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Preiskalkulation: Kosten und Verkaufspreis prüfen

Preiskalkulation: Kosten und Verkaufspreis prüfen
Preiskalkulation: Kosten und Verkaufspreis prüfen
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Eine Preiskalkulation führt Kosten, Gewinn und Preisnachlässe in einer festen Reihenfolge zu einem Verkaufspreis zusammen. Dieser Preis ist aber erst dann tragfähig, wenn er auch zu Zahlungsbereitschaft, Wettbewerb und Nutzen des Angebots passt. Du rechnest deshalb sauber und prüfst anschließend den Markt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum Kosten allein noch keinen guten Preis ergeben

Du möchtest ein Produkt anbieten. Ein Blick auf die Konkurrenz genügt nicht: Deren Kosten und Leistungsumfang können anders sein. Auch ein pauschaler Aufschlag auf den Einkaufspreis reicht nicht, wenn wichtige Gemeinkosten fehlen.

Für eine Preisentscheidung verbindest du drei Blickrichtungen:

  1. Kosten: Welche Kosten muss das Produkt mittragen, und welcher Gewinn ist geplant?
  2. Nachfrage und Zielgruppe: Welchen Preis können und wollen Kundinnen und Kunden für den wahrgenommenen Nutzen zahlen?
  3. Wettbewerb: Welche vergleichbaren Leistungen gibt es zu welchem Preis?

Die Kostenrechnung ermittelt einen kostenorientierten Preis. Der Markt zeigt, ob dieser Preis durchsetzbar ist. Ist er zu hoch, folgt daraus nicht automatisch, dass du einfach den Gewinn streichen solltest: Du prüfst Kosten, Leistungsumfang, Positionierung und erwartete Absatzmenge.

Merke

Ein kalkulierter Preis ist kein automatisch optimaler Marktpreis. Kostenkenntnis ist notwendig, aber Nachfrage, Nutzen und Wettbewerb begrenzen den Preisspielraum.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt eine tragfähige Preiskalkulation am besten?
Lösung: Sie verbindet die eigenen Kosten und den geplanten Gewinn mit Nachfrage, Nutzen und Wettbewerb. — Eine Kostenrechnung zeigt, welcher Preis die angesetzten Kosten und den geplanten Gewinn deckt. Ob dieser Preis am Markt tragfähig ist, muss zusätzlich geprüft werden.
Wie aus Kosten die Selbstkosten entstehen

Einzelkosten lassen sich einem Produkt direkt zurechnen, etwa das Material für ein bestimmtes Stück. Gemeinkosten entstehen für mehrere Produkte oder den Betrieb insgesamt, etwa Verwaltung, Lager oder Raummiete. Sie werden über begründete Zuschlagssätze verteilt.

Definition

Herstellkosten

Die Herstellkosten bündeln in einem produzierenden Betrieb die Material- und Fertigungskosten eines Produkts. Dazu gehören Material- und Fertigungseinzelkosten sowie die zugerechneten Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Definition

Selbstkosten

Die Selbstkosten umfassen alle dem Kostenträger zugerechneten Kosten. Im produzierenden Betrieb kommen zu den Herstellkosten insbesondere Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten hinzu. Im Handel entstehen sie aus Bezugspreis und Handlungskosten.

Für ein Produktionsunternehmen lautet ein typisches Schema:

  1. Materialeinzelkosten + Materialgemeinkosten = Materialkosten.
  2. Fertigungseinzelkosten + Fertigungsgemeinkosten = Fertigungskosten.
  3. Materialkosten + Fertigungskosten = Herstellkosten.
  4. Herstellkosten + Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten = Selbstkosten.

Sondereinzelkosten werden ergänzt, wenn die Aufgabe sie nennt. Zuschlagssätze gelten nur für die angegebene Basis: Materialgemeinkosten meist auf Materialeinzelkosten, Fertigungsgemeinkosten auf Fertigungseinzelkosten sowie Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten auf Herstellkosten.

Beispiel

Ein Produkt verursacht 25,00 € Materialeinzelkosten und 10,00 € Fertigungseinzelkosten. Die Zuschlagssätze betragen 10 % für Materialgemeinkosten, 2 % für Fertigungsgemeinkosten, 10 % für Verwaltung und 20 % für Vertrieb.

  • Materialgemeinkosten: $25{,}00\cdot0{,}10=2{,}50$ €
  • Materialkosten: $25{,}00+2{,}50=27{,}50$ €
  • Fertigungsgemeinkosten: $10{,}00\cdot0{,}02=0{,}20$ €
  • Fertigungskosten: $10{,}00+0{,}20=10{,}20$ €
  • Herstellkosten: $27{,}50+10{,}20=37{,}70$ €
  • Verwaltungsgemeinkosten: $37{,}70\cdot0{,}10=3{,}77$ €
  • Vertriebsgemeinkosten: $37{,}70\cdot0{,}20=7{,}54$ €
  • Selbstkosten: $37{,}70+3{,}77+7{,}54=49{,}01$ €

Der entscheidende Schritt ist die Wahl der richtigen Zuschlagsbasis. Würdest du die Vertriebsgemeinkosten auf die Fertigungseinzelkosten beziehen, würdest du ein anderes und nach diesem Schema falsches Ergebnis erhalten.

Im Handel beginnt die Rechnung anders: Listeneinkaufspreis minus Lieferantenrabatt ergibt den Zieleinkaufspreis; minus Lieferantenskonto ergibt den Bareinkaufspreis; plus Bezugskosten ergibt den Bezugspreis. Bezugspreis plus Handlungskosten ergibt die Selbstkosten.

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Frage 1 von 2MittelEin Produktionsbetrieb hat Herstellkosten von 80,00 €. Verwaltungsgemeinkosten betragen 10 % und Vertriebsgemeinkosten 5 %, jeweils bezogen auf die Herstellkosten. Wie hoch sind die Selbstkosten?
Lösung: 92,00 € — Verwaltung kostet $80{,}00\cdot0{,}10=8{,}00$ € und Vertrieb $80{,}00\cdot0{,}05=4{,}00$ €. Daher betragen die Selbstkosten $80{,}00+8{,}00+4{,}00=92{,}00$ €.
Frage 2 von 2MittelEin Betrieb hat 30,00 € Materialeinzelkosten und 15,00 € Fertigungseinzelkosten. Die Materialgemeinkosten betragen 20 % der Materialeinzelkosten, die Fertigungsgemeinkosten 40 % der Fertigungseinzelkosten. Verwaltung und Vertrieb betragen 10 % beziehungsweise 5 % der Herstellkosten. Welche Folge für Materialkosten, Fertigungskosten, Herstellkosten und Selbstkosten ist richtig?
Lösung: 36,00 €; 21,00 €; 57,00 €; 65,55 € — Materialgemeinkosten: $30{,}00\cdot0{,}20=6{,}00$ €, also Materialkosten $30{,}00+6{,}00=36{,}00$ €. Fertigungsgemeinkosten: $15{,}00\cdot0{,}40=6{,}00$ €, also Fertigungskosten $15{,}00+6{,}00=21{,}00$ €. Damit betragen die Herstellkosten $36{,}00+21{,}00=57{,}00$ €. Verwaltung: $57{,}00\cdot0{,}10=5{,}70$ €, Vertrieb: $57{,}00\cdot0{,}05=2{,}85$ €. Die Selbstkosten sind $57{,}00+5{,}70+2{,}85=65{,}55$ €.
Warum Prozentangaben verschiedene Basen haben

Rabatt, Skonto, Gewinn und Umsatzsteuer sehen wie einfache Prozente aus. Entscheidend ist jedoch immer die Frage: Von welcher Preisstufe werden sie berechnet?

Lieferantenrabatt und Lieferantenskonto werden von der jeweils höheren Einkaufspreisstufe abgezogen. Ein Lieferantenrabatt von 15 % bedeutet: Der Zieleinkaufspreis beträgt 85 % des Listeneinkaufspreises.

Gewinn wird im hier verwendeten Schema als Zuschlag auf die Selbstkosten berechnet. Bei 20 % Gewinn gilt daher:

$$\text{Barverkaufspreis}=\text{Selbstkosten}\cdot1{,}20$$

Kundenskonto und Kundenrabatt müssen dagegen hochgerechnet werden. Soll nach 10 % Kundenskonto ein Barverkaufspreis von 53,91 € verbleiben, sind 53,91 € genau 90 % des Zielverkaufspreises:

$$\text{Zielverkaufspreis}=\frac{53{,}91}{0{,}90}=59{,}90\text{ €}$$

Soll nach 20 % Kundenrabatt der Zielverkaufspreis 59,90 € verbleiben, sind 59,90 € genau 80 % des Netto-Listenverkaufspreises:

$$\text{Netto-Listenverkaufspreis}=\frac{59{,}90}{0{,}80}=74{,}875\text{ €}\approx74{,}88\text{ €}$$

Die Umsatzsteuer wird zum Schluss auf den Nettoverkaufspreis aufgeschlagen. Der konkrete Steuersatz ist eine Aufgabenangabe und keine frei wählbare Kalkulationsgröße.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei 4 % Kundenskonto stellt der Barverkaufspreis des Zielverkaufspreises dar. Um den Zielverkaufspreis zu finden, wird der Barverkaufspreis durch geteilt. Ein Gewinnzuschlag von 20 % auf die Selbstkosten wird dagegen mit dem Faktor berechnet.

Lösungen: Lücke 1: 96 %; Lücke 2: 0,96; Lücke 3: 1,20. Frage zuerst, welche Preisstufe nach einem Abzug übrig bleiben soll. Kundenskonto wird auf 100 % hochgerechnet; ein Gewinnzuschlag wird auf die Selbstkosten addiert.
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Frage 1 von 1MittelEin Barverkaufspreis von 192,00 € soll auch dann verbleiben, wenn Kundinnen und Kunden 4 % Skonto nutzen. Welcher Zielverkaufspreis ist nötig?
Lösung: 200,00 € — Teile durch den verbleibenden Anteil: $192{,}00:0{,}96=200{,}00$ €. Nach 4 % Skonto auf 200,00 € verbleiben genau 192,00 €.
So gelingt die Vorwärtskalkulation im Handel

Die Vorwärtskalkulation beginnt beim Listeneinkaufspreis und führt zum Bruttoverkaufspreis. Rechne Preisstufe für Preisstufe und runde Geldbeträge nach jeder Stufe einheitlich auf Cent.

Beispiel

Gegeben sind: Listeneinkaufspreis 300,00 €, 15 % Lieferantenrabatt, 2 % Lieferantenskonto, 5,00 € Bezugskosten, 30 % Handlungskostenzuschlag, 20 % Gewinn, 2 % Kundenskonto, 10 % Kundenrabatt und 19 % Umsatzsteuer.

PreisstufeRechnungBetrag
Listeneinkaufspreisgegeben300,00 €
Lieferantenrabatt$300{,}00\cdot0{,}15$−45,00 €
Zieleinkaufspreis$300{,}00-45{,}00$255,00 €
Lieferantenskonto$255{,}00\cdot0{,}02$−5,10 €
Bareinkaufspreis$255{,}00-5{,}10$249,90 €
Bezugskostengegeben+5,00 €
Bezugspreis$249{,}90+5{,}00$254,90 €
Handlungskosten$254{,}90\cdot0{,}30$+76,47 €
Selbstkosten$254{,}90+76{,}47$331,37 €
Gewinn$331{,}37\cdot0{,}20$+66,27 €
Barverkaufspreis$331{,}37+66{,}27$397,64 €
Zielverkaufspreis$397{,}64:0{,}98$405,76 €
Netto-Listenverkaufspreis$405{,}76:0{,}90$450,84 €
Bruttoverkaufspreis$450{,}84\cdot1{,}19$536,50 €

Die beiden Hochrechnungen sichern, dass nach 2 % Kundenskonto 397,64 € und nach 10 % Kundenrabatt 405,76 € verbleiben. Die Umsatzsteuer gehört nicht zum Nettoerlös des Unternehmens.

Prüfe dein Ergebnis rückwärts: 10 % Rabatt von 450,84 € sind 45,08 €, also bleiben 405,76 €. 2 % Skonto von 405,76 € sind 8,12 €, also bleiben 397,64 €. Kleine Abweichungen von einem Cent können durch die festgelegte Rundung entstehen.

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Frage 1 von 1MittelEine Vorwärtskalkulation ergibt 300,00 € Barverkaufspreis. Es sind 4 % Kundenskonto, 20 % Kundenrabatt und danach 19 % Umsatzsteuer einzukalkulieren. Geldbeträge werden je Stufe auf Cent gerundet. Welcher Bruttoverkaufspreis ergibt sich?
Lösung: 464,85 € — $300{,}00:0{,}96=312{,}50$ €, danach $312{,}50:0{,}80=390{,}63$ € und schließlich $390{,}63\cdot1{,}19=464{,}85$ €.
Welche Kalkulationsrichtung zur Frage passt

Alle drei Kalkulationsarten nutzen dasselbe Schema, starten aber an unterschiedlichen Stellen.

  • Vorwärtskalkulation: Einkaufspreis oder Kosten sind gegeben. Gesucht ist der notwendige Verkaufspreis.
  • Rückwärtskalkulation: Der am Markt mögliche Verkaufspreis ist gegeben. Gesucht ist der höchstens tragbare Einkaufspreis oder Kostenbetrag.
  • Differenzkalkulation: Einkaufs- und Verkaufspreis sind gegeben. Gesucht ist der tatsächlich verbleibende Gewinn oder Verlust.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Vom gegebenen Einkaufspreis zum Verkaufspreis führt die . Vom marktseitig gegebenen Verkaufspreis zum höchstens tragbaren Einkaufspreis führt die . Sind Einkauf und Verkauf vorgegeben und ist das Ergebnis gesucht, verwendest du die .

Lösungen: Lücke 1: Vorwärtskalkulation; Lücke 2: Rückwärtskalkulation; Lücke 3: Differenzkalkulation. Markiere zuerst Gegebenes und Gesuchtes. Die Richtung folgt der Frage, nicht einer anderen Prozentregel.
Beispiel

Ein Marktpreis beträgt 238,00 € brutto. Die Aufgabe nennt 19 % Umsatzsteuer, 20 % Kundenrabatt, 4 % Kundenskonto und 20 % Gewinn auf die Selbstkosten. Wie hoch dürfen die Selbstkosten höchstens sein?

  1. Netto-Listenverkaufspreis: $238{,}00:1{,}19=200{,}00$ €
  2. Zielverkaufspreis: $200{,}00\cdot0{,}80=160{,}00$ €
  3. Barverkaufspreis: $160{,}00\cdot0{,}96=153{,}60$ €
  4. Selbstkosten: $153{,}60:1{,}20=128{,}00$ €

Das ist eine Rückwärtskalkulation: Bei den gegebenen Preisbedingungen dürfen die Selbstkosten höchstens 128,00 € betragen, wenn 20 % Gewinn auf die Selbstkosten erreicht werden sollen.

Sind die tatsächlichen Selbstkosten bereits mit 128,00 € und der Barverkaufspreis mit 153,60 € gegeben, rechnet die Differenzkalkulation:

$$153{,}60-128{,}00=25{,}60\text{ € Gewinn}$$

Bezogen auf die Selbstkosten sind das $25{,}60:128{,}00\cdot100=20\,\%$.

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Frage 1 von 1SchwerEin Händler kann ein Produkt am Markt höchstens für 119,00 € brutto verkaufen. Er möchte wissen, welchen Einkaufspreis er bei vorgegebenen Kosten- und Gewinnsätzen höchstens akzeptieren darf. Welche Vorgehensweise passt?
Lösung: Er rechnet den gegebenen Bruttoverkaufspreis mit einer Rückwärtskalkulation Stufe für Stufe bis zum Einkaufspreis zurück. — Die Rückwärtskalkulation beantwortet genau diese Frage. Rabatte und Skonti werden dabei von den höheren Preisstufen abgezogen; Zuschläge wie Gewinn werden durch den entsprechenden Faktor zurückgerechnet.
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Frage 1 von 2MittelEin Markt erlaubt höchstens 357,00 € Bruttoverkaufspreis. Die Umsatzsteuer beträgt 19 %, Kundenrabatt 10 %, Kundenskonto 2 % und der Gewinn 5 % der Selbstkosten. Welche Rückwärtsrechnung führt zu den höchstens tragbaren Selbstkosten?
Lösung: 300,00 € netto; 270,00 € Zielverkaufspreis; 264,60 € Barverkaufspreis; 252,00 € Selbstkosten — Zuerst entfernst du die Umsatzsteuer: $357{,}00:1{,}19=300{,}00$ €. Danach bleiben nach 10 % Rabatt $300{,}00\cdot0{,}90=270{,}00$ € und nach 2 % Skonto $270{,}00\cdot0{,}98=264{,}60$ €. Weil der Barverkaufspreis 105 % der Selbstkosten entspricht, gilt $264{,}60:1{,}05=252{,}00$ €.
Frage 2 von 2SchwerDie Selbstkosten betragen 265,00 €. Der Netto-Listenverkaufspreis beträgt 300,00 €, Kundenrabatt 10 % und Kundenskonto 4 %. Welches Ergebnis liefert die Differenzkalkulation?
Lösung: 5,80 € Verlust — Nach Rabatt beträgt der Zielverkaufspreis $300{,}00\cdot0{,}90=270{,}00$ €. Nach Skonto bleiben $270{,}00\cdot0{,}96=259{,}20$ € Barverkaufspreis. Die Differenz ist $259{,}20-265{,}00=-5{,}80$ €. Das negative Vorzeichen bedeutet einen Verlust von 5,80 €.
Wie du das Ergebnis wirtschaftlich beurteilst

Eine Vollkostenkalkulation zeigt, welchen Anteil an Einzel- und zugerechneten Gemeinkosten ein Produkt tragen soll. Sie unterstützt damit die Beurteilung, ob ein Preis auf Dauer die angesetzten Kosten und den geplanten Gewinn deckt.

Sie beantwortet aber nicht allein,

  • wie viele Stück zu diesem Preis verkauft werden,
  • welchen Nutzen die Zielgruppe wahrnimmt,
  • wie vergleichbare Angebote bepreist sind,
  • ob die verwendeten Zuschlagssätze die Kosten verursachungsgerecht verteilen,
  • warum Plan- und Istkosten voneinander abweichen.

Deshalb vergleichst du den kalkulierten Preis mit Nachfrage und Wettbewerb. Ein höherer Preis braucht aus Kundensicht einen erkennbaren Mehrwert, etwa passende Qualität oder Service. Ein niedrigerer Konkurrenzpreis ist dennoch kein Beweis, dass die eigene Kalkulation falsch ist.

Nach dem Verkauf hilft eine Nachkalkulation: Du vergleichst geplante mit tatsächlichen Kosten und untersuchst Abweichungen. So verbesserst du künftige Angebote, statt dieselben Schätzfehler zu wiederholen.

Gut zu wissen

Ein Verkauf zum Selbstkostenpreis deckt nach dem verwendeten Vollkostenschema die zugerechneten Kosten, enthält aber keinen Gewinn. Ein Preis unter den Selbstkosten bedeutet in dieser Rechnung eine Unterdeckung. Ob eine einzelne kurzfristige Entscheidung trotzdem sinnvoll ist, lässt sich aus der Vollkostenkalkulation allein nicht entscheiden; dafür fehlen unter anderem Kapazitäts- und weitere entscheidungsrelevante Informationen.

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Frage 1 von 1SchwerDie Vorwärtskalkulation ergibt 80,00 €, vergleichbare Angebote kosten etwa 70,00 €. Welches Urteil ist fachlich am besten?
Lösung: Der Preis ist kostenorientiert nachvollziehbar, aber möglicherweise schwer durchsetzbar; Kostenverteilung, Leistungsunterschiede, Zielgruppennutzen und Nachfrage müssen geprüft werden. — Ein belastbares Urteil trennt Kostenrechnung und Markteinschätzung. Erst die Prüfung von Kosten, Vergleichbarkeit, Nutzen und Nachfrage zeigt sinnvolle Handlungsoptionen.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Preiskalkulation
    • Kostenbasis
      • Einzel- und Gemeinkosten
      • Herstell- und Selbstkosten
    • Verkaufspreisstufen
      • Gewinn, Skonto und Rabatt
      • Netto- und Bruttoverkaufspreis
    • Kalkulationsrichtung
      • Vorwärts, rückwärts oder Differenz
    • Beurteilung
      • Nachfrage, Nutzen und Wettbewerb
      • Vollkosten und Aussagegrenzen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 7LeichtWelche Rechnung führt bei Herstellkosten von 100,00 €, 8 % Verwaltungs- und 12 % Vertriebsgemeinkosten, jeweils auf Herstellkosten, zu den Selbstkosten?
Lösung: $100{,}00+8{,}00+12{,}00=120{,}00$ € — Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten betragen 8,00 € und 12,00 €. Zusammen mit den Herstellkosten ergeben sie 120,00 € Selbstkosten.
Frage 2 von 7MittelDie Selbstkosten betragen 250,00 €. Der Gewinnzuschlag beträgt 20 %, Kundenskonto 4 %, Kundenrabatt 20 % und Umsatzsteuer 19 %. Geldbeträge werden je Stufe auf Cent gerundet. Welcher Bruttoverkaufspreis ergibt sich vorwärts?
Lösung: 464,85 € — Barverkaufspreis: $250{,}00\cdot1{,}20=300{,}00$ €. Zielverkaufspreis: $300{,}00:0{,}96=312{,}50$ €. Netto-Listenverkaufspreis: $312{,}50:0{,}80=390{,}63$ €. Brutto: $390{,}63\cdot1{,}19=464{,}85$ €.
Frage 3 von 7MittelEin marktseitiger Bruttoverkaufspreis ist vorgegeben. Gesucht wird der höchstens tragbare Einkaufspreis bei festen Zuschlagssätzen. Welche Kalkulationsart ist richtig?
Lösung: Rückwärtskalkulation — Der Startpunkt liegt am Ende des Preisschemas. Deshalb rechnest du rückwärts bis zum gesuchten Einkaufspreis.
Frage 4 von 7MittelEin Produktionsbetrieb hat 40,00 € Materialeinzelkosten und 20,00 € Fertigungseinzelkosten. Materialgemeinkosten betragen 10 % der Materialeinzelkosten, Fertigungsgemeinkosten 25 % der Fertigungseinzelkosten. Verwaltung und Vertrieb betragen 10 % beziehungsweise 5 % der Herstellkosten. Welche Folge aus Materialkosten, Fertigungskosten, Herstellkosten und Selbstkosten ist richtig?
Lösung: 44,00 €; 25,00 €; 69,00 €; 79,35 € — Materialgemeinkosten sind $40{,}00\cdot0{,}10=4{,}00$ €, daher betragen die Materialkosten 44,00 €. Fertigungsgemeinkosten sind $20{,}00\cdot0{,}25=5{,}00$ €, daher betragen die Fertigungskosten 25,00 €. Die Herstellkosten sind $44{,}00+25{,}00=69{,}00$ €. Verwaltung kostet $69{,}00\cdot0{,}10=6{,}90$ €, Vertrieb $69{,}00\cdot0{,}05=3{,}45$ €. Somit betragen die Selbstkosten $69{,}00+6{,}90+3{,}45=79{,}35$ €.
Frage 5 von 7MittelEin Bruttoverkaufspreis von 238,00 € ist vorgegeben. Umsatzsteuer 19 %, Kundenrabatt 10 %, Kundenskonto 5 % und Gewinn 14 % der Selbstkosten sind einzurechnen. Wie hoch dürfen die Selbstkosten höchstens sein?
Lösung: 150,00 € — Netto bleiben $238{,}00:1{,}19=200{,}00$ €. Nach Rabatt sind es $200{,}00\cdot0{,}90=180{,}00$ €, nach Skonto $180{,}00\cdot0{,}95=171{,}00$ €. Der Barverkaufspreis entspricht 114 % der Selbstkosten. Daher gilt $171{,}00:1{,}14=150{,}00$ €.
Frage 6 von 7SchwerDie Selbstkosten betragen 195,00 €. Der Netto-Listenverkaufspreis beträgt 250,00 €, Kundenrabatt 20 % und Kundenskonto 5 %. Welches Ergebnis liefert die Differenzkalkulation?
Lösung: 5,00 € Verlust — Nach Rabatt beträgt der Zielverkaufspreis $250{,}00\cdot0{,}80=200{,}00$ €. Nach Skonto bleiben $200{,}00\cdot0{,}95=190{,}00$ € Barverkaufspreis. $190{,}00-195{,}00=-5{,}00$ € bedeutet 5,00 € Verlust.
Frage 7 von 7SchwerEine Vollkostenkalkulation ergibt 150,00 €, der Markt akzeptiert voraussichtlich höchstens 130,00 €. Welche Schlussfolgerung ist am tragfähigsten?
Lösung: Es besteht ein Konflikt zwischen Kostenrechnung und Markt; vor einer Entscheidung sind Kostenverteilung, Leistung, Nachfrage, Wettbewerb und Zielgewinn zu prüfen. — Die Vollkostenrechnung und der Markt beantworten verschiedene Fragen. Ein gutes Urteil benennt den Konflikt und prüft sowohl die Kostenannahmen als auch die Marktseite, statt einen Wert blind zu übernehmen.

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