Wirtschaft

Bilanz und Buchführung einfach erklärt

Bilanz und Buchführung einfach erklärt
Bilanz und Buchführung einfach erklärt
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Die Buchführung erfasst laufend die Geschäftsvorfälle eines Unternehmens. Die Bilanz fasst zu einem bestimmten Stichtag zusammen, welches Vermögen vorhanden ist und wie es finanziert wurde. Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, kurz GuV, gehören zum Jahresabschluss.

Auf dieser Seite verfolgst du den Weg vom Geschäftsvorfall über die Konten bis zu Bilanz und GuV.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie hängen Buchführung und Bilanz zusammen?

Stell dir vor, ein Unternehmen kauft Material, verkauft Waren oder erhält eine Kundenzahlung. Jeder solche wirtschaftliche Vorgang ist ein Geschäftsvorfall.

Die Buchführung dokumentiert diese Vorgänge vollständig, geordnet und nachvollziehbar. Belege wie Rechnungen oder Kontoauszüge zeigen, was geschehen ist. Die Vorgänge werden anschließend passenden Konten zugeordnet.

Der grundlegende Ablauf lautet:

  1. Ein Geschäftsvorfall tritt ein.
  2. Ein Beleg dokumentiert den Vorgang.
  3. Der Vorgang wird Konten zugeordnet. Das heißt Kontierung.
  4. Die Buchung verändert mindestens zwei Konten.
  5. Am Ende des Geschäftsjahres werden die Konten abgeschlossen.
  6. Bestandskonten fließen in die Bilanz ein; Erfolgskonten werden über die GuV abgeschlossen.
Definition

Buchführung

Buchführung ist die planmäßige und lückenlose Erfassung der Geschäftsvorfälle eines Unternehmens. Die laufende praktische Arbeit wird häufig auch Buchhaltung genannt.

Merke

Die Buchführung zeigt die Veränderungen während eines Zeitraums. Die Bilanz zeigt die Bestände an einem bestimmten Stichtag.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage unterscheidet Buchführung und Bilanz richtig?
Lösung: Die Buchführung erfasst laufende Vorgänge; die Bilanz zeigt Bestände an einem Stichtag. — Die Bilanz entsteht auf Grundlage der Buchführung, ist aber selbst eine stichtagsbezogene Übersicht.
Wie werden aus Beständen Inventar und Bilanz?

Vor der Bilanz müssen die vorhandenen Vermögenswerte und Schulden festgestellt werden. Das geschieht durch die Inventur.

Bei körperlichen Gegenständen werden Bestände zum Beispiel gezählt, gewogen oder gemessen. Grundstücke, Forderungen oder Schulden lassen sich dagegen anhand von Dokumenten und Verträgen feststellen. Anschließend werden die Bestände bewertet.

Definition

Inventur und Inventar

Die Inventur ist die Tätigkeit der Bestandsaufnahme. Das Inventar ist das ausführliche Verzeichnis der festgestellten und bewerteten Vermögenswerte und Schulden.

Die Bilanz übernimmt die Wertangaben aus dem Inventar in stark zusammengefasster Form. Mengen wie „zehn Stühle“ stehen nicht in der Bilanz; dort erscheint ihr Geldwert.

Das Eigenkapital lässt sich im vereinfachten Inventar so bestimmen:

$Eigenkapital = Vermögen - Schulden$

Beispiel

Ein vereinfachtes Inventar enthält folgende Werte:

  • Bankguthaben: 25.000 €
  • Maschine: 18.000 €
  • Vorräte: 7.000 €
  • Kassenbestand: 10.000 €
  • Schulden: 24.000 €

Zuerst wird das Vermögen addiert:

$25.000 € + 18.000 € + 7.000 € + 10.000 € = 60.000 €$

Dann werden die Schulden abgezogen:

$60.000 € - 24.000 € = 36.000 €$

Das Eigenkapital beträgt somit 36.000 €.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin Unternehmen besitzt Vermögen von 60.000 € und hat Schulden von 24.000 €. Wie hoch ist sein Eigenkapital?
Lösung: 36.000 € — Es gilt: Eigenkapital = Vermögen − Schulden. Daher sind es 60.000 € − 24.000 € = 36.000 €.
Wie liest du Aktiva und Passiva?

Eine Bilanz hat zwei Seiten:

  • Aktiva zeigen die Vermögenswerte und damit die Mittelverwendung: Wofür wurden die Mittel eingesetzt?
  • Passiva zeigen Eigen- und Fremdkapital und damit die Mittelherkunft: Woher stammen die Mittel?
Definition

Anlage- und Umlaufvermögen

Anlagevermögen dient dem Unternehmen dauerhaft, etwa Grundstücke, Maschinen oder Fahrzeuge. Umlaufvermögen bleibt gewöhnlich nur vorübergehend im Unternehmen, etwa Vorräte, Forderungen, Kassenbestand oder Bankguthaben.

Eine vereinfachte Bilanz zum Beispielinventar sieht so aus:

AktivaBetragPassivaBetrag
Maschine18.000 €Eigenkapital36.000 €
Vorräte7.000 €Schulden24.000 €
Bankguthaben25.000 €
Kassenbestand10.000 €
Bilanzsumme60.000 €Bilanzsumme60.000 €

Die Summe der Aktiva ist immer genauso hoch wie die Summe der Passiva. Beide Seiten betrachten dieselben Mittel aus zwei Blickwinkeln: links ihre Verwendung, rechts ihre Herkunft.

Merke

Aktiva: Wofür? Passiva: Woher? Die Bilanzsumme ist die gleich hohe Summe beider Seiten, keine Differenz.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWo gehört ein Bankkredit in der vereinfachten Bilanz hin?
Lösung: Als Fremdkapital auf die Passivseite — Ein Kredit ist eine Schuld gegenüber einem Geldgeber und damit Fremdkapital.
Wie verändert eine Buchung die Bilanz?

Bei der doppelten Buchführung betrifft jeder Geschäftsvorfall mindestens zwei Konten. Der Buchungssatz folgt dem Muster „Soll an Haben“. Dabei müssen die gebuchten Beträge auf Soll- und Habenseite übereinstimmen.

Beispiel

Ein Kunde überweist eine offene Forderung von 300 €:

Bank an Forderungen 300 €

Das Bankguthaben steigt um 300 €. Gleichzeitig sinkt die Forderung um 300 €. Beide Konten gehören zu den Aktiva. Das Vermögen wird nur umgeschichtet; die Bilanzsumme bleibt unverändert.

Je nach betroffenen Positionen entstehen vier Bilanzveränderungen:

VeränderungWas geschieht?Wirkung auf die Bilanzsumme
AktivtauschEine Aktivposition steigt, eine andere sinkt.unverändert
PassivtauschEine Passivposition steigt, eine andere sinkt.unverändert
Aktiv-Passiv-MehrungAktiva und Passiva steigen gleich stark.steigt
Aktiv-Passiv-MinderungAktiva und Passiva sinken gleich stark.sinkt

Ein auf dem Bankkonto eingehender Kredit ist eine Aktiv-Passiv-Mehrung: Das Bankguthaben und die Kreditschuld steigen. Wird eine Schuld per Banküberweisung bezahlt, sinken Bankguthaben und Schuld; das ist eine Aktiv-Passiv-Minderung.

Beispiel

Ein Kunde begleicht eine Forderung von 350 €: 200 € bar und 150 € per Überweisung.

Kasse 200 €, Bank 150 € an Forderungen 350 €

Die Zugänge im Soll ergeben zusammen 350 €:

$200 € + 150 € = 350 €$

Die Forderung sinkt im Haben ebenfalls um 350 €. Es handelt sich erneut um einen Aktivtausch.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Bilanzveränderung entsteht bei „Bank an Forderungen 300 €“?
Lösung: Aktivtausch — Bank und Forderungen stehen beide auf der Aktivseite. Eine Position steigt, die andere sinkt um denselben Betrag.
Frage 2 von 2SchwerEin Kredit wird ausgezahlt und dem Bankkonto gutgeschrieben. Welche Wirkung hat das?
Lösung: Bankguthaben und Fremdkapital steigen; die Bilanzsumme wächst. — Der Vorgang erhöht eine Aktivposition und eine Passivposition um denselben Betrag. Er ist eine Aktiv-Passiv-Mehrung.
Wie zeigt die GuV den Unternehmenserfolg?

Die Bilanz zeigt Bestände, aber nicht ausführlich, wodurch ein Gewinn oder Verlust entstanden ist. Dafür gibt es die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV).

Erträge erhöhen grundsätzlich den Erfolg, Aufwendungen vermindern ihn:

$Erträge - Aufwendungen = Gewinn\ oder\ Verlust$

Sind die Erträge größer als die Aufwendungen, entsteht ein Gewinn. Sind die Aufwendungen größer, entsteht ein Verlust.

Definition

Bestands- und Erfolgskonten

Bestandskonten erfassen Vermögen und Kapital und werden über die Bilanz abgeschlossen. Erfolgskonten erfassen Aufwendungen und Erträge und werden über die GuV abgeschlossen.

Der Erfolg verändert das Eigenkapital:

  • Ein Gewinn erhöht das Eigenkapital.
  • Ein Verlust vermindert das Eigenkapital.
  • Die GuV erklärt, welche Aufwendungen und Erträge diese Veränderung verursacht haben.

Entnahmen und Einlagen müssen bei einem Betriebsvermögensvergleich zusätzlich berücksichtigt werden. Deshalb ist nicht jede Veränderung des Eigenkapitals automatisch Gewinn oder Verlust.

Merke

Bilanz und GuV beantworten verschiedene Fragen: Die Bilanz zeigt Vermögen und Kapital am Stichtag. Die GuV erklärt den Erfolg eines Zeitraums.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Konto wird über die GuV abgeschlossen?
Lösung: Ein Erfolgskonto — Aufwands- und Ertragskonten sind Erfolgskonten. Ihre Salden werden in der GuV zusammengeführt.
Frage 2 von 2SchwerDas Eigenkapital ist gestiegen. Darf man daraus sofort auf einen Gewinn schließen?
Lösung: Nein, denn auch Einlagen können das Eigenkapital erhöhen. — Für die Erfolgsermittlung müssen neben der Eigenkapitaländerung auch Einlagen und Entnahmen berücksichtigt werden.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Bilanz und Buchführung
    • Laufende Erfassung: Beleg, Kontierung, Soll und Haben
    • Bestandsaufnahme: Inventur und Inventar
    • Bilanz: Aktiva und Passiva am Stichtag
    • Bilanzgleichgewicht: Aktiva gleich Passiva
    • Bilanzveränderungen: Tausch, Mehrung und Minderung
    • GuV: Aufwendungen, Erträge und Unternehmenserfolg
    • Eigenkapital: Vermögen minus Schulden
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 5LeichtWelche Reihenfolge ist fachlich richtig?
Lösung: Inventur → Inventar → Bilanz — Die Inventur liefert die festgestellten Bestände. Das Inventar verzeichnet sie ausführlich, und die Bilanz fasst ihre Werte zusammen.
Frage 2 von 5MittelEine Maschine wird sofort vom Bankkonto bezahlt. Die Maschine nimmt zu, das Bankguthaben ab. Welche Veränderung liegt vor?
Lösung: Aktivtausch — Maschine und Bankguthaben gehören zu den Aktiva. Die Bilanzsumme bleibt bei gleich hohen Zu- und Abgängen unverändert.
Frage 3 von 5MittelDas Vermögen beträgt 60.000 €, die Schulden 24.000 €. Welche vereinfachte Bilanz ist ausgeglichen?
Lösung: Aktiva 60.000 €; Passiva aus 36.000 € Eigenkapital und 24.000 € Schulden — Das Eigenkapital beträgt 60.000 € − 24.000 € = 36.000 €. Damit ergeben beide Bilanzseiten 60.000 €.
Frage 4 von 5SchwerEin Unternehmen nimmt einen Kredit auf. Später begleicht es damit eine Lieferantenschuld. Welche Zuordnung ist richtig?
Lösung: Die Kreditaufnahme kann eine Aktiv-Passiv-Mehrung sein; die Zahlung der Schuld eine Aktiv-Passiv-Minderung. — Beim Kreditzugang steigen Bank und Kreditschuld. Bei der Zahlung sinken Bank und die beglichene Schuld. Entscheidend sind die tatsächlich betroffenen Bilanzseiten.
Frage 5 von 5SchwerWarum werden Bilanz und GuV gemeinsam benötigt?
Lösung: Die Bilanz zeigt Bestände am Stichtag; die GuV erklärt die Entstehung des Erfolgs im Zeitraum. — Erst zusammen zeigen sie die stichtagsbezogene Vermögens- und Kapitalstruktur sowie die Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres.

Passend dazu