Chemie

Carbonsäuren: Aufbau, Eigenschaften und Reaktionen

Carbonsäuren: Aufbau, Eigenschaften und Reaktionen
Carbonsäuren: Aufbau, Eigenschaften und Reaktionen
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Carbonsäuren sind organische Verbindungen mit mindestens einer Carboxygruppe. Diese Gruppe wird als -COOH geschrieben. Sie bestimmt die Säurewirkung und beeinflusst zusammen mit dem übrigen Molekülteil die Eigenschaften des Stoffes.

Auf dieser Seite lernst du, Carbonsäuren an ihrer Struktur zu erkennen, einfache Alkansäuren zu benennen und wichtige Eigenschaften sowie Reaktionen aus dem Molekülbau herzuleiten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du eine Carbonsäure?

Eine Carbonsäure lässt sich vereinfacht als R-COOH darstellen. R steht meist für einen organischen Rest; bei Methansäure steht dort ein H-Atom.

Das C-Atom der Carboxygruppe gehört zur Kohlenstoffkette. Es ist doppelt an ein O-Atom und einfach an eine OH-Gruppe gebunden.

Definition

Carboxygruppe

Die Carboxygruppe -COOH ist die funktionelle Gruppe der Carbonsäuren. Sie setzt sich aus einer Carbonylgruppe C=O und einer Hydroxygruppe -OH zusammen.

Eine Carbonylgruppe allein macht einen Stoff noch nicht zur Carbonsäure. Entscheidend ist die Verbindung -COOH.

Beispiel

Ethansäure besitzt die Struktur CH3-COOH.

  • CH3- ist der organische Rest.
  • -COOH ist die Carboxygruppe.
  • Das Molekül enthält insgesamt zwei C-Atome, weil das C-Atom der Carboxygruppe mitgezählt wird.

Carbonsäuren lassen sich weiter einteilen:

  • Monocarbonsäuren besitzen eine Carboxygruppe.
  • Dicarbonsäuren besitzen zwei Carboxygruppen.
  • Gesättigte Carbonsäuren enthalten im Kohlenstoffrest nur Einfachbindungen.
  • Ungesättigte Carbonsäuren enthalten dort mindestens eine Doppel- oder Dreifachbindung.
  • Hydroxycarbonsäuren besitzen zusätzlich eine Hydroxygruppe.
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Frage 1 von 1LeichtWelche Gruppe kennzeichnet eine Carbonsäure?
Lösung: -COOH — Die funktionelle Gruppe einer Carbonsäure ist -COOH. Sie enthält sowohl einen Carbonyl- als auch einen Hydroxyteil.
Wie benennst du einfache Alkansäuren?

Gesättigte Monocarbonsäuren mit offener Kohlenstoffkette heißen Alkansäuren. Ihr systematischer Name entsteht aus dem Namen des entsprechenden Alkans und der Endung -säure.

Beim Zählen gehört das C-Atom der Carboxygruppe zur Kette.

Zahl der C-AtomeSystematischer NameStrukturformelTrivialname
1MethansäureHCOOHAmeisensäure
2EthansäureCH3COOHEssigsäure
3PropansäureCH3CH2COOHPropionsäure
4ButansäureCH3CH2CH2COOHButtersäure
5PentansäureCH3(CH2)3COOHValeriansäure
Beispiel

Gesucht ist der Name von CH3-CH2-CH2-COOH.

  1. Die längste Kette einschließlich des Carboxy-C-Atoms enthält vier C-Atome.
  2. Das zugehörige Alkan heißt Butan.
  3. Mit der Endung -säure entsteht Butansäure.

Der verbreitete Trivialname lautet Buttersäure.

Bei zwei Carboxygruppen wird die Endung -disäure verwendet. Oxalsäure heißt beispielsweise systematisch Ethandisäure.

Merke

Zähle bei einer Alkansäure immer das C-Atom der Carboxygruppe mit.

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Frage 1 von 1MittelWie heißt CH3-CH2-COOH systematisch?
Lösung: Propansäure — Drei C-Atome ergeben den Stammnamen Propan. Der systematische Name lautet deshalb Propansäure; Propionsäure ist der Trivialname.
Warum bilden Carbonsäuren saure Lösungen?

Die beiden O-Atome der Carboxygruppe ziehen Bindungselektronen stark an. Dadurch ist besonders die O-H-Bindung polar. Das H-Atom kann als Proton auf ein Wassermolekül übertragen werden.

R-COOH + H2O ⇌ R-COO⁻ + H3O⁺

Dabei entstehen ein Carboxylat-Ion R-COO⁻ und ein Oxoniumion H3O⁺. Oxoniumionen kennzeichnen eine saure wässrige Lösung.

Definition

Protonendonator

Ein Protonendonator ist ein Teilchen, das ein Proton abgeben kann. Carbonsäuren wirken als Protonendonatoren und damit als Säuren.

Das Carboxylat-Ion ist stabilisiert, weil die negative Ladung nicht nur einem einzigen O-Atom zugeordnet werden muss, sondern über beide O-Atome verteilt werden kann. Diese Stabilisierung begünstigt die Protonenabgabe.

Vertiefung: Einfluss des Alkylrests

Ein Alkylrest schiebt Elektronendichte in Richtung Carboxygruppe. Dieser +I-Effekt erschwert die Protonenabgabe etwas. Deshalb nimmt die Säurestärke einfacher Alkansäuren mit wachsender Alkylkette qualitativ ab.

Gut zu wissen

Universalindikator oder pH-Papier zeigt die saure Wirkung einer wässrigen Carbonsäurelösung durch eine entsprechende Färbung an. Das ist ein Nachweis für die saure Lösung, aber keine genaue Messung der Säurestärke.

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Frage 1 von 1MittelWas entsteht, wenn eine Carbonsäure ein Proton an Wasser abgibt?
Lösung: Ein Carboxylat-Ion und ein Oxoniumion — Das Wasser nimmt das Proton auf und wird zu H3O⁺. Aus der Carbonsäure entsteht gleichzeitig das Carboxylat-Ion R-COO⁻.
Wie bestimmt der Molekülbau die Eigenschaften?

Zwei Molekülteile wirken gegeneinander:

  • Die polare Carboxygruppe kann Wasserstoffbrücken zu Wasser und zu anderen Carbonsäuremolekülen bilden.
  • Der unpolare Alkylrest wechselwirkt schlecht mit Wasser. Sein Einfluss wächst mit der Kettenlänge.

Wasserlöslichkeit

Methan-, Ethan-, Propan- und Butansäure sind mit Wasser in jedem Verhältnis mischbar. Bei ihnen prägt die Carboxygruppe das Lösungsverhalten stark.

Ab Pentansäure sinkt die Wasserlöslichkeit deutlich, weil der längere unpolare Rest stärker ins Gewicht fällt. Pentansäure und längere Alkansäuren sind schlecht wasserlöslich; Octansäure ist nach dem zugrunde liegenden Material in Wasser nicht mehr löslich.

Siedetemperatur

Carbonsäuremoleküle können untereinander Wasserstoffbrücken bilden. Je zwei Moleküle können durch zwei Wasserstoffbrücken zu einem Dimer verbunden sein. Diese starken zwischenmolekularen Anziehungen tragen zu hohen Siedetemperaturen bei.

Innerhalb der homologen Reihe steigt die Siedetemperatur zusätzlich mit der Kettenlänge: Ein größerer Alkylrest ermöglicht stärkere Van-der-Waals-Kräfte.

Merke

Mit wachsender Alkylkette steigt die Siedetemperatur, während die Wasserlöslichkeit sinkt. Beide Trends lassen sich aus den zunehmenden Wechselwirkungen des unpolaren Restes erklären.

Beispiel

Vergleiche Ethansäure und Pentansäure:

  • Ethansäure besitzt den kürzeren unpolaren Rest und ist mit Wasser mischbar.
  • Pentansäure besitzt den längeren unpolaren Rest und ist nur schlecht wasserlöslich.
  • Pentansäure hat wegen ihres größeren Restes stärkere Van-der-Waals-Wechselwirkungen und daher die höhere Siedetemperatur.
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Frage 1 von 1SchwerEine unbekannte Alkansäure hat eine längere Kohlenstoffkette als Butansäure. Welche Vorhersage passt?
Lösung: Sie ist tendenziell schlechter wasserlöslich und besitzt eine höhere Siedetemperatur. — Die Carboxygruppe bleibt erhalten. Mit der Kettenlänge wächst jedoch der unpolare Anteil, während zugleich die Van-der-Waals-Kräfte zunehmen.
Welche typischen Reaktionen gehen Carbonsäuren ein?

Salzbildung

Carbonsäuren reagieren mit Basen zu einem Carboxylat-Salz und Wasser:

Carbonsäure + Base → Carboxylat-Salz + Wasser

Die Namen systematisch benannter Carboxylate enden auf -at. Häufig werden auch traditionelle Bezeichnungen verwendet:

  • Methansäure bildet Formiate.
  • Ethansäure bildet Acetate.
  • Milchsäure bildet Lactate.

Mit unedlen Metallen können Carbonsäuren ebenfalls Carboxylat-Salze bilden. Dabei entsteht Wasserstoff.

Veresterung und Hydrolyse

Eine Carbonsäure reagiert mit einem Alkohol zu einem Ester und Wasser. Die Reaktion ist umkehrbar:

Carbonsäure + Alkohol ⇌ Ester + Wasser

Die Hinreaktion heißt Veresterung. Die Rückreaktion mit Wasser heißt Hydrolyse.

Beispiel

Ethansäure reagiert mit einem Alkohol. Für die Stoffklassen genügt zunächst dieses Schema:

Ethansäure + Alkohol ⇌ Ethansäureester + Wasser

Der Ester enthält weiterhin den Carbonylteil C=O. An dessen C-Atom schließt sich nun jedoch eine O-gebundene organische Gruppe anstelle der OH-Gruppe der Carbonsäure an.

Herstellung durch Oxidation

Eine einfache Carbonsäure kann durch schrittweise Oxidation eines primären Alkohols entstehen:

primärer Alkohol → Aldehyd → Carbonsäure

Die konkreten Reaktionsbedingungen hängen vom gewählten Stoff und Oxidationsmittel ab.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Eine Carbonsäure reagiert mit einem zu einem Ester und Wasser. Diese Reaktion heißt . Die umgekehrte Reaktion mit Wasser heißt . Bei der Reaktion mit einer Base entsteht ein .

Lösungen: Lücke 1: Alkohol; Lücke 2: Veresterung; Lücke 3: Hydrolyse; Lücke 4: Carboxylat-Salz. Ordne die Reaktionen nach ihren Stoffklassen: Säure plus Alkohol ergibt einen Ester; Wasser kann ihn hydrolysieren. Eine Base entzieht der Säure ein Proton und bildet ein Carboxylat-Salz.
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Frage 1 von 1MittelWelches Reaktionsschema beschreibt eine Veresterung?
Lösung: Carbonsäure + Alkohol ⇌ Ester + Wasser — Bei der Veresterung verbinden sich eine Carbonsäure und ein Alkohol unter Wasserbildung. Weil die Reaktion umkehrbar ist, wird ein Gleichgewichtspfeil verwendet.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Carbonsäuren
    • Aufbau: Carboxygruppe `-COOH` und übriger Molekülteil
    • Benennung: Alkanname plus `-säure`
    • Säurewirkung: Protonenübertragung auf Wasser
    • Eigenschaften: Wasserstoffbrücken und Einfluss der Kettenlänge
    • Salzbildung: Carboxylat-Salz entsteht
    • Veresterung: Carbonsäure und Alkohol bilden Ester und Wasser
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelches Strukturmerkmal muss jede Carbonsäure besitzen?
Lösung: Mindestens eine Carboxygruppe — Das gemeinsame Gruppenmerkmal aller Carbonsäuren ist mindestens eine Carboxygruppe -COOH.
Frage 2 von 4MittelEine gesättigte Monocarbonsäure enthält einschließlich der Carboxygruppe vier C-Atome. Wie heißt sie systematisch?
Lösung: Butansäure — Vier C-Atome ergeben den Stammnamen Butan. Der systematische Name ist Butansäure; Buttersäure ist der Trivialname.
Frage 3 von 4SchwerEin Stoff besitzt die Gruppe -COOH, ist schlecht wasserlöslich und siedet höher als Ethansäure. Welche Erklärung passt am besten?
Lösung: Es ist eine Carbonsäure mit einem längeren unpolaren Rest. — -COOH kennzeichnet die Carbonsäure. Ein längerer unpolarer Rest vermindert die Wasserlöslichkeit und verstärkt die Van-der-Waals-Kräfte, sodass die Siedetemperatur steigt.
Frage 4 von 4SchwerBei einer Reaktion entstehen ein Ester und Wasser. Welche Ausgangsstoffe gehören zum passenden Reaktionsschema?
Lösung: Eine Carbonsäure und ein Alkohol — Die Veresterung verbindet eine Carbonsäure mit einem Alkohol. Die umkehrbare Reaktion liefert einen Ester und Wasser.

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