Wirtschaft

Handelskalkulation: Schema und Kalkulationsarten

Handelskalkulation: Schema und Kalkulationsarten
Handelskalkulation: Schema und Kalkulationsarten
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Mit der Handelskalkulation berechnest du, welcher Verkaufspreis die Beschaffungs- und Handlungskosten deckt und den geplanten Gewinn ermöglicht. Je nach Ausgangslage rechnest du vorwärts, rückwärts oder vergleichst Ein- und Verkaufspreis.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Welche Kalkulationsart passt zur Frage?

Alle drei Kalkulationsarten verwenden dasselbe Grundschema. Sie unterscheiden sich durch Ausgangspunkt und gesuchte Größe.

KalkulationsartGegebenGesuchtTypische Frage
VorwärtskalkulationEinkaufspreiserforderlicher VerkaufspreisZu welchem Preis muss die Ware verkauft werden?
Rückwärtskalkulationfester Verkaufspreishöchstens zulässiger EinkaufspreisWie viel darf die Ware maximal kosten?
DifferenzkalkulationEin- und VerkaufspreisGewinn oder VerlustWas bleibt tatsächlich übrig?
Merke

Unbekannter Verkaufspreis: vorwärts. Fester Marktpreis: rückwärts. Beide Preise bekannt: Differenz berechnen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtEin Händler kennt den Einkaufspreis und sucht den erforderlichen Verkaufspreis. Welche Methode passt?
Lösung: Vorwärtskalkulation — Die Vorwärtskalkulation führt vom Einkaufspreis zum erforderlichen Verkaufspreis.
Frage 2 von 2MittelEin Laden möchte ein Gerät für höchstens 250,00 € brutto anbieten. Gesucht ist der maximal tragbare Einkaufspreis. Welche Methode passt?
Lösung: Rückwärtskalkulation — Ein vorgegebener Endpreis ist der Ausgangspunkt der Rückwärtskalkulation.
Wie ist das Kalkulationsschema aufgebaut?

Die Preisstufen folgen einer festen Reihenfolge:

  1. Listeneinkaufspreis (LEP): Preis aus der Lieferantenliste vor Nachlässen.
  2. Zieleinkaufspreis (ZEP): LEP abzüglich Lieferrabatt.
  3. Bareinkaufspreis (BEP): ZEP abzüglich Lieferskonto.
  4. Bezugspreis: BEP zuzüglich Bezugskosten wie Fracht oder Transport.
  5. Selbstkostenpreis (SKP): Bezugspreis zuzüglich Handlungskosten.
  6. Barverkaufspreis: SKP zuzüglich Gewinn.
  7. Zielverkaufspreis: Preis nach Hochrechnung des Kundenskontos.
  8. Listenverkaufspreis netto: Preis nach Hochrechnung des Kundenrabatts, noch ohne Umsatzsteuer.
  9. Bruttoverkaufspreis: Listenverkaufspreis netto zuzüglich Umsatzsteuer.
Definition

Handlungskosten

Handlungskosten sind interne Kosten wie Miete, Personal, Verwaltung und Lagerung. Weil sie einem einzelnen Artikel oft nicht unmittelbar zugeordnet werden können, werden sie im hier verwendeten Schema prozentual auf den Bezugspreis zugeschlagen.

Gut zu wissen

Der Selbstkostenpreis deckt Warenbeschaffung und Handlungskosten, enthält aber noch keinen Gewinn. Der Bruttoverkaufspreis enthält dagegen auch die Umsatzsteuer.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Größe entsteht aus Bareinkaufspreis plus Bezugskosten?
Lösung: Bezugspreis — Bezugskosten führen vom Bareinkaufspreis zum Bezugspreis.
Frage 2 von 2MittelEin Artikel hat einen Bezugspreis von 80,00 €. Die Handlungskosten betragen 20 % des Bezugspreises. Wie hoch ist der Selbstkostenpreis?
Lösung: 96,00 € — Die Handlungskosten betragen 80,00 € × 0,20 = 16,00 €. Daher gilt: 80,00 € + 16,00 € = 96,00 €.
Wie funktioniert die Vorwärtskalkulation?

Auf der Einkaufsseite werden Lieferantennachlässe abgezogen. Bezugskosten, Handlungskosten und Gewinn werden danach zugeschlagen.

Auf der Verkaufsseite musst du Kundenskonto und Kundenrabatt hochrechnen. Soll nach 3 % Skonto noch ein Barverkaufspreis von 225,00 € verbleiben, entsprechen 225,00 € genau 97 % des Zielverkaufspreises:

Zielverkaufspreis = 225,00 € ÷ 0,97

Eine einfache Addition von 3 % wäre falsch, weil sich der spätere Skontoabzug auf den höheren Zielverkaufspreis bezieht.

Beispiel

Ein Händler kalkuliert Bluetooth-Kopfhörer. Gegeben sind:

  • LEP: 100,00 €
  • Lieferrabatt: 10 %
  • Lieferskonto: 3 %
  • Bezugskosten: 32,70 €
  • Handlungskosten: 50 % des Bezugspreises
  • Gewinn: 25 % des Selbstkostenpreises
  • Kundenskonto: 3 %
  • Kundenrabatt: 10 %
  • Umsatzsteuer: 19 %
PreisstufeRechnungBetrag
Listeneinkaufspreisgegeben100,00 €
Zieleinkaufspreis100,00 € × 0,9090,00 €
Bareinkaufspreis90,00 € × 0,9787,30 €
Bezugspreis87,30 € + 32,70 €120,00 €
Selbstkostenpreis120,00 € × 1,50180,00 €
Barverkaufspreis180,00 € × 1,25225,00 €
Zielverkaufspreis225,00 € ÷ 0,97231,96 €
Listenverkaufspreis netto231,96 € ÷ 0,90257,73 €
Bruttoverkaufspreis257,73 € × 1,19306,70 €

Für die Folgerechnung werden die ungerundeten Zwischenwerte verwendet; angezeigt werden Centbeträge. Der kostenorientiert ermittelte Bruttoverkaufspreis beträgt 306,70 €.

Merke

Einkaufsnachlässe: mit 1 − Prozentsatz multiplizieren. Verkaufsnachlässe hochrechnen: durch 1 − Prozentsatz dividieren.

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Frage 1 von 1MittelNach einem Kundenskonto von 4 % sollen 192,00 € verbleiben. Wie wird der Zielverkaufspreis berechnet?
Lösung: 192,00 € ÷ 0,96 — Nach 4 % Skonto bleiben 96 % übrig. Deshalb entsprechen 192,00 € dem Anteil 0,96 des höheren Zielverkaufspreises.
Wie rechnest du rückwärts oder als Differenz?

Bei der Rückwärtskalkulation beginnst du mit dem vorgegebenen Bruttoverkaufspreis und gehst das Schema zurück. Dabei kehrst du jede Rechenoperation um:

  • Umsatzsteuer entfernen: durch 1 + Umsatzsteuersatz dividieren.
  • Kundenrabatt oder Kundenskonto abziehen: mit 1 − Nachlasssatz multiplizieren.
  • Gewinn oder Handlungskostenzuschlag entfernen: durch 1 + Zuschlagssatz dividieren.
  • Bezugskosten entfernen: den Betrag subtrahieren.
  • Lieferantenskonto oder Lieferrabatt zurückrechnen: durch 1 − Nachlasssatz dividieren.
Beispiel

Ein Marktpreis von 149,00 € brutto steht fest. Außerdem gelten: 19 % Umsatzsteuer, 5 % Kundenrabatt, 2 % Kundenskonto, 10 % Gewinn, 20 % Handlungskosten, 4,80 € Bezugskosten, 2 % Lieferskonto und 10 % Lieferrabatt.

PreisstufeRückwärtsrechnungBetrag
Bruttoverkaufspreisgegeben149,00 €
Listenverkaufspreis netto149,00 € ÷ 1,19125,21 €
Zielverkaufspreis125,21 € × 0,95118,95 €
Barverkaufspreis118,95 € × 0,98116,57 €
Selbstkostenpreis116,57 € ÷ 1,10105,97 €
Bezugspreis105,97 € ÷ 1,2088,31 €
Bareinkaufspreis88,31 € − 4,80 €83,51 €
Zieleinkaufspreis83,51 € ÷ 0,9885,21 €
Listeneinkaufspreis85,21 € ÷ 0,9094,68 €

Die Tabelle zeigt gerundete Centbeträge. Rechnet man mit ungerundeten Zwischenwerten weiter, ergibt sich ein maximaler Listeneinkaufspreis von 94,58 €. Nur dieser Endwert vermeidet eine wachsende Rundungsabweichung.

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Frage 1 von 1MittelEin vereinfachter Fall hat einen Bruttoverkaufspreis von 142,80 €. Es gelten 19 % Umsatzsteuer, 20 % Gewinn, 25 % Handlungskosten und 10,00 € Bezugskosten. Kunden- und Lieferantennachlässe gibt es nicht. Wie hoch darf der Listeneinkaufspreis höchstens sein?
Lösung: 70,00 € — Rückwärts gerechnet: 142,80 € ÷ 1,19 = 120,00 €; 120,00 € ÷ 1,20 = 100,00 € Selbstkosten; 100,00 € ÷ 1,25 = 80,00 € Bezugspreis; 80,00 € − 10,00 € = 70,00 € Listeneinkaufspreis.

Bei der Differenzkalkulation sind Ein- und Verkaufspreis bekannt. Zuerst berechnest du den Selbstkostenpreis, dann vergleichst du ihn mit dem Barverkaufspreis:

Gewinn oder Verlust = Barverkaufspreis − Selbstkostenpreis

Beispiel

Bezugspreis: 80,00 €; Handlungskosten: 20 %; Barverkaufspreis: 120,00 €.

  1. Handlungskosten: 80,00 € × 0,20 = 16,00 €.
  2. Selbstkostenpreis: 80,00 € + 16,00 € = 96,00 €.
  3. Differenz: 120,00 € − 96,00 € = 24,00 € Gewinn.

Eine negative Differenz würde einen Verlust anzeigen.

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Frage 1 von 2MittelEin Artikel hat einen Bezugspreis von 100,00 €, Handlungskosten von 20 % und einen Barverkaufspreis von 135,00 €. Welche Differenz ergibt sich?
Lösung: 15,00 € Gewinn — Die Selbstkosten betragen 100,00 € × 1,20 = 120,00 €. Die Differenz ist 135,00 € − 120,00 € = 15,00 € Gewinn.
Frage 2 von 2SchwerDer Barverkaufspreis liegt unter dem Selbstkostenpreis. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Die Differenzkalkulation zeigt einen Verlust. — Gewinn entsteht erst, wenn der Barverkaufspreis den Selbstkostenpreis übersteigt.
Was sagen Handelsspanne und Aufschlagssatz aus?

Beide Kennzahlen beziehen sich auf denselben Gewinnbetrag, verwenden aber verschiedene Bezugsgrößen:

  • Handelsspanne: Gewinn ÷ Verkaufspreis × 100
  • Aufschlagssatz: Gewinn ÷ Selbstkostenpreis × 100

Im Differenzbeispiel beträgt der Gewinn 24,00 €, der Verkaufspreis 120,00 € und der Selbstkostenpreis 96,00 €:

  • Handelsspanne: 24 ÷ 120 × 100 = 20 %
  • Aufschlagssatz: 24 ÷ 96 × 100 = 25 %

Eine Handelsspanne von 20 % darf deshalb nicht einfach als 20-%-Zuschlag auf die Selbstkosten verwendet werden.

Was die Kalkulation nicht allein entscheidet

Die Handelskalkulation zeigt eine kostenorientierte Preisgrenze, einen maximal tragbaren Einkaufspreis oder die verbleibende Differenz. Sie zeigt nicht automatisch, ob Kundinnen und Kunden den Preis akzeptieren oder wie Konkurrenz, Nachfrage und wahrgenommener Nutzen reagieren.

Typische Fehler sind:

  • Bezugskosten vergessen;
  • Handlungskosten auf eine falsche Preisstufe beziehen;
  • Kundennachlässe durch einfache Prozentaddition einrechnen;
  • Umsatzsteuer mehrfach berücksichtigen;
  • Handelsspanne und Aufschlagssatz verwechseln;
  • die feste Reihenfolge der Preisstufen verändern.
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Frage 1 von 2MittelEin Gewinn von 24,00 € steht einem Verkaufspreis von 120,00 € gegenüber. Wie hoch ist die Handelsspanne?
Lösung: 20 % — Für die Handelsspanne teilst du den Gewinn durch den Verkaufspreis: 24 ÷ 120 × 100 = 20 %.
Frage 2 von 2SchwerWelche Aussage lässt sich aus einer vollständigen Handelskalkulation allein nicht ableiten?
Lösung: Ob die Kundschaft den berechneten Preis akzeptiert — Die Kalkulation untersucht Kosten und Preisstufen. Marktakzeptanz und Nachfrage benötigen zusätzliche Informationen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Handelskalkulation
    • Richtung wählen: vorwärts, rückwärts oder als Differenz
    • Einkauf: LEP → ZEP → BEP → Bezugspreis
    • Kosten und Gewinn: Bezugspreis → Selbstkosten → Barverkaufspreis
    • Verkauf: Kundennachlässe hochrechnen → Nettolistenpreis → Bruttopreis
    • Kennzahlen: Handelsspanne oder Aufschlagssatz
    • Grenze: Kostenrechnung ersetzt keine Marktanalyse
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Preisstufe enthält alle Beschaffungs- und Handlungskosten, aber noch keinen Gewinn?
Lösung: Selbstkostenpreis — Der Selbstkostenpreis entsteht aus Bezugspreis plus Handlungskosten.
Frage 2 von 3MittelEin Selbstkostenpreis beträgt 180,00 €. Der Gewinnzuschlag beträgt 25 %. Wie hoch ist der Barverkaufspreis?
Lösung: 225,00 € — Der Gewinn beträgt 180,00 € × 0,25 = 45,00 €. Damit ergibt sich 180,00 € + 45,00 € = 225,00 €.
Frage 3 von 3SchwerEin Händler kennt einen festen Marktpreis und möchte außerdem prüfen, ob der Artikel bei seinen tatsächlichen Kosten Gewinn bringt. Welche Kombination ist sinnvoll?
Lösung: Zuerst rückwärts den maximalen Einkaufspreis bestimmen und anschließend die tatsächliche Differenz prüfen. — Die Rückwärtskalkulation liefert die Einkaufsgrenze. Die Differenzkalkulation zeigt danach, ob bei den tatsächlichen Kosten Gewinn oder Verlust entsteht.

Du beherrschst das Schema, wenn du zuerst die Fragestellung erkennst, die Preisstufen in der richtigen Reihenfolge ordnest und bei jedem Prozentsatz seine Bezugsgröße prüfst.

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