Drehsymmetrie erkennen und berechnen

Drehsymmetrie erkennen und berechnen
Drehsymmetrie erkennen und berechnen
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Eine Figur ist drehsymmetrisch, wenn sie nach einer Drehung um einen festen Punkt wieder genau auf sich liegt. Dafür muss es einen passenden Drehwinkel zwischen $0°$ und $360°$ geben. Eine volle Drehung um $360°$ genügt nicht, denn danach sieht jede Figur wieder wie zuvor aus.

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Woran erkennst du Drehsymmetrie?

Stell dir vor, du drehst eine Figur um einen festen Punkt. Liegt sie nach einer Drehung von weniger als $360°$ wieder genau auf ihrer Ausgangslage, ist sie drehsymmetrisch.

Definition

Drehsymmetrie

Eine Figur ist drehsymmetrisch, wenn eine Drehung um einen Drehpunkt mit einem Winkel $α$ zwischen $0°$ und $360°$ die Figur auf sich selbst abbildet. „Auf sich selbst abbilden“ bedeutet: Nach der Drehung stimmen alle Teile der Figur mit ihrer ursprünglichen Lage überein.

Nicht nur der Rand zählt. Farben, Muster und andere Markierungen gehören ebenfalls zur Figur. Ein gedrehtes Quadrat kann deshalb mit seinem Rand zur Deckung kommen, aber wegen verschiedenfarbiger Ecken trotzdem nicht unverändert aussehen.

Merke

Prüfe immer die ganze Figur: Form, Farben und Markierungen müssen nach der Drehung übereinstimmen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Beobachtung beweist Drehsymmetrie?
Lösung: Die Figur liegt nach einer Drehung um weniger als $360°$ wieder genau auf sich selbst. — Drehsymmetrie verlangt eine exakte Deckung bei mindestens einem Drehwinkel zwischen $0°$ und $360°$.
Wie hängen Drehwinkel und Zähligkeit zusammen?

Der kleinste positive Drehwinkel, bei dem die Figur wieder passt, heißt hier $α$. Die Zähligkeit $n$ gibt an, wie viele passende Lagen bei einer vollständigen Drehung vorkommen. Die Ausgangslage beziehungsweise die Lage bei $360°$ wird dabei mitgezählt.

Zwischen beiden Größen gilt:

$$α = 360° : n$$

Umgekehrt gilt:

$$n = 360° : α$$

Beispiel

Eine Figur passt erstmals nach einer Drehung um $90°$ wieder auf sich selbst.

  1. $90°$ ist der kleinste passende Drehwinkel.
  2. Berechne die Zähligkeit: $n = 360° : 90° = 4$.
  3. Die passenden Lagen entstehen bei $90°$, $180°$, $270°$ und $360°$.

Die Figur ist also vierzählig drehsymmetrisch.

Die Formel für $n$ darfst du nur mit dem kleinsten passenden Drehwinkel verwenden. Setzt du bei derselben Figur etwa $180°$ statt $90°$ ein, erhältst du nicht ihre vollständige Zähligkeit.

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Frage 1 von 1MittelEine Figur passt erstmals nach einer Drehung um $72°$. Welche Zähligkeit besitzt sie?
Lösung: Sie ist fünfzählig, denn $360° : 72° = 5$. — Teile $360°$ durch den kleinsten passenden Drehwinkel. Das Ergebnis ist die Zähligkeit.
Wie bestimmst du regelmäßige Vielecke?

Ein regelmäßiges Vieleck besitzt gleich lange Seiten und gleich große Innenwinkel. Sein Drehpunkt liegt in der Mitte. Ein regelmäßiges $n$-Eck ist $n$-zählig drehsymmetrisch.

Beispiel

Bestimme die Drehsymmetrie eines regelmäßigen Fünfecks.

  1. Das Fünfeck besitzt fünf gleichartige Ecken und Seitenabschnitte.
  2. Bei einer vollständigen Drehung entstehen daher fünf passende Lagen.
  3. Es gilt $n = 5$.
  4. Der kleinste Drehwinkel ist $α = 360° : 5 = 72°$.

Das regelmäßige Fünfeck ist fünfzählig drehsymmetrisch. Es passt bei $72°$, $144°$, $216°$, $288°$ und $360°$.

Für ein gleichseitiges Dreieck gilt entsprechend:

  • Zähligkeit: $n = 3$
  • kleinster Drehwinkel: $α = 360° : 3 = 120°$
  • passende Drehungen: $120°$, $240°$ und $360°$

Für ein Quadrat gilt:

  • Zähligkeit: $n = 4$
  • kleinster Drehwinkel: $α = 360° : 4 = 90°$
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Frage 1 von 1MittelEin regelmäßiges Achteck wird um seinen Mittelpunkt gedreht. Welcher kleinste Drehwinkel passt?
Lösung: $45°$, denn $360° : 8 = 45°$. — Ein regelmäßiges Achteck ist achtzählig. Teile deshalb die volle Drehung durch acht.
Warum ist Punktsymmetrie ein Spezialfall?

Eine Figur ist punktsymmetrisch, wenn eine Drehung um $180°$ sie auf sich selbst abbildet. Der Symmetriepunkt ist dabei zugleich der Drehpunkt.

Weil $180°$ kleiner als $360°$ ist, erfüllt jede punktsymmetrische Figur auch die Bedingung der Drehsymmetrie. Ihre Zähligkeit hängt jedoch vom kleinsten passenden Drehwinkel ab: Ist $180°$ der kleinste passende Winkel, ist die Figur zweizählig. Passt sie schon bei einem kleineren Winkel, kann ihre Zähligkeit größer sein.

Merke

Jede punktsymmetrische Figur ist drehsymmetrisch. Aber nicht jede drehsymmetrische Figur ist punktsymmetrisch. Punktsymmetrie bedeutet, dass eine Drehung um genau $180°$ passt.

Ein gleichseitiges Dreieck zeigt die Abgrenzung: Es ist bei $120°$ drehsymmetrisch, passt aber nach $180°$ nicht auf sich selbst. Deshalb ist es nicht punktsymmetrisch.

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Frage 1 von 1MittelEin Quadrat ohne Farben oder Markierungen wird um seinen Mittelpunkt gedreht. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Es ist punktsymmetrisch und zugleich vierzählig drehsymmetrisch. — Beim Quadrat ist $90°$ der kleinste passende Drehwinkel. Daher ist es vierzählig. Die ebenfalls passende Drehung um $180°$ macht es zusätzlich punktsymmetrisch.
Wie prüfst du eine unbekannte Figur?

Gehe beim Untersuchen in einer festen Reihenfolge vor:

  1. Drehpunkt suchen: Bei regelmäßigen Vielecken ist es der Mittelpunkt. Der Drehpunkt kann bei anderen Figuren auch außerhalb der Figur liegen.
  2. Figur gedanklich oder auf einer Kopie drehen: Prüfe mögliche Winkel unter $360°$.
  3. Kleinsten passenden Winkel bestimmen: Alle Teile müssen genau übereinstimmen.
  4. Zähligkeit berechnen: Verwende $n = 360° : α$.
  5. Ergebnis kontrollieren: $n$ muss angeben, wie viele passende Lagen eine volle Drehung enthält.
Beispiel

Eine markierte Figur passt nach $180°$ auf sich selbst, aber nicht nach einem kleineren positiven Winkel.

Der kleinste Drehwinkel ist $180°$. Daher gilt $n = 360° : 180° = 2$. Die Figur ist zweizählig drehsymmetrisch und zugleich punktsymmetrisch.

Bei Naturformen ist Vorsicht nötig. Blumen, Schneeflocken, Früchte oder Seesterne wirken häufig drehsymmetrisch, sind aber oft nur annähernd symmetrisch. In der Geometrie wird normalerweise eine exakte Deckung verlangt.

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Frage 1 von 1SchwerDie Außenform eines Quadrats passt nach $90°$, seine vier Ecken haben aber unterschiedliche Farben. Nach der Drehung liegen die Farben nicht auf ihren Ausgangsfarben. Was folgt daraus?
Lösung: Die gesamte farbige Figur ist bei $90°$ nicht auf sich selbst abgebildet. — Aus der fehlenden Deckung bei $90°$ folgt nur, dass dieser Winkel für die gesamte Gestaltung nicht passt. Ob ein anderer Winkel passt, muss gesondert geprüft werden.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Drehsymmetrie
    • Erkennen
      • Drehung um einen festen Drehpunkt
      • Exakte Deckung unter $360°$
    • Berechnen
      • Kleinster Drehwinkel $α = 360° : n$
      • Zähligkeit $n = 360° : α$
    • Sonderfall
      • Punktsymmetrie bei $180°$
    • Prüfen
      • Form, Farben und Markierungen beachten
      • Naturformen können nur annähernd symmetrisch sein
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Drehung kennzeichnet Punktsymmetrie?
Lösung: Eine Drehung um $180°$. — Punktsymmetrie entspricht einer Drehung um $180°$ und ist damit ein besonderer Fall der Drehsymmetrie.
Frage 2 von 3MittelEine Figur ist sechszählig drehsymmetrisch. Wie groß ist ihr kleinster Drehwinkel?
Lösung: $60°$, denn $360° : 6 = 60°$. — Verwende $α = 360° : n$. Bei $n = 6$ erhältst du $α = 60°$.
Frage 3 von 3SchwerEine Figur passt bei $120°$, $240°$ und $360°$ genau auf sich selbst, aber nicht bei einem kleineren positiven Winkel. Welche Aussage ist vollständig richtig?
Lösung: Sie ist dreizählig drehsymmetrisch, aber nicht punktsymmetrisch. — Der kleinste passende Winkel ist $120°$. Daher gilt $n = 360° : 120° = 3$. Da $180°$ nicht zu den passenden Winkeln gehört, ist die Figur nicht punktsymmetrisch.

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