Mathematik

Platonische Körper: Die fünf Formen verstehen

Platonische Körper: Die fünf Formen verstehen
Platonische Körper: Die fünf Formen verstehen
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Platonische Körper sind besonders regelmäßige, konvexe Körper. Alle ihre Flächen sind kongruente regelmäßige Vielecke, und an jeder Ecke treffen gleich viele Flächen zusammen. Genau fünf Körper erfüllen diese Bedingungen.

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Woran erkennst du einen platonischen Körper?

Ein Polyeder ist ein räumlicher Körper, dessen Oberfläche aus ebenen Vielecken besteht. Kugeln und Kegel sind keine Polyeder, weil sie gekrümmte Flächen besitzen.

Definition

Platonischer Körper

Ein platonischer Körper ist ein konvexes Polyeder mit kongruenten regelmäßigen Vielecken als Flächen. Kongruent bedeutet deckungsgleich. Regelmäßig bedeutet: Alle Seiten und alle Innenwinkel eines Vielecks sind gleich groß. Außerdem treffen an jeder Ecke gleich viele Flächen zusammen.

Konvex bedeutet: Der Körper hat keine nach innen springenden Ecken oder Kanten. Verbindest du zwei Punkte im Inneren, liegt auch ihre Verbindungsstrecke vollständig im Körper.

Eine quadratische Pyramide ist deshalb nicht platonisch: Ihre Grundfläche ist ein Quadrat, ihre Seitenflächen sind Dreiecke. Die Flächen sind also nicht alle kongruent.

Merke

Gleiche Kantenlängen allein reichen nicht. Entscheidend sind kongruente regelmäßige Flächen, dieselbe Anordnung an jeder Ecke und die Konvexität.

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Frage 1 von 1LeichtWelcher Körper kann platonisch sein?
Lösung: Ein konvexer Körper aus ausschließlich kongruenten gleichseitigen Dreiecken, bei dem an jeder Ecke gleich viele Dreiecke zusammentreffen — Ein platonischer Körper wird nur von kongruenten regelmäßigen Vielecken begrenzt und besitzt an jeder Ecke dieselbe Flächenanordnung.
So unterscheiden sich die fünf Körper
KörperFlächenformEckenKantenFlächenFlächen je Ecke
Tetraedergleichseitiges Dreieck4643
Würfel oder HexaederQuadrat81263
Oktaedergleichseitiges Dreieck61284
Dodekaederregelmäßiges Fünfeck2030123
Ikosaedergleichseitiges Dreieck1230205

Die Namen geben die Flächenzahl an: tetra steht für vier, hexa für sechs, okta für acht, dodeka für zwölf und ikosa für zwanzig.

Drei Körper bestehen aus gleichseitigen Dreiecken. Du unterscheidest sie daran, wie viele Dreiecke an einer Ecke zusammentreffen:

  • Tetraeder: drei Dreiecke
  • Oktaeder: vier Dreiecke
  • Ikosaeder: fünf Dreiecke
Beispiel

Ein Körper besitzt acht kongruente gleichseitige Dreiecke. An jeder Ecke treffen vier davon zusammen. In der Tabelle findest du dafür den Oktaeder. Er hat sechs Ecken und zwölf Kanten.

Für jeden der fünf Körper gilt außerdem die Eulersche Polyederformel:

$$E-K+F=2$$

Dabei steht $E$ für die Zahl der Ecken, $K$ für die Zahl der Kanten und $F$ für die Zahl der Flächen. Beim Oktaeder erhältst du $6-12+8=2$.

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Frage 1 von 1MittelEin Körper hat 12 Flächen und 30 Kanten. Wie viele Ecken hat er?
Lösung: 20 Ecken — Aus $E-K+F=2$ folgt $E=2+K-F=2+30-12=20$. Die Daten gehören zum Dodekaeder.
Warum gibt es genau fünf Möglichkeiten?

An einer räumlichen Ecke treffen mindestens drei Flächen zusammen. Ihre Innenwinkelsumme muss kleiner als 360° sein. Bei genau 360° liegen die Flächen flach in einer Ebene.

Gleichseitige Dreiecke

Ein Innenwinkel beträgt 60°:

  • drei Dreiecke: $3\cdot60°=180°$ – möglich, Tetraeder
  • vier Dreiecke: $4\cdot60°=240°$ – möglich, Oktaeder
  • fünf Dreiecke: $5\cdot60°=300°$ – möglich, Ikosaeder
  • sechs Dreiecke: $6\cdot60°=360°$ – eben, kein konvexer Körper

Quadrate

Ein Innenwinkel beträgt 90°. Drei Quadrate ergeben $3\cdot90°=270°$ und bilden eine Würfelecke. Vier Quadrate ergeben bereits 360°.

Regelmäßige Fünfecke

Ein Innenwinkel beträgt 108°. Drei Fünfecke ergeben $3\cdot108°=324°$ und bilden eine Dodekaederecke. Vier Fünfecke würden 432° ergeben.

Regelmäßige Sechsecke haben Innenwinkel von 120°. Schon drei ergeben 360°. Vielecke mit noch mehr Seiten besitzen noch größere Innenwinkel und können daher ebenfalls keine solche konvexe Ecke bilden.

Gut zu wissen

Das Winkelargument zeigt zunächst, dass höchstens fünf Eckkonfigurationen möglich sind. Da zu jeder dieser Konfigurationen ein geschlossener Körper bekannt ist, existieren genau fünf platonische Körper.

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Frage 1 von 2MittelWarum bilden sechs gleichseitige Dreiecke keine Ecke eines platonischen Körpers?
Lösung: Ihre Innenwinkel ergeben zusammen 360° und liegen damit flach in einer Ebene. — Für eine konvexe räumliche Ecke muss die Innenwinkelsumme kleiner als 360° sein.
Frage 2 von 2SchwerAn jeder Ecke sollen drei kongruente regelmäßige Sechsecke zusammentreffen. Was entsteht dort?
Lösung: Eine ebene Anordnung, aber keine konvexe räumliche Ecke — Ein regelmäßiges Sechseck hat einen Innenwinkel von 120°. Dreimal 120° ergibt genau 360°.
Oberfläche und Volumen berechnen

Alle Kanten eines platonischen Körpers haben dieselbe Länge $a$. Die Oberfläche $O$ wird in Quadrateinheiten, das Volumen $V$ in Kubikeinheiten angegeben.

KörperOberfläche $O$Volumen $V$
Tetraeder$\sqrt{3}\,a^2$$\frac{\sqrt{2}}{12}a^3$
Würfel$6a^2$$a^3$
Oktaeder$2\sqrt{3}\,a^2$$\frac{\sqrt{2}}{3}a^3$
Dodekaeder$3\sqrt{25+10\sqrt{5}}\,a^2$$\frac{15+7\sqrt{5}}{4}a^3$
Ikosaeder$5\sqrt{3}\,a^2$$\frac{5(3+\sqrt{5})}{12}a^3$

Gehe immer in vier Schritten vor:

  1. Bestimme den Körper und die gesuchte Größe.
  2. Wähle die passende Formel.
  3. Setze die Kantenlänge mit ihrer Einheit ein.
  4. Prüfe Einheit und Plausibilität des Ergebnisses.
Beispiel

Ein Oktaeder hat die Kantenlänge $a=17\,\mathrm{cm}$. Gesucht ist seine Oberfläche.

Die passende Formel lautet:

$$O=2\sqrt{3}\,a^2$$

Einsetzen und vereinfachen:

$$O=2\sqrt{3}\cdot(17\,\mathrm{cm})^2=578\sqrt{3}\,\mathrm{cm}^2$$

Die Einheit $\mathrm{cm}^2$ passt, weil eine Oberfläche berechnet wurde.

Beim Würfel mit $a=3\,\mathrm{cm}$ erhältst du dagegen:

$$O=6\cdot(3\,\mathrm{cm})^2=54\,\mathrm{cm}^2$$

$$V=(3\,\mathrm{cm})^3=27\,\mathrm{cm}^3$$

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Frage 1 von 1MittelEin Tetraeder hat die Kantenlänge $a=6\,\mathrm{cm}$. Welche Oberfläche besitzt er?
Lösung: $36\sqrt{3}\,\mathrm{cm}^2$ — Mit $O=\sqrt{3}a^2$ folgt $O=\sqrt{3}\cdot(6\,\mathrm{cm})^2=36\sqrt{3}\,\mathrm{cm}^2$. Eine Oberfläche hat eine Quadrateinheit.
Wie hängen die Dualkörper zusammen?

Verbindest du die Mittelpunkte benachbarter Flächen eines platonischen Körpers, entsteht im Inneren sein Dualkörper.

Dabei werden Ecken und Flächen vertauscht:

  • Jede Fläche des Ausgangskörpers wird zu einer Ecke des Dualkörpers.
  • Jede Ecke des Ausgangskörpers wird zu einer Fläche des Dualkörpers.
  • Die Zahl der Kanten bleibt gleich.

Die Dualpaare sind:

  • Würfel und Oktaeder
  • Dodekaeder und Ikosaeder
  • Tetraeder und Tetraeder

Der Tetraeder heißt selbstdual, weil sein Dualkörper wieder ein Tetraeder ist.

Beispiel

Der Würfel besitzt sechs Flächen, acht Ecken und zwölf Kanten. Sein Dualkörper, der Oktaeder, besitzt deshalb sechs Ecken, acht Flächen und ebenfalls zwölf Kanten.

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Frage 1 von 1MittelWelcher Körper ist zum Dodekaeder dual?
Lösung: Ikosaeder — Das Dodekaeder hat 12 Flächen und 20 Ecken. Beim dualen Ikosaeder sind daraus 12 Ecken und 20 Flächen geworden; beide haben 30 Kanten.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Platonische Körper
    • Eigenschaften
      • konvex
      • kongruente regelmäßige Flächen
      • gleiche Anordnung an jeder Ecke
    • Fünf Formen
      • Tetraeder, Würfel, Oktaeder
      • Dodekaeder, Ikosaeder
    • Begründung
      • mindestens drei Flächen je Ecke
      • Innenwinkelsumme kleiner als 360°
    • Berechnungen
      • Oberfläche mit $a^2$
      • Volumen mit $a^3$
    • Dualität
      • Ecken und Flächen werden vertauscht
      • Kantenzahl bleibt gleich
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Aussage gehört zur Definition eines platonischen Körpers?
Lösung: Alle Flächen sind kongruente regelmäßige Vielecke. — Beim Oktaeder treffen vier und beim Ikosaeder fünf Flächen an jeder Ecke zusammen. Entscheidend ist, dass die Anzahl an allen Ecken desselben Körpers gleich ist.
Frage 2 von 4MittelWelcher Körper hat 20 Flächen, 12 Ecken und 30 Kanten?
Lösung: Ikosaeder — Der Ikosaeder besitzt 20 gleichseitige Dreiecke, 12 Ecken und 30 Kanten.
Frage 3 von 4SchwerEin regelmäßiges Vieleck hat einen Innenwinkel von 108°. Welche platonische Eckkonfiguration ist möglich?
Lösung: Drei solche Flächen bilden eine Dodekaederecke. — Drei regelmäßige Fünfecke ergeben zusammen 324°. Das ist kleiner als 360° und entspricht einer Dodekaederecke.
Frage 4 von 4SchwerEin platonischer Körper besitzt acht Ecken, zwölf Kanten und sechs Flächen. Welche Daten hat sein Dualkörper?
Lösung: Sechs Ecken, zwölf Kanten und acht Flächen — Die Kantenzahl bleibt gleich, während Ecken- und Flächenzahl ihre Rollen tauschen. Der Würfel wird so zum Oktaeder.

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