Wenn im Sommer eine Biene um dein Glas summt oder eine Ameise über den Gehweg krabbelt, hast du ein Insekt direkt vor dir. Kein anderes Tier auf der Erde gibt es in so vielen unterschiedlichen Formen – Insekten sind die artenreichste Tiergruppe überhaupt. In diesem Kapitel lernst du, woran du ein Insekt sicher erkennst, wie sein Körper aufgebaut ist und warum diese kleinen Tiere für die Natur so wichtig sind. Danach kannst du Insekten sicher von ähnlichen Tieren wie Spinnen unterscheiden.
- Ich kann die drei typischen Merkmale eines Insekts nennen.
- Ich kann den Körper eines Insekts in Kopf, Brust und Hinterleib gliedern.
- Ich kann erklären, wozu Fühler, Facettenaugen und Beine dienen.
- Ich kann ein Insekt von einer Spinne unterscheiden.
- Ich kann beschreiben, wie sich viele Insekten während ihres Lebens verwandeln.
- Ich kann begründen, warum Insekten für Menschen und Natur wichtig sind.
Was macht ein Tier zu einem Insekt?
Nicht jedes kleine Krabbeltier ist automatisch ein Insekt. Damit du sicher entscheiden kannst, brauchst du feste Erkennungsmerkmale. Insekten gehören zu den Gliederfüßern – das sind Tiere ohne inneres Knochenskelett, deren Körper aus mehreren beweglichen Abschnitten besteht.
Ein Insekt ist ein Tier, dessen Körper in drei Abschnitte gegliedert ist – Kopf, Brust und Hinterleib – und das an der Brust genau sechs Beine trägt. Statt Knochen hat es ein festes Außenskelett, das den Körper wie eine Rüstung umgibt.
Dieses Außenskelett besteht aus einem Stoff namens Chitin. Es schützt das Tier und gibt ihm Halt. Weil es hart ist und nicht mitwächst, muss sich ein Insekt beim Größerwerden mehrmals häuten – es sprengt die alte Hülle und bildet eine neue, größere.
Drei Merkmale machen ein Insekt zum Insekt:
- drei Körperabschnitte (Kopf, Brust, Hinterleib),
- genau sechs Beine,
- ein festes Außenskelett aus Chitin.
Der Körperbau Schritt für Schritt
Schauen wir uns die drei Körperabschnitte einzeln an. Jeder hat eine eigene Aufgabe.
Der Kopf trägt die Sinnesorgane. Dazu gehören zwei Fühler (auch Antennen genannt), mit denen das Insekt vor allem riecht und tastet. Außerdem sitzen am Kopf die Augen. Viele Insekten haben Facettenaugen: große Augen aus Hunderten winziger Einzelteile, mit denen sie Bewegungen sehr schnell wahrnehmen. Am Kopf befindet sich auch der Mund mit den Mundwerkzeugen zum Fressen.
Die Brust ist der Bewegungsteil. Hier sitzen die sechs Beine, und bei vielen Insekten sind hier zusätzlich die Flügel befestigt.
Der Hinterleib enthält einen großen Teil der inneren Organe, zum Beispiel für die Verdauung. Hier liegen auch feine Atemöffnungen: Insekten atmen nicht durch eine Nase, sondern durch kleine Löcher an den Körperseiten, die Luft in ein Röhrensystem im Körper leiten.
Stell dir eine Marienkäfer-Beobachtung vor. Am Kopf erkennst du die kurzen Fühler und die Augen. Die sechs Beine gehen alle von der Brust ab – zähl sie beim nächsten Mal nach. Unter den roten Deckflügeln liegen zusammengefaltet die dünnen Flughäute, mit denen der Käfer abhebt. Der runde Hinterleib steckt darunter.
Die meisten Insektenarten sind winzig: ihr Körper misst oft nur zwischen einem und zwanzig Millimetern. Genau diese geringe Größe ist ein Grund, warum Insekten fast überall leben können.
Insekt oder nicht? Die Verwechslungsgefahr
Spinnen werden am häufigsten mit Insekten verwechselt – sind aber keine. Der Unterschied lässt sich leicht merken, wenn du auf die Beine und die Körperabschnitte achtest.
- Insekt: sechs Beine, drei Körperabschnitte.
- Spinne: acht Beine, nur zwei Körperabschnitte.
Auch Tausendfüßer sind keine Insekten: Sie haben viel mehr als sechs Beine. Ob ein Tier fliegen kann, hilft dir dagegen nicht weiter – manche Insekten haben gar keine Flügel, und Vögel oder Fledermäuse fliegen, ohne Insekten zu sein.
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Vom Ei zum fertigen Insekt
Viele Insekten sehen als Jungtier ganz anders aus als später als erwachsenes Tier. Diese starke Umgestaltung des Körpers nennt man Verwandlung (Fachwort: Metamorphose). Man unterscheidet zwei Wege.
Bei der vollständigen Verwandlung durchläuft das Tier vier Stufen: Ei → Larve → Puppe → erwachsenes Insekt. In der Puppe wird der Körper komplett umgebaut. Aus einer Raupe wird so ein Schmetterling.
Bei der unvollständigen Verwandlung fehlt die Puppe. Aus dem Ei schlüpft ein Jungtier, das dem erwachsenen Tier schon ähnelt und einfach mehrmals größer wird. So ist es zum Beispiel bei Heuschrecken.
Ein Schmetterling zeigt die vollständige Verwandlung besonders schön: Aus dem Ei schlüpft eine gefräßige Raupe. Diese verpuppt sich, baut ihren Körper in der Puppe völlig um und schlüpft schließlich als fertiger Falter mit Flügeln aus. Raupe und Falter fressen oft ganz Verschiedenes.
Vollständige Verwandlung: Ei – Larve – Puppe – erwachsenes Tier (z. B. Schmetterling, Käfer). Unvollständige Verwandlung: Ei – Jungtier – erwachsenes Tier, ohne Puppe (z. B. Heuschrecke).
Warum Insekten so wichtig sind
Insekten sind klein, aber für die Natur unverzichtbar. Der wichtigste Grund ist die Bestäubung: Wenn Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge Blüten anfliegen, tragen sie Pollen von Blüte zu Blüte. Erst dadurch können sich viele Pflanzen fortpflanzen und Früchte und Samen bilden. Fast neun von zehn Pflanzenarten sind zumindest teilweise auf solche Bestäuber angewiesen – darunter viele Pflanzen, die auch auf unseren Tellern landen.
Eine einzige Biene besucht an einem Tag sehr viele Blüten. Ohne diese fleißige Arbeit gäbe es deutlich weniger Äpfel, Kirschen oder Erdbeeren – die Bestäubung durch Insekten steht am Anfang vieler unserer Lebensmittel.
Außerdem sind Insekten die Nahrungsgrundlage für unzählige andere Tiere. Viele heimische Vögel füttern ihre Jungen mit Insekten, und auch Fledermäuse, Amphibien und Spinnen leben von ihnen. Fallen die Insekten weg, gerät ein ganzes Nahrungsnetz ins Wanken.
Interaktives Diagramm wird geladen ...
Rund 60 Prozent der heimischen Vogelarten ernähren sich hauptsächlich von Insekten. Das zeigt, wie eng viele Tiere von diesen kleinen Lebewesen abhängen.
Prüfungsmodus
Jetzt prüfst du dein Wissen so, wie es in einer Arbeit drankommen könnte. Lies genau und überlege bei jeder Antwort, welches Merkmal entscheidet.
Interaktiver Lückentext wird geladen ...
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Alles auf einen Blick
Interaktive Mindmap wird geladen ...
Interaktive Lernkarten wird geladen ...
Abschluss-Check
Hier geht es nicht ums Auswendiglernen, sondern ums Anwenden. Übertrage dein Wissen auf neue Situationen.
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Zusammenfassung
Insekten erkennst du an drei Merkmalen: drei Körperabschnitte (Kopf, Brust, Hinterleib), genau sechs Beine und ein festes Außenskelett aus Chitin. Am Kopf sitzen Fühler und Augen, an der Brust die Beine und oft Flügel, im Hinterleib liegen innere Organe und die Atemöffnungen. Spinnen mit acht Beinen und zwei Körperabschnitten gehören nicht dazu. Viele Insekten verändern im Laufe ihres Lebens ihre Gestalt: mit Puppe (vollständige Verwandlung, z. B. Schmetterling) oder ohne Puppe (unvollständige Verwandlung, z. B. Heuschrecke). Für die Natur sind Insekten unverzichtbar – sie bestäuben einen Großteil aller Pflanzen und sind Nahrung für unzählige andere Tiere.
Mit Google fortfahren