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Rückwärtskalkulation

Rückwärtskalkulation verständlich erklärt: vom gegebenen Listenverkaufspreis zurück zu Selbstkosten und Einstandspreis.

Im Supermarkt kostet eine Packung Tee vielleicht 3,99 Euro. Der Laden kann diesen Preis aber nicht einfach beliebig erhöhen, weil andere Läden ähnliche Produkte verkaufen. Deshalb muss er wissen: Wie teuer darf der Einkauf höchstens sein, damit am Ende noch Gewinn bleibt?

Genau dafür brauchst du die Rückwärtskalkulation.

Deine Lernziele
  • Du verstehst, wann man rückwärts kalkuliert.
  • Du kannst die wichtigsten Preisstufen unterscheiden.
  • Du erkennst, warum manche Prozentwerte nicht einfach abgezogen werden.
  • Du kannst eine einfache Rückwärtskalkulation Schritt für Schritt nachvollziehen.

Worum es bei der Rückwärtskalkulation geht

Die Handelskalkulation ist eine Preisrechnung im Handel. Ein Unternehmen berechnet damit Preise für Waren, die es einkauft und weiterverkauft.

Die Rückwärtskalkulation ist eine Form der Handelskalkulation. Du kennst den Verkaufspreis schon. Dann rechnest du zurück und findest heraus, wie hoch der Einkaufspreis höchstens sein darf.

Definition

Rückwärtskalkulation bedeutet: Du startest beim Verkaufspreis und rechnest zurück bis zum möglichen Einkaufspreis.

Das Ziel ist der maximale Listeneinkaufspreis. Das ist der höchste Preis, den ein Unternehmen beim Lieferanten zahlen darf, ohne den geplanten Gewinn zu verlieren.

Beispiel

Ein Schreibwarenladen möchte einen Taschenrechner für 24,99 Euro verkaufen. Viele andere Läden verlangen einen ähnlichen Preis. Der Laden fragt sich deshalb nicht zuerst: „Für welchen Preis kann ich verkaufen?“

Er fragt: „Wie teuer darf der Taschenrechner im Einkauf höchstens sein, damit sich der Verkauf noch lohnt?“

Merke

Rückwärtskalkulation heißt: Der Markt gibt den Verkaufspreis vor. Das Unternehmen prüft, welcher Einkaufspreis dazu passt.

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Verkaufspreise richtig einordnen

Ein Preis kann brutto oder netto sein. Bruttoverkaufspreis bedeutet: Der Preis enthält die Umsatzsteuer. Umsatzsteuer ist eine Steuer, die beim Verkauf vieler Waren auf den Nettopreis aufgeschlagen wird. Nettoverkaufspreis bedeutet: der Preis ohne Umsatzsteuer.

In Schulaufgaben startest du oft mit dem Bruttoverkaufspreis. Dann musst du zuerst die Umsatzsteuer herausrechnen.

Beispiel

Ein Produkt kostet im Laden 119 Euro brutto. Der Umsatzsteuersatz beträgt 19 Prozent.

Der Nettopreis ist nicht 119 Euro minus 19 Prozent. Denn die 119 Euro entsprechen 119 Prozent.

Du rechnest:

$$ 119 : 1{,}19 = 100 $$

Der Nettoverkaufspreis beträgt 100 Euro.

Gut zu wissen

Wenn 19 Prozent Umsatzsteuer enthalten sind, teilst du den Bruttopreis durch 1,19. Bei 7 Prozent Umsatzsteuer teilst du durch 1,07.

Danach können Preisnachlässe für Kunden folgen. Ein Kundenrabatt ist ein Nachlass auf den Verkaufspreis, zum Beispiel wegen einer Aktion oder einer großen Bestellmenge. Ein Kundenskonto ist ein Nachlass, wenn der Kunde besonders schnell bezahlt.

Der Zielverkaufspreis ist der Verkaufspreis nach Abzug des Kundenrabatts. Der Barverkaufspreis ist der Verkaufspreis nach Abzug von Kundenrabatt und Kundenskonto.

Beispiel

Der Nettoverkaufspreis beträgt 100 Euro. Der Kundenrabatt beträgt 10 Prozent.

$$ 100 - 10 = 90 $$

Der Zielverkaufspreis beträgt 90 Euro.

Danach gibt es 2 Prozent Kundenskonto:

$$ 90 - 1{,}80 = 88{,}20 $$

Der Barverkaufspreis beträgt 88,20 Euro.

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Vom Verkauf zum Selbstkostenpreis

Vom Barverkaufspreis muss das Unternehmen noch den geplanten Gewinn herausrechnen. Gewinn ist der Betrag, der übrig bleiben soll, nachdem die Kosten gedeckt sind. Selbstkosten sind alle Kosten, die dem Unternehmen für die verkaufsfertige Ware entstehen, bevor der Gewinn dazu kommt.

Definition

Selbstkosten sind die Kosten, die ein Unternehmen für eine Ware insgesamt tragen muss. Dazu gehören zum Beispiel Einkauf, Transport und betriebliche Kosten.

Wichtig ist die Rechenrichtung. Wenn ein Gewinnzuschlag von 20 Prozent gegeben ist, sind die Selbstkosten der Grundwert. Der Barverkaufspreis entspricht dann 120 Prozent.

Beispiel

Der Barverkaufspreis beträgt 120 Euro. Der Gewinnzuschlag beträgt 20 Prozent.

Die Selbstkosten sind der Grundwert:

$$ 120 : 1{,}20 = 100 $$

Der Gewinn beträgt also 20 Euro. Die Selbstkosten betragen 100 Euro.

Merke

Bei Zuschlägen rechnest du rückwärts oft durch den Faktor. Aus 20 Prozent Zuschlag wird der Faktor 1,20.

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Vom Selbstkostenpreis zum Einkaufspreis

Jetzt geht es weiter in Richtung Einkauf. Handlungskosten sind betriebliche Kosten des Handels, zum Beispiel Miete, Lager, Verwaltung oder Personal. Der Handlungskostenzuschlag ist ein Prozentsatz, mit dem diese Kosten auf die Ware verteilt werden.

Der Bezugspreis ist der Preis der Ware inklusive Bezugskosten. Bezugskosten sind Kosten, die beim Beschaffen der Ware anfallen, zum Beispiel Fracht, Verpackung oder Versicherung.

Beispiel

Die Selbstkosten betragen 150 Euro. Der Handlungskostenzuschlag beträgt 50 Prozent.

Die Selbstkosten entsprechen 150 Prozent des Bezugspreises:

$$ 150 : 1{,}50 = 100 $$

Der Bezugspreis beträgt 100 Euro.

Wenn darin 8 Euro Bezugskosten enthalten sind, rechnest du:

$$ 100 - 8 = 92 $$

Der Bareinkaufspreis beträgt 92 Euro.

Definition

Der Bareinkaufspreis ist der Einkaufspreis nach Lieferantennachlässen, aber ohne Bezugskosten.

Der Bezugspreis ist der Bareinkaufspreis plus Bezugskosten.

Merke

Vom Selbstkostenpreis zum Bezugspreis entfernst du die Handlungskosten. Vom Bezugspreis zum Bareinkaufspreis entfernst du die Bezugskosten.

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Skonto und Rabatt beim Lieferanten

Am Ende kommst du zur Lieferantenseite. Ein Lieferskonto ist ein Preisnachlass des Lieferanten, wenn das Unternehmen schnell bezahlt. Ein Lieferrabatt ist ein Preisnachlass des Lieferanten, zum Beispiel bei großen Mengen.

Der Zieleinkaufspreis ist der Einkaufspreis vor Abzug des Lieferskontos. Der Bareinkaufspreis entsteht, wenn das Lieferskonto vom Zieleinkaufspreis abgezogen wird.

Hier passiert leicht ein Fehler: Du addierst nicht einfach den Prozentsatz auf den Bareinkaufspreis. Denn der Skonto wurde vorher vom Zieleinkaufspreis abgezogen. Deshalb rechnest du rückwärts mit dem verminderten Grundwert.

Beispiel

Der Bareinkaufspreis beträgt 98 Euro. Der Lieferant gewährt 2 Prozent Skonto.

Dann entsprechen 98 Euro genau 98 Prozent des Zieleinkaufspreises.

$$ 98 : 0{,}98 = 100 $$

Der Zieleinkaufspreis beträgt 100 Euro.

Beim Lieferrabatt ist es ähnlich.

Beispiel

Der Zieleinkaufspreis beträgt 100 Euro. Der Lieferrabatt beträgt 20 Prozent.

Dann entsprechen 100 Euro nur 80 Prozent des Listeneinkaufspreises.

$$ 100 : 0{,}80 = 125 $$

Der Listeneinkaufspreis beträgt 125 Euro.

Gut zu wissen

Bei Lieferskonto und Lieferrabatt fragst du: Von welchem ursprünglichen Preis wurde der Nachlass abgezogen? Deshalb teilst du durch den verminderten Faktor, zum Beispiel durch 0,98 oder 0,80.

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Komplettes Beispiel Schritt für Schritt

Jetzt setzt du die Teile zusammen. Wir nehmen einfache Zahlen, damit du die Logik gut siehst.

Gegeben ist ein Bruttoverkaufspreis von 119 Euro. Die Umsatzsteuer beträgt 19 Prozent. Kundenrabatt gibt es 10 Prozent, Kundenskonto 2 Prozent, Gewinnzuschlag 20 Prozent, Handlungskostenzuschlag 25 Prozent, Bezugskosten 5 Euro, Lieferskonto 2 Prozent und Lieferrabatt 10 Prozent.

Beispiel

Start: Bruttoverkaufspreis 119,00 Euro

  1. Nettoverkaufspreis:

    $$ 119{,}00 : 1{,}19 = 100{,}00 $$

  2. Zielverkaufspreis nach 10 Prozent Kundenrabatt:

    $$ 100{,}00 \cdot 0{,}90 = 90{,}00 $$

  3. Barverkaufspreis nach 2 Prozent Kundenskonto:

    $$ 90{,}00 \cdot 0{,}98 = 88{,}20 $$

  4. Selbstkosten bei 20 Prozent Gewinnzuschlag:

    $$ 88{,}20 : 1{,}20 = 73{,}50 $$

  5. Bezugspreis bei 25 Prozent Handlungskostenzuschlag:

    $$ 73{,}50 : 1{,}25 = 58{,}80 $$

  6. Bareinkaufspreis nach Abzug der Bezugskosten:

    $$ 58{,}80 - 5{,}00 = 53{,}80 $$

  7. Zieleinkaufspreis bei 2 Prozent Lieferskonto:

    $$ 53{,}80 : 0{,}98 = 54{,}90 $$

  8. Listeneinkaufspreis bei 10 Prozent Lieferrabatt:

    $$ 54{,}90 : 0{,}90 = 61{,}00 $$

Der Listeneinkaufspreis darf höchstens 61,00 Euro betragen.

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Zusammenfassung

Die Rückwärtskalkulation verwendest du, wenn der Verkaufspreis schon feststeht. Du rechnest dann Schritt für Schritt zurück, bis du den höchsten möglichen Einkaufspreis kennst.

Wichtige Stationen sind Bruttoverkaufspreis, Nettoverkaufspreis, Barverkaufspreis, Selbstkosten, Bezugspreis, Bareinkaufspreis, Zieleinkaufspreis und Listeneinkaufspreis.

Beim Rechnen musst du besonders auf Prozentwerte achten. Zuschläge rechnest du rückwärts mit Faktoren wie 1,20. Nachlässe beim Lieferanten rechnest du mit verminderten Faktoren wie 0,98 oder 0,90 zurück.

Merke

Die wichtigste Frage lautet: Wie teuer darf der Einkauf höchstens sein, damit der geplante Verkaufspreis und der gewünschte Gewinn möglich bleiben?

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