Mathematik

Wurzelfunktion: Graph, Bereiche und Umkehrung

Wurzelfunktion: Graph, Bereiche und Umkehrung
Wurzelfunktion: Graph, Bereiche und Umkehrung
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Eine Wurzelfunktion ordnet einer Zahl die passende Wurzel zu. Die Quadratwurzelfunktion $f(x)=\sqrt{x}$ macht das Quadrieren auf dem nichtnegativen Zahlenbereich rückgängig. Ihr Graph beginnt bei $(0|0)$ und steigt danach immer weiter an.

Auf dieser Seite lernst du, gerade und ungerade Wurzeln zu unterscheiden, ihre Graphen zu erkennen und Transformationen sowie Umkehrfunktionen zu bestimmen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was macht eine Wurzelfunktion?

Die Wurzelfunktion sucht die Zahl, deren passende Potenz den Radikanden ergibt. Der Radikand ist der Ausdruck unter dem Wurzelzeichen.

Definition

Wurzelfunktion

Eine einfache $n$-te Wurzelfunktion hat die Form

$$f(x)=\sqrt[n]{x}=x^{1/n}.$$

Die natürliche Zahl $n\ge 2$ heißt Wurzelexponent. Für $n=2$ schreibt man meist nur $\sqrt{x}$.

Beispiel

Für $f(x)=\sqrt{x}$ gilt:

  • $f(0)=0$, denn $0^2=0$.
  • $f(1)=1$, denn $1^2=1$.
  • $f(25)=5$, denn $5^2=25$.

Der Funktionswert ist bei der Quadratwurzel immer die nichtnegative Hauptwurzel. Deshalb ist $\sqrt{25}=5$ und nicht $-5$, obwohl auch $(-5)^2=25$ gilt.

Merke

Wurzelziehen und Potenzieren mit dem passenden Exponenten machen einander auf geeigneten Zahlenbereichen rückgängig.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelcher Wert gehört bei $f(x)=\sqrt{x}$ zur Eingabe $25$?
Lösung: $5$ — Gesucht ist die nichtnegative Zahl, deren Quadrat $25$ ergibt. Das ist $5$.
Gerade und ungerade Wurzeln unterscheiden

Ob der Wurzelexponent gerade oder ungerade ist, entscheidet darüber, welche Eingaben erlaubt sind.

Gerade Wurzelexponenten

Bei $f(x)=\sqrt[n]{x}$ mit geradem $n$ darf der Radikand im Bereich der reellen Zahlen nicht negativ sein. Auch die Funktionswerte sind nichtnegativ.

$$D=[0,\infty), \qquad W=[0,\infty)$$

Dabei steht $D$ für den Definitionsbereich, also alle erlaubten Eingaben. $W$ ist der Wertebereich, also die Menge aller möglichen Ausgaben.

Ungerade Wurzelexponenten

Bei ungeradem $n$ sind auch negative Radikanden erlaubt. Zum Beispiel gilt $\sqrt[3]{-8}=-2$, weil $(-2)^3=-8$.

$$D=\mathbb{R}, \qquad W=\mathbb{R}$$

WurzelexponentErlaubte EingabenMögliche Ausgaben
gerade$x\ge 0$$f(x)\ge 0$
ungeradealle reellen Zahlenalle reellen Zahlen
Teste dich
Frage 1 von 2MittelBestimme den Definitionsbereich von $g(x)=\sqrt{x-4}$.
Lösung: $D=[4,\infty)$ — Löse die Bedingung $x-4\ge 0$. Daraus folgt $x\ge 4$.
Frage 2 von 2MittelWelche Eingabe ist für $h(x)=\sqrt[3]{x}$ erlaubt?
Lösung: $x=-8$ — Bei einer dritten Wurzel sind alle reellen Eingaben erlaubt.
So erkennst du die Grundgraphen

Alle einfachen Grundfunktionen $f(x)=\sqrt[n]{x}$ verlaufen durch $(0|0)$ und $(1|1)$. Auf ihrem jeweiligen Definitionsbereich sind sie streng monoton steigend: Wird die Eingabe größer, wird auch der Funktionswert größer.

Die Graphen wachsen unbegrenzt, werden für große positive Eingaben aber zunehmend flach.

Graph einer geraden Wurzel

Der Graph von $f(x)=\sqrt{x}$ beginnt bei $(0|0)$ und liegt vollständig im ersten Quadranten. Wegen seines einseitigen Definitionsbereichs ist er weder achsen- noch punktsymmetrisch.

Graph einer ungeraden Wurzel

Der Graph von $g(x)=\sqrt[3]{x}$ verläuft zusätzlich durch $(-1|-1)$. Er ist punktsymmetrisch zum Ursprung: Zu jedem Punkt $(x|y)$ gehört auch $(-x|-y)$.

Merke

Gerade Wurzel: Der Grundgraph beginnt im Ursprung. Ungerade Wurzel: Der Grundgraph setzt sich durch den Ursprung in den Bereich negativer Eingaben fort.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin Grundgraph verläuft durch $(-1|-1)$, $(0|0)$ und $(1|1)$. Welche Funktion passt?
Lösung: $f(x)=\sqrt[3]{x}$ — Eine ungerade Wurzelfunktion erlaubt negative Eingaben und ist zum Ursprung punktsymmetrisch.
Transformationen am Term ablesen

Eine transformierte Wurzelfunktion kann so aussehen:

$$f(x)=a\sqrt[n]{x+b}+c.$$

Die Parameter verändern den Grundgraphen:

  • $c$ verschiebt ihn vertikal: $c>0$ nach oben, $c<0$ nach unten.
  • $b$ verschiebt ihn horizontal mit umgekehrtem Vorzeichen: $x+b$ bedeutet eine Verschiebung nach links.
  • $|a|>1$ streckt den Graphen vertikal.
  • $0<|a|<1$ staucht ihn vertikal.
  • $a<0$ spiegelt ihn zusätzlich an der $x$-Achse.
Beispiel

Untersuche $f(x)=2\sqrt{x-3}+1$.

  1. Wegen $x-3$ wird der Quadratwurzelgraph um $3$ nach rechts verschoben.
  2. Der Faktor $2$ streckt ihn vertikal.
  3. Der Summand $1$ verschiebt ihn um $1$ nach oben.
  4. Für den Radikanden gilt $x-3\ge 0$. Deshalb ist $D=[3,\infty)$.
  5. Die kleinste Ausgabe entsteht bei $x=3$: $f(3)=1$. Deshalb ist $W=[1,\infty)$.

Der neue Startpunkt ist $(3|1)$. Als Kontrolle gilt $f(7)=2\sqrt{4}+1=5$.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei $g(x)=\sqrt{x+4}-2$ wird der Grundgraph um und um verschoben. Sein Startpunkt hat die Koordinaten $x=$ und $y=$.

Lösungen: Lücke 1: 4 nach links; Lücke 2: 2 nach unten; Lücke 3: -4; Lücke 4: -2. Im Radikanden wirkt das Vorzeichen entgegengesetzt: $x+4$ verschiebt nach links. Der äußere Summand $-2$ verschiebt nach unten.
Teste dich
Frage 1 von 1SchwerEine Funktion hat die Form $g(x)=-\sqrt{x}+2$. Welche Aussage stimmt?
Lösung: Der Graph ist an der $x$-Achse gespiegelt und um $2$ nach oben verschoben. — Das Minus vor der Wurzel spiegelt die Ausgaben. Der Summand $2$ verschiebt sie nach oben; der Definitionsbereich bleibt $[0,\infty)$.
Wurzelfunktion als Umkehrfunktion

Eine Umkehrfunktion vertauscht Eingabe und Ausgabe. Ihre Graphen sind Spiegelbilder an der Geraden $y=x$.

Die Quadratfunktion $p(x)=x^2$ besitzt auf ganz $\mathbb{R}$ keine Umkehrfunktion: Die Eingaben $2$ und $-2$ liefern beide die Ausgabe $4$. Beschränkt man sie auf $x\ge 0$, ist jede Ausgabe eindeutig einer Eingabe zugeordnet.

Auf diesem eingeschränkten Bereich gilt:

$$p(x)=x^2 \quad\Longleftrightarrow\quad p^{-1}(x)=\sqrt{x}.$$

Beispiel

Die Eingabe $3$ liefert bei der eingeschränkten Quadratfunktion die Ausgabe $9$:

$$3\longmapsto 9.$$

Die Umkehrfunktion vertauscht diesen Weg:

$$9\longmapsto 3,$$

also $\sqrt{9}=3$.

Bei ungeradem Exponenten ist keine solche Einschränkung nötig. Die Funktion $x^3$ ist auf ganz $\mathbb{R}$ streng steigend und wird durch $\sqrt[3]{x}$ umgekehrt.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum muss $p(x)=x^2$ vor dem Bilden der Umkehrfunktion auf einen Ast beschränkt werden?
Lösung: Weil sonst verschiedene Eingaben denselben Funktionswert besitzen. — Eine Umkehrfunktion muss jeder Ausgabe genau eine frühere Eingabe zuordnen. Ohne Einschränkung gehören etwa $2$ und $-2$ beide zur Ausgabe $4$.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Wurzelfunktion
    • Bedeutung: macht eine passende Potenzierung rückgängig
    • Gerade Wurzel: Eingaben und Ausgaben nichtnegativ
    • Ungerade Wurzel: alle reellen Eingaben und Ausgaben
    • Grundgraph: streng steigend und durch $(0|0)$ sowie $(1|1)$
    • Transformationen: verschieben, strecken, stauchen oder spiegeln
    • Umkehrung: Spiegelung des Graphen an $y=x$
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelcher Definitionsbereich gehört zur Quadratwurzelfunktion $f(x)=\sqrt{x}$?
Lösung: $D=[0,\infty)$ — Der Radikand $x$ muss mindestens null sein.
Frage 2 von 3MittelWo beginnt der Graph von $g(x)=\sqrt{x-6}+2$?
Lösung: $(6|2)$ — Der Radikand wird bei $x=6$ null. Dann ist $g(6)=2$.
Frage 3 von 3SchwerWelche Beschreibung passt zu $h(x)=-3\sqrt[3]{x+1}-2$?
Lösung: Nach links verschoben, vertikal gestreckt, an der $x$-Achse gespiegelt und nach unten verschoben. — $x+1$ verschiebt um $1$ nach links. Der Betrag des Vorfaktors $3$ streckt vertikal, sein Minus spiegelt an der $x$-Achse und $-2$ verschiebt nach unten.

Wenn du alle drei Fragen begründen kannst, kannst du einfache Wurzelfunktionen an ihrem Term und Graphen erkennen, ihre Bereiche bestimmen und ihre Veränderungen erklären.

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