Mathematik

Definitionsmenge und Wertemenge einfach erklärt

Definitionsmenge und Wertemenge einfach erklärt
Definitionsmenge und Wertemenge einfach erklärt
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Die Definitionsmenge enthält alle erlaubten Eingaben einer Funktion. Die Wertemenge enthält alle Ausgaben, die daraus tatsächlich entstehen. Du prüfst also zuerst: „Welche Zahlen darf ich für $x$ einsetzen?“ Danach fragst du: „Welche Werte kann $f(x)$ annehmen?“

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Eingaben und Ausgaben unterscheiden

Eine Funktion ordnet jedem erlaubten Eingabewert $x$ genau einen Ausgabewert $y=f(x)$ zu.

Definition

Definitionsmenge

Die Definitionsmenge $D$ ist die Menge aller Zahlen, die du für $x$ einsetzen darfst.

Definition

Wertemenge

Die Wertemenge $W$ ist die Menge aller Werte, die als $y=f(x)$ für zulässige Eingaben tatsächlich entstehen. Wertebereich bedeutet dasselbe.

Beispiel

Gegeben sind $f(x)=2x$ und $D=\{1;2;3;4\}$.

  • $f(1)=2\cdot1=2$
  • $f(2)=2\cdot2=4$
  • $f(3)=2\cdot3=6$
  • $f(4)=2\cdot4=8$

Damit ist $W=\{2;4;6;8\}$. Die Definitionsmenge nennt die vier Eingaben; die Wertemenge sammelt ihre vier Ausgaben.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt die Wertemenge?
Lösung: Sie enthält alle tatsächlich erreichbaren Ausgaben. — Zur Wertemenge gehören sämtliche Ausgaben, die aus den zulässigen Eingaben entstehen können.
Die Definitionsmenge bestimmen

Wenn keine Definitionsmenge vorgegeben ist, suchst du die größtmögliche Menge zulässiger Eingaben. Beginne mit den reellen Zahlen und schließe alle verbotenen Werte aus.

Achte besonders auf diese Stellen:

  • Bruch: Der Nenner darf nicht $0$ werden.
  • Quadratwurzel: Unter der Wurzel darf keine negative Zahl stehen.
  • Logarithmus: Sein Argument muss größer als $0$ sein.
Beispiel

Für $f(x)=2x-1$ gibt es keinen Nenner, keine Wurzel und keinen Logarithmus. Jede reelle Zahl darf eingesetzt werden:

$$D=\mathbb R$$

Beispiel

Bei $g(x)=\sqrt{x}$ muss $x\geq 0$ gelten. Deshalb ist

$$D=[0;\infty[=\mathbb R_0^+$$

Die Zahl $0$ ist erlaubt und wird deshalb mit einer geschlossenen Klammer aufgenommen.

Merke

Prüfe die Definitionsmenge vor der Wertemenge. Verbotene Eingaben dürfen bei der Suche nach Ausgaben nicht verwendet werden.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Definitionsmenge hat $g(x)=\sqrt{x}$?
Lösung: $D=[0;\infty[$ — Unter einer Quadratwurzel darf keine negative Zahl stehen. Deshalb sind genau $0$ und alle positiven reellen Zahlen zulässig.
Die Wertemenge bestimmen

Für die Wertemenge untersuchst du nur zulässige Eingaben. Frage dann, welche kleinsten, größten oder grundsätzlich unmöglichen Ausgaben es gibt.

Beispiel

Für $f(x)=x^2$ mit $D=\mathbb R$ gilt:

  • Ein Quadrat ist niemals negativ.
  • Der Wert $0$ wird mit $x=0$ erreicht.
  • Jeder positive Wert kann ebenfalls entstehen.

Daher ist

$$W=[0;\infty[=\mathbb R_0^+$$

Beispiel

Für $g(x)=x^3$ mit $D=\mathbb R$ entstehen negative, positive und auch der Wert $0$. Jede reelle Zahl wird erreicht:

$$W=\mathbb R$$

Weitere typische Begrenzungen sind:

  • Eine Quadratwurzel liefert keine negativen Ausgaben.
  • Sinus und Kosinus liefern nur Werte von $-1$ bis $1$.
  • Bei einer positiven Basis liefert eine Exponentialfunktion nur positive Werte, niemals $0$ oder negative Werte.
Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum gehört $-4$ nicht zur Wertemenge von $f(x)=x^2$ bei $D=\mathbb R$?
Lösung: Weil das Quadrat einer reellen Zahl nicht negativ sein kann. — Definitions- und Wertemenge müssen getrennt betrachtet werden: Negative Eingaben sind erlaubt, ihre Quadrate sind aber nicht negativ.
Wertemengen quadratischer Funktionen

Eine quadratische Funktion in Scheitelpunktform lautet

$$f(x)=a(x-d)^2+e$$

Der Scheitelpunkt hat den $y$-Wert $e$. Weil $(x-d)^2$ niemals negativ ist, entscheidet das Vorzeichen von $a$, ob $e$ der kleinste oder der größte Funktionswert ist.

  • Bei $a>0$ ist die Parabel nach oben geöffnet: $W=[e;\infty[$.
  • Bei $a<0$ ist die Parabel nach unten geöffnet: $W=]-\infty;e]$.
Beispiel

Gegeben ist

$$f(x)=3(x-2)^2+1$$

Der Faktor $3$ ist positiv, also ist die Parabel nach oben geöffnet. Der kleinste Wert ist $1$ und wird am Scheitelpunkt erreicht:

$$W=[1;\infty[$$

Beispiel

Gegeben ist

$$g(x)=-2(x-5)^2+4$$

Der Faktor $-2$ ist negativ, also ist die Parabel nach unten geöffnet. Der größte Wert ist $4$ und wird am Scheitelpunkt erreicht:

$$W=]-\infty;4]$$

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Frage 1 von 1MittelWelche Wertemenge hat $g(x)=-2(x-5)^2+4$ bei $D=\mathbb R$?
Lösung: $W=]-\infty;4]$ — Der Scheitelwert $4$ wird erreicht. Alle kleineren Werte sind möglich, größere nicht.
Mengen und Intervalle richtig schreiben

Eine Menge einzelner Werte wird mit geschweiften Klammern angegeben:

$$W=\{1;2;3;4\}$$

Mit $\mathbb R\setminus\{0\}$ bezeichnest du alle reellen Zahlen außer $0$.

Bei Intervallen zeigen die Klammern, ob Randwerte dazugehören:

  • $[-5;6]$: Beide Randwerte sind enthalten.
  • $[2;9[$: $2$ ist enthalten, $9$ nicht.
  • $]5;\infty[$: Alle Zahlen größer als $5$ sind enthalten, aber nicht $5$.
Merke

Eine geschlossene Klammer steht an einem enthaltenen Randwert. Eine offene Klammer steht an einem ausgeschlossenen Randwert. Bei $\infty$ und $-\infty$ ist die Klammer immer offen, weil Unendlich keine Zahl und damit kein enthaltener Randwert ist.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Das Intervall $[2;9[$ enthält die Zahl , aber nicht die Zahl . Die Wertemenge von $x^2$ bei reellen Eingaben beginnt bei .

Lösungen: Lücke 1: 2; Lücke 2: 9; Lücke 3: 0. Lies zuerst die Klammern: links geschlossen bedeutet „enthalten“, rechts offen bedeutet „nicht enthalten“. Ein Quadrat erreicht als kleinsten Wert $0$.
Wertemenge, Zielmenge und Umkehrfunktion

Die Wertemenge enthält genau die Werte, die tatsächlich erreicht werden. Eine vorgegebene Zielmenge kann darüber hinaus Werte enthalten, die nicht erreicht werden.

Beispiel

Für $f(x)=x^2$ bei $D=\mathbb R$ ist die Wertemenge $W=[0;\infty[$. Als Zielmenge kann trotzdem $\mathbb R$ festgelegt sein. Die negativen Zahlen liegen dann zwar in der Zielmenge, werden von der Funktion aber nicht erreicht.

Wenn eine Funktion eine Umkehrfunktion besitzt, tauschen Definitions- und Wertemenge ihre Rollen:

  • $D$ der ursprünglichen Funktion wird zu $W$ der Umkehrfunktion.
  • $W$ der ursprünglichen Funktion wird zu $D$ der Umkehrfunktion.
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Frage 1 von 1SchwerEine umkehrbare Funktion hat $D=\mathbb R$ und $W=[0;\infty[$. Welche Definitionsmenge hat ihre Umkehrfunktion?
Lösung: $[0;\infty[$ — Bei einer Umkehrfunktion werden Ein- und Ausgaben vertauscht. Deshalb tauschen auch Definitions- und Wertemenge ihre Rollen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Definitionsmenge und Wertemenge
    • Definitionsmenge: erlaubte Eingaben
    • Ausschlüsse: Nenner, Wurzel, Logarithmus
    • Wertemenge: tatsächlich erreichte Ausgaben
    • Parabel: Scheitelwert und Öffnungsrichtung
    • Schreibweise: Mengen und Intervalle
    • Umkehrfunktion: Mengen tauschen ihre Rollen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Reihenfolge ist sinnvoll?
Lösung: Erst die Definitionsmenge, dann die Wertemenge bestimmen. — Zuerst klärst du, welche Eingaben erlaubt sind. Anschließend untersuchst du die daraus entstehenden Ausgaben.
Frage 2 von 3MittelWelche Wertemenge hat $f(x)=3(x-2)^2+1$ bei $D=\mathbb R$?
Lösung: $W=[1;\infty[$ — Der positive Faktor öffnet die Parabel nach oben. Ihr Scheitelwert $1$ ist das erreichbare Minimum.
Frage 3 von 3SchwerEin Schüler sagt: „Bei $f(x)=x^2$ sind negative Zahlen verboten.“ Was ist die richtige Korrektur?
Lösung: Negative Eingaben sind erlaubt, aber negative Ausgaben entstehen nicht. — Bei $D=\mathbb R$ darfst du jede reelle Zahl einsetzen. Da jedes Quadrat nicht negativ ist, lautet die Wertemenge $[0;\infty[$.

Du kannst eine Funktion nun systematisch untersuchen: Eingaben prüfen, mögliche Ausgaben bestimmen und beide Mengen mit den passenden Klammern notieren.

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