Mathematik

Kongruenz: Figuren und Dreiecke sicher prüfen

Kongruenz: Figuren und Dreiecke sicher prüfen
Kongruenz: Figuren und Dreiecke sicher prüfen
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Zwei Figuren sind kongruent, wenn sie dieselbe Form und dieselbe Größe haben. Du könntest sie durch Verschieben, Drehen und eventuell Spiegeln genau zur Deckung bringen.

Auf dieser Seite lernst du, Kongruenz zu erkennen, von Ähnlichkeit abzugrenzen und Dreiecke mit den vier Kongruenzsätzen zu prüfen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du kongruente Figuren?
Definition

Kongruenz

Zwei Figuren sind kongruent oder deckungsgleich, wenn eine Kongruenzabbildung die eine Figur genau auf die andere abbildet. Dann sind ihre entsprechenden Seiten gleich lang und ihre entsprechenden Winkel gleich groß.

Die Lage einer Figur spielt dabei keine Rolle. Eine gedrehte, verschobene oder gespiegelte Figur kann zum Original kongruent sein.

Wichtig ist die richtige Zuordnung: Entsprechende Ecken, Seiten und Winkel müssen zueinander passen. Gleicher Flächeninhalt allein genügt nicht, denn unterschiedlich geformte Figuren können dieselbe Fläche haben.

Beispiel

Zwei Dreiecke besitzen jeweils Seiten mit den Längen 4 cm, 5 cm und 6 cm. Das zweite Dreieck liegt gedreht auf dem Blatt.

Die drei entsprechenden Seiten sind gleich lang. Die Drehung ändert weder Längen noch Winkel. Daher sind die Dreiecke kongruent.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt Kongruenz richtig?
Lösung: Die Figuren stimmen in Form und Größe überein. — Kongruenz hängt von Form und Größe ab, nicht von der Lage auf dem Blatt.
Welche Abbildungen erhalten die Kongruenz?

Eine Kongruenzabbildung verändert die Lage oder Ausrichtung einer Figur, aber nicht ihre Seitenlängen und Winkel.

Dazu gehören:

  • Verschiebung: Jeder Punkt bewegt sich gleich weit in dieselbe Richtung.
  • Drehung: Die Figur dreht sich um ein Zentrum.
  • Spiegelung: Die Figur wird an einer Geraden gespiegelt.
  • Kombinationen: Mehrere dieser Abbildungen werden nacheinander ausgeführt.
Merke

Verschieben, Drehen und Spiegeln ändern die Lage, aber nicht Form und Größe.

Lässt sich eine Figur nur durch Verschieben und Drehen auf die andere legen, sind beide gleichsinnig kongruent. Ist zusätzlich eine Spiegelung nötig, heißen sie nichtgleichsinnig kongruent.

Beispiel

Ein Pfeil wird zuerst nach rechts verschoben und danach um ein Drehzentrum gedreht. Alle Seiten und Winkel bleiben erhalten. Bild und Ausgangsfigur sind deshalb gleichsinnig kongruent.

Wird der Pfeil anschließend gespiegelt, bleibt er kongruent. Seine Orientierung kehrt sich jedoch um; zur Deckung ist nun eine Spiegelung nötig.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine Figur wurde gespiegelt und anschließend verschoben. Was gilt sicher?
Lösung: Das Bild ist zur Ausgangsfigur kongruent. — Beide Abbildungen erhalten Seitenlängen und Winkel. Deshalb bleibt die Figur deckungsgleich.
Wie unterscheidest du Kongruenz und Ähnlichkeit?

Ähnliche Figuren haben dieselbe Form, dürfen aber unterschiedlich groß sein. Entsprechende Winkel sind gleich groß, und entsprechende Seiten stehen im selben Verhältnis.

VergleichKongruentÄhnlich
Formgleichgleich
Größegleichkann verschieden sein
entsprechende Winkelgleich großgleich groß
entsprechende Seitengleich langproportional
Streckung erlaubtnur ohne Größenänderungja

Kongruenz ist damit ein besonderer Fall der Ähnlichkeit: Die Form stimmt überein, und zusätzlich bleibt die Größe unverändert.

Beispiel

Ein Rechteck ist 3 cm breit und 6 cm lang. Ein zweites Rechteck ist 6 cm breit und 12 cm lang.

Die entsprechenden Seiten des zweiten Rechtecks sind jeweils doppelt so lang. Beide Rechtecke haben dieselbe Form, aber unterschiedliche Größen. Sie sind ähnlich, jedoch nicht kongruent.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelZwei Figuren haben gleiche entsprechende Winkel. Die Seiten der zweiten Figur sind jeweils doppelt so lang. Wie sind die Figuren einzuordnen?
Lösung: Sie sind ähnlich, aber nicht kongruent. — Gleiche Winkel und ein einheitliches Seitenverhältnis sprechen für Ähnlichkeit. Wegen der verschiedenen Seitenlängen liegt keine Kongruenz vor.
Welche Kongruenzsätze gelten für Dreiecke?

Ein Bestimmungsstück ist eine bekannte Seite oder ein bekannter Winkel eines Dreiecks. Bei Dreiecken musst du nicht immer alle drei Seiten und alle drei Winkel vergleichen. Bestimmte Kombinationen aus drei unabhängigen Bestimmungsstücken legen ein Dreieck eindeutig fest.

SatzDiese Größen müssen übereinstimmen
SSSdrei entsprechende Seiten
SWSzwei Seiten und der eingeschlossene Winkel
WSWzwei Winkel und die dazwischenliegende Seite
SsWzwei Seiten und der Winkel gegenüber der größeren gegebenen Seite

Die Reihenfolge der Buchstaben zeigt die Lage der gegebenen Größen:

  • Bei SWS liegt der Winkel zwischen den beiden gegebenen Seiten.
  • Bei WSW liegt die gegebene Seite zwischen den beiden gegebenen Winkeln.
  • Bei SsW steht das kleine s für die kürzere und das große S für die größere gegebene Seite. Der bekannte Winkel liegt der größeren Seite gegenüber.
Beispiel

Bei zwei Dreiecken sind jeweils eine 5 cm lange Seite, eine 7 cm lange Seite und der von diesen Seiten eingeschlossene Winkel von 60° gegeben.

Der Winkel liegt zwischen den beiden bekannten Seiten. Deshalb passt der Satz SWS. Stimmen diese drei Bestimmungsstücke entsprechend überein, sind die Dreiecke kongruent.

Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelcher Kongruenzsatz passt zu drei übereinstimmenden Seiten?
Lösung: SSS — Drei bekannte und entsprechend gleiche Seiten erfüllen den Kongruenzsatz SSS.
Frage 2 von 3MittelGegeben sind zwei Seiten und der Winkel zwischen ihnen. Welcher Satz passt?
Lösung: SWS — Der eingeschlossene Winkel steht in der Mitte der Abkürzung SWS.
Frage 3 von 3SchwerZwei Dreiecke stimmen in zwei Winkeln und der zwischen ihnen liegenden Seite überein. Was folgt?
Lösung: Sie sind nach WSW kongruent. — Zwei Winkel und die eingeschlossene Seite bestimmen das Dreieck eindeutig.
Warum braucht SsW eine Zusatzbedingung?

Bei zwei Seiten und einem nicht eingeschlossenen Winkel kann die Konstruktion mehrdeutig sein. Ein Kreisbogen für die noch fehlende Ecke kann den freien Winkelschenkel zweimal schneiden. Dann entstehen zwei verschiedene Dreiecke mit denselben gegebenen Größen.

Der Kongruenzsatz SsW verhindert diese Mehrdeutigkeit durch eine Zusatzbedingung: Der gegebene Winkel muss der größeren der beiden gegebenen Seiten gegenüberliegen.

Beispiel

Du kennst in einem Dreieck zwei Seiten und einen Winkel.

  1. Vergleiche zuerst die beiden gegebenen Seiten.
  2. Markiere die größere Seite.
  3. Prüfe, ob der bekannte Winkel dieser größeren Seite gegenüberliegt.
  4. Nur wenn das zutrifft, kannst du den Kongruenzsatz SsW anwenden.

Liegt der Winkel dagegen der kürzeren Seite gegenüber, reichen die Angaben nicht als SsW-Nachweis aus. Es können unterschiedliche Dreiecke möglich sein.

Merke

Bei SsW genügt nicht irgendein Winkel: Er muss der größeren gegebenen Seite gegenüberliegen.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelZwei Seiten und ein nicht eingeschlossener Winkel stimmen überein. Wann darfst du SsW anwenden?
Lösung: Wenn der Winkel der größeren gegebenen Seite gegenüberliegt. — Die Lage des Winkels entscheidet, ob die Angaben das Dreieck eindeutig festlegen.
Frage 2 von 2SchwerEin Schüler wählt SsW, ohne die Seitenlängen zu vergleichen. Was fehlt in seiner Begründung?
Lösung: Er muss prüfen, ob der Winkel der größeren gegebenen Seite gegenüberliegt. — Erst der Vergleich der gegebenen Seiten zeigt, ob die Zusatzbedingung von SsW erfüllt ist.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Kongruenz
    • bedeutet: gleiche Form und gleiche Größe
    • erkennbar an: deckungsgleicher Abbildung
    • bleibt erhalten bei: Verschiebung, Drehung und Spiegelung
    • unterscheidet sich von: Ähnlichkeit mit möglicher Größenänderung
    • Dreieckssätze: SSS, SWS, WSW und SsW
    • wichtige SsW-Bedingung: Winkel gegenüber der größeren gegebenen Seite
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Veränderung kann eine kongruente Figur erzeugen?
Lösung: Eine Drehung — Eine Drehung erhält alle Längen und Winkel und damit die Kongruenz.
Frage 2 von 3MittelZwei Dreiecke stimmen in zwei Seiten und dem eingeschlossenen Winkel überein. Welche Begründung ist richtig?
Lösung: Sie sind nach SWS kongruent. — Zwei Seiten und ihr eingeschlossener Winkel legen ein Dreieck nach SWS eindeutig fest.
Frage 3 von 3SchwerZwei Figuren haben gleiche Winkel und proportionale Seiten. Eine Figur ist größer. Welche Aussage verbindet alle Beobachtungen richtig?
Lösung: Die Figuren sind ähnlich, aber nicht kongruent. — Bei Ähnlichkeit dürfen die Seitenlängen verschieden sein, solange alle entsprechenden Seiten dasselbe Verhältnis besitzen. Kongruenz verlangt zusätzlich gleiche Größe.

Wenn du bei einem Dreieck einen Kongruenzsatz auswählst, frage immer: Welche Seiten und Winkel sind gegeben, und wie liegen sie zueinander? Genau diese Lagebeziehung entscheidet über SSS, SWS, WSW oder SsW.

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