Mathematik

Histogramm erstellen und richtig interpretieren

Histogramm erstellen und richtig interpretieren
Histogramm erstellen und richtig interpretieren
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Ein Histogramm zeigt die Verteilung klassierter Daten. Entscheidend ist die Fläche jedes Rechtecks: Sie stellt die Häufigkeit der Klasse dar. Die Höhe allein genügt nur bei gleich breiten Klassen zum direkten Vergleich.

Deine Lernziele

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Woran du ein Histogramm erkennst

Bei vielen Messwerten wäre eine Liste schnell unübersichtlich. Deshalb fasst du benachbarte Werte zu Klassen zusammen, zum Beispiel Altersangaben von 20 bis unter 30 Jahren.

Definition

Histogramm

Ein Histogramm stellt die Häufigkeitsverteilung klassierter Daten durch direkt aneinandergrenzende Rechtecke dar. Die Breite eines Rechtecks entspricht der Klassenbreite, seine Fläche der Klassenhäufigkeit.

Die Formulierung „20 bis unter 30“ legt die Grenzen eindeutig fest: 20 gehört zu dieser Klasse, 30 bereits zur nächsten.

Ein Histogramm ist kein gewöhnliches Säulendiagramm:

  • Beim Histogramm liegt auf der x-Achse eine geordnete Werteskala. Die Rechtecke grenzen aneinander.
  • Beim Säulendiagramm stehen getrennte Kategorien auf der x-Achse. Zwischen den Säulen können Abstände liegen.
Merke

Breite × Höhe = Fläche = Häufigkeit. Bei verschieden breiten Klassen vergleichst du deshalb die Flächen und nicht nur die Höhen.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Eigenschaft trägt in einem Histogramm die Klassenhäufigkeit?
Lösung: Die Fläche des Rechtecks — Ein Histogramm ist flächengetreu: Rechteckbreite mal Rechteckhöhe ergibt die Häufigkeit der Klasse.
So erstellst du ein Histogramm

Gehe in fünf Schritten vor:

  1. Teile den Wertebereich in aneinandergrenzende Klassen ein.
  2. Bestimme für jede Klasse die Klassenbreite $b_i$.
  3. Zähle die absolute Klassenhäufigkeit $n_i$.
  4. Berechne die Häufigkeitsdichte $h_i$.
  5. Trage auf der x-Achse die Klassengrenzen mit ihrer Einheit und auf der y-Achse die Häufigkeitsdichte ein. Zeichne über jeder Klasse ein Rechteck mit der Breite $b_i$ und der Höhe $h_i$.

Die Häufigkeitsdichte berechnest du mit

$$h_i=\frac{n_i}{b_i}$$

Diese Formel folgt aus der Flächenformel: Weil $b_i\cdot h_i=n_i$ gelten soll, teilst du die Häufigkeit durch die Breite.

Beispiel

20 Personen werden nach ihrem Alter geordnet. Es entstehen fünf Klassen mit einer Breite von jeweils 10 Jahren.

Alter in JahrenBreite $b_i$Häufigkeit $n_i$Dichte $h_i$
0 bis unter 101020,2
10 bis unter 201050,5
20 bis unter 301030,3
30 bis unter 401060,6
40 bis unter 501040,4

Für die erste Klasse gilt:

$$h_1=\frac{2}{10}=0{,}2$$

Zur Kontrolle berechnest du die Rechteckfläche: $10\cdot0{,}2=2$. Sie stimmt mit der Häufigkeit von 2 Personen überein.

Für die Klasse von 30 bis unter 40 Jahren ergibt die Kontrolle $10\cdot0{,}6=6$. Auch hier entspricht die Fläche genau der Personenzahl.

Weil alle Klassen gleich breit sind, sind Häufigkeit und Dichte proportional. Das höchste Rechteck gehört deshalb in diesem Beispiel auch zur häufigsten Klasse.

Übung: Erstelle selbst ein Histogramm

Gegeben sind zehn Wartezeiten in Minuten:

1, 2, 4, 6, 7, 8, 11, 12, 13, 14

Ordne die Werte den Klassen 0 bis unter 5, 5 bis unter 10 und 10 bis unter 15 Minuten zu. Bestimme Häufigkeit und Dichte jeder Klasse. Skizziere anschließend das Histogramm.

Lösung zur Übung

Alle Klassen sind 5 Minuten breit.

Wartezeit in MinutenHäufigkeit $n_i$Dichte $h_i=n_i:5$
0 bis unter 530,6
5 bis unter 1030,6
10 bis unter 1540,8

Auf der x-Achse markierst du die Grenzen 0, 5, 10 und 15 Minuten. Die drei angrenzenden Rechtecke sind jeweils 5 Minuten breit und 0,6, 0,6 beziehungsweise 0,8 Beobachtungen pro Minute hoch.

Die Flächenkontrolle ergibt $5\cdot0{,}6=3$, $5\cdot0{,}6=3$ und $5\cdot0{,}8=4$. Damit stimmen alle Flächen mit den gezählten Häufigkeiten überein.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine Klasse ist 10 Jahre breit und enthält 5 Personen. Welche Häufigkeitsdichte hat sie?
Lösung: 0,5 Personen pro Jahr — Mit $h=n:b$ erhältst du $5:10=0{,}5$. Die Fläche ist zur Kontrolle $10\cdot0{,}5=5$.
Warum unterschiedliche Klassenbreiten wichtig sind

Sind die Klassen verschieden breit, können die absoluten Häufigkeiten nicht einfach als Rechteckhöhen verwendet werden. Ein breites Rechteck würde sonst allein wegen seiner Breite zu viel Fläche erhalten.

Beispiel

20 Personen werden drei verschieden breiten Geburtsjahrklassen zugeordnet.

KlasseGeburtsjahreBreite $b_i$Häufigkeit $n_i$Dichte $h_i$
Babyboomer1955 bis unter 19701530,2
Generation X1970 bis unter 19801070,7
Generation Y1980 bis unter 200020100,5

Generation X besitzt mit 0,7 das höchste Rechteck. Die größte Häufigkeit hat jedoch Generation Y mit 10 Personen.

Für Generation Y zeigt die Fläche die Häufigkeit:

$$20\cdot0{,}5=10$$

Du darfst hier also nicht aus dem höchsten Rechteck auf die häufigste Klasse schließen. Du musst die Flächen vergleichen.

Bei einem relativen Histogramm entspricht jede Rechteckfläche dem Anteil an allen Beobachtungen. Für insgesamt $N$ Beobachtungen gilt:

$$h_{i,\mathrm{rel}}=\frac{n_i}{N\cdot b_i}$$

Die Summe aller Flächen beträgt dann 1, also 100 %. Beim absoluten Histogramm beträgt sie dagegen $N$.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelGeneration X hat im Beispiel das höchste Rechteck. Warum ist Generation Y trotzdem häufiger?
Lösung: Das breitere Rechteck von Generation Y hat die größere Fläche. — Generation X hat die Höhe 0,7 und die Fläche $10\cdot0{,}7=7$. Generation Y hat die Höhe 0,5, aber die größere Fläche $20\cdot0{,}5=10$.
So interpretierst du ein Histogramm kritisch

Ein Histogramm ist nicht allein durch die Daten festgelegt. Auch die Zahl, Breite und Lage der Klassen beeinflussen seine Form. Derselbe Datensatz kann deshalb bei einer anderen Klasseneinteilung anders wirken.

Prüfe ein Histogramm mit diesen Fragen:

  1. Welche Werte umfasst jede Klasse?
  2. Sind die Klassen gleich oder unterschiedlich breit?
  3. Zeigt die Fläche absolute Häufigkeiten oder relative Anteile?
  4. Sind beide Achsen maßstabsgetreu beschriftet?
  5. Würde eine andere Klassenbreite ein anderes Muster hervorheben?

Sehr breite Klassen können Unterschiede verdecken. Sehr schmale Klassen können eine unruhige Darstellung erzeugen. Auch eine Verschiebung der ersten Klassengrenze kann die sichtbare Form verändern.

Gut zu wissen

Ein hohes Rechteck ist nicht automatisch ein häufiges Rechteck. Bei verschiedenen Klassenbreiten kann ein niedrigeres, aber breiteres Rechteck die größere Häufigkeit besitzen.

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Frage 1 von 1SchwerZwei verschieden breite Klassen haben gleich hohe Rechtecke. Was folgt sicher?
Lösung: Die breitere Klasse hat die größere Häufigkeit. — Bei gleicher Höhe wächst die Fläche mit der Breite. Da die Fläche die Häufigkeit darstellt, ist die breitere Klasse häufiger.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Histogramm
    • Aufbau
      • aneinandergrenzende Klassen
      • Breite zeigt Klassenbreite
      • Fläche zeigt Häufigkeit
    • Berechnung
      • Dichte gleich Häufigkeit durch Breite
      • Kontrolle mit Breite mal Höhe
    • Interpretation
      • gleiche Breiten erlauben Höhenvergleich
      • verschiedene Breiten verlangen Flächenvergleich
      • Klassenwahl beeinflusst die Darstellung
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWodurch unterscheidet sich ein Histogramm grundlegend von einem Säulendiagramm?
Lösung: Es verwendet Klassen auf einer Werteskala und flächengetreue, angrenzende Rechtecke. — Beim Histogramm werden Werte in Intervalle eingeteilt. Rechteckbreite und -fläche haben eine mathematische Bedeutung.
Frage 2 von 3MittelEine Klasse ist 15 Einheiten breit und enthält 3 Beobachtungen. Wie hoch ist ihr Rechteck im absoluten Histogramm?
Lösung: 0,2 Beobachtungen pro Einheit — Die Häufigkeitsdichte beträgt $h=3:15=0{,}2$. Die Kontrolle liefert $15\cdot0{,}2=3$.
Frage 3 von 3SchwerEin Histogramm zeigt ein sehr hohes, schmales und ein niedrigeres, breites Rechteck. Wie findest du die häufigere Klasse?
Lösung: Ich berechne oder vergleiche die Flächen beider Rechtecke. — Vergleiche für beide Klassen Breite mal Höhe. Die größere Rechteckfläche gehört zur größeren Häufigkeit.

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