Thematische Karte auswerten: 4 Schritte
Eine thematische Karte wertest du in vier Schritten aus: einordnen, Legende lesen, beschreiben und deuten. Dabei trennst du deutlich zwischen dem, was die Karte zeigt, und möglichen Erklärungen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
1. Ordne die Karte zuerst ein
Stell dir vor, du sollst eine Karte zu Niederschlägen auswerten. Beginne nicht sofort bei einer auffälligen Farbe. Verschaffe dir zuerst einen Überblick.
Thematische Karte
Eine thematische Karte stellt einen bestimmten räumlichen Sachverhalt dar, zum Beispiel Niederschläge, Bevölkerungsdichte oder Rohstoffvorkommen. Farben oder Signaturen machen dessen Verteilung sichtbar.
Kläre am Anfang vier Fragen:
- Was ist das Thema? Lies Titel oder Überschrift.
- Welcher Raum ist dargestellt? Bestimme beispielsweise Land, Region oder Stadtgebiet.
- Welche Kartenart liegt vor? Prüfe, ob ein bestimmtes Thema im Mittelpunkt steht.
- Woher stammt die Karte? Beachte die angegebene Quelle, besonders bei Internetkarten.
Der Maßstab zeigt, wie stark die Wirklichkeit verkleinert wurde. Wenn eine Aufgabe nach Entfernungen fragt, brauchst du ihn für die Berechnung.
Ein guter Auswertungstext beginnt mit einem Orientierungssatz: „Die thematische Karte zeigt … im Raum …“
2. Entschlüssle die Legende
Die Karte verwendet eine eigene Zeichensprache. Bevor du etwas aus ihr abliest, musst du diese Sprache verstehen.
Legende
Die Legende erklärt, was die Farben, Linien, Zahlen und Signaturen einer Karte bedeuten. Signaturen sind grafische Zeichen für bestimmte Informationen.
Typische Darstellungen sind:
- Punktsignaturen für einzelne Orte oder Vorkommen,
- Liniensignaturen für Verbindungen oder Grenzen,
- Flächenfarben für unterschiedlich ausgeprägte Gebiete,
- Kreissignaturen für räumlich zugeordnete Mengen.
Suche in der Legende zuerst das Merkmal, nach dem die Aufgabe fragt. Finde anschließend die zugehörige Farbe oder Signatur in der Karte.
Die Aufgabe fragt nach Rohstoffvorkommen. In der Legende steht ein schwarzer Punkt für ein Vorkommen. Deshalb untersuchst du in der Karte die Lage und Verteilung der schwarzen Punkte. Andere Zeichen lässt du zunächst außer Acht.
3. Beschreibe räumliche Muster
Jetzt hältst du fest, was du tatsächlich siehst. Eine Beschreibung nennt noch keine Ursachen.
Achte auf:
- Lage: Wo tritt das Merkmal auf?
- Häufigkeit: Wo kommt es oft oder selten vor?
- Verbreitung: Ist es gleichmäßig verteilt, gebündelt oder auf einzelne Gebiete begrenzt?
- Auffälligkeiten: Welche Gebiete unterscheiden sich besonders deutlich?
Nutze genaue Raumangaben wie „im Norden“, „entlang einer Grenze“ oder „in mehreren voneinander getrennten Gebieten“.
Eine schematische Übungskarte zeigt die Bevölkerungsdichte im erfundenen Gebiet A. Laut Legende bedeutet eine dunkle Fläche „hoch“, eine mittlere Fläche „mittel“ und eine helle Fläche „niedrig“. Der Norden ist dunkel, die Mitte mittel und der Süden hell dargestellt.
Eine passende Beschreibung lautet: „Die Bevölkerungsdichte ist im Norden hoch, in der Mitte mittel und im Süden niedrig. Sie nimmt in dieser Darstellung von Norden nach Süden ab.“
Der entscheidende Gedanke: Die Sätze geben nur das sichtbare Muster und die Bedeutung der Legende wieder.
4. Deute und bewerte vorsichtig
Beim Deuten suchst du nach Zusammenhängen und möglichen Erklärungen. Dazu brauchst du häufig Unterrichtswissen oder zusätzliche Informationen.
Deutung
Eine Deutung verbindet eine Kartenbeobachtung mit einer begründeten Erklärung. Sie muss erkennen lassen, worauf die Erklärung beruht.
Gehe in drei kleinen Schritten vor:
- Nenne die Beobachtung aus der Karte.
- Formuliere den vermuteten Zusammenhang.
- Prüfe, ob die Karte oder vorhandenes Wissen diesen Zusammenhang wirklich stützt.
Zur Übungskarte aus dem vorherigen Kapitel kannst du sicher sagen, dass die Bevölkerungsdichte nach Süden abnimmt. Du kannst aus ihr allein aber nicht ablesen, warum das so ist. Angaben zu Arbeitsplätzen, Verkehrswegen oder Landschaftsformen fehlen.
Beschreiben: Was zeigt die Karte? Deuten: Wie lässt sich das Muster begründet erklären? Bewerten: Wie zuverlässig und aussagekräftig ist die Darstellung für die gestellte Frage?
Bei einer Internetkarte solltest du außerdem prüfen, von wem sie stammt. Ein Vergleich mit einer anderen fachlich passenden Karte kann helfen, ihre Angaben und Darstellung einzuschätzen.
5. Führe die vier Schritte zusammen
So entsteht aus einzelnen Beobachtungen eine nachvollziehbare Kartenauswertung.
Aufgabe: Werte die schematische Karte zur Bevölkerungsdichte im erfundenen Gebiet A aus.
1. Einordnen: Die thematische Karte zeigt die Bevölkerungsdichte in Gebiet A.
2. Legende lesen: Dunkel steht für eine hohe, der mittlere Farbton für eine mittlere und hell für eine niedrige Bevölkerungsdichte.
3. Beschreiben: Der Norden weist eine hohe, die Mitte eine mittlere und der Süden eine niedrige Bevölkerungsdichte auf. Das dargestellte Merkmal nimmt von Norden nach Süden ab.
4. Deuten und bewerten: Die Karte zeigt keine Ursachen für dieses Muster. Eine Erklärung wäre deshalb nur mit zusätzlichem Wissen oder weiteren Informationen möglich. Für die räumliche Verteilung ist die Darstellung geeignet; eine Ursache lässt sich aus ihr allein nicht ableiten.
Nun ordnest du die Schritte selbst zu.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Zuerst bestimme ich Thema und . Danach entschlüssle ich die . Anschließend ich das sichtbare räumliche Muster. Erst danach versuche ich, es begründet zu .
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Thematische Karte auswerten
- Einordnen: Thema, Raum, Kartenart und Quelle bestimmen
- Entschlüsseln: Legende und bei Bedarf Maßstab nutzen
- Beschreiben: Lage, Häufigkeit und Verbreitung erfassen
- Deuten: Zusammenhänge begründet erklären
- Bewerten: Aussagekraft und Grenzen prüfen
Abschluss-Check
Wenn du alle drei Fragen begründen kannst, beherrschst du den Kern der Methode: Du liest erst sorgfältig, beschreibst genau und deutest nur so weit, wie es die Informationen erlauben.
Mit Google fortfahren