Chlor im Schwimmbad, Fluorid in Zahnpasta und Iod in der Schilddrüse gehören zu einer Elementfamilie: den Halogenen. Diese Gruppe ist im Periodensystem leicht zu finden und chemisch sehr auffällig. Danach kannst du erklären, warum Halogene "Salzbildner" heißen und welche Trends es in der Gruppe gibt.
- Ich kann die Halogene im Periodensystem einordnen.
- Ich kann erklären, warum Halogene reaktionsfreudige Nichtmetalle sind.
- Ich kann die Bildung von Halogenid-Ionen beschreiben.
- Ich kann wichtige Trends von Fluor bis Iod nennen.
- Ich kann typische Reaktionen mit Metallen, Wasserstoff und Halogeniden erklären.
Halogene im Periodensystem
Halogene stehen in Gruppe 17 des Periodensystems. In der älteren Hauptgruppenzählung nennt man sie die 7. Hauptgruppe.
Halogene
Die Halogene sind die Elemente der Gruppe 17 im Periodensystem. Dazu gehören Fluor, Chlor, Brom, Iod, Astat und Tenness. Im Schulunterricht stehen meist Fluor, Chlor, Brom und Iod im Mittelpunkt.
Der Name bedeutet "Salzbildner". Das passt, weil Halogene mit Metallen viele Salze bilden. Das bekannteste Beispiel ist Natriumchlorid, also Kochsalz.
Die wichtigsten Halogene im Überblick:
- Fluor:
F, sehr reaktionsfreudig, gasförmig. - Chlor:
Cl, gelbgrünes Gas. - Brom:
Br, rotbraune Flüssigkeit. - Iod:
I, dunkler Feststoff, violetter Dampf.
Von oben nach unten werden die Atome größer und schwerer.
Halogene stehen direkt links neben den Edelgasen.
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Warum Halogene so reaktiv sind
Halogene haben sieben Valenzelektronen. Ihnen fehlt also nur ein Elektron zur voll besetzten Außenschale wie bei den Edelgasen.
Valenzelektronen
Valenzelektronen sind die Elektronen der äußersten besetzten Schale eines Atoms. Sie bestimmen stark, wie ein Atom reagiert.
Weil Halogenen ein Elektron zur Edelgaskonfiguration fehlt, nehmen sie leicht ein Elektron auf. Dabei entstehen einfach negativ geladene Ionen.
Halogenid-Ion
Ein Halogenid-Ion ist ein negativ geladenes Ion eines Halogens, zum Beispiel F-, Cl-, Br- oder I-.
Aus Chlor wird Chlorid:
- Ein Chlor-Atom hat sieben Valenzelektronen.
- Es nimmt ein Elektron auf.
- Danach hat es eine vollere Außenschale.
- Das Teilchen ist nun negativ geladen.
- Es heißt Chlorid-Ion:
Cl-.
Halogen-Atom plus ein Elektron ergibt Halogenid-Ion.
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Trends von Fluor bis Iod
In einer Elementgruppe ändern sich Eigenschaften von oben nach unten regelmäßig. Bei den Halogenen siehst du das besonders gut an Aggregatzustand, Farbe und Reaktivität.
Gruppentrend
Ein Gruppentrend ist eine regelmäßige Änderung von Eigenschaften innerhalb einer Gruppe des Periodensystems, wenn man von oben nach unten geht.
Von Fluor zu Iod nehmen Atomgröße, Masse, Dichte sowie Schmelz- und Siedetemperaturen im Allgemeinen zu. Gleichzeitig nimmt die Reaktivität der elementaren Halogene ab. Fluor ist am reaktivsten, Iod deutlich weniger reaktiv.
Aggregatzustände bei Raumtemperatur:
- Fluor: gasförmig.
- Chlor: gasförmig.
- Brom: flüssig.
- Iod: fest.
Das passt zum Trend: Schwerere Halogenmoleküle haben stärkere Anziehungskräfte zwischen den Molekülen.
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Elementare Halogene liegen meist als zweiatomige Moleküle vor: F2, Cl2, Br2, I2. Das bedeutet: Zwei gleiche Halogenatome sind miteinander verbunden.
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Reaktionen mit Metallen und Wasserstoff
Halogene reagieren mit Metallen zu Salzen. Dabei geben Metallatome Elektronen ab, Halogenatome nehmen Elektronen auf.
Salz
Ein Salz ist eine Verbindung aus positiv geladenen Kationen und negativ geladenen Anionen. Bei Halogensalzen sind die Anionen Halogenid-Ionen.
Natrium reagiert mit Chlor:
2 Na + Cl2 -> 2 NaCl
- Natrium gibt Elektronen ab und wird zu
Na+. - Chlor nimmt Elektronen auf und wird zu
Cl-. - Aus den Ionen entsteht Natriumchlorid.
- Natriumchlorid ist Kochsalz.
Halogene reagieren auch mit Wasserstoff zu Halogenwasserstoffen. In Wasser bilden diese saure Lösungen, zum Beispiel Salzsäure aus Chlorwasserstoff.
Wasserstoff und Chlor:
H2 + Cl2 -> 2 HCl
- Wasserstoff und Chlor reagieren zu Chlorwasserstoff.
- Chlorwasserstoff ist ein Gas.
- In Wasser gelöst entsteht Salzsäure.
- Die Reaktion kann unter Licht sehr heftig ablaufen.
Mit Metallen bilden Halogene Salze; mit Wasserstoff bilden sie Halogenwasserstoffe.
Verdrängungsreaktionen
Ein reaktiveres Halogen kann ein weniger reaktives Halogen aus seinem Halogenid verdrängen. Diese Reaktionen zeigen die Reihenfolge der Reaktivität.
Verdrängungsreaktion
Eine Verdrängungsreaktion ist eine Reaktion, bei der ein reaktiverer Stoff einen weniger reaktiven Stoff aus einer Verbindung herauslöst.
Chlor ist reaktiver als Brom und Iod. Deshalb kann Chlorid nicht einfach durch Brom zu Chlor oxidiert werden, aber Chlor kann Bromid zu Brom oxidieren.
Chlor verdrängt Brom aus Bromid:
Cl2 + 2 Br- -> 2 Cl- + Br2
- Chlor nimmt Elektronen auf und wird zu Chlorid.
- Bromid gibt Elektronen ab und wird zu Brom.
- Chlor ist also das stärkere Oxidationsmittel.
- Die Reaktion zeigt: Chlor ist reaktiver als Brom.
Chlor verdrängt Iod aus Iodid:
Cl2 + 2 I- -> 2 Cl- + I2
Auch hier entsteht Chlorid. Iodid wird zu Iod oxidiert.
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Vorkommen und Sicherheit
In der Natur findest du Halogene selten als freie Elemente, weil sie so reaktionsfreudig sind. Häufiger kommen sie als Halogenide in Salzen vor.
Halogenverbindung
Eine Halogenverbindung ist eine Verbindung, die mindestens ein Halogen enthält. Beispiele sind Natriumchlorid, Calciumfluorid oder organische Chlorverbindungen.
Chlorid ist in Kochsalz und Meerwasser häufig. Fluorid kommt in Mineralien und Zahnpflege vor. Iodid und Iodat sind für die Schilddrüse wichtig, aber im Unterricht gilt: Mit elementaren Halogenen wird wegen ihrer Giftigkeit und Reaktivität nur unter strengen Sicherheitsregeln gearbeitet.
Alltagsbezüge:
- Natriumchlorid: Kochsalz.
- Fluoridverbindungen: Zahnschutz in geeigneten Mengen.
- Iodverbindungen: wichtig für Schilddrüsenhormone.
- Chlorverbindungen: Desinfektion, aber elementares Chlor ist giftig.
"Halogen" und "Halogenid" sind nicht dasselbe. Chlor Cl2 ist ein elementares Halogen. Chlorid Cl- ist das negativ geladene Ion in Salzen wie Natriumchlorid.
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Prüfungsmodus
Bei Halogen-Aufgaben geht es oft um Trends und Elektronen. Prüfe zuerst: Atom oder Ion? Element oder Verbindung? Oben oder unten in der Gruppe?
Aufgabe: "Erkläre, warum Fluor reaktiver ist als Iod."
Musterlösung:
- Beide Halogene haben sieben Valenzelektronen.
- Beide können ein Elektron aufnehmen.
- Fluor-Atome sind kleiner als Iod-Atome.
- Das aufzunehmende Elektron wird bei Fluor stärker vom Kern angezogen.
- Deshalb ist Fluor das reaktivere Halogen.
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Zusammenfassung
Halogene sind die Elemente der Gruppe 17: Fluor, Chlor, Brom, Iod, Astat und Tenness. Im Unterricht sind vor allem Fluor, Chlor, Brom und Iod wichtig. Sie sind reaktionsfreudige Nichtmetalle mit sieben Valenzelektronen.
Halogene bilden durch Elektronenaufnahme Halogenid-Ionen und reagieren mit Metallen zu Salzen. Von Fluor zu Iod steigen Schmelz- und Siedetemperaturen, während die Reaktivität abnimmt. Reaktivere Halogene können weniger reaktive aus ihren Halogeniden verdrängen.
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