Polartag und Polarnacht einfach erklärt
Polartag bedeutet: Die Sonne geht mindestens einen ganzen Tag lang nicht unter. Polarnacht bedeutet: Die Sonne geht mindestens einen ganzen Tag lang nicht auf. Beides gibt es nur in den Polarregionen. Ursache sind die Neigung der Erdachse und der Umlauf der Erde um die Sonne.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du Polartag und Polarnacht?
Stell dir vor, du schaust um Mitternacht aus dem Fenster: Beim Polartag steht die Sonne noch über dem Horizont. Während der Polarnacht bleibt sie auch mittags unter dem Horizont.
Polartag
Ein Polartag ist ein Zeitraum von mindestens 24 Stunden, in dem die Sonne nicht untergeht. Die nachts sichtbare Sonne heißt Mitternachtssonne.
Polarnacht
Eine Polarnacht ist ein Zeitraum von mindestens 24 Stunden, in dem die Sonne nicht aufgeht. Das heißt nicht, dass es ohne Unterbrechung völlig schwarz ist: Besonders am Anfang und Ende kann Dämmerungslicht den Himmel aufhellen.
„Die Sonne ist nicht zu sehen“ genügt nicht als Erklärung. Wolken können die Sonne verdecken. Für die Polarnacht ist entscheidend, dass die Sonne unter dem Horizont bleibt.
Wie entstehen die extremen Lichtverhältnisse?
Die Erdachse ist gegenüber einer senkrechten Achse zur Erdbahnebene um etwa 23,5° geneigt. Während die Erde die Sonne in einem Jahr umkreist, behält die Achse ihre Schrägstellung bei. Deshalb ist einmal die Nordhalbkugel und ein halbes Jahr später die Südhalbkugel stärker zur Sonne geneigt.
Nordhalbkugel um den 21. Juni: Der Nordpol ist zur Sonne geneigt. Obwohl sich die Erde täglich dreht, bleibt das Nordpolargebiet ständig auf der beleuchteten Seite. Dort herrscht Polartag. Gleichzeitig ist der Südpol von der Sonne abgewandt; dort herrscht Polarnacht.
Nordhalbkugel um den 21. Dezember: Die Lage ist umgekehrt. Das Nordpolargebiet bleibt von der Sonne abgewandt und erlebt Polarnacht, während am Südpol Polartag herrscht.
Nicht ein wechselnder Abstand zur Sonne verursacht Polartag und Polarnacht. Entscheidend ist, welche Halbkugel durch die geneigte Erdachse zur Sonne hin- oder von ihr weggerichtet ist.
Wo treten die Phänomene auf und wie lange dauern sie?
Polartag und Polarnacht treten zwischen den Polarkreisen und den Polen auf. Die Polarkreise liegen ungefähr bei 66,5° nördlicher und 66,5° südlicher Breite. Deutschland liegt außerhalb dieser Bereiche und erlebt deshalb keine Polarnacht.
Am Polarkreis dauert das jeweilige Phänomen ungefähr einen Tag. Je näher ein Ort am Pol liegt, desto länger dauert es. Am Pol selbst sind es ungefähr sechs Monate.
Die folgenden Werte für den Polartag auf der Nordhalbkugel zeigen den Zusammenhang:
| Ort | Breitenlage | Dauer des Polartags |
|---|---|---|
| Polarkreis | 66,5° N | 1 Tag |
| Bodö | 67,5° N | 35 Tage |
| Tromsö | 69,5° N | 64 Tage |
| Nordkap | 71,1° N | 78 Tage |
| Nordpol | 90° N | 186 Tage |
Bodö liegt näher am Nordpol als der Polarkreis. Dort dauert der Polartag deshalb nicht nur einen Tag, sondern 35 Tage. Das Beispiel zeigt: Mit zunehmender geografischer Breite nimmt die Dauer zu.
Wie wirkt sich dauernde Helligkeit oder Dunkelheit aus?
Der natürliche Wechsel von Helligkeit und Dunkelheit hilft Menschen, ihren Schlaf-Wach-Rhythmus zu ordnen. Polartag und Polarnacht verändern diesen gewohnten Takt stark.
Bei Polarnacht brauchen Schule, Arbeit und Alltag viel künstliches Licht. Das erhöht den Energiebedarf. Die lange dunkle Zeit kann außerdem Wohlbefinden und seelische Verfassung belasten.
Beim Polartag kann die Helligkeit das Einschlafen erschweren. Arbeits-, Ruhe- und Essenszeiten müssen dann bewusst geordnet werden.
Eine Person möchte während des Polartags um 23 Uhr schlafen. Draußen ist es noch hell. Das Problem entsteht nicht durch eine falsche Uhrzeit, sondern durch die fehlende natürliche Dunkelphase. Deshalb kann die dauernde Helligkeit den gewohnten Schlaf-Wach-Rhythmus stören.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Polartag und Polarnacht
- Kennzeichen: Sonne bleibt über oder unter dem Horizont
- Ursache: Erdachsenneigung und Sonnenumlauf
- Raum: zwischen Polarkreisen und Polen
- Dauer: vom Polarkreis zum Pol zunehmend
- Nord und Süd: gleichzeitig entgegengesetzte Verhältnisse
- Alltag: veränderter Licht- und Schlafrhythmus
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