Ober- und Untersumme einfach erklärt

Ober- und Untersumme einfach erklärt
Ober- und Untersumme einfach erklärt
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Ober- und Untersummen grenzen ein bestimmtes Integral mit Rechtecken ein. Die Untersumme verwendet in jedem Teilintervall den kleinsten, die Obersumme den größten Funktionswert. Mit einer feineren Zerlegung nähern sich beide dem Integral.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie Rechtecke das Integral eingrenzen

Zerlege das Intervall $[a,b]$ in kleinere Teilintervalle. Über jedem Teilintervall entsteht ein Rechteck. Seine Breite entspricht der Länge des Teilintervalls.

Definition

Untersumme

Für jedes Teilintervall wählst du den kleinsten Funktionswert als Rechteckhöhe. Die Summe dieser orientierten Rechteckflächen heißt Untersumme $U$.

Definition

Obersumme

Für jedes Teilintervall wählst du den größten Funktionswert als Rechteckhöhe. Die Summe dieser orientierten Rechteckflächen heißt Obersumme $O$.

Bezeichne die Breite des $i$-ten Teilintervalls mit $\Delta x_i$, seinen kleinsten Funktionswert mit $m_i$ und seinen größten mit $M_i$. Dann gilt:

$$U=\sum_i m_i\cdot\Delta x_i$$

$$O=\sum_i M_i\cdot\Delta x_i$$

Für eine stetige Funktion gilt bei derselben Zerlegung:

$$U\leq\int_a^b f(x)\,dx\leq O$$

Liegt der Graph vollständig oberhalb der $x$-Achse, ist das Integral zugleich der geometrische Flächeninhalt zwischen Graph und Achse.

Merke

Kleinster Wert ergibt Untersumme, größter Wert ergibt Obersumme. Linke und rechte Randwerte darfst du nur verwenden, wenn die Monotonie der Funktion dazu passt.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Regel gilt auch dann, wenn eine Funktion innerhalb eines Teilintervalls nicht monoton ist?
Lösung: Für die Untersumme wird dort der kleinste, für die Obersumme der größte Funktionswert gewählt. — Ober- und Untersummen werden über die kleinsten und größten Funktionswerte definiert. Randwerte sind nur in passenden Monotoniefällen eine Abkürzung.
So berechnest du beide Summen

Betrachte $f(x)=x^2$ auf $[0,2]$. Wir zerlegen das Intervall in vier gleich breite Teile.

  1. Bestimme die Rechteckbreite:

$$\Delta x=\frac{2-0}{4}=\frac12$$

  1. Die Funktion steigt auf $[0,2]$. Deshalb liefern die linken Randwerte die kleinsten und die rechten Randwerte die größten Werte jedes Teilintervalls.
  1. Berechne die Untersumme:

$$U=\frac12\left(0^2+0{,}5^2+1^2+1{,}5^2\right)=\frac74=1{,}75$$

  1. Berechne die Obersumme:

$$O=\frac12\left(0{,}5^2+1^2+1{,}5^2+2^2\right)=\frac{15}{4}=3{,}75$$

Beispiel

Der exakte Integralwert lautet

$$\int_0^2x^2\,dx=\left[\frac{x^3}{3}\right]_0^2=\frac83\approx2{,}667.$$

Damit bestätigt sich die Einschließung

$$1{,}75\leq2{,}667\leq3{,}75.$$

Die Rechnung ist plausibel: Die Untersumme liegt unter und die Obersumme über dem Integralwert.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Für die Untersumme verwendest du in jedem Teilintervall den Funktionswert. Für die Obersumme verwendest du den Funktionswert. Jede Rechteckfläche entsteht aus Höhe mal .

Lösungen: Lücke 1: kleinsten; Lücke 2: größten; Lücke 3: Breite. Prüfe zuerst, welche Funktionswerte im Teilintervall am kleinsten und am größten sind. Multipliziere die gewählte Höhe anschließend mit der Intervallbreite.

Berechne nun selbst Ober- und Untersumme für $f(x)=x$ auf $[0,1]$ mit zwei gleich breiten Teilintervallen.

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Frage 1 von 1MittelWelches Wertepaar ist richtig?
Lösung: $U=\frac14$ und $O=\frac34$ — Die Breite beträgt $\frac12$. Mit den linken Randwerten gilt $U=\frac12\left(0+\frac12\right)=\frac14$. Mit den rechten Randwerten gilt $O=\frac12\left(\frac12+1\right)=\frac34$.
Warum eine feinere Zerlegung hilft

Bei gleich breiten Teilintervallen heißt ihre Breite auch Feinheit. Für $n$ Teilintervalle über $[a,b]$ gilt:

$$\Delta x=\frac{b-a}{n}$$

Je größer $n$ wird, desto schmaler werden die Rechtecke. Dadurch können sie sich dem Verlauf des Graphen besser anpassen.

Gut zu wissen

Wird eine vorhandene Zerlegung durch zusätzliche Teilungspunkte verfeinert, kann die Untersumme nicht kleiner und die Obersumme nicht größer werden. Die Einschließung wird also mindestens ebenso eng. Für stetige Funktionen nähern sich beide Summen bei verschwindender Feinheit demselben Grenzwert:

$$\lim U=\int_a^b f(x)\,dx=\lim O.$$

Die Differenz $O-U$ zeigt, wie breit das Intervall ist, in dem der Integralwert sicher liegt. Ein kleiner Abstand zwischen beiden Summen bedeutet eine enge Eingrenzung.

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Frage 1 von 2MittelFür eine Zerlegung wurden $U=1{,}9$ und $O=2{,}4$ berechnet. Welche Aussage ist sicher richtig?
Lösung: Der Integralwert liegt zwischen $1{,}9$ und $2{,}4$. — Bei derselben Zerlegung gilt $U\leq\int_a^b f(x)\,dx\leq O$. Die Summen liefern eine Einschließung, noch nicht automatisch den exakten Wert.
Frage 2 von 2SchwerWarum verbessert eine feinere Zerlegung im Allgemeinen die Näherung einer stetigen Funktion?
Lösung: Schmalere Rechtecke können dem Verlauf des Graphen genauer folgen. — Verfeinert wird die Zerlegung, nicht die Funktion. Bei verschwindender Feinheit nähern sich Ober- und Untersumme demselben Integralwert.
Was unterhalb der x-Achse passiert

Ein bestimmtes Integral beschreibt eine orientierte Fläche. Rechtecke oberhalb der $x$-Achse zählen positiv, Rechtecke unterhalb der Achse negativ.

Beispiel

Für die konstante Funktion $f(x)=-1$ auf $[0,1]$ sind kleinster und größter Funktionswert identisch. Daher stimmen beide Summen überein:

$$U=O=(-1)\cdot1=-1.$$

Auch das Integral ist $-1$. Der geometrische Flächeninhalt des Rechtecks beträgt dagegen $1$. Das Vorzeichen unterscheidet also den orientierten Integralwert vom geometrischen Flächeninhalt.

Bei einem Vorzeichenwechsel können positive und negative Beiträge einander teilweise aufheben. Ober- und Untersumme werden trotzdem weiterhin mit den kleinsten und größten vorzeichenbehafteten Funktionswerten gebildet.

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Frage 1 von 1MittelEin Rechteck liegt vollständig unterhalb der $x$-Achse. Wie geht sein Beitrag in die orientierte Summe ein?
Lösung: Mit negativem Vorzeichen. — Beim bestimmten Integral zählen Beiträge unterhalb der $x$-Achse negativ. Nur beim geometrischen Flächeninhalt werden ihre Beträge positiv gezählt.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Ober- und Untersumme
    • Zerlegung des Intervalls
      • Breite $\Delta x_i$
    • Untersumme $U$
      • kleinste Funktionswerte
    • Obersumme $O$
      • größte Funktionswerte
    • Einschließung des Integrals
      • $U\leq\int_a^b f(x)\,dx\leq O$
    • Feinere Zerlegung
      • gemeinsamer Grenzwert
    • Orientierte Fläche
      • negative Beiträge unter der Achse
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Größe bestimmt die Höhe eines Rechtecks der Obersumme?
Lösung: Der größte Funktionswert im jeweiligen Teilintervall — Die Obersumme verwendet das Maximum im Teilintervall. Der rechte Rand liefert dieses Maximum nur bei einer monoton steigenden Funktion.
Frage 2 von 3MittelWelcher Wert ist beim Beispiel $f(x)=x^2$ auf $[0,2]$ mit vier gleich breiten Teilintervallen die Untersumme?
Lösung: $\frac74$ — Die linken Randwerte ergeben $U=\frac12(0^2+0{,}5^2+1^2+1{,}5^2)=\frac74$. Der Wert $\frac83$ ist das exakte Integral.
Frage 3 von 3SchwerEine Zerlegung wird ausschließlich durch zusätzliche Teilungspunkte verfeinert. Was geschieht mit der Einschließung?
Lösung: Die Untersumme kann nicht sinken und die Obersumme nicht steigen. — In jedem kleineren Teilintervall kann das Minimum höher und das Maximum niedriger liegen. Deshalb wird die Einschließung mindestens ebenso eng und nähert sich bei stetigen Funktionen dem Integral.

Du kannst eine Rechnung abschließend mit drei Fragen prüfen: Wurden wirklich Minimum und Maximum jedes Teilintervalls verwendet? Wurde jede Höhe mit der passenden Breite multipliziert? Liegt der Integralwert zwischen Unter- und Obersumme?

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