Wirtschaft

Kostenträgerzeitrechnung: UKV und GKV berechnen

Kostenträgerzeitrechnung: UKV und GKV berechnen
Kostenträgerzeitrechnung: UKV und GKV berechnen
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Die Kostenträgerzeitrechnung zeigt, welche Kosten und welches Betriebsergebnis in einer Abrechnungsperiode entstanden sind. Mit dem Umsatzkostenverfahren (UKV) oder dem Gesamtkostenverfahren (GKV) berücksichtigst du dabei auch Veränderungen der Lagerbestände.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Zeitrechnung oder Stückrechnung?

Ein Kostenträger ist ein Produkt oder eine Dienstleistung, dem beziehungsweise der Kosten zugerechnet werden. Die Kostenträgerrechnung beantwortet damit die Frage: Wofür sind die Kosten angefallen?

Definition

Kostenträgerzeitrechnung

Die Kostenträgerzeitrechnung betrachtet die Kosten eines Kostenträgers innerhalb einer Abrechnungsperiode, zum Beispiel eines Monats, Quartals oder Jahres. Werden zusätzlich die Erlöse einbezogen, entsteht eine kurzfristige Erfolgs- oder Betriebsergebnisrechnung.

Die Kostenträgerstückrechnung hat einen anderen Bezug: Sie berechnet die Kosten je hergestellter Leistungseinheit. Die Zeitrechnung fragt also nach der Periode, die Stückrechnung nach dem einzelnen Stück.

Merke

Zeitrechnung: Kosten oder Erfolg einer Periode. Stückrechnung: Kosten je Produkteinheit.

Die interne Betriebsergebnisrechnung dient der betrieblichen Steuerung. Sie ist nicht mit der handels- und steuerrechtlichen Gewinn-und-Verlust-Rechnung gleichzusetzen, auch wenn dort ebenfalls die Begriffe UKV und GKV verwendet werden.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Frage beantwortet die Kostenträgerzeitrechnung?
Lösung: Welches Betriebsergebnis wurde in einer Abrechnungsperiode erzielt? — Die Zeitrechnung bezieht sich auf eine Periode. Die Stückrechnung bezieht sich dagegen auf eine Leistungseinheit.
Warum verändern Lagerbestände das Ergebnis?

Produktion und Absatz müssen in einer Periode nicht gleich groß sein. Werden mehr Stück hergestellt als verkauft, wächst der Lagerbestand. Werden mehr Stück verkauft als hergestellt, wird Lagerbestand abgebaut.

  • Produktion > Absatz: Bestandsaufbau
  • Absatz > Produktion: Bestandsabbau
  • Produktion = Absatz: keine Bestandsveränderung

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich die Kosten zunächst auf die hergestellten Leistungen beziehen, die Umsatzerlöse aber nur auf die verkauften Leistungen.

Beispiel

Ein Betrieb produziert zwei gleiche Autos, verkauft aber nur eines. Die Herstellkosten betragen insgesamt 20.000 €, also 10.000 € je Auto.

Das verkaufte Auto erzeugt Umsatz. Das zweite Auto bleibt als Bestand im Lager. Seine Herstellkosten dürfen deshalb bei der Ergebnisrechnung nicht so behandelt werden, als wäre auch dieses Auto bereits verkauft worden.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Werden mehr Stück produziert als verkauft, liegt ein vor. Beim Bestandsabbau ist der größer als die Produktion. Stimmen Produktion und Absatz überein, gibt es .

Lösungen: Lücke 1: Bestandsaufbau; Lücke 2: Absatz; Lücke 3: keine Bestandsveränderung. Vergleiche stets Produktions- und Absatzmenge: Der nicht verkaufte Teil erhöht den Bestand, zusätzliche Verkäufe aus dem Lager vermindern ihn.
Wie funktioniert das Umsatzkostenverfahren?

Das Umsatzkostenverfahren (UKV) stellt den Umsatzerlösen die Herstellkosten der tatsächlich abgesetzten Leistungen gegenüber. Herstellkosten für erzeugte, aber noch nicht verkaufte Produkte werden nicht als Herstellkosten des Umsatzes abgezogen.

Vereinfacht gilt:

$$Betriebsergebnis = Umsatzerlöse - Herstellkosten\ der\ abgesetzten\ Leistungen - weitere\ betriebliche\ Kosten$$

Zu den weiteren betrieblichen Kosten können beispielsweise Vertriebskosten der Periode gehören.

Beispiel

Ein Betrieb produziert zwei gleiche Autos und verkauft eines für 20.000 €.

  • Herstellkosten für zwei Autos: 20.000 €
  • Herstellkosten je Auto: 20.000 € : 2 = 10.000 €
  • Vertriebskosten: 2.500 €

Nach dem UKV werden nur die Herstellkosten des verkauften Autos angesetzt:

Umsatzerlöse: 20.000 € − Herstellkosten des verkauften Autos: 10.000 € − Vertriebskosten: 2.500 € = Betriebsergebnis: 7.500 €

Der entscheidende Gedanke: Das zweite Auto ist noch im Lager und gehört daher nicht zu den Herstellkosten des Umsatzes.

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Frage 1 von 1MittelEin Betrieb produziert fünf Stück, verkauft aber nur vier. Welche Herstellkosten zieht das UKV vom Umsatz ab?
Lösung: Die Herstellkosten der vier verkauften Stück — Beim UKV entscheidet die Absatzmenge: Vom Umsatz werden die Herstellkosten der tatsächlich verkauften Stück und weitere betriebliche Kosten abgezogen.
Wie funktioniert das Gesamtkostenverfahren?

Das Gesamtkostenverfahren (GKV) stellt sämtlichen Kosten der Periode sämtliche Leistungen der Periode gegenüber. Zur Leistung gehören neben den Umsatzerlösen auch Bestandserhöhungen. Ein Bestandsabbau vermindert die Gesamtleistung.

Vereinfacht gilt:

$$Betriebsergebnis = Umsatzerlöse \mathbin{\pm} Bestandsveränderungen - Gesamtkosten$$

Eine Bestandserhöhung wird addiert, ein Bestandsabbau subtrahiert.

Beispiel

Für die zwei Autos gelten wieder:

  • Umsatzerlöse: 20.000 €
  • Bestandserhöhung: 10.000 €
  • Gesamtkosten: 22.500 €

Die Bestandserhöhung entspricht den Herstellkosten des nicht verkauften Autos:

Umsatzerlöse: 20.000 € + Bestandserhöhung: 10.000 € = Gesamtleistung: 30.000 € − Gesamtkosten: 22.500 € = Betriebsergebnis: 7.500 €

Das GKV erfasst zunächst die Kosten beider produzierten Autos. Deshalb wird das im Lager verbliebene Auto als zusätzliche Leistung berücksichtigt.

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Frage 1 von 1MittelWie behandelt das GKV eine Bestandserhöhung fertiger Erzeugnisse?
Lösung: Es berücksichtigt sie als zusätzliche Leistung der Periode. — Das GKV vergleicht alle Periodenkosten mit allen Leistungen der Periode. Eine Bestandserhöhung gehört zu diesen Leistungen.
Wie vergleichst du UKV und GKV?

Beide Verfahren betrachten denselben betrieblichen Vorgang aus unterschiedlichen Richtungen:

MerkmalUKVGKV
AusgangspunktUmsatzerlösegesamte Leistung der Periode
Gegenübergestellte KostenHerstellkosten der abgesetzten Leistungen und weitere betriebliche Kostensämtliche Periodenkosten
BestandsaufbauHerstellkosten nicht verkaufter Stück werden nicht als Herstellkosten des Umsatzes abgezogenBestandserhöhung wird zur Leistung addiert
BestandsabbauHerstellkosten der zusätzlich aus dem Lager verkauften Stück werden einbezogenBestandsminderung wird von der Leistung abgezogen

Bei sachgerecht aufeinander abgestimmten Rechnungen führen UKV und GKV zum gleichen Betriebsergebnis.

Rechne selbst: Möbelhersteller

Ein Möbelhersteller produziert fünf identische Schränke. Vier Schränke werden für jeweils 5.000 € verkauft. Die Herstellkosten betragen insgesamt 15.000 €, also 3.000 € je Schrank. Zusätzlich entstehen 2.000 € Vertriebskosten.

Berechne das Betriebsergebnis zuerst nach dem UKV und danach nach dem GKV. Prüfe anschließend die Ergebnisgleichheit.

Beispiel

Lösung nach dem UKV

Umsatz: 4 × 5.000 € = 20.000 € − Herstellkosten des Umsatzes: 4 × 3.000 € = 12.000 € − Vertriebskosten: 2.000 € = Betriebsergebnis: 6.000 €

Lösung nach dem GKV

Umsatz: 20.000 € + Bestandserhöhung: 1 × 3.000 € = 3.000 € = Gesamtleistung: 23.000 € − Gesamtkosten: 15.000 € + 2.000 € = 17.000 € = Betriebsergebnis: 6.000 €

Probe: UKV und GKV ergeben jeweils 6.000 €. Beim UKV bleiben die Herstellkosten des Lagerstücks außerhalb der Herstellkosten des Umsatzes. Beim GKV stehen sie in den Gesamtkosten, werden aber durch die Bestandserhöhung ausgeglichen.

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Frage 1 von 1SchwerEin Betrieb produziert zehn Stück und verkauft acht. Welche Aussage verbindet UKV und GKV richtig?
Lösung: Das UKV berücksichtigt die Herstellkosten der acht verkauften Stück; das GKV erfasst den Lagerzugang von zwei Stück als Bestandserhöhung. — Produktion über Absatz bedeutet Bestandsaufbau. UKV und GKV behandeln ihn unterschiedlich, führen bei abgestimmten Werten aber zum gleichen Betriebsergebnis.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Kostenträgerzeitrechnung
    • betrachtet eine Abrechnungsperiode
      • ermittelt Kosten oder Betriebsergebnis
    • unterscheidet sich von der Stückrechnung
      • Stückrechnung betrachtet eine Leistungseinheit
    • berücksichtigt Produktion und Absatz
      • Bestandsaufbau oder Bestandsabbau
    • verwendet zwei Verfahren
      • UKV: Umsatz minus Herstellkosten des Umsatzes und weitere betriebliche Kosten
      • GKV: Gesamtleistung minus Gesamtkosten
    • ermöglicht die Ergebnisprobe
      • UKV und GKV stimmen bei korrekter Rechnung überein
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas unterscheidet die Zeitrechnung von der Stückrechnung?
Lösung: Die Zeitrechnung betrachtet eine Periode, die Stückrechnung eine Leistungseinheit. — Achte auf den Bezug: Abrechnungsperiode bei der Zeitrechnung, einzelne Einheit bei der Stückrechnung.
Frage 2 von 3MittelEin Unternehmen produziert zwölf Stück und verkauft zwölf Stück. Welche Bestandsveränderung entsteht?
Lösung: Es entsteht keine Bestandsveränderung. — Sind Produktion und Absatz gleich groß, verändert sich der Bestand nicht.
Frage 3 von 3SchwerBei einer Rechnung ergibt das UKV 8.000 €, das GKV aber 11.000 €. Was ist die beste Schlussfolgerung?
Lösung: Die Ansätze für Kosten, Leistungen oder Bestandsveränderungen müssen geprüft werden. — Unterschiedliche Ergebnisse sind ein Warnsignal. Prüfe besonders Absatzmenge, Herstellkosten des Umsatzes, Gesamtkosten und die Bewertung der Bestandsveränderung.

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