Kreuzprodukt berechnen und anwenden

Kreuzprodukt berechnen und anwenden
Kreuzprodukt berechnen und anwenden
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Das Kreuzprodukt zweier Vektoren im dreidimensionalen Raum ergibt einen neuen Vektor. Er steht senkrecht auf beiden Ausgangsvektoren. Ist er nicht der Nullvektor, kann er als gemeinsamer Normalenvektor verwendet werden. Sein Betrag liefert außerdem den Flächeninhalt des aufgespannten Parallelogramms.

Deine Lernziele

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Was das Kreuzprodukt leistet
Definition

Kreuzprodukt

Für zwei dreikomponentige Vektoren $\vec a$ und $\vec b$ ist $\vec a\times\vec b$ ein Vektor, der auf beiden Ausgangsvektoren senkrecht steht. Das Kreuzprodukt heißt deshalb auch Vektorprodukt. Ist das Ergebnis nicht der Nullvektor, ist es ein gemeinsamer Normalenvektor.

Verwechsle es nicht mit dem Skalarprodukt:

  • Beim Skalarprodukt ist das Ergebnis eine Zahl.
  • Beim Kreuzprodukt ist das Ergebnis ein Vektor.

Die Länge des Ergebnisvektors hängt vom eingeschlossenen Winkel $\varphi$ ab:

$$|\vec a\times\vec b|=|\vec a|\cdot|\vec b|\cdot\sin(\varphi)$$

Dieser Betrag entspricht der Fläche des Parallelogramms, das $\vec a$ und $\vec b$ aufspannen. Bei festgehaltenen Vektorlängen ist der Betrag maximal, wenn beide Vektoren senkrecht zueinander stehen. Sind sie parallel, ist er null.

Merke

Das hier behandelte Kreuzprodukt ist ein Rechenverfahren für Vektoren mit drei Komponenten.

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Frage 1 von 1LeichtWelches Ergebnis liefert das Kreuzprodukt zweier dreikomponentiger Vektoren?
Lösung: Einen Vektor, der auf beiden Ausgangsvektoren senkrecht steht — Das Kreuzprodukt erzeugt einen zu beiden Ausgangsvektoren orthogonalen Vektor. Ist dieser nicht null, kann er als gemeinsamer Normalenvektor dienen. Bei parallelen Vektoren entsteht der Nullvektor.
So berechnest du das Kreuzprodukt

Für

$$\vec a=\begin{pmatrix}a_1\\a_2\\a_3\end{pmatrix},\qquad \vec b=\begin{pmatrix}b_1\\b_2\\b_3\end{pmatrix}$$

gilt:

$$\vec a\times\vec b=\begin{pmatrix}a_2b_3-a_3b_2\\a_3b_1-a_1b_3\\a_1b_2-a_2b_1\end{pmatrix}$$

Gehe in drei Schritten vor:

  1. Setze die passenden Komponenten in jede Zeile der Formel ein.
  2. Berechne jeweils „erstes Produkt minus zweites Produkt“.
  3. Schreibe die drei Ergebnisse in derselben Reihenfolge als Vektor auf.
Beispiel

Gegeben sind

$$\vec a=\begin{pmatrix}1\\2\\1\end{pmatrix},\qquad \vec b=\begin{pmatrix}2\\4\\1\end{pmatrix}.$$

Einsetzen ergibt:

$$\vec a\times\vec b=\begin{pmatrix}2\cdot1-1\cdot4\\1\cdot2-1\cdot1\\1\cdot4-2\cdot2\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}-2\\1\\0\end{pmatrix}.$$

Der entscheidende Punkt ist die Reihenfolge der Subtraktion. In der zweiten Zeile steht $a_3b_1-a_1b_3$, also $1\cdot2-1\cdot1$.

Merke

Setze negative Zahlen in Klammern. So erkennst du leichter, ob du ein negatives Produkt subtrahierst.

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Frage 1 von 1MittelGegeben sind $\vec a=(1,2,3)$ und $\vec b=(-2,1,-1)$. Was ist $\vec a\times\vec b$?
Lösung: $(-5,-5,5)$ — Die Komponenten sind $2\cdot(-1)-3\cdot1=-5$, $3\cdot(-2)-1\cdot(-1)=-5$ und $1\cdot1-2\cdot(-2)=5$.
So prüfst du Ergebnis und Richtung

Ein korrektes Kreuzprodukt muss zu beiden Ausgangsvektoren orthogonal sein. Das kannst du mit zwei Skalarprodukten prüfen: Beide müssen null ergeben.

Für das Beispiel aus dem vorigen Kapitel ist $\vec c=(-2,1,0)$:

$$\vec a\cdot\vec c=1\cdot(-2)+2\cdot1+1\cdot0=0$$

$$\vec b\cdot\vec c=2\cdot(-2)+4\cdot1+1\cdot0=0$$

Damit steht $\vec c$ tatsächlich senkrecht auf $\vec a$ und $\vec b$.

Die Reihenfolge der Faktoren bestimmt die Richtung:

$$\vec a\times\vec b=-(\vec b\times\vec a)$$

Vertauschst du die Vektoren, erhältst du den Gegenvektor. Die Rechte-Hand-Regel hilft bei der Orientierung: Zeigt dein Daumen in Richtung $\vec a$ und dein Zeigefinger in Richtung $\vec b$, zeigt der Mittelfinger in Richtung $\vec a\times\vec b$.

Sind die Ausgangsvektoren parallel oder ist einer der beiden der Nullvektor, gilt:

$$\vec a\times\vec b=\vec 0$$

Dann wird keine echte Parallelogrammfläche aufgespannt.

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Frage 1 von 2MittelDu hast $\vec a\times\vec b=(-2,1,0)$ berechnet. Was ist $\vec b\times\vec a$?
Lösung: $(2,-1,0)$ — Wegen der Antikommutativität wird jede Komponente mit $-1$ multipliziert.
Frage 2 von 2MittelWoran erkennst du rechnerisch, dass ein Ergebnisvektor $\vec c$ zu beiden Faktoren orthogonal ist?
Lösung: $\vec a\cdot\vec c=0$ und $\vec b\cdot\vec c=0$ — Die beiden Skalarprodukte mit dem Ergebnisvektor prüfen seine Orthogonalität zu jedem Ausgangsvektor einzeln.
So berechnest du Flächen

Für ein von $\vec a$ und $\vec b$ aufgespanntes Parallelogramm gilt:

$$A_{\text{Parallelogramm}}=|\vec a\times\vec b|$$

Für das zugehörige Dreieck halbierst du diese Fläche:

$$A_{\triangle}=\frac12|\vec a\times\vec b|$$

Beispiel

Gegeben sind

$$\vec a=\begin{pmatrix}1\\2\\3\end{pmatrix},\qquad \vec b=\begin{pmatrix}2\\1\\0\end{pmatrix}.$$

Zuerst berechnest du den Normalenvektor:

$$\vec a\times\vec b=\begin{pmatrix}2\cdot0-3\cdot1\\3\cdot2-1\cdot0\\1\cdot1-2\cdot2\end{pmatrix}=\begin{pmatrix}-3\\6\\-3\end{pmatrix}.$$

Dann bestimmst du seine Länge:

$$|\vec a\times\vec b|=\sqrt{(-3)^2+6^2+(-3)^2}=\sqrt{54}\approx7{,}35.$$

Das Parallelogramm hat ungefähr $7{,}35$ Flächeneinheiten. Das von denselben Vektoren aufgespannte Dreieck hat den Flächeninhalt

$$A_{\triangle}=\frac12\sqrt{54}=\frac{3\sqrt6}{2}.$$

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Frage 1 von 2MittelDas Kreuzprodukt zweier Spannvektoren hat den Betrag $12$. Wie groß ist die Fläche des aufgespannten Dreiecks?
Lösung: $6$ Flächeneinheiten — Die Dreiecksfläche ist $\frac12|\vec a\times\vec b|=\frac12\cdot12=6$.
Frage 2 von 2SchwerZwei Vektoren werden bei gleichbleibenden Längen immer gleichgerichteter. Was geschieht mit der aufgespannten Parallelogrammfläche?
Lösung: Sie nähert sich null. — Für $\varphi\to0$ gilt $\sin(\varphi)\to0$. Daher wird auch $|\vec a\times\vec b|$ und damit die Fläche kleiner.
So wählst du die passende Anwendung

Das Kreuzprodukt ist besonders nützlich, wenn du einen Vektor brauchst, der zu zwei gegebenen Richtungen senkrecht steht. Ist das Kreuzprodukt nicht der Nullvektor, ist jedes skalare Vielfache mit einem Faktor ungleich null ebenfalls ein gemeinsamer Normalenvektor. Du darfst das Ergebnis daher manchmal vereinfachen.

GesuchtPassendes Werkzeug
gemeinsamer Normalenvektor$\vec a\times\vec b$
Prüfung des NormalenvektorsSkalarprodukt mit beiden Ausgangsvektoren
Parallelogrammfläche$\vec a\times\vec b$
Dreiecksfläche$\frac12\vec a\times\vec b$
Volumen eines von drei Vektoren aufgespannten Spats$(\vec a\times\vec b)\cdot\vec c$

Beim Spatprodukt berechnest du zuerst das Kreuzprodukt und bildest danach das Skalarprodukt mit dem dritten Vektor. Der Betrag sorgt dafür, dass das Volumen nicht negativ ist.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Rechnung passt zu einer Dreiecksfläche im Raum?
Lösung: $\frac12|\vec a\times\vec b|$ — Der Betrag des Kreuzprodukts ist die Parallelogrammfläche. Ein Dreieck mit denselben Spannvektoren besitzt die Hälfte davon.
Frage 2 von 2SchwerEin berechnetes Kreuzprodukt lautet $(-3,6,-3)$. Welcher einfachere Vektor ist ebenfalls zu beiden Ausgangsvektoren orthogonal?
Lösung: $(1,-2,1)$ — Multiplizierst du $(-3,6,-3)$ mit $-\frac13$, erhältst du $(1,-2,1)$. Ein skalares Vielfaches bleibt orthogonal zu beiden Faktoren.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Kreuzprodukt im Raum
    • Berechnung: drei Komponenten mit fester Subtraktionsreihenfolge
    • Geometrie: gemeinsamer Normalenvektor und orientierte Richtung
    • Kontrolle: zwei Skalarprodukte ergeben null
    • Sonderfall: parallele Vektoren ergeben den Nullvektor
    • Fläche: Betrag für Parallelogramm, halber Betrag für Dreieck
    • Volumen: Kreuzprodukt im Spatprodukt
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas ändert sich sicher, wenn du die Faktoren eines Kreuzprodukts vertauschst?
Lösung: Die Richtung des Ergebnisvektors kehrt sich um. — Es gilt $\vec b\times\vec a=-(\vec a\times\vec b)$. Der Betrag bleibt gleich, die Richtung kehrt sich um.
Frage 2 von 3MittelFür $\vec a=(1,4,7)$ und $\vec b=(2,8,14)$: Welches Ergebnis erwartest du?
Lösung: $\vec 0$ — Da ein Vektor ein skalares Vielfaches des anderen ist, ist das Kreuzprodukt der Nullvektor.
Frage 3 von 3SchwerEin Ergebnisvektor ist orthogonal zu beiden Spannvektoren, aber seine Richtung ist gegenüber der geforderten Orientierung umgekehrt. Was ist die passende Korrektur?
Lösung: Den Ergebnisvektor mit $-1$ multiplizieren — Die Orthogonalität bleibt beim Gegenvektor erhalten. Durch Multiplikation mit $-1$ kehrst du nur die Orientierung um.

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