Mathematik

Körpernetze verstehen und richtig prüfen

Körpernetze verstehen und richtig prüfen
Körpernetze verstehen und richtig prüfen
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Ein Körpernetz zeigt die Oberfläche eines geometrischen Körpers ausgebreitet in der Ebene. Ein Netz ist genau dann gültig, wenn du es wieder zum passenden Körper zusammenfalten kannst.

Auf dieser Seite lernst du, Körpernetze zu beschreiben, Würfel- und Quadernetze zu prüfen und typische Denkfehler zu vermeiden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Vom Körper zur ebenen Fläche

Stell dir eine Verpackung vor, die du an ihren Kanten auftrennst und flach auf den Tisch legst. Ihre Seitenflächen bleiben miteinander verbunden. Die ausgebreitete Oberfläche ist das Netz der Verpackung.

Definition

Körpernetz

Ein Körpernetz ist die zusammenhängende, ebene Darstellung der Oberfläche eines Körpers. Alle Flächen behalten dabei ihre ursprüngliche Größe und ihre Seitenlängen.

Der Weg funktioniert in beide Richtungen:

  1. Du klappst die Oberfläche eines Körpers auf und erhältst ein Netz.
  2. Du faltest ein gültiges Netz zusammen und erhältst wieder den Körper.
Beispiel

Bei einer Verpackung werden die Verbindungen zwischen einigen Seitenflächen aufgetrennt. Danach lassen sich die Flächen flach ausbreiten. Werden zusätzlich die Klebelaschen entfernt, bleibt das eigentliche Körpernetz zurück.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt ein Körpernetz richtig?
Lösung: Es zeigt die ausgebreitete Oberfläche eines Körpers in der Ebene. — Entscheidend sind die Flächen des Körpers und ihre faltbare Verbindung.
Würfel und Quader im Netz erkennen

Ein Würfel besitzt sechs gleich große quadratische Flächen. Deshalb muss ein Würfelnetz aus sechs gleich großen Quadraten bestehen.

Merke

Beim Aufklappen ändern sich weder die Form noch die Größe einer Fläche. Aus einer quadratischen Würfelfläche wird im Netz kein anderes Rechteck.

Ein Quader besitzt ebenfalls sechs Flächen. Bei ihm bilden jeweils zwei gleich große rechteckige Flächen ein Paar. Insgesamt gibt es also drei Paare gegenüberliegender Flächen.

Die Fläche, auf der ein Körper steht, heißt Grundfläche. Die gegenüberliegende Fläche heißt Deckfläche. Im Netz liegen Grund- und Deckfläche flach in derselben Ebene; erst beim Falten kommen sie in ihre räumliche Lage.

Beispiel

Du untersuchst die Flächen eines Quadernetzes. Zwei Rechtecke haben die Maße der Grund- und Deckfläche. Zwei weitere bilden ein zweites gleich großes Paar, die letzten beiden ein drittes Paar. Damit sind alle sechs Quaderflächen vorhanden.

Diese Flächenprüfung allein beweist aber noch nicht, dass ihre Anordnung faltbar ist. Das musst du zusätzlich prüfen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWas gilt für die Flächen eines Würfelnetzes?
Lösung: Es besteht aus sechs gleich großen Quadraten. — Jede der sechs Flächen des Würfels muss im Netz genau einmal vertreten sein.
Frage 2 von 2MittelEin Quadernetz enthält eine Seitenfläche doppelt, während eine andere fehlt. Wie ist es zu beurteilen?
Lösung: Es ist kein gültiges Quadernetz. — Beim Falten kann eine doppelte Fläche die fehlende Quaderfläche nicht ersetzen.
Gültige Netze Schritt für Schritt prüfen

Für denselben Körper kann es mehrere gültige Netze geben. Die Flächen müssen also nicht immer gleich angeordnet sein. Entscheidend ist das Ergebnis des Faltens.

So gehst du beim Prüfen vor:

  1. Flächen bestimmen: Gehören Form und Größe der Flächen zum genannten Körper?
  2. Vollständigkeit prüfen: Ist jede benötigte Fläche genau einmal vorhanden?
  3. Falten vorstellen: Welche Flächen werden beim Falten zu Grundfläche, Deckfläche und Seitenflächen?
  4. Ergebnis kontrollieren: Entsteht der genannte Körper, ohne dass eine Fläche fehlt oder doppelt besetzt wird?
Merke

Die richtige Zahl und Form der Flächen sind notwendig, aber die Anordnung muss ebenfalls stimmen. Der sicherste Test lautet: Lässt sich das Netz zum Körper zusammenfalten?

Aufgabe: Zwei Begründungen vergleichen

Mina sagt: „Das Muster ist ein Würfelnetz, weil es aus sechs gleich großen Quadraten besteht.“

Tarek sagt: „Die sechs Quadrate passen zwar zu den Würfelflächen. Ich muss aber noch prüfen, ob sich ihre Anordnung zu einem Würfel falten lässt.“

Wer begründet sorgfältiger? Erkläre deine Entscheidung.

Lösung und Rückmeldung

Tarek begründet sorgfältiger. Sechs gleich große Quadrate sind eine notwendige Bedingung für ein Würfelnetz. Sie reichen allein jedoch nicht aus: Erst die Faltprobe entscheidet, ob die Anordnung wirklich einen Würfel ergibt.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Prüfung entscheidet letztlich, ob ein Flächenmuster ein gültiges Körpernetz ist?
Lösung: Es lässt sich zum angegebenen Körper zusammenfalten. — Ein gültiges Netz enthält die passenden Flächen in einer faltbaren Anordnung.
Frage 2 von 2SchwerZwei Muster enthalten jeweils alle sechs passenden Quaderflächen. Nur das erste lässt sich zum Quader falten. Welches ist ein Quadernetz?
Lösung: Nur das erste Muster. — Die Faltbarkeit unterscheidet das gültige Netz vom bloßen Flächenmuster.
Weitere Körper und ihre Netze

Nicht nur Würfel und Quader lassen sich aufklappen. Auch Prismen und Pyramiden können Körpernetze besitzen. Bastelvorlagen verwenden außerdem Netze für Körper wie Kegel und Zylinder.

Bei jeder Vorlage bleibt die Grundidee gleich: Die ebenen Teile stellen die Oberfläche des Körpers dar und werden beim Falten räumlich zusammengesetzt.

Die genaue Art des Körpers ist dabei wichtig. Verschiedene Prismen oder Pyramiden können unterschiedliche Flächen besitzen. Deshalb solltest du nicht allein nach dem Namen urteilen, sondern die tatsächlich vorhandenen Flächen prüfen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Ein Körpernetz liegt zunächst in der . Beim Falten entsteht daraus ein . Würfel und Quader besitzen jeweils Flächen. Ob eine Anordnung gültig ist, entscheidet ihre .

Lösungen: Lücke 1: Ebene; Lücke 2: Körper; Lücke 3: sechs; Lücke 4: Faltbarkeit. Ein Netz verbindet die ebene Darstellung mit dem räumlichen Körper. Flächenzahl, Flächenform und Faltbarkeit gehören gemeinsam zur Prüfung.
Falten, Kleben und Beschriften

Bastelvorlagen enthalten häufig Klebelaschen. Diese Laschen helfen dabei, die gefalteten Flächen miteinander zu verbinden. Sie gehören jedoch nicht zu den eigentlichen Körperflächen.

Beim Arbeiten mit einer Vorlage kannst du so vorgehen:

  1. Benenne den Körper.
  2. Unterscheide Körperflächen und Klebelaschen.
  3. Prüfe die Formen und die Anzahl der Körperflächen.
  4. Falte die verbundenen Flächen gedanklich oder an einer Vorlage.
  5. Kontrolliere, ob der erwartete Körper entsteht.
Gut zu wissen

Flächen, Kanten und Ecken beschreiben den fertigen Körper. Im Netz siehst du vor allem seine ausgebreiteten Flächen. Einige Randstrecken treffen erst beim Zusammenfalten aufeinander und bilden dann die Kanten des Körpers.

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Frage 1 von 1MittelEine Bastelvorlage enthält sechs Würfelflächen und mehrere Klebelaschen. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Die Klebelaschen sind Hilfen zum Verbinden und keine zusätzlichen Würfelflächen. — Trenne beim Prüfen stets die eigentlichen Netzflächen von den Klebehilfen.
Warum die Kugel ein Grenzfall ist

Eine Kugel unterscheidet sich von den bisher betrachteten Körpern. Ihre Oberfläche besteht aus einer gekrümmten Fläche. Sie lässt sich deshalb nicht als exaktes Körpernetz in der Ebene zeichnen.

Man kann die Kugeloberfläche gedanklich in viele schmale Streifen zerlegen und so annähern. Diese Streifen sind aber nur eine Annäherung und kein exaktes Netz der Kugel.

Merke

Ein exaktes Körpernetz breitet die Oberfläche ohne die ursprünglichen Flächen zu verändern in der Ebene aus. Bei der gekrümmten Kugeloberfläche ist das nicht möglich.

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Frage 1 von 1LeichtWarum besitzt eine Kugel kein zeichnbares exaktes Körpernetz?
Lösung: Ihre Oberfläche ist gekrümmt und lässt sich nicht unverändert in der Ebene ausbreiten. — Streifen können die Kugeloberfläche nur annähern; sie ergeben kein exaktes Netz.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Körpernetze
    • entstehen durch Aufklappen in die Ebene
    • zeigen die Oberfläche eines Körpers
    • behalten Flächenformen und Seitenlängen
    • werden durch Zusammenfalten geprüft
    • können Klebelaschen als Bastelhilfe besitzen
    • umfassen Würfel, Quader, Prismen und Pyramiden
    • sind bei der Kugel nicht exakt zeichnbar
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Eigenschaft bleibt beim Aufklappen eines Körpers erhalten?
Lösung: Form und Größe seiner Flächen bleiben erhalten. — Ein Netz breitet die vorhandenen Flächen aus, ohne ihre Maße zu verändern.
Frage 2 von 3MittelDu siehst sechs gleich große Quadrate. Welche Aussage ist sicher?
Lösung: Die Flächen passen zu den Flächen eines Würfels; die Faltbarkeit muss noch geprüft werden. — Unterscheide zwischen passenden Einzelflächen und einem tatsächlich gültigen Netz.
Frage 3 von 3SchwerEine Verpackungsvorlage enthält alle passenden Quaderflächen, lässt sich aber nicht zum Quader schließen. Wie lautet das Urteil?
Lösung: Sie ist kein gültiges Quadernetz, weil die Anordnung nicht faltbar ist. — Klebelaschen können Flächen verbinden, aber keine falsche Anordnung in ein gültiges Netz verwandeln.

Du kannst ein Körpernetz nun mit drei Leitfragen prüfen: Sind die richtigen Flächen vorhanden? Kommt jede benötigte Fläche genau einmal vor? Lässt sich die Anordnung zum genannten Körper falten?

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