Mediation Englisch Abitur: Anleitung und Übungen
Bei einer Mediation überträgst du die relevanten Aussagen eines deutschen Textes sinngemäß ins Englische. Du übersetzt also nicht Satz für Satz, sondern vermittelst die Informationen passend zu Adressat, Situation und Aufgabe.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was macht eine Mediation aus?
Mediation
Eine Mediation, auch Sprachmittlung genannt, ist die adressaten-, sinn- und situationsgerechte Übermittlung von Informationen aus einer Sprache in eine andere.
Der wichtigste Unterschied zur Übersetzung liegt im Ziel:
- Eine Übersetzung orientiert sich möglichst genau am gesamten Ausgangstext.
- Eine Mediation wählt aus, fasst zusammen und formuliert für einen neuen Zweck.
Du darfst deshalb Einzelheiten weglassen, ähnliche Punkte bündeln und schwierige Wendungen umschreiben. Die Bedeutung der ausgewählten Aussagen muss jedoch erhalten bleiben.
Übertrage nicht die deutschen Wörter, sondern die benötigte Bedeutung.
Wie entschlüsselst du den Auftrag?
Bevor du den Ausgangstext bearbeitest, klärst du drei Fragen:
- Für wen schreibst du?
- Warum braucht diese Person die Informationen?
- Welche Textform wird verlangt, zum Beispiel eine E-Mail oder ein sachlicher Informationstext?
Diese Fragen bestimmen Auswahl, Ton und Aufbau. Ein Freund benötigt möglicherweise eine kurze, direkte Erklärung. Ein unbekannter oder offizieller Adressat verlangt einen sachlicheren Ton.
Prüfe außerdem die Arbeitsanweisung genau. Verben wie explain, inform oder outline zeigen, welche Leistung erwartet wird. Bearbeite nur den tatsächlich verlangten Schwerpunkt.
Auftrag: Erkläre englischsprachigen Austauschschülerinnen und Austauschschülern in einer E-Mail, wann ein Schulfest stattfindet und was sie dort tun können.
Dafür sind Termin und Angebote wichtig. Ausführliche Informationen über frühere Schulfeste wären nur relevant, wenn die Aufgabe danach fragt.
Wie wählst und ordnest du Informationen?
Lies den Ausgangstext zuerst vollständig. Versuche, Thema und Kernaussage zu verstehen, bevor du einzelne Wörter nachschlägst oder überträgst.
Arbeite dann in vier Schritten:
- Markiere Schlüsselbegriffe und Sinnabschnitte.
- Vergleiche jede Information mit dem Auftrag.
- Streiche Unwichtiges und fasse Wiederholungen zusammen.
- Ordne die ausgewählten Punkte in einer verständlichen Reihenfolge.
Du kannst der Reihenfolge des Ausgangstextes folgen, wenn sie für den neuen Zweck logisch ist. Verlangt der Auftrag eine andere Gewichtung, darfst du die Informationen neu ordnen. Vermeide dabei ungeordnete Sprünge.
Auch kulturelle oder institutionelle Begriffe vermittelst du sinngemäß. Wenn ein Begriff für den Adressaten unverständlich wäre, erklärst du seine Funktion knapp, statt nur das deutsche Wort zu übernehmen.
Wie formulierst du den englischen Text?
Eine Mediation besitzt meist eine erkennbare Einleitung und einen geordneten Hauptteil. Ein eigener Schluss hängt von der verlangten Textform ab.
Einleitung
Nenne die Angaben, die der Adressat zum Verständnis benötigt: Thema, Textart und – wenn vorhanden und relevant – Titel, Autor sowie Zeitpunkt oder Ort der Veröffentlichung.
Mögliche Einstiege sind:
- The text is about ...
- The text mainly deals with ...
- To answer your question, ...
Bei einer E-Mail sprichst du den Adressaten direkt an.
Hauptteil
Formuliere die ausgewählten Informationen mit eigenen englischen Sätzen. Nutze passende Verknüpfungen wie first of all, another point is, besides, as a result oder consequently.
Übernimm grundsätzlich die zeitliche Perspektive des Ausgangstextes. Beschreibt er gegenwärtige Zustände, verwendest du in der Regel ebenfalls Gegenwartsformen.
Schluss
Ein sachlicher Mediationstext endet normalerweise mit der letzten benötigten Information. Ergänze keine eigene Bewertung und kein neues Fazit. Eine E-Mail oder ein Brief erhält dagegen eine passende Grußformel und gegebenenfalls einen kurzen kommunikativen Abschlusssatz.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Eine gelungene Mediation gibt Inhalte nicht , sondern sinngemäß wieder. Ihr Stil bleibt . Verbindungen wie ordnen den Text. Eine eigene Meinung gehört nur hinein, wenn die sie ausdrücklich verlangt.
Wie sieht ein vollständiges Beispiel aus?
Ausgangstext für die Übung
Die Schülervertretung organisiert am Freitag um 14 Uhr in der Aula einen Tauschmarkt. Alle können saubere, gut erhaltene Kleidung und Bücher mitbringen und gegen andere Dinge tauschen. So sollen brauchbare Sachen weiterverwendet statt weggeworfen werden. Helferinnen und Helfer treffen sich bereits um 13:30 Uhr.
Auftrag
Informiere einen englischsprachigen Austauschschüler in einer kurzen E-Mail darüber, wann und wo der Tauschmarkt stattfindet, was er mitbringen kann und welchen Zweck die Veranstaltung hat.
Auswahl
Benötigt werden:
- Freitag, 14 Uhr;
- Aula;
- saubere, gut erhaltene Kleidung oder Bücher;
- Tauschen gegen andere Dinge;
- Weiterverwendung brauchbarer Sachen.
Das Treffen um 13:30 Uhr gehört nicht in die Mediation, weil der Adressat als Besucher und nicht als Helfer angesprochen wird.
Hi Alex,
To answer your question, the student council is organising a swap event in the assembly hall at 2 p.m. on Friday. You can bring clean clothes or books that are still in good condition and exchange them for other items. The event is intended to give useful things a new life instead of throwing them away.
Best, Sam
Die Lösung übernimmt alle verlangten Punkte, aber keine deutschen Satzstrukturen. Swap event und give useful things a new life vermitteln die Bedeutung verständlich mit eigenen Worten.
Wie überarbeitest du deine Mediation?
Lies deinen Entwurf mindestens einmal gezielt durch. Prüfe dabei nicht alles gleichzeitig.
Inhalt und Aufgabe
- Sind alle verlangten Aussagen enthalten?
- Hast du Unwichtiges weggelassen?
- Bleibt die Bedeutung des Ausgangstextes erhalten?
- Hast du nichts ergänzt, das nicht im Ausgangstext steht?
Aufbau und Adressat
- Passt die Textform zum Auftrag?
- Ist die Reihenfolge nachvollziehbar?
- Sind Ton und Erklärungen für den Adressaten geeignet?
Sprache
- Hast du mit eigenen Worten formuliert?
- Sind Zeitformen, Grammatik und Rechtschreibung korrekt?
- Verbinden passende Wendungen die Gedanken?
- Hast du Umgangssprache und unbeauftragte Wertungen vermieden?
Wenn dir ein einzelnes englisches Wort fehlt, löse dich vom deutschen Satz. Erkläre den Gedanken mit einfacheren bekannten Wörtern, statt eine unsichere wörtliche Übertragung zu erzwingen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Mediation im Englisch-Abitur
- Auftrag: Adressat, Zweck und Textform klären
- Auswahl: relevante Aussagen markieren und bündeln
- Ordnung: Informationen verständlich strukturieren
- Sprache: sinngemäß, sachlich und mit eigenen Worten formulieren
- Kultur: unbekannte Bezüge bei Bedarf knapp erklären
- Kontrolle: Inhalt, Register, Grammatik und Aufgabenbezug prüfen
Abschluss-Check
Wenn du alle drei Entscheidungen begründen kannst, beherrschst du den Kernweg: Auftrag klären, Informationen auswählen, sinngemäß formulieren und gezielt prüfen.
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