Median berechnen, verstehen und deuten

Median berechnen, verstehen und deuten
Median berechnen, verstehen und deuten
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Der Median oder Zentralwert ist die Mitte einer geordneten Datenreihe. Mindestens die Hälfte der Werte ist nicht größer und mindestens die Hälfte nicht kleiner als der Median. Um ihn zu finden, musst du deshalb zuerst sortieren.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was zeigt der Median?

Stell dir eine geordnete Reihe von sieben Messwerten vor:

1, 3, 3, 5, 7, 8, 10

Der vierte Wert 5 steht genau in der Mitte. Links und rechts davon liegen jeweils drei Beobachtungen. Daher ist 5 der Median.

Definition

Median

Der Median ist ein Lagemaß: Er beschreibt die zentrale Lage geordneter Daten über ihre Rangplätze. Wiederholte Werte zählen dabei jeweils als eigene Beobachtung.

Der Median betrachtet also zuerst die Position eines Werts, nicht seinen Abstand zu den anderen Werten.

Merke

Ohne Sortieren keine sichere Mitte: Ordne die Daten immer zuerst von klein nach groß.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Reihe ist bereit, um ihren Median direkt abzulesen?
Lösung: 2, 4, 4, 7, 11 — Den Median findest du in einer geordneten Reihe. Bei Zahlen bedeutet das normalerweise: von klein nach groß sortieren.
Wie berechnest du den Median?

Gehe immer in derselben Reihenfolge vor:

  1. Sortiere alle Werte aufsteigend.
  2. Zähle die Werte. Ihre Anzahl heißt $n$.
  3. Entscheide, ob $n$ ungerade oder gerade ist.
  4. Lies den mittleren Wert ab oder berechne den Mittelwert der beiden mittleren Werte.
  5. Prüfe, ob das Ergebnis die Rangmitte der geordneten Reihe beschreibt.

Ungerade Anzahl

Bei ungeradem $n$ gibt es genau eine mittlere Position:

$$\frac{n+1}{2}$$

Beispiel

Gegeben ist die Reihe 4, 9, 8, 7, 12, 4, 16, 1, 2.

Zuerst sortierst du:

1, 2, 4, 4, 7, 8, 9, 12, 16

Es gibt $n=9$ Werte. Die mittlere Position ist $(9+1):2=5$. An der fünften Stelle steht 7. Der Median ist also 7.

Gerade Anzahl

Bei geradem $n$ gibt es zwei mittlere Positionen: $n/2$ und $n/2+1$. Für Zahlenwerte wird schulüblich ihr arithmetisches Mittel verwendet:

$$\tilde{x}=\frac{x_{n/2}+x_{n/2+1}}{2}$$

Beispiel

Gegeben ist die Reihe 5, 12, 29, 17, 12, 8, 10, 8.

Sortiert lautet sie:

5, 8, 8, 10, 12, 12, 17, 29

Es gibt $n=8$ Werte. In der Mitte stehen der vierte Wert 10 und der fünfte Wert 12.

$$\tilde{x}=\frac{10+12}{2}=11$$

Der Median ist 11. Er muss nicht selbst in der Datenreihe vorkommen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Um den Median zu bestimmen, musst du die Werte zuerst . Bei einer Anzahl gibt es genau einen mittleren Wert. Bei einer geraden Anzahl verwendest du schulüblich die Werte. Aus 5 und 7 erhältst du den Median .

Lösungen: Lücke 1: sortieren; Lücke 2: ungeraden; Lücke 3: beiden mittleren; Lücke 4: 6. Die Rangfolge entscheidet: erst sortieren, dann gerade oder ungerade unterscheiden. Bei zwei mittleren Zahlenwerten gilt $(5+7):2=6$.
Warum ist der Median bei Ausreißern nützlich?

Ein Ausreißer ist ein Wert, der weit von den übrigen Werten entfernt liegt. Betrachte die geordnete Reihe:

4, 9, 13, 14, 16, 17, 19, 21, 1490

Der fünfte Wert ist 16. Also ist der Median 16. Der sehr große Wert 1490 liegt am Rand und verändert die mittlere Rangposition nicht.

Das arithmetische Mittel reagiert anders: Für den Mittelwert werden alle Werte addiert. Deshalb kann ein einzelner extremer Wert das Ergebnis stark verschieben.

Gut zu wissen

Robust bedeutet nicht, dass der Median sich niemals ändert. Es bedeutet: Einzelne extreme Randwerte beeinflussen ihn meist deutlich weniger als den Mittelwert. Ändert sich die Reihenfolge in der Mitte, kann sich auch der Median ändern.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelIn einer geordneten Reihe wird nur der größte Wert 30 durch 3000 ersetzt. Die Anzahl und alle anderen Werte bleiben gleich. Warum bleibt der Median häufig unverändert?
Lösung: Die mittlere Rangposition bleibt gleich. — Der Median wird über die Position in der geordneten Reihe bestimmt. Ein veränderter Randwert kann die Mitte unverändert lassen.
Welches Lagemaß passt?

Median, Mittelwert und Modus beantworten verschiedene Fragen.

LagemaßLeitfrageVoraussetzung
MedianWelcher Wert liegt in der Rangmitte?Die Daten besitzen eine natürliche Ordnung.
Arithmetisches MittelWelcher rechnerische Durchschnitt entsteht aus allen Werten?Zahlenabstände müssen sinnvoll interpretierbar sein.
ModusWelcher Wert oder welche Ausprägung kommt am häufigsten vor?Häufigkeiten müssen vergleichbar sein.

Für T-Shirt-Farben wie blau, rot und grün kannst du einen Modus bestimmen. Einen Median gibt es nicht, weil Farben keine natürliche Reihenfolge besitzen.

Geordnete Stufen wie Schulnoten oder „stimme zu“ bis „stimme nicht zu“ besitzen dagegen eine Rangfolge. Deshalb lässt sich ihre Mitte bestimmen. Bei bloß geordneten Kategorien darfst du die Kategorien aber nicht einfach arithmetisch mitteln, weil ihre Abstände nicht festgelegt sind.

Vertiefung: Zwei mittlere Werte

Bei einer geraden Anzahl von Zahlenwerten ist der Durchschnitt der beiden mittleren Werte die schulübliche Konvention. Nach der allgemeinen Medianbedingung erfüllt auch jeder Wert zwischen diesen beiden mittleren Werten die Halbierungsbedingung. Man kann außerdem den kleineren Wert als Untermedian und den größeren als Obermedian angeben.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Aussage passt zu den Daten rot, blau, blau, grün?
Lösung: Der Modus ist blau; ein Median ist nicht definiert. — Blau kommt am häufigsten vor und ist deshalb der Modus. Farben lassen sich nicht sinnvoll von klein nach groß ordnen.
Frage 2 von 2SchwerEine Einkommensliste enthält einen einzigen extrem hohen Wert. Welches Lagemaß beschreibt die Rangmitte meist stabiler?
Lösung: Der Median — Der Median hängt vor allem von den mittleren Rangpositionen ab und ist deshalb gegenüber einem extremen Randwert robuster.
Üben und Fehler erkennen

Bestimme den Median der Reihe:

7, 3, 15, 9, 2, 3, 1, 1

Beispiel

Sortiert lautet die Reihe:

1, 1, 2, 3, 3, 7, 9, 15

Es gibt acht Werte. In der Mitte stehen der vierte und der fünfte Wert: 3 und 3.

$$(3+3):2=3$$

Der Median ist 3.

Typische Fehler kannst du mit drei Fragen vermeiden:

  • Sortiert? Sonst liest du möglicherweise die falsche Position ab.
  • Gerade oder ungerade Anzahl? Davon hängt die Zahl der mittleren Werte ab.
  • Richtigen Listenwert abgelesen? Eine Positionsnummer ist noch nicht der Datenwert.
Teste dich
Frage 1 von 2MittelDie sortierte Reihe lautet 1, 2, 4, 9. Welcher Median ergibt sich nach der schulüblichen Regel?
Lösung: 3 — Die beiden mittleren Werte sind 2 und 4. Ihr Mittel ist $(2+4):2=3$.
Frage 2 von 2SchwerJemand bestimmt für 112, 109, 201, 183, 144 den Median 201, weil das der dritte Wert der unsortierten Liste ist. Was ist richtig?
Lösung: Nach dem Sortieren ist 144 der dritte Wert und damit der Median. — Sortiert lautet die Reihe 109, 112, 144, 183, 201. Bei fünf Werten ist der dritte Wert 144 die Mitte.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Median
    • Vorbereitung: Daten ordnen und Anzahl bestimmen
    • Ungerade Anzahl: einen mittleren Wert ablesen
    • Gerade Anzahl: zwei mittlere Zahlenwerte mitteln
    • Bedeutung: Rangmitte der Daten
    • Stärke: robust gegenüber extremen Randwerten
    • Grenze: keine Anwendung ohne natürliche Ordnung
    • Vergleich: Modus zählt Häufigkeit, Mittelwert nutzt alle Zahlenwerte
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWas musst du vor jeder Medianbestimmung tun?
Lösung: Die Daten ordnen. — Erst die geordnete Reihe macht die mittlere Rangposition sichtbar.
Frage 2 von 3MittelWelchen Median hat die geordnete Reihe 2, 4, 4, 7, 100?
Lösung: 4 — Es gibt fünf Werte. Der dritte Wert steht in der Mitte und lautet 4.
Frage 3 von 3SchwerZwei Gruppen haben denselben Median. In einer Gruppe liegt zusätzlich ein sehr großer Randwert. Welche Folgerung ist sicher?
Lösung: Der Median allein zeigt nicht, wie groß alle Werte oder ihre Abstände sind. — Der Median beschreibt die Rangmitte. Er gibt weder die gesamte Verteilung noch alle Abstände zwischen den Werten wieder.

Passend dazu