gilt daher: $24.000 € * 3 / 6 = 12.000 €$.
Wie werden Hilfskostenstellen umgelegt?

Bei einem mehrstufigen BAB werden zunächst Kosten auf Hilfs- und Hauptkostenstellen gesammelt. Anschließend werden die Hilfskostenstellen entlastet.

Beim Anbauverfahren werden die Kosten einer Hilfskostenstelle nur auf Hauptkostenstellen verteilt. Leistungen zwischen Hilfskostenstellen bleiben unberücksichtigt.

Beim Stufenleiterverfahren werden Hilfskostenstellen in einer festgelegten Reihenfolge abgerechnet. Eine Hilfskostenstelle verteilt ihre Kosten auf die nachfolgenden Hilfs- und Hauptkostenstellen. Bereits empfangene Umlagen gehören zu dem Betrag, den sie weiterverteilt.

Beispiel: Die Kostenstelle Energie besitzt zunächst 180.000 € eigene Gemeinkosten und erhält 4.500 € vom Fuhrpark. Sie muss anschließend insgesamt 184.500 € verteilen.

Merke

Nach der vollständigen innerbetrieblichen Leistungsverrechnung sollen die abgerechneten Hilfskostenstellen keinen Kostenrest mehr enthalten. Prüfe deshalb sowohl ihre Endsalden als auch die Gesamtsumme.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine Hilfskostenstelle hat 30.000 € eigene Kosten und erhält vorher eine Umlage von 5.000 €. Welchen Betrag verteilt sie im Stufenleiterverfahren weiter?
Lösung: 35.000 € — Addiere eigene und empfangene Kosten: $30.000 € + 5.000 € = 35.000 €$.
Wie berechnest du Zuschlagssätze?

Nach allen Verteilungen addierst du die Gemeinkosten jeder Hauptkostenstelle. Anschließend setzt du diese Summe ins Verhältnis zur passenden Bezugsgröße:

$$Zuschlagssatz = Gemeinkosten / Bezugsgröße * 100$$

Typische Zuordnungen sind:

HauptkostenstelleBezugsgröße
MaterialMaterialeinzelkosten beziehungsweise Fertigungsmaterial
FertigungFertigungslöhne beziehungsweise Fertigungseinzelkosten
VerwaltungHerstellkosten des Umsatzes
VertriebHerstellkosten des Umsatzes
Beispiel

Die Materialkostenstelle enthält 61.470 € Gemeinkosten. Das Fertigungsmaterial beträgt 255.000 €.

$$61.470 / 255.000 * 100 = 24,11\%$$

Der Materialgemeinkostenzuschlag beträgt gerundet 24,11 %. Für 100 € Fertigungsmaterial werden in einer nachfolgenden Zuschlagskalkulation somit 24,11 € Materialgemeinkosten angesetzt.

Für Verwaltung und Vertrieb wird häufig die abgesetzte statt der nur produzierten Menge betrachtet. Deshalb können Bestandsveränderungen die Herstellkosten des Umsatzes verändern:

  • Eine Bestandsminderung wird hinzugerechnet.
  • Eine Bestandserhöhung wird abgezogen.

Beispiel:

$$61.470 + 139.930 + 255.000 + 75.000 + 3.000 - 3.750 = 530.650\,€$$

Die Herstellkosten des Umsatzes betragen hier 530.650 €.

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Frage 1 von 1MittelWelche Bezugsgröße verwendest du im üblichen einfachen BAB für den Fertigungsgemeinkostenzuschlag?
Lösung: die Fertigungslöhne — Fertigungsgemeinkosten werden im einfachen Zuschlagsschema durch die Fertigungslöhne geteilt und mit 100 multipliziert.
Wie prüfst und beurteilst du das Ergebnis?

Eine fertige Rechnung ist noch nicht automatisch eine gute Kostenverteilung. Führe drei Kontrollen durch:

  1. Abstimmung: Die Summe aller verteilten Beträge muss dem Ausgangsbetrag entsprechen.
  2. Entlastung: Abgerechnete Hilfskostenstellen dürfen keinen Kostenrest behalten.
  3. Begründung: Der Schlüssel muss zur Kostenursache passen.

Ein Schlüssel enthält immer eine Modellentscheidung. Wird die Miete nach Fläche verteilt, trägt eine flächenstarke Kostenstelle einen größeren Anteil. Würde derselbe Betrag zu gleichen Teilen verteilt, würden große Bereiche entlastet und kleine Bereiche stärker belastet. Die Gesamtkosten blieben gleich, aber Kostenstellensummen und Zuschlagssätze änderten sich.

Gut zu wissen

Ein hoher Zuschlagssatz ist nicht allein ein Rechenfehler. Er kann entstehen, wenn hohe Gemeinkosten auf eine kleine Bezugsgröße treffen. Prüfe dann zuerst Rechnung, Zeitraum und Bezugsgröße. Erst danach beurteilst du die Wirtschaftlichkeit.

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Frage 1 von 1SchwerEin Betrieb verteilt die Hallenmiete bisher nach Fläche. Nun soll jede Kostenstelle den gleichen Anteil tragen. Welche Wirkung ist sicher?
Lösung: Die Verteilung auf die Kostenstellen ändert sich, während die gesamte Miete gleich bleibt. — Ein anderer Schlüssel verändert die Aufteilung, nicht den zu verteilenden Gesamtbetrag oder die Kostenart.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Betriebsabrechnungsbogen
    • Kosten erfassen
      • Einzelkosten direkt zurechnen
      • Gemeinkosten im BAB verteilen
    • Kostenstellen bilden
      • Hauptkostenstellen
      • Hilfskostenstellen
    • Gemeinkosten verteilen
      • passende Schlüssel wählen
      • Hilfskostenstellen umlegen
    • Ergebnisse nutzen
      • Summen abstimmen
      • Zuschlagssätze berechnen
      • Schlüsselwirkung beurteilen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWoran erkennst du Gemeinkosten?
Lösung: Sie lassen sich einem einzelnen Produkt nicht unmittelbar zurechnen. — Entscheidend ist die fehlende direkte Zurechenbarkeit zu einem Produkt oder Auftrag.
Frage 2 von 3MittelGemeinkosten betragen 36.000 €, die Bezugsgröße 120.000 €. Wie hoch ist der Zuschlagssatz?
Lösung: 30 % — Rechne $36.000 / 120.000 * 100 = 30$.
Frage 3 von 3SchwerEine Kostenstelle nutzt 60 % der gesamten Hallenfläche, erhält bei einer Verteilung nach Fläche aber nur 25 % der Miete. Was solltest du zuerst vermuten?
Lösung: Der Schlüssel wurde falsch angewendet oder die Flächendaten stimmen nicht. — Bei einer reinen Flächenverteilung müssen 60 % der Bezugsgröße auch 60 % des zu verteilenden Mietbetrags ergeben.

Du beherrschst den BAB, wenn du den Kostenweg vollständig erklären kannst: Gemeinkosten erfassen, einen begründeten Schlüssel anwenden, Hilfskostenstellen entlasten, Hauptkostenstellen summieren, Zuschlagssätze berechnen und das Ergebnis abstimmen.

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