Chemie

Alkene: Doppelbindung, Benennung und Reaktionen

Alkene: Doppelbindung, Benennung und Reaktionen
Alkene: Doppelbindung, Benennung und Reaktionen
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Alkene sind ungesättigte Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer C=C-Doppelbindung. Diese Doppelbindung erklärt ihre Namen, ihre vergleichsweise hohe Reaktivität und ihre Bedeutung als Ausgangsstoffe für viele chemische Produkte.

Auf dieser Seite lernst du, einfache Alkene zu erkennen und zu benennen. Außerdem untersuchst du, was bei Addition und Polymerisation geschieht und wie aussagekräftig ein chemischer Nachweis ist.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du ein Alken?

Ein Kohlenwasserstoff besteht nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Enthält er mindestens eine Doppelbindung zwischen zwei Kohlenstoffatomen, gehört er zu den Alkenen.

Definition

Ungesättigter Kohlenwasserstoff

Ein ungesättigter Kohlenwasserstoff besitzt mindestens eine C=C-Doppelbindung oder C≡C-Dreifachbindung. Ein Alken enthält mindestens eine C=C-Doppelbindung.

Die einfachsten Stoffgruppen lassen sich über ihre Bindungen und Namensendungen unterscheiden:

StoffgruppeKennzeichnende BindungNamensendungBeispiel
Alkanenur C–C-Einfachbindungen-anEthan, $\mathrm{C_2H_6}$
Alkenemindestens eine C=C-Doppelbindung-enEthen, $\mathrm{C_2H_4}$
Alkinemindestens eine C≡C-Dreifachbindung-inEthin, $\mathrm{C_2H_2}$

Das einfachste Alken ist Ethen. Ein „Methen“ kann es nicht geben, weil eine C=C-Doppelbindung zwei Kohlenstoffatome benötigt.

Merke

Doppelbindung und Endung -en: Daran erkennst du ein Alken. Die Endung allein genügt aber nicht, wenn du auch eine Strukturformel prüfen kannst.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Verbindung ist ein Alken?
Lösung: Ethen mit einer C=C-Doppelbindung — Ein Alken besitzt mindestens eine C=C-Doppelbindung und trägt im einfachen Stoffnamen die Endung -en.
Frage 2 von 2MittelWarum beginnt die homologe Reihe der Alkene mit Ethen?
Lösung: Eine C=C-Doppelbindung benötigt mindestens zwei Kohlenstoffatome. — Die Doppelbindung verbindet zwei C-Atome. Deshalb ist ein Alken mit nur einem C-Atom nicht möglich.
Wie hängen Summenformel und homologe Reihe zusammen?

Für die hier betrachtete homologe Reihe offenkettiger Alkene mit genau einer C=C-Doppelbindung gilt:

$$\mathrm{C_nH_{2n}}$$

Dabei steht $n$ für die Zahl der Kohlenstoffatome. Die Zahl der Wasserstoffatome ist doppelt so groß.

Beispiel

Für Ethen ist $n=2$. Daher gilt $2n=4$ und die Summenformel lautet $\mathrm{C_2H_4}$.

Für Propen ist $n=3$. Daher gilt $2n=6$ und die Summenformel lautet $\mathrm{C_3H_6}$.

Der Vergleich zeigt außerdem: Ethen besitzt zwei Wasserstoffatome weniger als Ethan, $\mathrm{C_2H_6}$.

Aufeinanderfolgende Glieder der homologen Reihe unterscheiden sich jeweils um eine $\mathrm{CH_2}$-Gruppe. Auf Ethen folgt daher Propen.

Gut zu wissen

Die Formel $\mathrm{C_nH_{2n}}$ darfst du nicht ungeprüft auf jedes Molekül mit mehreren Doppelbindungen übertragen. Sie gilt hier für offenkettige Alkene mit genau einer C=C-Doppelbindung.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Das einfachste Alken heißt . Seine Summenformel lautet . Für Propen ist $n=3$, daher besitzt es Wasserstoffatome. Zwei benachbarte Glieder der homologen Reihe unterscheiden sich um eine -Gruppe.

Lösungen: Lücke 1: Ethen; Lücke 2: C2H4; Lücke 3: 6; Lücke 4: CH2. Nutze zuerst die Stoffgruppe und dann $\mathrm{C_nH_{2n}}$: Ethen besitzt eine Doppelbindung und die Formel $\mathrm{C_2H_4}$; für Propen ergibt $2n$ den Wert 6.
Wie benennst du einfache Alkene?

Bei unverzweigten Alkenen gehst du in drei Schritten vor:

  1. Suche die längste Kohlenstoffkette, die die Doppelbindung enthält.
  2. Nummeriere die Kette von dem Ende, das näher an der Doppelbindung liegt.
  3. Gib die Position der Doppelbindung an und verwende die Endung -en.

Die Positionszahl nennt das erste C-Atom der Doppelbindung.

Beispiel

Eine Kette mit vier C-Atomen erhält den Stamm But-.

Liegt die Doppelbindung zwischen C-1 und C-2, heißt die Verbindung But-1-en. Liegt sie zwischen C-2 und C-3, heißt sie But-2-en.

Die beiden Stoffe besitzen dieselbe Summenformel, aber unterschiedliche Strukturen. Die Positionszahl ist deshalb unverzichtbar.

Bei verzweigten Alkenen muss die gewählte Hauptkette die Doppelbindung enthalten. Seitenketten erhalten eigene Positionszahlen. Für den Einstieg ist jedoch wichtiger, die Hauptkette richtig zu wählen und der Doppelbindung eine möglichst kleine Positionszahl zu geben.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEine unverzweigte Kette besitzt vier C-Atome. Die Doppelbindung liegt zwischen C-1 und C-2. Wie heißt das Alken?
Lösung: But-1-en — Vier C-Atome ergeben den Stamm But-. Die Doppelbindung beginnt an C-1, daher lautet der Name But-1-en.
Frage 2 von 2SchwerWarum wird eine Alkenkette vom näheren Ende der Doppelbindung aus nummeriert?
Lösung: Damit die Doppelbindung die kleinstmögliche Positionszahl erhält. — Die Kettenlänge bleibt unverändert. Durch die richtige Nummerierungsrichtung erhält die Doppelbindung die kleinere Positionszahl.
Warum reagieren Alkene leichter als Alkane?

An der C=C-Doppelbindung liegt eine hohe Elektronendichte vor. Dadurch können elektronenarme Teilchen die Doppelbindung angreifen. Alkene sind deshalb meist reaktiver als vergleichbare Alkane.

Eine typische Reaktion ist die Addition. Dabei wird der zusätzliche Bindungsanteil der Doppelbindung gelöst, und neue Atome oder Atomgruppen binden an die beiden C-Atome.

Definition

Hydrierung

Bei einer Hydrierung wird Wasserstoff, $\mathrm{H_2}$, an eine Mehrfachbindung addiert. Aus einem Alken entsteht dadurch ein Alkan.

Beispiel

Ethen reagiert mit Wasserstoff zu Ethan:

$$\mathrm{C_2H_4 + H_2 \rightarrow C_2H_6}$$

Vor der Reaktion besitzt Ethen eine C=C-Doppelbindung. Danach sind die beiden zusätzlichen H-Atome gebunden, und zwischen den C-Atomen bleibt eine Einfachbindung zurück. Die Zahl jeder Atomsorte ist auf beiden Seiten gleich: zwei C-Atome und sechs H-Atome.

Auch ein Alkin kann durch Addition von Wasserstoff zunächst zu einem Alken werden:

$$\mathrm{C_2H_2 + H_2 \rightarrow C_2H_4}$$

Merke

Bei einer Addition werden Teilchen angelagert. Die Mehrfachbindung wird dabei in eine Bindung mit geringerer Bindungsordnung umgewandelt.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelches Produkt entsteht bei der vollständigen Hydrierung von Ethen mit einem Molekül Wasserstoff?
Lösung: Ethan — Bei der Hydrierung werden zwei H-Atome addiert. Aus $\mathrm{C_2H_4}$ wird $\mathrm{C_2H_6}$, also Ethan.
Frage 2 von 2SchwerWoran erkennst du in der Gleichung $\mathrm{C_2H_4 + H_2 \rightarrow C_2H_6}$ eine Addition?
Lösung: Zwei Ausgangsstoffe verbinden sich zu einem Produkt, während die Doppelbindung umgebaut wird. — Der Wasserstoff wird an die beiden C-Atome der früheren Doppelbindung angelagert. Es findet kein bloßer Austausch und keine Verbrennung statt.
Wie unterscheidest du Reaktionen und Nachweise?

Nicht jede Reaktion eines Alkens ist eine Addition. Achte darauf, was mit den Teilchen und Bindungen geschieht.

ReaktionsartEntscheidender Vorgang
AdditionAtome oder Gruppen lagern sich an eine Mehrfachbindung an.
SubstitutionEin Atom oder eine Atomgruppe wird durch eine andere ersetzt.
VerbrennungDer Kohlenwasserstoff reagiert mit Sauerstoff; bei vollständiger Verbrennung entstehen Kohlenstoffdioxid und Wasser.
PolymerisationViele Alkenmoleküle werden zu einer langen Molekülkette verbunden.

Bei der Polymerisation von Ethen entsteht Polyethen. Die Doppelbindungen der Ethenmoleküle ermöglichen es, viele kleine Moleküle zu einer langen Kette zu verknüpfen.

Die Addition von Brom kann als Hinweis auf eine C=C-Doppelbindung dienen. Eine beobachtete Entfärbung allein beweist jedoch nicht eindeutig, dass ausschließlich ein Alken vorliegt.

Gut zu wissen

Ein aussagekräftiger Vergleich benötigt Kontrollen: Eine Positivkontrolle zeigt die erwartete Beobachtung mit einem bekannten Alken. Eine Negativkontrolle zeigt, was unter denselben Bedingungen ohne C=C-Doppelbindung geschieht. Solche Untersuchungen gehören nur in einen schulisch freigegebenen und beaufsichtigten Versuch.

Beispiel

Eine Probe und die Positivkontrolle zeigen dieselbe erwartete Veränderung, die Negativkontrolle aber nicht. Das Ergebnis spricht dafür, dass die Probe eine reaktionsfähige Struktur wie eine C=C-Doppelbindung enthält.

Die vorsichtige Schlussfolgerung lautet nicht: „Die Probe ist sicher ein bestimmtes Alken.“ Der Nachweis erlaubt ohne weitere Untersuchungen keine eindeutige Stoffbestimmung.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWas geschieht bei einer Polymerisation von Ethen?
Lösung: Viele Ethenmoleküle werden zu einer langen Polymerkette verbunden. — Bei der Polymerisation reagieren viele kleine Alkenmoleküle zu einem langkettigen Polymer wie Polyethen.
Frage 2 von 2SchwerEine Probe zeigt bei einem Nachweis dieselbe Veränderung wie ein bekanntes Alken. Was darfst du sicher folgern?
Lösung: Das Ergebnis ist ein Hinweis auf eine entsprechend reaktionsfähige Struktur, aber noch keine eindeutige Stoffbestimmung. — Positiv- und Negativkontrolle helfen bei der Auswertung. Trotzdem muss die Aussagekraft des Nachweises begrenzt formuliert werden.
Wo begegnen dir Alkene?

Alkene sind wichtige Ausgangsstoffe für organische Synthesen. Aus ihnen lassen sich unter anderem Kunststoffe und weitere organische Verbindungen herstellen.

Ethen liefert zwei anschauliche Beispiele:

  • Viele Ethenmoleküle können zu Polyethen verbunden werden, das etwa für Kunststoffprodukte verwendet wird.
  • Ethen wirkt in Pflanzen als Botenstoff und fördert Reifungsprozesse. Von Äpfeln abgegebenes Ethen kann deshalb gemeinsam gelagerte Bananen schneller reifen lassen.

Auch die physikalischen Eigenschaften hängen von der Molekülstruktur ab. Alkene lösen sich schlecht in Wasser. Mit wachsender Kettenlänge steigen im Allgemeinen die Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Molekülen und damit auch die Siedepunkte.

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Frage 1 von 1MittelWarum eignen sich Alkene als Ausgangsstoffe für viele Synthesen?
Lösung: Ihre C=C-Doppelbindung ermöglicht Additionen und weitere Umwandlungen. — Die Doppelbindung ist eine reaktionsfähige Stelle. Dort können neue Atome oder Gruppen angelagert werden.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Alkene
    • Erkennen: C=C-Doppelbindung und Endung -en
    • Reihe: Ethen, Propen und weitere Glieder mit Zuwachs um CH2
    • Benennen: Hauptkette wählen und Doppelbindung niedrig nummerieren
    • Reaktivität: hohe Elektronendichte an der Doppelbindung
    • Addition: Atome oder Gruppen werden angelagert
    • Hydrierung: Alken wird zum Alkan
    • Polymerisation: viele Alkene bilden eine lange Kette
    • Nachweis: Kontrollen nutzen und Aussage begrenzen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 5LeichtWelche Aussage beschreibt Alkene korrekt?
Lösung: Alkene sind Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer C=C-Doppelbindung. — Die C=C-Doppelbindung ist das entscheidende Strukturmerkmal eines Alkens.
Frage 2 von 5MittelEin offenkettiges Alken mit genau einer Doppelbindung besitzt fünf C-Atome. Welche Summenformel folgt aus $\mathrm{C_nH_{2n}}$?
Lösung: $\mathrm{C_5H_{10}}$ — Setze $n=5$ ein: $2n=10$. Daher lautet die Summenformel $\mathrm{C_5H_{10}}$.
Frage 3 von 5MittelWas geschieht bei der Reaktion $\mathrm{C_2H_4 + H_2 \rightarrow C_2H_6}$?
Lösung: Ethen wird durch Hydrierung zu Ethan. — Wasserstoff wird addiert, und aus der Doppelbindung wird eine Einfachbindung. Das Produkt ist Ethan.
Frage 4 von 5SchwerZwei Strukturen besitzen eine Kette aus vier C-Atomen. Bei einer liegt die Doppelbindung zwischen C-1 und C-2, bei der anderen zwischen C-2 und C-3. Welche Folgerung ist richtig?
Lösung: Sie heißen But-1-en und But-2-en und sind unterschiedliche Verbindungen. — Die Positionszahl unterscheidet die Lage der Doppelbindung und damit But-1-en von But-2-en.
Frage 5 von 5SchwerEine Entfärbung tritt bei einer unbekannten Probe und bei der Positivkontrolle auf, nicht aber bei der Negativkontrolle. Welche Auswertung ist fachlich angemessen?
Lösung: Das Ergebnis spricht für eine passende reaktionsfähige Struktur, bestimmt den Stoff aber nicht eindeutig. — Der Kontrollvergleich stützt den Hinweis. Die Schlussfolgerung muss trotzdem auf die begrenzte Aussage des Nachweises beschränkt bleiben.

Prüfe zum Schluss deinen Denkweg: Kannst du von einer Struktur über den Namen bis zur passenden Reaktionsart begründen, woran du ein Alken erkennst? Wenn ja, hast du die zentrale Beziehung verstanden: Die C=C-Doppelbindung bestimmt Stoffgruppe, Benennung und typische Reaktionen.

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