Logistik: Waren- und Informationsflüsse verstehen
Logistik sorgt dafür, dass Güter in passender Menge und passendem Zustand zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar sind. Dazu müssen Unternehmen Waren- und Informationsflüsse planen, steuern, durchführen und kontrollieren. Logistik ist deshalb weit mehr als Transport.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was leistet Logistik?
Stell dir vor, du bestellst eine Kaffeemaschine, die als verfügbar angezeigt wird. Damit sie pünktlich bei dir ankommt, müssen Bestand, Verpackung, Versand und Liefertermin aufeinander abgestimmt sein. Die dafür benötigten Informationen müssen ebenfalls rechtzeitig vorliegen.
Logistik
Logistik umfasst die Planung, Steuerung, Durchführung und Kontrolle zusammenhängender Material-, Waren- und Informationsflüsse. Sie reicht von der Beschaffung über Produktion und Verteilung bis zu Rückgabe, Wiederverwertung oder Entsorgung.
Als Entscheidungshilfe werden häufig sechs oder sieben „R“ verwendet. Die genaue Einteilung unterscheidet sich. Eine verbreitete Siebenerfassung fragt nach dem richtigen Produkt, der richtigen Menge, dem richtigen Zustand, dem richtigen Ort, der richtigen Zeit, dem richtigen Kunden und den richtigen Kosten.
Transport verändert vor allem den Ort eines Gutes. Logistik koordiniert den gesamten Ablauf einschließlich Beständen, Terminen und Informationen.
Wie greifen die vier Teilbereiche ineinander?
Die vier zentralen Teilbereiche begleiten ein Produkt durch unterschiedliche Phasen.
- Beschaffungslogistik stellt Rohstoffe, Bauteile und andere benötigte Güter bereit. Dazu gehören beispielsweise Bestellung, Lieferantenauswahl und Anlieferung.
- Produktionslogistik bringt Material und Bauteile in der richtigen Reihenfolge an ihren Einsatzort. So sollen Maschinen und Beschäftigte nicht wegen fehlender Vorleistungen warten.
- Distributionslogistik verteilt fertige Produkte an Händler, Filialen oder Kunden. Sie organisiert unter anderem Lagerbestand, Versand und Zustellung.
- Entsorgungslogistik organisiert Rückführung, Reparatur, Wiederverwertung und die fachgerechte Entsorgung nicht mehr nutzbarer Bestandteile.
Ein Toaster durchläuft alle vier Teilbereiche:
- Technische Teile, Farbe und Rohstoffe werden ausgewählt, bestellt und zur Fabrik gebracht: Beschaffungslogistik.
- Die Teile werden in sinnvoller Reihenfolge verarbeitet. Der fertige Toaster kann beispielsweise erst nach dem Zusammenbau lackiert werden: Produktionslogistik.
- Die fertigen Geräte gelangen ins Lager und anschließend zu Händlern oder Kunden: Distributionslogistik.
- Produktionsreste, beschädigte Geräte und Rücksendungen werden geprüft, wiederverwertet oder entsorgt: Entsorgungslogistik.
Der entscheidende Gedanke lautet: Die Bereiche sind keine isolierten Listen. Das Ergebnis eines Bereichs wird zur Voraussetzung für den nächsten.
Warum fließen Waren und Informationen gemeinsam?
Ein Material- oder Warenfluss beschreibt den Weg der Güter: Bauteile kommen zur Produktion, fertige Produkte gelangen ins Lager und anschließend zu den Kunden.
Ein Informationsfluss enthält die Angaben, mit denen dieser Weg geplant und gesteuert wird. Dazu gehören etwa Bestände, benötigte Mengen, Liefertermine, Aufträge und Versanddaten.
Ein Onlineshop zeigt ein Smartphone als verfügbar an. Die Bestellung wird an das Lager übermittelt. Dort müssen Beschäftigte oder Systeme wissen, welches Modell gesucht, wo es gelagert und wohin es geliefert wird. Danach wird das Smartphone verpackt und an einen Versanddienst übergeben.
Das Smartphone bewegt sich als Ware. Bestellung, Lagerort, Bestand und Lieferadresse bewegen sich als Informationen. Fehlt eine entscheidende Information, kann die Ware trotz vorhandenen Bestands zu spät oder an den falschen Ort gelangen.
Eine Lieferkette verbindet die Stationen von Rohstoffen und Zulieferern über Produktion und Verteilung bis zu Kunden und Rückführung. Das Supply Chain Management betrachtet besonders die unternehmensübergreifende Koordination dieser gesamten Kette. Logistik bezeichnet häufig die darin enthaltenen und besonders die innerbetrieblichen Abläufe. Die Begriffe werden in Darstellungen allerdings nicht immer gleich eng abgegrenzt.
Was bewirkt Just-in-Time?
Just-in-Time bedeutet, eine benötigte Menge möglichst genau dann bereitzustellen, wenn sie gebraucht wird. Eine genaue Abstimmung kann Lagerbestände und Lagerkosten senken sowie überfüllte Zwischenstationen vermeiden.
Der Vorteil ist zugleich mit einem Risiko verbunden: Treffen wichtige Teile verspätet ein, fehlt möglicherweise ein großer Vorrat, der die Störung ausgleichen könnte. Produktion, Händlerbelieferung und Verkauf können sich dann nacheinander verzögern.
Ein Smartphone-Hersteller erwartet Bauteile unmittelbar vor ihrem Einbau. Kommen sie rechtzeitig an, müssen sie kaum zwischengelagert werden. Verspätet sich die Lieferung, können bestimmte Geräte nicht fertiggestellt werden. Dadurch erhalten Händler weniger Ware, Kunden warten länger und dem Unternehmen entstehen zusätzliche Kosten.
Just-in-Time ist daher nicht automatisch gut oder schlecht. Die Beurteilung hängt davon ab, ob geringere Bestände und Kosten das Risiko einer Unterbrechung rechtfertigen.
Wie werden Abläufe verbessert?
Logistik verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig: Güter sollen verfügbar und unbeschädigt sein, Termine sollen eingehalten und Kosten begrenzt werden. Zwischen diesen Zielen können Spannungen entstehen. Ein großer Vorrat erhöht beispielsweise die Lieferfähigkeit, verursacht aber Lagerkosten und bindet Platz.
Unternehmen beobachten deshalb Kennzahlen. Dazu zählen Lieferzeit, Lieferqualität, Lagerbestand, Zahl der Sendungen, Transportkosten und Häufigkeit des Warenumschlags. Eine Kennzahl beschreibt zunächst einen Zustand oder eine Entwicklung. Erst der Vergleich mit einem Ziel oder einem früheren Wert hilft bei der Bewertung.
Digitale Systeme können Bestände, Termine, Betriebsmittel und Aufträge zusammenführen. Automatisierung, vernetzte Prozesse, künstliche Intelligenz und selbstfahrende Fahrzeuge werden als mögliche Entwicklungen der Logistik beschrieben. Ihr Nutzen ist nicht in jeder Situation automatisch nachgewiesen.
Auch Nachhaltigkeit gehört zu den Entscheidungszielen. Routenplanung, geeignete Verkehrsmittel, Wiederverwertung und eine abgestimmte Lieferkette können dazu beitragen, Emissionen und unnötige Transporte zu verringern.
Eine schnelle Lieferung ist nicht das einzige Qualitätsmerkmal. Eine sinnvolle logistische Entscheidung berücksichtigt zugleich Verfügbarkeit, Zustand, Kosten, Risiken und mögliche Umweltwirkungen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Logistik
- Ziel: passende Güter zuverlässig und wirtschaftlich bereitstellen
- Flüsse: Material, Waren und Informationen
- Teilbereiche: Beschaffung, Produktion, Distribution und Entsorgung
- Steuerung: Bestände, Mengen, Termine und Aufträge abstimmen
- Just-in-Time: Lageraufwand senken und Störungsrisiko abwägen
- Kontrolle: Lieferzeit, Qualität, Bestand und Kosten vergleichen
- Weiterentwicklung: Digitalisierung und nachhaltigere Abläufe prüfen
Mit Google fortfahren