‹ Geschichte

Gründung Roms

Gründung Roms einfach erklärt: Sage von Romulus und Remus, das Jahr 753 v. Chr. und die Bedeutung des Mythos für Rom.

Stell dir vor, deine Klasse soll erklären, wie eure Schule entstanden ist. Manche erzählen dann genaue Fakten, andere erzählen eine spannende Geschichte mit Helden, Streit und einem besonderen Anfang. So ähnlich ist es bei Rom. Die Römer erzählten sich eine berühmte Geschichte über zwei Brüder: Romulus und Remus.

Deine Lernziele
  • Du kannst die Sage von Romulus und Remus in der richtigen Reihenfolge erzählen.
  • Du verstehst, warum das Jahr 753 v. Chr. für Rom wichtig ist.
  • Du kannst erklären, warum die Gründung Roms Sage und nicht sicher belegte Geschichte ist.
  • Du erkennst, welche Bedeutung diese Erzählung für die Römer hatte.

Was eine Gründungssage ist

Wenn Menschen wissen wollen, wie eine Stadt begann, suchen sie oft nach einem starken Anfang. Bei Rom gibt es dafür nicht nur Ausgrabungen und alte Texte, sondern auch eine berühmte Erzählung.

Eine Sage ist eine alte Erzählung, die von Menschen weitergegeben wurde. Sie kann echte Orte, echte Bräuche oder echte Erinnerungen enthalten. Aber sie ist nicht in allen Einzelheiten sicher beweisbar.

Ein Mythos ist eine besondere Sage, die erklärt, warum etwas für eine Gemeinschaft wichtig ist. Oft kommen Götter, Helden oder übernatürliche Zeichen vor. Der Mythos von Romulus und Remus erklärt, warum Rom angeblich einen göttlichen und kämpferischen Anfang hatte.

Definition

Eine Gründungssage ist eine alte Erzählung darüber, wie eine Stadt, ein Volk oder ein Reich entstanden sein soll. Sie verbindet oft echte Orte mit erfundenen oder ausgeschmückten Ereignissen.

Beispiel

Wenn jemand sagt: "Unsere Stadt wurde gegründet, weil zwei Brüder von einer Wölfin gerettet wurden", dann klingt das nicht wie ein nüchterner Bauplan. Es klingt wie eine Gründungssage. Sie erzählt nicht nur, was passiert sein soll, sondern auch, warum der Anfang besonders war.

Merke

Bei der Gründung Roms musst du zwei Ebenen unterscheiden: die Sage von Romulus und Remus und die wahrscheinliche historische Entwicklung der Stadt.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Die wichtigsten Personen

Damit du die Sage verstehst, brauchst du zuerst die wichtigsten Namen. Die Geschichte beginnt nicht direkt in Rom, sondern in Alba Longa. Alba Longa war in der Sage eine ältere Stadt in der Nähe des späteren Rom.

Numitor war der rechtmäßige König von Alba Longa. Sein Bruder Amulius wollte selbst herrschen und nahm Numitor die Macht weg. Rhea Silvia war Numitors Tochter. Sie wurde die Mutter der Zwillinge Romulus und Remus.

Der Vater der Zwillinge ist in der Sage Mars. Mars war der römische Kriegsgott. Dadurch wirken Romulus und Remus in der Erzählung nicht wie gewöhnliche Kinder, sondern wie Kinder mit göttlicher Herkunft.

Beispiel

Du kannst dir die Familie so merken: Numitor ist der Großvater. Rhea Silvia ist die Mutter. Romulus und Remus sind die Zwillinge. Amulius ist der machtgierige Bruder des Großvaters.

Interaktive Lernkarten wird geladen ...

Merke

Die Sage startet mit einem Machtkampf in der Familie. Amulius fürchtet, dass die Zwillinge ihm später gefährlich werden könnten.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Aussetzung und Rettung der Zwillinge

Amulius wollte seine Macht sichern. Deshalb ließ er Romulus und Remus als Babys am Fluss Tiber aussetzen. Der Tiber ist der Fluss, an dem Rom später lag. In der Sage wird er zum Ort der Gefahr und der Rettung.

Die Zwillinge starben nicht. Eine Wölfin fand sie und gab ihnen Milch. Später entdeckte der Hirte Faustulus die Kinder. Ein Hirte ist jemand, der Tiere wie Schafe, Ziegen oder Schweine hütet. Faustulus nahm die Zwillinge auf und zog sie groß.

Beispiel

Die Rettung der Kinder ist ein typisches Sagenmotiv: Ein Kind ist in großer Gefahr, überlebt aber durch besondere Hilfe. Bei Romulus und Remus ist diese Hilfe die Wölfin und danach Faustulus.

Gut zu wissen

Die Wölfin wurde später zu einem sehr bekannten Zeichen Roms. Darstellungen der Wölfin mit den Zwillingen zeigen nicht einfach eine Tiergeschichte. Sie erinnern an den besonderen Anfang, den die Römer ihrer Stadt geben wollten.

Interaktiver Lückentext wird geladen ...

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Rückkehr und Sturz des Amulius

Romulus und Remus wuchsen bei Faustulus auf. Als junge Männer erfuhren sie nach und nach, wer sie wirklich waren. Sie gehörten zur Familie Numitors. Das änderte alles.

Die Brüder stellten sich gegen Amulius. Sie halfen, den unrechtmäßigen Herrscher zu stürzen. Danach bekam Numitor seine Macht in Alba Longa zurück.

Definition

Ein Thronstreit ist ein Kampf oder Konflikt darum, wer in einem Reich oder einer Stadt herrschen darf.

Beispiel

Amulius hatte Numitor die Herrschaft weggenommen. Als Romulus und Remus ihre Herkunft erkennen, wird aus der Familiengeschichte ein Thronstreit. Es geht nicht nur um zwei Brüder, sondern um rechtmäßige Herrschaft.

Merke

Die Sage zeigt Romulus und Remus zuerst als Gerettete. Danach werden sie zu Handelnden: Sie setzen sich gegen Amulius durch.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Der Streit um die neue Stadt

Nach dem Sieg über Amulius wollten Romulus und Remus eine eigene Stadt gründen. Der Ort lag in der Gegend, in der sie als Babys gerettet worden waren. Die Brüder stritten aber darüber, wer die Stadt führen und nach wem sie benannt werden sollte.

In manchen Fassungen der Sage beobachteten sie Vögel als Zeichen der Götter. Solche Zeichen nennt man Auspizien. Auspizien waren in Rom religiöse Deutungen von Vogelzeichen, besonders vor wichtigen Entscheidungen.

Der Streit wurde immer schärfer. Romulus begann mit dem Bau einer Stadtmauer. Remus verspottete die niedrige Mauer und sprang darüber. Romulus erschlug daraufhin seinen Bruder. Danach war Romulus alleiniger Gründer und erster König der neuen Stadt.

Beispiel

Wenn zwei Gruppen vor einer Klassenfahrt abstimmen, wer den Plan festlegt, kann es Streit geben. In der Sage ist der Streit viel ernster: Es geht um Herrschaft, Ehre und den heiligen Schutz der neuen Stadt.

Definition

Eine Stadtmauer ist eine Mauer um eine Stadt. In der Antike sollte sie schützen. In der Sage ist sie zusätzlich ein Zeichen: Wer sie missachtet, missachtet die neue Stadt.

Merke

Der Name Rom wird in der Sage von Romulus abgeleitet. Remus verliert den Streit und stirbt.

Interaktiver Lückentext wird geladen ...

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

753 v. Chr. und die wirkliche Entstehung Roms

In der römischen Überlieferung gilt der 21. April 753 v. Chr. als Gründungstag Roms. v. Chr. bedeutet "vor Christus". Jahre vor Christus werden rückwärts gezählt: 753 v. Chr. liegt also früher als 500 v. Chr.

Historikerinnen und Historiker gehen aber nicht davon aus, dass Rom an einem einzigen Tag fertig gegründet wurde. Wahrscheinlicher ist: Auf mehreren Hügeln am Tiber lagen kleine Siedlungen. Mit der Zeit wuchsen sie zusammen. Die Lage war günstig, weil der Tiber Handel, Wege und Übergänge ermöglichte.

Beispiel

Eine Stadt entsteht oft nicht wie ein Haus mit einem klaren Bautag. Eher wachsen zuerst einzelne Wohnorte, Wege, Märkte und Schutzanlagen zusammen. So kann aus mehreren Siedlungen langsam eine Stadt werden.

Definition

Eine historische Quelle ist ein Überrest oder Text aus der Vergangenheit, aus dem wir etwas über frühere Zeiten erfahren können. Dazu gehören zum Beispiel alte Schriften, Inschriften, Gebäude, Münzen oder Funde im Boden.

Gut zu wissen

Die Sage von Romulus und Remus ist für Geschichte trotzdem wichtig. Sie zeigt, wie Römer später über den Anfang ihrer Stadt nachdachten. Sie ersetzt aber keine Prüfung durch Quellen und Funde.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Warum der Mythos für Rom wichtig war

Die Römer erzählten die Geschichte nicht nur, weil sie spannend war. Sie gab ihrer Stadt einen starken Ursprung. Rom erschien darin als Stadt mit göttlicher Nähe, Mut und strenger Ordnung.

Mars als Vater passte zu einem Volk, das sich später stark über Krieg, Macht und Disziplin erklärte. Die Wölfin zeigte Rettung und Stärke. Der Tod des Remus zeigte aber auch eine harte Botschaft: Die Grenze der Stadt und ihre Ordnung sollten unantastbar sein.

Beispiel

Wenn eine Fußballmannschaft erzählt, sie sei aus besonderem Kampfgeist entstanden, stärkt das ihr Selbstbild. Ähnlich stärkte der Gründungsmythos das Selbstbild der Römer: Unsere Stadt hat einen großen, gefährlichen und göttlich geprägten Anfang.

Interaktive Mindmap wird geladen ...

Merke

Ein Mythos sagt viel über die Menschen aus, die ihn erzählen. Bei Rom zeigt er Stolz, Machtdenken und den Wunsch nach einem bedeutenden Anfang.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Zusammenfassung

Die Gründung Roms wird in der berühmten Sage von Romulus und Remus erzählt. Eine Sage ist eine alte Erzählung, die wichtige Orte und Erinnerungen enthalten kann, aber nicht vollständig beweisbar ist.

Romulus und Remus waren der Sage nach Zwillinge. Ihre Mutter war Rhea Silvia, ihr Vater der Kriegsgott Mars. Amulius ließ die Babys aussetzen, weil er Angst um seine Macht hatte. Eine Wölfin rettete sie, später zog Faustulus sie groß.

Als junge Männer halfen Romulus und Remus ihrem Großvater Numitor zurück an die Macht. Danach wollten sie eine eigene Stadt gründen. Im Streit tötete Romulus seinen Bruder Remus. Darum gilt Romulus in der Sage als Gründer und erster König Roms.

Der traditionelle Gründungstag Roms ist der 21. April 753 v. Chr. Historisch entstand Rom wahrscheinlich langsam aus mehreren Siedlungen am Tiber. Der Mythos blieb trotzdem wichtig, weil er den Römern einen starken, göttlich geprägten Anfang gab.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...