Mathematik

Bruchterme: Definitionsmenge und Rechenregeln

Bruchterme: Definitionsmenge und Rechenregeln
Bruchterme: Definitionsmenge und Rechenregeln
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Bei einem Bruchterm steht eine Variable in mindestens einem Nenner. Du rechnest mit Bruchtermen ähnlich wie mit gewöhnlichen Brüchen. Zuerst musst du jedoch alle Werte ausschließen, bei denen ein Nenner null wird.

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Bruchterme erkennen

Ein Term ist ein mathematischer Ausdruck aus Zahlen, Variablen und Rechenzeichen. Steht eine Variable in einem Nenner, handelt es sich auf dieser Seite um einen Bruchterm.

Definition

Bruchterm

Ein Bruchterm ist ein Bruch, bei dem mindestens ein Nenner eine Variable enthält, zum Beispiel $10/(x-5)$.

Ein Nenner darf niemals null sein. Deshalb gehört zum Bruchterm immer die Frage: Welche Werte darf ich für die Variable einsetzen?

Beispiel

Beim Bruchterm $10/(x-5)$ darf der Nenner nicht null werden.

$x-5=0$ gilt für $x=5$.

Bei der Grundmenge ℚ lautet die Definitionsmenge daher: alle rationalen Zahlen außer 5. Kurz: $D=ℚ, x≠5$.

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Frage 1 von 1LeichtWelcher Ausdruck ist ein Bruchterm mit einer Variablen im Nenner?
Lösung: $3/(x+2)$ — Entscheidend ist, ob eine Variable in mindestens einem Nenner vorkommt.
Die Definitionsmenge bestimmen

Die Definitionsmenge enthält alle Werte aus der Grundmenge, für die der Term definiert ist. Gehe in drei Schritten vor:

  1. Setze jeden ursprünglichen Nenner gleich null.
  2. Löse die entstehenden Gleichungen.
  3. Schließe die gefundenen Werte aus der Grundmenge aus.
Beispiel

Bestimme die Definitionsmenge von $13/(4x^2-16)$ über ℝ.

Der Nenner lässt sich faktorisieren:

$4x^2-16=4(x-2)(x+2)$

Er wird für $x=2$ und $x=-2$ null. Daher gilt: $D=ℝ, x≠-2$ und $x≠2$.

Merke

Bestimme die Ausschlusswerte immer am ursprünglichen Term, bevor du kürzt oder andere Umformungen ausführst.

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Frage 1 von 1MittelWelche Definitionsmenge gehört zu $x/(x-3)$ über ℝ?
Lösung: Alle reellen Zahlen außer 3 — Setze den Nenner gleich null: $x-3=0$ liefert den Ausschlusswert $x=3$.
Erweitern und kürzen

Beim Erweitern multiplizierst du Zähler und Nenner mit demselben Faktor. Ist dieser Faktor für den eingesetzten Wert nicht null, bleibt der Wert des Bruchs gleich.

Beispiel

Erweitere $3/x$ mit $(x-1)$:

$3/x = 3(x-1)/(x(x-1))$

Der Ausgangsterm verlangt $x≠0$. Die ausgeschriebene erweiterte Form besitzt zusätzlich den Faktor $(x-1)$ im Nenner und ist bei $x=1$ nicht definiert. Die beiden Schreibweisen stimmen deshalb für $x≠0$ und $x≠1$ überein.

Beim Kürzen teilst du Zähler und Nenner durch denselben gemeinsamen Faktor. Erst durch Faktorisieren erkennst du, was gekürzt werden darf.

Beispiel

Vereinfache

$((x+1)(x+2))/(x(x+1))$.

Der gemeinsame Faktor $(x+1)$ darf gekürzt werden:

$((x+1)(x+2))/(x(x+1)) = (x+2)/x$.

Im ursprünglichen Nenner werden die Faktoren $x$ und $(x+1)$ null. Deshalb bleiben $x=0$ und $x=-1$ ausgeschlossen, obwohl der Faktor $(x+1)$ im Ergebnis nicht mehr sichtbar ist.

Summanden darfst du nicht einzeln streichen. Bei $(x+2)/x$ lässt sich das $x$ nicht kürzen, denn der Zähler ist eine Summe und besitzt nicht insgesamt den Faktor $x$.

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Frage 1 von 2MittelWie lautet die Erweiterung von $2/(x+1)$ mit $(x-1)$?
Lösung: $2(x-1)/((x+1)(x-1))$ — Beim Erweitern multiplizierst du den gesamten Zähler und den gesamten Nenner mit demselben Faktor. Für die erweiterte Form muss zusätzlich $x≠1$ gelten.
Frage 2 von 2MittelWelche Kürzung ist erlaubt?
Lösung: $((x-1)(x+4))/(x(x-1)) = (x+4)/x$ — Kürzen darfst du nur einen Faktor, der den gesamten Zähler und den gesamten Nenner multipliziert. Ursprüngliche Ausschlusswerte bleiben bestehen.
Addieren und subtrahieren

Bruchterme lassen sich erst addieren oder subtrahieren, wenn sie denselben Nenner haben. Der kleinste geeignete gemeinsame Nenner heißt Hauptnenner.

Bei gleichen Nennern rechnest du nur mit den Zählern:

$a/n+b/n=(a+b)/n$

$a/n-b/n=(a-b)/n$

Beispiel

Berechne $3/x+5/(x+1)$.

  1. Die ursprünglichen Nenner liefern $x≠0$ und $x≠-1$.
  2. Der Hauptnenner ist $x(x+1)$.
  3. Der erste Bruch wird mit $(x+1)$, der zweite mit $x$ erweitert.
  4. Danach werden die Zähler zusammengefasst:

$3/x+5/(x+1)$

$=3(x+1)/(x(x+1))+5x/(x(x+1))$

$=(3x+3+5x)/(x(x+1))$

$=(8x+3)/(x(x+1))$

Das Ergebnis gilt weiterhin nur für $x≠0$ und $x≠-1$.

Bei einer Subtraktion wirkt das Minuszeichen auf den gesamten zweiten Zähler:

$3/x-5/(x+1)=(3(x+1)-5x)/(x(x+1))=(3-2x)/(x(x+1))$.

Merke

Bei Addition und Subtraktion: erst Definitionsmenge bestimmen, dann Hauptnenner bilden, erweitern, die vollständigen Zähler zusammenfassen und zuletzt vereinfachen.

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Frage 1 von 1MittelWas ist das Ergebnis von $3/x-5/(x+1)$?
Lösung: $(3-2x)/(x(x+1))$ — Nach dem Erweitern lautet der Zähler $3(x+1)-5x$. Ausmultipliziert ergibt das $3-2x$.
Multiplizieren und dividieren

Beim Multiplizieren gilt: Zähler mal Zähler und Nenner mal Nenner.

Beispiel

$8/x · 2/(x+1)=16/(x(x+1))$

Aus den ursprünglichen Nennern folgen die Ausschlusswerte $x=0$ und $x=-1$.

Beim Dividieren multiplizierst du mit dem Kehrwert des zweiten Bruchterms. Dabei musst du zusätzlich alle Werte ausschließen, für die der Divisor selbst null wird.

Beispiel

Berechne

$x/(x-5) : x/(x+1)$.

Aus den ursprünglichen Nennern folgen $x≠5$ und $x≠-1$. Der Divisor $x/(x+1)$ wird bei $x=0$ null, also ist auch $x=0$ ausgeschlossen.

Nun wird mit dem Kehrwert multipliziert:

$x/(x-5) · (x+1)/x = (x+1)/(x-5)$.

Trotz des gekürzten Faktors $x$ lautet die Definitionsmenge über ℚ: alle rationalen Zahlen außer $-1$, $0$ und $5$.

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Frage 1 von 3MittelVereinfache $((x+2)/(x+3)) · ((x+1)/(x+2))$.
Lösung: $(x+1)/(x+3)$, wobei $x=-3$ und $x=-2$ ausgeschlossen bleiben — Multipliziere Zähler mit Zähler und Nenner mit Nenner. Danach darfst du den gemeinsamen Faktor $(x+2)$ kürzen, ohne den ursprünglichen Ausschlusswert $x=-2$ zu verlieren.
Frage 2 von 3SchwerBerechne $2/x : 4/(x+1)$ und beachte die Ausschlusswerte.
Lösung: $(x+1)/(2x)$, wobei $x=0$ und $x=-1$ ausgeschlossen sind — Multipliziere $2/x$ mit dem Kehrwert $(x+1)/4$. Das ergibt $2(x+1)/(4x)=(x+1)/(2x)$. Aus den ursprünglichen Nennern folgen $x≠0$ und $x≠-1$.
Frage 3 von 3SchwerWarum muss bei $a/b : c/d$ zusätzlich $c≠0$ gelten?
Lösung: Weil der zweite Bruch sonst null wäre und man nicht durch ihn teilen dürfte — Beim Kehrwert wird $c$ zum Nenner. Zugleich ist $c/d$ bei $c=0$ gleich null, und eine Division durch null ist verboten.
Rechentraining

Nutze für jede Aufgabe dieselbe Reihenfolge: Ausschlusswerte bestimmen, passende Bruchregel wählen, faktorisieren oder erweitern und das Ergebnis vereinfachen.

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Frage 1 von 3LeichtWelche Werte sind bei $5/(x(x+2))$ ausgeschlossen?
Lösung: $x=0$ und $x=-2$ — Ein Produkt wird null, wenn mindestens einer seiner Faktoren null ist: $x=0$ oder $x+2=0$.
Frage 2 von 3MittelVereinfache $((x-2)(x+3))/(x(x-2))$.
Lösung: $(x+3)/x$, wobei $x=0$ und $x=2$ ausgeschlossen bleiben — Der gemeinsame Faktor $(x-2)$ wird gekürzt. Die Ausschlusswerte stammen weiterhin aus dem ursprünglichen Nenner.
Frage 3 von 3SchwerWelche Vorbereitung ist für $2/x+3/(x+2)$ richtig?
Lösung: Hauptnenner $x(x+2)$; den ersten Bruch mit $(x+2)$ und den zweiten mit $x$ erweitern — Der Hauptnenner muss durch beide ursprünglichen Nenner teilbar sein. Hier ist das $x(x+2)$.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Bruchterme
    • Definitionsmenge
      • ursprüngliche Nenner prüfen
      • Ausschlusswerte festhalten
    • Umformen
      • faktorisieren
      • erweitern und kürzen
    • Grundrechenarten
      • Hauptnenner bei Plus und Minus
      • Kehrwert bei Division
    • Ergebniskontrolle
      • vereinfachen
      • Ausschlusswerte beibehalten
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas musst du vor dem Rechnen mit einem Bruchterm bestimmen?
Lösung: Die Definitionsmenge — Die Definitionsmenge hält fest, welche Werte keinen ursprünglichen Nenner null machen.
Frage 2 von 3MittelWarum bleibt eine Definitionslücke nach dem Kürzen erhalten?
Lösung: Weil der ursprüngliche Term an dieser Stelle nicht definiert war — Die vereinfachte Schreibweise beschreibt den ursprünglichen Term nur auf dessen ursprünglicher Definitionsmenge.
Frage 3 von 3SchwerDu sollst zwei Bruchterme dividieren. Welche Werte musst du prüfen?
Lösung: Nullstellen aller ursprünglichen Nenner und zusätzlich die Nullstellen des Divisors — Bei einer Division können Ausschlusswerte durch ursprüngliche Nenner und durch einen null werdenden Divisor entstehen. Auch nach dem Kürzen bleiben sie ausgeschlossen.

Du bist sicher vorgegangen, wenn du am Ende nicht nur einen vereinfachten Term, sondern auch alle Ausschlusswerte aus dem ursprünglichen Rechenausdruck angeben kannst.

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