Wenn du einen französischen Satz übersetzt, wirkt er manchmal zu einfach. Im Deutschen verändert sich „der Lehrer“ zu „den Lehrer“ oder „dem Lehrer“. Im Französischen bleibt vieles gleich. Die Aufgabe eines Wortes erkennst du dort auf andere Weise.
Was bedeutet Kasus?
Ein Kasus ist ein grammatischer Fall. Er zeigt, welche Aufgabe ein Wort im Satz hat. Im Deutschen kennst du zum Beispiel: Wer tut etwas? Wen oder was betrifft die Handlung? Wem passiert etwas? Wessen Sache ist es?
Ein Nomen ist ein Namenwort. Es nennt Menschen, Tiere, Dinge, Orte oder Ideen. Beispiele sind professeur, livre, école oder amitié.
Eine Deklination ist die Veränderung eines Wortes nach Fall, Zahl oder Geschlecht. Im Deutschen verändert sich oft der Artikel: der Lehrer, den Lehrer, dem Lehrer. Französische Nomen haben solche Fallformen nicht.
Ein Kasus zeigt die Aufgabe eines Wortes im Satz. Französische Nomen werden nicht nach deutschen Fällen wie Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv verändert.
Deutsch: Der Schüler sieht den Lehrer.
Französisch: L'élève voit le professeur.
Im Deutschen zeigt „den Lehrer“ den Akkusativ. Im Französischen bleibt le professeur äußerlich gleich. Du erkennst die Aufgabe durch die Stellung im Satz und durch das Verb voit.
Suche im Französischen nicht nach deutschen Fallendungen. Frage lieber: Welche Aufgabe hat diese Wortgruppe im Satz?
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Das Subjekt: Wer oder was?
Das Subjekt ist das Satzglied, das handelt oder über das etwas ausgesagt wird. Du fragst oft: Wer oder was? Im Deutschen steht das Subjekt meistens im Nominativ.
Im einfachen französischen Aussagesatz steht das Subjekt sehr oft vor dem Verb. Ein Verb ist ein Tätigkeitswort oder Zustandswort, zum Beispiel lire, parler, être oder dormir.
Das Subjekt nennt, wer oder was etwas tut oder wer oder was in einem Satz beschrieben wird.
Marie lit un livre.
Marie liest ein Buch.
Wer liest? Marie. Also ist Marie das Subjekt.
Le chien dort.
Der Hund schläft.
Wer oder was schläft? Le chien. Also ist le chien das Subjekt.
Das französische Subjekt steht oft vor dem Verb. Es bekommt keine besondere Nominativ-Endung.
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Das direkte Objekt: Wen oder was?
Ein Objekt ist eine Ergänzung zum Verb. Es nennt, wen oder was die Handlung betrifft oder wem sie gilt.
Ein direktes Objekt steht ohne ein kleines Verbindungswort beim Verb. Solche Verbindungswörter heißen Präpositionen. Eine Präposition ist zum Beispiel à, de, dans, avec oder pour. Sie zeigt eine Beziehung an.
Im Deutschen entspricht das direkte Objekt oft dem Akkusativ. Es passt also häufig zur Frage: Wen oder was?
Ein direktes Objekt ist eine Ergänzung zum Verb ohne Präposition. Du fragst oft: Wen oder was?
Luc regarde le film.
Luc sieht den Film.
Wen oder was sieht Luc? Le film. Le film ist das direkte Objekt.
Nous achetons une baguette.
Wir kaufen ein Baguette.
Was kaufen wir? Une baguette. Es steht ohne Präposition beim Verb achetons.
In französischen Grammatiken heißt das direkte Objekt oft COD. Das steht für complément d'objet direct.
Direktes Objekt: ohne Präposition am Verb. Häufige deutsche Frage: Wen oder was?
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Das indirekte Objekt: Wem oder an wen?
Ein indirektes Objekt ist eine Ergänzung zum Verb mit einer Präposition. Sehr häufig steht im Französischen à. Das kann je nach Satz „an“, „zu“ oder manchmal im Deutschen einem Dativ entsprechen.
Du darfst aber nicht blind vom Deutschen ausgehen. Manche französischen Verben brauchen eine andere Konstruktion als das passende deutsche Verb.
Ein indirektes Objekt ist eine Ergänzung zum Verb mit einer Präposition. Häufig steht à.
Luc parle à sa mère.
Luc spricht mit seiner Mutter.
Mit wem spricht Luc? Mit seiner Mutter. Im Französischen steht dafür à sa mère. Diese Wortgruppe ist ein indirektes Objekt.
Elle donne un cadeau à son ami.
Sie gibt ihrem Freund ein Geschenk.
Was gibt sie? Un cadeau. Das ist das direkte Objekt.
Wem gibt sie es? À son ami. Das ist das indirekte Objekt.
In französischen Grammatiken heißt das indirekte Objekt oft COI. Das steht für complément d'objet indirect.
Indirektes Objekt: mit Präposition am Verb. Häufig steht à. Im Deutschen passt oft „wem?“, „an wen?“ oder eine ähnliche Frage.
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Besitz und Zugehörigkeit mit de
Das französische Wort de ist eine Präposition. Es kann „von“, „aus“ oder „über“ bedeuten. Bei Besitz und Zugehörigkeit entspricht es oft dem deutschen Genitiv.
Der Genitiv ist im Deutschen der Fall für Fragen wie „wessen?“. Beispiel: das Heft des Schülers. Im Französischen verändert sich das Nomen dafür nicht. Stattdessen steht meistens de.
Eine de-Ergänzung ist eine Wortgruppe mit de. Sie kann zeigen, zu wem etwas gehört, woher etwas kommt oder wovon etwas handelt.
Eine de-Ergänzung ist eine Wortgruppe mit de. Sie drückt oft Besitz, Zugehörigkeit, Herkunft oder Inhalt aus.
Le livre de Clara est sur la table.
Das Buch von Clara liegt auf dem Tisch.
Wessen Buch? Das Buch von Clara. Im Französischen steht de Clara.
La porte de la classe est ouverte.
Die Tür des Klassenraums ist offen.
De la classe zeigt, zu welchem Raum die Tür gehört.
Für den deutschen Genitiv nutzt Französisch sehr oft de. Das folgende Nomen bekommt keine Genitivendung.
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So untersuchst du einen französischen Satz
Die Satzstellung ist die Reihenfolge der Satzglieder. Im Französischen ist sie besonders wichtig, weil Nomen keine deutschen Fallendungen tragen. In einfachen Aussagesätzen ist die Grundordnung oft: Subjekt, Verb, Ergänzung.
Gehe deshalb Schritt für Schritt vor. Suche zuerst das Verb. Frage dann: Wer oder was handelt? Danach prüfst du, ob eine Ergänzung ohne Präposition folgt oder mit à, de oder einer anderen Präposition angeschlossen ist.
Le professeur explique la règle aux élèves.
Der Lehrer erklärt den Schülern die Regel.
Wer erklärt? Le professeur. Das ist das Subjekt.
Was erklärt er? La règle. Das ist das direkte Objekt.
Wem erklärt er die Regel? Aux élèves. Das ist das indirekte Objekt. Aux ist eine Verbindung aus à und les.
Les enfants jouent dans le jardin.
Die Kinder spielen im Garten.
Les enfants ist das Subjekt. Dans le jardin sagt, wo die Kinder spielen. Das ist hier eine Ortsangabe, kein indirektes Objekt.
Nicht jede Wortgruppe mit Präposition ist ein indirektes Objekt. Manche Gruppen nennen Ort, Zeit, Grund oder Art und Weise.
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Zusammenfassung
Im Französischen suchst du Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv nicht an Endungen. Französische Nomen bleiben in ihrer Form gleich. Ihre Aufgabe erkennst du durch Satzstellung, Verb und Präpositionen.
Das Subjekt sagt, wer oder was handelt. Das direkte Objekt steht ohne Präposition beim Verb. Das indirekte Objekt steht mit einer Präposition, häufig à. Besitz und Zugehörigkeit drückt Französisch oft mit de aus.
Deutsches Falldenken hilft beim Verstehen. Für französische Sätze brauchst du aber vor allem diese Fragen: Wer handelt? Was ist direkt betroffen? Gibt es à oder de? Welche Aufgabe hat die Wortgruppe?
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