Mathematik

Antiproportionale Zuordnung erkennen und berechnen

Antiproportionale Zuordnung erkennen und berechnen
Antiproportionale Zuordnung erkennen und berechnen
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Bei einer antiproportionalen Zuordnung wird eine Größe kleiner, wenn die andere im gleichen Verhältnis größer wird. Verdoppelt sich zum Beispiel die eine Größe, halbiert sich die andere. Sicher erkennst du den Zusammenhang daran, dass das Produkt zusammengehöriger Werte konstant bleibt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du eine antiproportionale Zuordnung?

„Je mehr, desto weniger“ ist ein erster Hinweis, aber noch kein sicherer Beweis. Entscheidend ist, wie genau sich die beiden Größen verändern.

Definition

Antiproportionale Zuordnung

Eine Zuordnung ist antiproportional, wenn für jedes zusammengehörige Wertepaar $(x,y)$ dasselbe Produkt entsteht:

$$x \cdot y = k$$

Die konstante Zahl $k$ heißt Antiproportionalitätsfaktor.

Wird $x$ mit einem Faktor vervielfacht, muss $y$ durch denselben Faktor geteilt werden. So bleibt das Produkt gleich:

  • doppeltes $x$ → halbes $y$
  • dreifaches $x$ → ein Drittel von $y$
  • halbes $x$ → doppeltes $y$
Beispiel

Gegeben ist diese Tabelle:

$x$2468
$y$12643

Prüfe alle Produkte:

$$2 \cdot 12 = 24$$

$$4 \cdot 6 = 24$$

$$6 \cdot 4 = 24$$

$$8 \cdot 3 = 24$$

Alle Produkte sind gleich. Deshalb ist die Zuordnung antiproportional und $k=24$.

Merke

Gegenläufige Werte allein reichen nicht. Erst ein konstantes Produkt beweist die Antiproportionalität.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Beobachtung beweist eine antiproportionale Zuordnung?
Lösung: Die Produkte $x \cdot y$ sind bei allen Wertepaaren gleich. — Bei einer antiproportionalen Zuordnung gilt für jedes Wertepaar $x \cdot y=k$.
Wie berechnest du fehlende Werte?

Aus der Produktgleichheit folgt die Zuordnungsvorschrift. Teile dazu beide Seiten von $x \cdot y=k$ durch $x$:

$$y = \frac{k}{x}$$

Du gehst in drei Schritten vor:

  1. Bestimme mit einem bekannten Wertepaar das Produkt $k=x \cdot y$.
  2. Setze den gesuchten $x$-Wert in $y=\frac{k}{x}$ ein.
  3. Prüfe Einheit, Produkt und Bedeutung des Ergebnisses.
Beispiel

Drei Bagger benötigen für eine feste Baugrube 36 Stunden. Gesucht ist die Arbeitszeit von sechs gleich leistungsfähigen Baggern.

1. Faktor bestimmen:

$$k = 3 \cdot 36\,\text{h} = 108\,\text{Baggerstunden}$$

Die 108 Baggerstunden beschreiben im Modell die feste Gesamtarbeit als Produkt aus Baggerzahl und Arbeitszeit.

2. Neuen Wert berechnen:

$$y = \frac{108\,\text{Baggerstunden}}{6\,\text{Bagger}} = 18\,\text{h}$$

3. Ergebnis prüfen: Sechs Bagger sind doppelt so viele wie drei Bagger. Deshalb muss sich die Zeit von 36 auf 18 Stunden halbieren. Außerdem gilt $6 \cdot 18\,\text{h}=108\,\text{Baggerstunden}$.

Unter den Modellannahmen benötigen sechs Bagger also 18 Stunden.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei einer antiproportionalen Zuordnung bleibt das konstant. Aus $x \cdot y=k$ folgt $y=$. Wird $x$ verdoppelt, wird $y$ .

Lösungen: Lücke 1: Produkt; Lücke 2: k/x; Lücke 3: halbiert. Prüfe immer beide Kennzeichen: entgegengesetzte Veränderung und konstantes Produkt.
Was zeigen Tabelle und Graph?

Eine Wertetabelle zeigt zusammengehörige Wertepaare. Du kannst jede Spalte mit der Produktprobe kontrollieren.

Im Koordinatensystem wird jedes Wertepaar als Punkt $(x,y)$ eingetragen. Bei einer antiproportionalen Zuordnung liegen die Punkte auf einer Hyperbel.

Definition

Hyperbel

Die Hyperbel ist der typische Graph einer antiproportionalen Zuordnung. Für positive Werte fällt sie von links oben nach rechts unten: Große $x$-Werte gehören zu kleinen $y$-Werten.

Die Hyperbel ist keine fallende Gerade. Sie wird mit wachsendem $x$ immer flacher und nähert sich der $x$-Achse an. Nahe bei $x=0$ steigt sie steil an.

Gut zu wissen

In der Gleichung $y=\frac{k}{x}$ darf $x$ nicht 0 sein, weil eine Division durch 0 nicht definiert ist. Ein antiproportionales Arbeitszeitmodell besitzt deshalb bei $x=0$ keinen sinnvollen Tabellenwert.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEine Tabelle enthält die Paare $(2,12)$ und $(8,3)$. Was zeigt die Produktprobe?
Lösung: Beide Produkte sind 24 und passen zu derselben antiproportionalen Zuordnung. — Es gilt $2 \cdot 12=24$ und $8 \cdot 3=24$. Die beiden Paare erfüllen somit dieselbe Produktgleichheit.
Frage 2 von 2SchwerWelche Aussage beschreibt den Graphen richtig?
Lösung: Er ist eine Hyperbel und nähert sich für positive Werte den Achsen an. — Die Formel $y=\frac{k}{x}$ ist für $x=0$ nicht definiert. Der Graph verläuft daher nicht durch den Ursprung.
Wann passt das Modell zur Wirklichkeit?

Eine Rechnung kann mathematisch richtig sein und trotzdem die Wirklichkeit schlecht beschreiben. Bei Arbeitsaufgaben gilt die Antiproportionalität nur unter bestimmten Annahmen:

  • Die Gesamtarbeit bleibt gleich.
  • Alle Beteiligten oder Maschinen leisten gleich viel.
  • Sie können die Arbeit ohne gegenseitige Behinderung aufteilen.
  • Zusätzliche Beteiligte verursachen keine neuen Wartezeiten.
Beispiel

Beim Tragen von 18 gleichartigen Kästen kann eine Verdopplung der Trägerzahl die Zeit ungefähr halbieren, wenn alle gleich schnell arbeiten und genügend Platz vorhanden ist. In einem engen Treppenhaus könnten sich die Träger jedoch behindern. Dann wäre das antiproportionale Modell nur eingeschränkt passend.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum kann die tatsächliche Arbeitszeit vom berechneten Wert abweichen?
Lösung: Die Beteiligten können sich behindern oder unterschiedlich schnell arbeiten. — Ein mathematisches Modell vereinfacht die Wirklichkeit. Prüfe deshalb neben der Rechnung auch seine Voraussetzungen.
Kannst du Zuordnungen sicher unterscheiden?

Vergleiche nicht nur die Wörter „mehr“ und „weniger“. Nutze das passende rechnerische Kennzeichen:

ZuordnungsartVeränderungSicheres Kennzeichen
proportionalbeide Größen verändern sich im gleichen Verhältniskonstanter Quotient
antiproportionaleine Größe wächst, die andere sinkt im umgekehrten Verhältniskonstantes Produkt
Teste dich
Frage 1 von 2MittelVier Kästen kosten 10 Euro, acht Kästen 20 Euro und zwölf Kästen 30 Euro. Welche Zuordnung liegt vor?
Lösung: Eine proportionale Zuordnung — Verdopplung beziehungsweise Verdreifachung der Kästen verdoppelt beziehungsweise verdreifacht den Preis. Das ist proportional.
Frage 2 von 2SchwerMehr Personen teilen feste Kosten von 15 Euro gleichmäßig. Warum ist der Kostenanteil pro Person antiproportional?
Lösung: Personenanzahl und Kostenanteil ergeben stets das Produkt 15 Euro. — Bei $x$ Personen beträgt der Anteil $y=\frac{15}{x}$ Euro. Daher gilt $x \cdot y=15$ Euro.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Antiproportionale Zuordnung
    • Erkennen: gegenläufige Veränderung und konstantes Produkt
    • Berechnen: $k=x \cdot y$ und $y=\frac{k}{x}$
    • Darstellen: Wertetabelle und Hyperbel
    • Abgrenzen: proportional bedeutet konstanter Quotient
    • Prüfen: Einheit, Produkt, Plausibilität und Modellannahmen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Formel gehört zu einer antiproportionalen Zuordnung?
Lösung: $x \cdot y=k$ — Das Produkt zusammengehöriger Werte bleibt konstant.
Frage 2 von 3MittelFür eine Tabelle gilt stets $x \cdot y=24$. Welcher Wert gehört zu $x=6$?
Lösung: $y=4$ — Mit $y=\frac{k}{x}$ erhältst du $y=\frac{24}{6}=4$. Die Probe lautet $6 \cdot 4=24$.
Frage 3 von 3SchwerZwei Wertepaare erfüllen dieselbe Produktgleichheit. Was musst du bei einer Sachsituation zusätzlich prüfen?
Lösung: Ob die Gesamtmenge und die Leistungsbedingungen tatsächlich konstant bleiben. — Eine antiproportionale Rechnung ist nur so passend wie ihre Modellannahmen. Prüfe deshalb auch den Sachkontext.

Wenn du das konstante Produkt bestimmen, mit $y=\frac{k}{x}$ rechnen und die Modellannahmen erklären kannst, beherrschst du den Kern antiproportionaler Zuordnungen.

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