Monopol: Arten, Marktmacht und Regulierung
Ein Monopol ist eine Marktform, in der auf einer Marktseite nur ein Akteur steht. Meist ist damit ein einziger Anbieter ohne direkte Konkurrenz gemeint. Dadurch besitzt er Marktmacht – aber er kann Preis und Absatz nicht beliebig zugleich festlegen, weil die Nachfrage Grenzen setzt.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du ein Monopol?
Stell dir einen Markt vor, auf dem viele Menschen ein bestimmtes Gut kaufen möchten, aber nur ein Unternehmen es anbietet. Dieses Unternehmen hat keinen direkten Konkurrenten. Das ist ein Angebotsmonopol.
Monopol
Ein Monopol ist eine Marktform mit nur einem Anbieter oder nur einem Nachfrager auf einer Marktseite. Der einzelne Marktteilnehmer kann den Markt deshalb besonders stark beeinflussen.
| Marktform | Zahl der Anbieter | Wettbewerb zwischen Anbietern |
|---|---|---|
| Monopol | genau einer | keiner |
| Duopol | genau zwei | vorhanden; beide reagieren aufeinander |
| Oligopol | wenige | vorhanden, aber schwächer als bei vielen Anbietern |
| Polypol | viele | stark |
Ein Duopol ist ein Sonderfall des Oligopols. Käufermarkt und Verkäufermarkt bezeichnen dagegen keine Anbieterzahl. Sie beschreiben, welche Marktseite wegen des Verhältnisses von Gesamtangebot und Gesamtnachfrage mehr Macht besitzt.
Frage zuerst: Wie viele Anbieter und Nachfrager gibt es? Erst danach beurteilst du, wer Marktmacht besitzt.
Wie setzt ein Monopolist Preis und Menge?
Ein Monopolist ist nicht an einen von Konkurrenten vorgegebenen Preis gebunden. Er kann entweder einen Preis festlegen oder eine Angebotsmenge wählen.
Legt er den Preis fest, entscheiden die Nachfrager, welche Menge sie zu diesem Preis kaufen. Legt er die Menge fest, ergibt sich aus der Nachfrage, welcher Preis dafür erzielbar ist. Ein höherer Preis führt normalerweise zu einer geringeren nachgefragten Menge; ein niedrigerer Preis zu einer höheren.
Ein alleiniger Anbieter erhöht seinen Preis stark. Er hat zwar keinen direkten Konkurrenten, aber nicht automatisch einen höheren Gewinn: Wenn deutlich weniger Kundinnen und Kunden kaufen, kann sein Absatz so stark sinken, dass die Preiserhöhung nicht vorteilhaft ist. Die Nachfrage begrenzt seine Marktmacht.
Vertiefung: Wo liegt das Gewinnmaximum?
Der Grenzerlös ist der zusätzliche Erlös durch eine weitere verkaufte Einheit. Die Grenzkosten sind die zusätzlichen Kosten dieser Einheit.
Solange der Grenzerlös größer als die Grenzkosten ist, lohnt sich im einfachen Modell eine Ausweitung der Menge. Der cournotsche Punkt liegt bei:
$$\text{Grenzerlös} = \text{Grenzkosten}$$
Diese Bedingung beschreibt die gewinnmaximierende Menge im dargestellten Monopolmodell. Zusätzlich müssen Kostenverlauf, Nachfrage und der wirtschaftliche Sachzusammenhang berücksichtigt werden.
Welche Arten von Monopolen gibt es?
Die folgende Zuordnung richtet sich danach, wie viele Anbieter und Nachfrager einander gegenüberstehen.
| Anbieter | Nachfrager | Bezeichnung |
|---|---|---|
| einer | viele | Angebotsmonopol |
| einer | wenige | beschränktes Angebotsmonopol |
| einer | einer | bilaterales oder zweiseitiges Monopol |
| viele | einer | Nachfragemonopol oder Monopson |
Ein staatliches Monopol liegt vor, wenn ausschließlich der Staat ein bestimmtes Gut oder eine Dienstleistung anbieten darf. Ein rechtliches Monopol entsteht durch staatliche Regeln oder Rechte, zum Beispiel durch ein Patent.
Natürliches Monopol
Ein natürliches Monopol kann entstehen, wenn sehr hohe Fixkosten für eine Infrastruktur anfallen und die laufenden Kosten vergleichsweise niedrig sind. Dann kann ein einziger Anbieter die gesamte Menge unter Umständen günstiger bereitstellen als mehrere Anbieter mit paralleler Infrastruktur.
Ein Quasimonopol ist kein vollständiges Monopol: Es gibt weitere Anbieter, doch ein Unternehmen führt den Markt so stark an, dass seine Stellung einem Monopol ähnelt.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Ein Markt mit einem Anbieter und vielen Nachfragern ist ein . Treffen viele Anbieter auf nur einen Nachfrager, heißt die Marktform . Genau zwei Anbieter bilden ein . Sehr hohe Infrastrukturkosten können ein begünstigen.
Welche Folgen kann ein Monopol haben?
Fehlende Konkurrenz gibt dem Monopolisten Spielraum. Für Nachfrager können daraus höhere Preise, geringere Qualität oder weniger Innovation entstehen. Das sind jedoch mögliche Folgen, keine automatische Wirkung jedes Monopols.
Beim Innovationsanreiz sind zwei Entwicklungen denkbar:
- Hohe Gewinne können Forschung und Weiterentwicklung finanzieren.
- Fehlender Konkurrenzdruck kann den Anreiz zur Verbesserung schwächen.
Auch die Aussage „Ein Monopolpreis ist immer höher als ein Wettbewerbspreis“ ist zu pauschal. Ein sinnvoller Vergleich muss unter anderem gleiche Kostenbedingungen voraussetzen. Ein natürliches Monopol kann gerade wegen seiner Kostenstruktur Vorteile gegenüber mehrfach aufgebauter Infrastruktur haben.
Beurteile ein Monopol nicht nur nach der Anbieterzahl. Prüfe auch Nachfrage, Marktzutritt, Kostenstruktur, Qualität, Innovation und Auswirkungen auf verschiedene Gruppen.
Wie kann Wettbewerbspolitik eingreifen?
Marktmacht wird zum Problem, wenn sie missbraucht oder Wettbewerb behindert wird. In Deutschland prüft das Bundeskartellamt unter anderem Unternehmenszusammenschlüsse. Es kann Fusionen untersagen, die eine marktbeherrschende Stellung schaffen würden, und wettbewerbswidriges Verhalten sanktionieren.
Regulierung ist nicht automatisch in jeder Form die beste Lösung. Eine begründete Entscheidung fragt:
- Verhindert die Regel Machtmissbrauch wirksam?
- Welche Kosten verursacht sie?
- Wie verändert sie die Freiheit von Unternehmen und Verbrauchern?
- Wer gewinnt und wer trägt Nachteile?
- Bleiben Versorgung und Innovation möglich?
Zwei große Anbieter wollen fusionieren. Eine Wettbewerbsbehörde prüft nicht nur, ob danach weniger Unternehmen existieren. Sie untersucht auch, ob das neue Unternehmen den Markt beherrschen und Wettbewerb behindern könnte. Erst auf dieser Grundlage wird der Zusammenschluss beurteilt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Monopol
- Marktstruktur
- ein Anbieter: Angebotsmonopol
- ein Nachfrager: Monopson
- Verhalten
- Preis und Absatzmenge hängen über Nachfrage zusammen
- Gewinnorientierung vergleicht Grenzerlös und Grenzkosten
- Beurteilung
- mögliche Nachteile: Preis, Qualität, Innovation
- mögliche Kostenvorteile beim natürlichen Monopol
- Regeln
- Zusammenschlüsse prüfen
- Machtmissbrauch begrenzen
- Marktstruktur
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