Logarithmusgesetze: Regeln und Übungen

Logarithmusgesetze: Regeln und Übungen
Logarithmusgesetze: Regeln und Übungen
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Mit den Logarithmusgesetzen kannst du Produkte, Quotienten, Potenzen und Wurzeln in Logarithmen zerlegen oder wieder zusammenfassen. Entscheidend ist, dass du zuerst die Struktur im Argument erkennst und die Bedingungen für reelle Logarithmen beachtest.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was bedeutet ein Logarithmus?

Ein Logarithmus beantwortet die Frage: Mit welchem Exponenten muss ich die Basis potenzieren, damit das Argument entsteht?

Definition

Logarithmus

Für $a^x=b$ gilt

$$x=\log_a(b).$$

Dabei ist $a$ die Basis, $b$ das Argument und $x$ der Wert des Logarithmus.

Beispiel:

$$2^5=32 \quad\Longleftrightarrow\quad \log_2(32)=5.$$

Für einen reellen Logarithmus gelten drei Bedingungen:

  • Die Basis ist positiv: $a>0$.
  • Die Basis ist nicht $1$: $a\neq 1$.
  • Das Argument ist positiv: $b>0$.

Zwei wichtige Sonderfälle folgen direkt aus den Potenzen $a^0=1$ und $a^1=a$:

$$\log_a(1)=0, \qquad \log_a(a)=1.$$

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelcher Ausdruck ist als reeller Logarithmus definiert?
Lösung: $\log_2(8)$ — Für reelle Logarithmen muss die Basis positiv und ungleich $1$ sein. Auch das Argument muss positiv sein.
Welches Gesetz passt zur Struktur?

Schau zuerst auf die Rechenoperation im Argument des Logarithmus. Sie bestimmt das Gesetz.

Struktur im ArgumentLogarithmusgesetzErgebnis
Produkt $PQ$Produktregel$\log_a(P)+\log_a(Q)$
Quotient $P/Q$Quotientenregel$\log_a(P)-\log_a(Q)$
Potenz $P^r$Potenzregel$r\log_a(P)$
Wurzel $\sqrt[n]{P}$Wurzelregel$\frac{1}{n}\log_a(P)$

Dabei bleibt die Basis $a$ unverändert. Alle vorkommenden Argumente müssen positiv sein.

Merke

Mal wird zu Plus, geteilt wird zu Minus, und der Exponent darf nach vorn. Eine Summe im Argument darfst du dagegen nicht aufteilen.

Produktregel

$$\log_a(PQ)=\log_a(P)+\log_a(Q)$$

Beispiel

Berechne $\log_2(4\cdot8)$.

Das Argument enthält ein Produkt. Deshalb gilt:

$$\log_2(4\cdot8)=\log_2(4)+\log_2(8)=2+3=5.$$

Die Probe bestätigt das Ergebnis: $4\cdot8=32$ und $2^5=32$.

Quotientenregel

$$\log_a\left(\frac{P}{Q}\right)=\log_a(P)-\log_a(Q)$$

Beispiel

Berechne $\log_5\left(\frac{125}{25}\right)$.

Der Zähler steht zuerst, der Nenner wird abgezogen:

$$\log_5(125)-\log_5(25)=3-2=1.$$

Das passt, denn $125/25=5$ und $\log_5(5)=1$.

Potenzregel

$$\log_a(P^r)=r\log_a(P)$$

Beispiel

Berechne $\log_3(9^2)$.

Der Exponent $2$ wird zum Faktor:

$$\log_3(9^2)=2\log_3(9)=2\cdot2=4.$$

Die Probe: $9^2=81$ und $3^4=81$.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Umformung ist richtig?
Lösung: $\log_3(5x)=\log_3(5)+\log_3(x)$ — Das Argument $5x$ ist ein Produkt. Deshalb wird der Logarithmus zur Summe der beiden Logarithmen.
Frage 2 von 2MittelVereinfache $\log_2(32)-\log_2(4)$.
Lösung: $3$ — Nach der Quotientenregel ist der Ausdruck $\log_2(32/4)=\log_2(8)=3$.
Wie hängen Wurzeln und Potenzen zusammen?

Eine Wurzel ist eine Potenz mit gebrochenem Exponenten:

$$\sqrt[n]{P}=P^{1/n}.$$

Setzt du dies in die Potenzregel ein, erhältst du die Wurzelregel:

$$\log_a\left(\sqrt[n]{P}\right)=\log_a(P^{1/n})=\frac{1}{n}\log_a(P).$$

Beispiel

Berechne $\log_5\left(\sqrt[5]{125}\right)$.

Schreibe die Wurzel zuerst als Potenz und ziehe dann den Exponenten nach vorn:

$$\log_5(125^{1/5})=\frac{1}{5}\log_5(125)=\frac{1}{5}\cdot3=\frac{3}{5}.$$

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Frage 1 von 1MittelWie wird $\log_3\left(\sqrt[4]{81}\right)$ umgeformt?
Lösung: $\frac{1}{4}\log_3(81)$ — Weil $\sqrt[4]{81}=81^{1/4}$ gilt, liefert die Potenzregel den Faktor $1/4$.
Wie kombinierst du mehrere Gesetze?

Bei einem verschachtelten Ausdruck arbeitest du von der äußeren Struktur nach innen. Bei einem Bruch trennst du zuerst Zähler und Nenner. Danach zerlegst du Produkte und ziehst zuletzt Exponenten nach vorn.

Beispiel

Vorausgesetzt, $a>0$, $a\neq1$ und $b,c,x,y>0$, forme um:

$$\log_a\left(\frac{abx^2}{cy^3}\right).$$

1. Quotientenregel:

$$\log_a(abx^2)-\log_a(cy^3)$$

2. Produktregel:

$$\log_a(a)+\log_a(b)+\log_a(x^2)-\left(\log_a(c)+\log_a(y^3)\right)$$

Die Klammer ist wichtig: Beide Logarithmen aus dem Nenner werden abgezogen.

3. Potenzregel und Sonderfall $\log_a(a)=1$:

$$1+\log_a(b)+2\log_a(x)-\log_a(c)-3\log_a(y).$$

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Beim Zerlegen von $\log_a\left(\frac{x^2y}{z^3}\right)$ wird der Quotient zu einer . Das Produkt $x^2y$ wird zu einer . Der Exponent $2$ erscheint als vor $\log_a(x)$. Wegen des Nenners steht vor $3\log_a(z)$ ein .

Lösungen: Lücke 1: Differenz; Lücke 2: Summe; Lücke 3: Faktor; Lücke 4: Minuszeichen. Der vollständig zerlegte Ausdruck lautet $2\log_a(x)+\log_a(y)-3\log_a(z)$.
Wie funktioniert der Basiswechsel?

Manche Taschenrechner bieten nur $\log$ zur Basis $10$ und $\ln$ zur Basis $e$ an. Mit dem Basiswechsel kannst du trotzdem Logarithmen zu anderen Basen berechnen:

$$\log_a(x)=\frac{\log_b(x)}{\log_b(a)}.$$

Zähler und Nenner müssen dabei dieselbe neue Basis $b$ besitzen.

Beispiel

Für $\log_2(7)$ kannst du den natürlichen Logarithmus verwenden:

$$\log_2(7)=\frac{\ln(7)}{\ln(2)}\approx\frac{1{,}9459}{0{,}6931}\approx2{,}806.$$

Das Ergebnis ist plausibel: Weil $2^2=4$ und $2^3=8$ gilt, muss der gesuchte Exponent zwischen $2$ und $3$ liegen.

Gut zu wissen

Der Basiswechsel ist keine Anwendung der Quotientenregel. Bei $\frac{\ln(7)}{\ln(2)}$ werden zwei Logarithmuswerte dividiert. Dagegen bedeutet $\ln(7/2)=\ln(7)-\ln(2)$, dass ein Quotient im Argument zerlegt wird.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Formel berechnet $\log_3(20)$ mit dem natürlichen Logarithmus?
Lösung: $\frac{\ln(20)}{\ln(3)}$ — Der Basiswechsel lautet allgemein $\log_a(x)=\ln(x)/\ln(a)$.
Welche Fehler solltest du vermeiden?

Eine Summe ist kein Produkt

Die Produktregel erlaubt

$$\log_a(xy)=\log_a(x)+\log_a(y).$$

Daraus folgt nicht

$$\log_a(x+y)=\log_a(x)+\log_a(y).$$

Für eine Summe im Argument gibt es kein entsprechendes Logarithmusgesetz.

Die Basen müssen zusammenpassen

Du darfst $\log_a(x)+\log_a(y)$ zu $\log_a(xy)$ zusammenfassen. Bei unterschiedlichen Basen ist diese Umformung nicht erlaubt.

Beim Nenner gilt das Minus für alle Faktoren

Aus

$$\log_a\left(\frac{x}{yz}\right)$$

wird

$$\log_a(x)-\log_a(y)-\log_a(z).$$

Wer die Zwischenklammer weglässt, verliert leicht ein Minuszeichen.

Die Bedingungen gelten auch nach dem Umformen

Ein formal umgeformter Ausdruck ist nur dort gültig, wo alle beteiligten Logarithmen definiert sind. Bei reellen Logarithmen müssen ihre Argumente positiv sein.

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Frage 1 von 1SchwerFür welche Umformung sind die Logarithmusgesetze korrekt angewendet?
Lösung: $\log_5\left(\frac{x^2}{y}\right)=2\log_5(x)-\log_5(y)$ für $x>0$ und $y>0$ — Quotient, Potenz und Bedingungen wurden nur in der ersten Umformung korrekt berücksichtigt.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Logarithmusgesetze
    • Voraussetzungen: Basis positiv und ungleich 1, Argument positiv
    • Produkt: Multiplikation wird Addition
    • Quotient: Division wird Subtraktion
    • Potenz: Exponent wird Vorfaktor
    • Wurzel: Wurzelexponent wird Kehrwertfaktor
    • Basiswechsel: gleiche neue Basis in Zähler und Nenner
    • Kontrolle: Definitionsbereich und Plausibilität prüfen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelches Gesetz brauchst du bei $\log_a(uv)$?
Lösung: Produktregel — Das Argument $uv$ ist ein Produkt. Daher wird sein Logarithmus zur Summe der Logarithmen.
Frage 2 von 4MittelVereinfache $\log_2(8^3)$.
Lösung: $9$ — Der Exponent wird zum Faktor: $\log_2(8^3)=3\log_2(8)=3\cdot3=9$.
Frage 3 von 4MittelWelcher Ausdruck ist gleich $\log_7(x)-\log_7(y)$?
Lösung: $\log_7\left(\frac{x}{y}\right)$ — Die rückwärts angewandte Quotientenregel fasst die Differenz zu $\log_7(x/y)$ zusammen.
Frage 4 von 4SchwerWie wird $2\log_a(x)-\frac{1}{2}\log_a(y)$ in einem Logarithmus zusammengefasst?
Lösung: $\log_a\left(\frac{x^2}{\sqrt{y}}\right)$ — Ziehe die Faktoren zuerst als Exponenten in die Argumente: $2\log_a(x)=\log_a(x^2)$ und $\frac{1}{2}\log_a(y)=\log_a(\sqrt{y})$. Danach wird die Differenz mit der Quotientenregel zusammengefasst.

Wenn du jeden Term zuerst nach Produkt, Quotient, Potenz oder Wurzel untersuchst, findest du das passende Gesetz meist sofort. Prüfe anschließend immer die Bedingungen und das Ergebnis.

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